Borussias Trainer sah gegen Frankfurt kein gutes Spiel seiner Mannschaft
Borussia Mönchengladbach musste gegen Eintracht Frankfurt eine deftige 0:4-Heimschlappe einstecken und hatte dabei, auch wenn es zu einigen unglücklichen Schiedsrichterentscheidungen kam, recht wenig entgegenzusetzen. Damit hatte wohl gerade nach dem starken Auftritt bei Bayer Leverkusen keiner gerechnet. Ein herber Rückschlag für die Truppe von Michael Frontzeck, der ein schlechtes Spiel seiner Mannschaft gesehen hatte.
Borussia Mönchengladbach startete gegen die Hessen recht verhalten und kam nie so richtig in die Partie. Zwar hielt man die Eintracht auf Distanz, konnte im Umschaltspiel jedoch keinen Druck entfachen. Anders die engagierten und feldüberlegenen Gäste, die sich nach 24 Minuten durch Benjamin Köhler verdient mit 0:1 in Front brachten.
In der Folgezeit diktierten die Gäste das Geschehen. Borussia war um den Ausgleich bemüht und konnte diesen auch in Minute 34 erzielen, doch der Treffer von Mo Idrissou wurde im Nachhinein durch Schiedsrichter Dr. Jürgen Drees wieder aberkannt, da dieser im Fünfmeterraum im Luftkampf ein Foulspiel den Kameruners an Oka Nikolov erkannt haben wollte.
Zumindest eine diskutierbare und fragwürdige Entscheidung, wie auch Michael Frankfurt in der Nachbetrachtung befand. »Es gibt im Fünfmeterraum eine Regel dazu. Ich habe es so gesehen, dass Mo Idrissou nicht in den Torwart gesprungen ist. Für mich war es ein reguläres Tor«, so Borussias Trainer.
Gladbach protestierte heftig, Frankfurt nutzte die kurzzeitige allgemeine Aufregung und erhöhte kurze Zeit später durch Theofanis Gekas auf 0:2. Hierbei sah Logan Bailly alles andere als gut aus. Bis zum Pausenpfiff wurde die Borussia trotz des Rückstands nun bissiger und suchte den Zug vor das Tor der Eintracht. So auch Mo Idrissou, der drei Minuten vor dem Pausenpfiff vom Frankfurter im Strafraum unsanft und klar zu Fall gebracht wurde.
Ein klarer Strafstoß, doch der fällige Elfmeterpfiff blieb aus. »Man kann auch darüber streiten, ob es ein Elfmeter war«, befand Michael Frontzeck, dessen Mannschaft gerade durch Juan Arango kurz vor der Pause hätte zum Anschlusstreffer kommen können. »Wir hatten zum Ende der ersten Halbzeit genügend Chancen, um zumindest den Anschlusstreffer zu erzielen«, meinte Frontzeck.
So ging es für die Borussen mit einem 0:2-Rückstand in die Kabine, der durchaus hätte knapper ausfallen können, wenn auch das Glück hold gewesen wäre. »Es gab ein paar Entscheidungen, die nicht für uns gefällt wurden und wo ich nicht weiß, ob sie unglücklich oder was auch immer waren. Auch deshalb hatten wir keine Möglichkeiten mehr, mit einem Tor nochmal heranzukommen«, ärgerte sich Frontzeck. Auf der anderen Seite zeigte sich der VfL gerade im Defensivverbund alles andere als sattelfest, denn auch die gesamte Viererkette erwischte nicht einen ihrer besten Tage.
Kurz nach dem Seitenwechsel ein weiterer Tiefschlag für die Borussen. Patrick Ochs erzielte fünf Minuten nach der Pause das 0:3 für die Eintracht. »Man kann darüber streiten, ob der Spieler vor dem 0:3 im Abseits stand«, war Michael Frontzeck auch mit dieser Entscheidung nicht gänzlich einverstanden.
