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Logan Bailly: »Bin sehr glücklich und stolz«

Der 24-Jährige hütet gegen Deutschland das Tor der „Roten Teufel“

Für Borussias Torhüter Logan Bailly gab es in den bisherigen beiden Bundesligaspielen schon einiges zu tun. Vier Gegentreffer musste der Belgier hinnehmen, drei davon am vergangenen Sonntag in Leverkusen. Mit bei dem Spektakel in der BayArena war auch Belgiens Nationaltrainer Georges Leekens, der Bailly unter die Lupe genommen hatte. Borussias Torhüter konnte den Nationaltrainer überzeugen und so steht er fortan auch im Nationalteam von Beginn an zwischen den Pfosten. Fohlen-Hautnah hat den 24-Jährigen vor dem morgigen Duell der „Roten Teufel“ gegen die DFB-Auswahl im Quartier der Nationalmannschaft in Brüssel besucht und sich unter Anderem über seine Ernennung zu Belgiens Nummer eins sowie über das Länderspiel unterhalten.

Fohlen-Hautnah: Logan, lass uns zunächst mal über das vergangene Spiel gegen Bayer Leverkusen sprechen. Ein verrücktes Spiel und ein durchaus starker Auftritt der Borussia. Wie hast du das Spiel gesehen?

Logan Bailly: Es war einfach ein spannendes und großartiges Spiel. Wir waren sehr motiviert, gegen eine große Mannschaft wie Bayer Leverkusen mit tollen Spielern, wie Michael Ballack, Stefan Kießling und Rene Adler, nicht zu verlieren. Wir sind von der ersten Sekunde an sehr konzentriert in das Spiel gegangen und haben die taktischen Vorgaben unseres Trainers umgesetzt. Dazu haben wir unsere Torchancen genutzt. Das war der Schlüssel zum Erfolg.

Fohlen-Hautnah: Hast du so ein Spiel schon mal in deiner bisherigen Karriere erlebt?

Logan Bailly: Ja. Ich hatte ein ähnliches Erlebnis mit meinem Ex-Club KRC Genk, als wir mit 6:2 gegen den FC Brügge gewonnen haben. Das war eine ebenso tolle Sache.

Fohlen-Hautnah: Was war der Garant für den Sieg gegen die Bayer-Elf?

Logan Bailly: Wie schon gesagt. Unsere hohe Motivation, unser starkes Offensivspiel und der dazugehörige gute Tag. Es einfach alles gepasst.

Fohlen-Hautnah: Du musstest in dem Spiel drei Gegentore hinnehmen. Wie immer passieren Tore durch Fehler. In diesen drei Fällen auch von dir…?

Logan Bailly: An dem ersten Gegentreffer kann ich nichts machen, der zweite war ein Elfmeter, wo du eine 50:50-Chance hast. Das dritte Tor hätte ich allerdings abfangen können - das war mein Fehler und geht auf meine Kappe.

Fohlen-Hautnah: In der vergangenen Saison habt ihr häufig auch gut gespielt, aber die Partien nicht immer gewonnen. Warum habt ihr euch diesmal für ein gutes Auswärtsspiel auch mit drei Punkten belohnt?

Logan Bailly: Wir haben in Leverkusen über 90 Minuten sehr konzentriert gespielt, waren sehr motiviert und haben konsequent unsere Chancen genutzt. Wir haben mehr Tore geschossen als der Gegner, nämlich sechs. Das hat den großen Unterscheid und den Sieg ausgemacht.

Fohlen-Hautnah: Gegen Nürnberg habt ihr euch im ersten Spiel schwer getan. Warum ist es euch nun in Leverkusen gelungen, so eine starke Leistung abzurufen?

Logan Bailly: Jedes Spiel ist anders und manchmal brauchst du auch ein bisschen Glück. Gegen Nürnberg hatten wir auch eine Vielzahl von guten Möglichkeiten, konnten diese aber nicht nutzen, weil auch Rafael Schäfer gut gehalten hat. Das war jetzt gegen Leverkusen anders. Dazu haben wir uns auch im Gegensatz zum ersten Spiel gesteigert und das macht Hoffnung für die Zukunft. Ich bin ganz zuversichtlich, dass wir jetzt von Spiel zu Spiel stärker werden.

Fohlen-Hautnah: Muss man jetzt auf die Euphoriebremse treten oder wisst ihr diesen Erfolg selbst richtig einzuschätzen?

Logan Bailly: Wir schauen immer von Spiel zu Spiel, arbeiten weiter hart an uns, geben unser Bestes und behalten die Füße auf dem Boden. Dann wird man sehen, was am Ende dabei herauskommt. Ich persönlich glaube an Borussia sowie an die Mannschaft und ich bin überzeugt, dass wir eine gute Saison spielen werden.

Fohlen-Hautnah: Wenn du mal eine eigene Bilanz aus den ersten beiden Spielen ziehst. Wie bist du mit deiner Leistung zufrieden?

