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HomeFohlenelfNews & HintergründeRoel Brouwers: »Das darf uns so nicht passieren«

Roel Brouwers: »Das darf uns so nicht passieren«

Konsternierte Borussen nach der 0:4-Schlappe gegen Frankfurt

Nach der deftigen 0:4- Niederlage machte sich bei Borussia Mönchengladbach Ernüchterung breit. Nur zwei Wochen nach dem starken 6:3-Auswärtssieg gegen Bayer Leverkusen versetzte die Frankfurter Eintracht den Borussen einen empfindlichen Tiefschlag.

In der Tat hatte man sich nach dem grandiosen Auftritt gegen Bayer Leverkusen weitaus mehr ausgerechnet, als eine derartige Schlappe gegen die Hessen. Von der Fohlenelf der 70er-Jahre war gar die Rede. Doch gerade Michael Frontzeck und auch Max Eberl war im Vorfeld klar, dass das Spiel gegen die bis dato sieg- und punktlose Eintracht kein Selbstläufer wird. »Wir haben eindringlich davor gewarnt, wie kompliziert und schwierig das Spiel wird«, sagte Borussias Sportdirektor.

»Sollte einer überheblich gewesen sein, dann sollten wir das ganz schnell aus den Köpfen kriegen, denn dazu haben wir keine Berechtigung. Natürlich gehen die Spieler das Spiel genauso an wie gegen Leverkusen aber sie haben es dann leider nicht auf den Platz bekommen. Heute hatte Frankfurt eben den perfekten Tag wie wir ihn zuletzt in Leverkusen hatten«, so Eberl weiter.

Wie vom Sportdirektor angesprochen hat die Mannschaft im Gegensatz zum Sieg in Leverkusen so einiges nicht auf dem Platz bekommen. Die Grundtugenden Organisation, Kompaktheit und Zweikampfstärke ließen die Borussen-Profis vermissen. »Wir haben versucht, zu viele Dinge fußballerisch zu lösen, ohne dabei die Grundtugenden, nämlich aggressiv ins Spiel zu kommen, zu machen«, analysierte der Sportdirektor.

»Wir wollten von Anfang an Fußball spielen und zwar nur Fußball spielen, aber das wird uns in der Bundesliga nicht gelingen, denn so stark sind wir noch nicht. Wir müssen uns drauf besinnen, dass für das Fußballspielen erst mal die Ordnung und die Stabilität in allen Belangen die Grundlagen sind«, erklärte Eberl.

Tatsächlich waren den Borussen die Grundlagen abhanden gekommen. Dabei hatte man sich so viel vorgenommen. »Wir hatten uns sicherlich etwas anders vorgenommen, aber leider hat es nicht geklappt .Wir sind nicht gut in die Zweikämpfe reingekommen und haben zu viele Räume weggegeben«, sagte Tobias Levels. »Es sind zwei unterschiedliche Welten, wie wir vor zwei Wochen und heute gespielt haben. Ein deutliches 0:4, das uns so nicht passieren darf«, war Roel Brouwers dergleichen Meinung.

Für reichlich Diskussionsstoff sorgte das nichtgegebene Tor von Mo Idrissou. Der Kameruner hätte den 1:1-Ausgleich erzielt, doch Schiedsrichter Dr. Jürgen Drees pfiff den 30-Jährigen wegen Foulspiels im Fünfmeterraum gegen Eintracht Torhüter Oka Nikolov zurück.

In der Nachbetrachtung und bei Auswertung der Fernsehbilder hätte man das Tor durchaus anerkennen können. »Ich denke aus meiner Sicht, dass das 1:1 regelgerecht ist, weil Mo ganz normal nach oben springt. Der Torwart springt ihn an und Mo steht halt da. Ich denke, dass viele Fußballkenner dort auch ein Tor gesehen haben, auch wenn es im Fünfer war. Aber wenn es so ist, dass solche Dinge auch gepfiffen werden, dann können wir den Fünfer als Tabuzone erklären«, murrte Max Eberl.

»Das Tor von Mo Idrissou kann man geben, denn er springt hoch und berührt den Torwart von Frankfurt fast nicht. Es hätte vielleicht wichtig sein können, wenn man das 1:1 macht«, meinte Roel Brouwers.

Postwendend erzielten die Hessen den zweiten Treffer. »Frankfurt hat es gut gemacht. Sie haben gut gestanden und sind immer zielstrebig nach vorne gegangen«, musste Tobias Levels anerkennen. Die Eintracht spielte weiter munter nach vorne und konterte die Borussia im eigenen Stadion aus. »Das darf uns zuhause nicht passieren«, unterstrich Roel Brouwers.

Doch es passierte und so erzielte die Eintracht nach der Pause zwei weitere Treffer, während sich der VfL zwar bemühte, die Hessen jedoch nicht entscheidend in Gefahr bringen konnte. »Ich denke, wir hätten noch drei Stunden spielen können und dabei aber kein Tor erzielt«, musste Max Eberl zugeben.

Am Schiedsrichter, der mit einigen fragwürdigen und diskutierbaren Entscheidungen für Aufregung sorgte, wollte es der Sportdirektor jedoch nicht zwingend ausmachen. »Wenn ich jetzt sage, dass der Schiedsrichter bei einem 0:4 alles schuld ist, dann lacht mich jeder aus. Es ist nicht so, dass ich jetzt sage, er ist an allem schuld, auch wir haben dazu beigetragen, dass wir ein solches Heimspiel abgeliefert und es heute nicht verdient gehabt haben, zu gewinnen«, meinte Eberl.

So mussten sich die Borussen am Ende mit der verdienten 0:4-Heimniederlage abfinden. Dennoch gibt es in den kommenden Tagen vieles aufzuarbeiten, denn dieses Spiel war im Vergleich zum Auftritt in Leverkusen ein herber Rückschlag. »Die Enttäuschung ist groß. Es gibt noch harte Arbeit und wir haben noch einen langen Weg vor uns. Jetzt heißt es Mund abputzen, weiterarbeiten und dann fahren wir nächste Woche nach Stuttgart«, gibt Tobias Levels die Marschrichtung vor.

»In diese Woche müssen wir klären, wie dies passieren konnte, sodass wir nächste Woche wieder an die Leistung von vor zwei Wochen anknüpfen können. Wir haben vier Punkte und stehen im Mittelfeld und ich denke, dass wir da auch nach unserer Qualität zu urteilen richtig stehen«, schlug auch Roel Brouwers in die gleiche Kerbe.

Für die Borussen gilt es zudem, in den kommenden Wochen eine gewisse Konstanz, die derzeit alles andere als vorhanden ist, zu entwickeln. »Wir haben nie gesagt, dass wir unsere Konstanz schon gefunden haben. Wir haben ja gesagt, dass wir die Mitte zwischen Leverkusen und Nürnberg finden müssen. Das ist die Mitte, in der wir in der Bundesliga spielen und uns etablieren müssen«, meint Max Eberl.


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