Damit war die Messe gesungen, denn die Fohlen erholten sich davon nicht mehr und hatten kaum Platz zur Entfaltung, während Eintracht Frankfurt weiter druckvoll konterte und auf 0:4 erhöhte. »Die Liga ist sehr ausgeglichen. Es ist jetzt nicht so, dass es uns vollkommen überrascht hat, wie Eintracht Frankfurt bei uns Fußball gespielt hat. Das hat sie in der letzten Saison auch schon gemacht. Heute haben sie es sehr, sehr gut gespielt und uns kaum Möglichkeiten gelassen. Nürnberg war die spielerisch reifere Mannschaft. Sie haben die Tore sehr, sehr gut herausgespielt«, musste Michael Frontzeck zugeben.
Seine Mannschaft zeigte sich zwar in der Folgezeit bemüht, konnte gegen die kompakten Gäste jedoch keine entscheidenden Nadelstiche setzten. »Wir sind nicht richtig hingekommen und wir hatten auch nie wirklich die Möglichkeit, die Eintracht so festzusetzten, um den Anschlusstreffer zu erzielen«, sagte der 46-Jährige.
Zudem hatten Borussen auf der anderen Seite an diesem Tag das Glück nicht auf ihrer Seite. Die diskutierbaren Schiedsrichter Entscheidungen wollte Frontzeck jedoch nicht als Grund für die verdiente Niederlage gelten lassen.
»Sicherlich haben wir die eine oder andere Torchance ausgelassen und die eine oder andere Entscheidung war gegen uns, aber das ist aber natürlich nicht der Grund dafür, dass wir das Spiel 0:4 verloren haben. Das wir sagen, der Schiedsrichter ist schuld, machen wir nicht. Wir haben kein gutes Spiel gemacht und Frankfurt hat in etwa so gespielt, wie wir vor zwei Wochen. Das war auch in der Höhe eine deutliche und verdiente Angelegenheit«, musste der 46-Jährige anerkennen.
So mussten sich die Borussen am Ende mit einer 0:4-Heimniederlage abfinden. »Es ist sicherlich ein bitterer Tag für uns, weil wir nach dem Auswärtssieg natürlich nachlegen wollten«, so Michael Frontzeck, der gerade nach dem grandiosen Sieg in Leverkusen vor allzu großer Euphorie gewarnt hatte. »Keiner meiner Spieler, keiner meiner Trainer und keiner im Verein hat gedacht, dass du nach dem Spiel bei Bayer Leverkusen Frankfurt überrollst. Es ist so wie es ist. Die Bundesliga ist ein hartes Geschäft«, betonte Borussias Trainer.
Auch bei keinem seiner Spieler stellte Borussias Trainer einen Hauch von einer im Vorfeld vermuteten gewissen Überheblichkeit fest. »Das setzte ich mal voraus, dass die Mannschaft trotz zwei Wochen Fortsetzungsroman der Fohlenelf und des Europa Cups weiß, dass Leverkusen was Besonderes war und das Eintracht Frankfurt etwas ganz anderes ist. Die Mannschaft war dementsprechend eingestellt. Keiner der Jungs hat das Spiel auf die leichte Schulter genommen. Das wäre ja aberwitzig wiedersprach«, widersprach Frontzeck derartigen Vermutungen vehement.
Dennoch muss unter der Woche einiges aufgearbeitet und besprochen werden, damit man in der kommenden Woche beim VFB Stuttgart nicht ebenso unter die Räder gerät. Gerade in Sachen Kompaktheit und Organisation ließen die Fohlen gegen die Hessen einiges vermissen und auch im Spiel gegen den Ball schlichen sich folgenschwere Fehler ein.
Michael Frontzeck jedenfalls wird diese Niederlage in den kommenden Tagen genauestens aufarbeiten und analysieren, was auch durchaus von Nöten ist. »Von Spielen, die so laufen, müssen wir lernen. Ich werde das in aller Ruhe mit den Spielern besprechen und dann werden wir weiter sehen. Wir sollten aber aus den Spielen Nürnberg, Leverkusen und Frankfurt eine gesunde Mitte finden…«.