Logan Bailly: Ich bin mit meiner bisherigen Leistung unter dem Strich zufrieden. Natürlich kannst du dich immer und überall verbessern. Ich hatte in den bisherigen Spielen ein paar gute Aktionen, aber du kennst mich - ich bin ein Perfektionist und ich mag es überhaupt nicht, Gegentore zu bekommen…

Fohlen-Hautnah: Was ist für Borussia in dieser Saison möglich, wenn man die ersten beiden Spiele als kleinen Anhalt nimmt?

Logan Bailly: Wir möchten uns in dieser Saison weiter stabilisieren und uns von der Gefahrenzone fern halten. Dahingehend sind wir zwar auf einem guten Weg, aber es sind erst zwei Spiele gespielt. Die Saison ist also noch lang. Wir wollen die Saison nach Möglichkeit besser als im letzten Jahr abschließen und dazu so weit wie möglich im DFB-Pokal kommen.

Fohlen-Hautnah: Aufgrund der beginnenden EM-Qualifikation pausiert die Bundesliga am kommenden Wochenende. Ihr seid mit vier Punkten aus den ersten beiden Spielen gut aus den Startlöchern gekommen. Ist da so eine Länderspielpause eher ungünstig oder spielt das keine große Rolle?

Logan Bailly: Ich denke, dass es keine Frage von gut oder schlecht ist, denn diese Pause haben alle Mannschaften. Wichtig ist, dass du deine Leistung immer wieder und egal wann abrufst. Unsere Mannschaft ist stärker als im letzten Jahr und wir werden unsere derzeitige gute Leistung über die Saison hin halten und auch dann wieder abrufen, wenn es mal Phasen gab, die vielleicht nicht so erfolgreich waren.

Fohlen-Hautnah: Du weilst derzeit bei der belgischen Nationalmannschaft. Mit welchem Gefühl gehst du nun in die beiden kommenden Länderspiele?

Logan Bailly: Mit einem durchweg guten. Ich fühle mich gut und gehe aufgrund der positiven Ergebnisse mit Gladbach mit positiven Eindrücken in die beiden Länderspiele.

Fohlen-Hautnah: Nationalcoach Georges Leekens hat dich zur Nummer eins der Nationalmannschaft ernannt, sodass du gegen Deutschland das Tor der „Roten Teufel“ hüten wirst. Man muss nicht lange überlegen um zu wissen, dass dich das mehr als glücklich macht… Wie hat der Trainer dir seine Entscheidung mitgeteilt und was hat er dir gesagt?

Logan Bailly: Absolut. Ich bin sehr glücklich und stolz, die Nummer eins der belgischen Nationalmannschaft zu sein. Das freut mich auch für meine ganze Familie, für all meine Freunde und für all meine Fans, die mich die ganze Zeit sowohl in guten als auch in weniger guten Momenten stets und toll unterstützt haben.

Ich habe es vom Trainer in einem persönlichen Gespräch erfahren. Er hat mir gesagt, dass er großes Vertrauen in mich setzt und dass es aufgrund meiner in der Bundesliga gesammelten Erfahrung sowie aufgrund meines bei Gladbach in den ersten beiden Spielen gemachten Fortschritts die richtige Entscheidung ist, mir den Platz der Nummer eins zu geben. Ich fühle mich großartig, werde für die „Roten Teufel“ mein Bestes geben und dem Trainer zeigen, dass er die richtige Wahl getroffen hat.

Fohlen-Hautnah: Mit Deutschland und der Türkei warten gleich zu Beginn der EM-Qualifikation zwei dicke Brocken auf euch. Was rechnet ihr euch da aus und was meinst du, werden das für Spiele bzw. wie stehen eure Chancen, diese positiv zu bestreiten?

Logan Bailly: Wir haben und sind eine junge Mannschaft mit einer Menge talentierter Spieler. Dazu haben wir mit Daniel van Buyten vom FC Bayern München und mit Timy Simons vom 1.FC Nürnberg sehr gute und erfahrene Spieler in unseren Reihen. Wir brauchen jedoch noch etwas Zeit, um alles im Detail zu perfektionieren.

Aber was ich vorhin schon sagte - jedes Spiel ist anders und wenn du einen guten Tag hast, dann kann alles passieren bzw. dann ist alles möglich. Sicherlich sind das beides keine einfachen Aufgaben, aber wir sind hochmotiviert, gehen konzentriert an die Spiele heran und geben unser Bestes, um ein positives Ergebnis zu erzielen.

Gegen beide Mannschaften ist das möglich. Die Türkei haben wir im vergangenen Oktober in der  WM-Qualifikation zu Hause 2:0 geschlagen. Warum also auch nicht nächste Woche auswärts…

Fohlen-Hautnah: Zunächst steht in der EM-Qualifikation also am Freitag das Spiel gegen Deutschland an. Ein Sieg der „Roten Teufel“ liegt sehr lange zurück. Warum klappt es ausgerechnet am Freitag in Brüssel?

Logan Bailly: Oh ja. Ich weiß, dass der letzte Sieg von Belgien gegen Deutschland schon sehr lange zurückliegt. Es wird also mal wieder Zeit für eine Revanche. Warum nicht schon am Freitag…


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