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Michael Frontzeck: »Ein fantastisches Spiel der Mannschaft«

Starke Borussia spielt Leverkusen an die Wand und gewinnt 6:3

Was für eine Galavorstellung von Borussia Mönchengladbach bei Bayer Leverkusen. Mit 6:3 siegten die Fohlen in der BayArena und zeigten dabei Offensiv- und Konterfußball vom Feinsten. Durchaus für alle Beteiligten »ein außergewöhnlicher Tag«, wie auch ein zufriedender Michael Frontzeck nach dem Spiel zu berichten wusste.

»Gladbach hat ein klasse Spiel gemacht. Wir haben Mönchengladbach zur Party eingeladen. Sie haben die von uns zur Verfügung gestellten Räume klasse genutzt, erstklassig gekontert und verdient gewonnen«, musste Jupp Heynckes zähneknirschend zugeben.

In der Tat kam der VfL gut in die Partie und zeigte sich von Beginn an kompakt und machte die Räume eng. Dies hatte noch vor einer Woche gegen den 1.FC Nürnberg anders ausgesehen. »Gegen Nürnberg standen wir zu weit auseinander, doch wir haben den Finger in die Wunde gelegt und daran in der letzten Woche verstärkt gearbeitet«, erklärte Michael Frontzeck.

Tatsächlich ließ seine Mannschaft die für gewöhnlich spielstarke Bayer-Elf nicht zur Entfaltung kommen und nahm ihr dazu fast jegliche Luft zum atmen. »Wir haben gegen eine individuell starke Mannschaft relativ wenig zugelassen und sehr gut gegen den Ball gearbeitet«, lobte Frontzeck, der genau diese Attribute auch weiterhin verlangt. »Das wird auch in Zukunft immer unser Ansatz sein«.

Folgerichtig ging die Borussia nach zwanzig Minuten durch Youngster Patrick Herrmann in Front. Postwendend glich Bayer Leverkusen vier Minuten später aus, was die Fohlen jedoch nicht aus dem Konzept bringen sollte. Weiterhin marschierten sie aus einem geschlossenen Defensivverbund nach vorne und setzten immer wieder Nadelstiche. »Wir haben fast perfekt nach vorne gespielt und haben uns immer wieder Torchancen erarbeitet«, freute sich Frontzeck.

Und dies gerade über die ständigen Unruheherde und spielstarken Marco Reus und dem zudem laufstarken Mo Idrissou, die mit Zielstrebigkeit immer wieder das Offensivspiel ankurbelten. Nahezu zwangsläufig brachte sich die Borussia fünf Minuten vor der Pause mit 2:1durch Roel Brouwers in Front und legte kurz vor dem Pausenpfiff durch Patrick Herrmann noch mal nach.

»Eine absolute Stäke von Mo ist, das er sehr ausdauernd und darüber hinaus auch sehr schnell ist. Ich mache mir da am wenigsten Sorgen, dass er das Tempo halten kann«, lobte Frontzeck den kaltschnäuzigen Kameruner, der bisher in allen drei Pflichtspielen getroffen hat.

»Reus hat in der Position hinter der Spitze eine absolute Qualität. Er arbeitet nach hinten, schließt die Räume und kurbelt das Spiel an und er hat gute bis sehr gute Ideen«, honorierte der Borussia Coach, der auch aufgrund dieser Maßnahme Patrick Herrmann ins Spiel nahm. »Ich habe mich dazu entschieden, weil Patrick auch in der letzten Saison mir gezeigt hat, dass ich ihn jeder Zeit bringen kann«.

Hervorheben wollte der 46-Jährige dennoch zurecht keinen Spieler. »Wir brauchen jetzt nicht über einzelne Spieler zu sprechen. Es wäre unfair, dort einen herauszunehmen. Es war eine Mannschaftsleitung, die absolut top war«. Durchaus eine bis dato nicht alltägliche Darbietung der Gladbacher Borussia, wie auch Frontzeck anmerkte. »So etwas haben wir in der Form noch nicht allzu oft gesehen«.

Auch nach dem Seitenwechsel marschierte der furios aufspielende VfL nach vorne, setzte die schwache Bayer-Elf unter Druck und baute die Führung durch Juan Arango weiter aus. Nahezu jeder Schuss ging an diesem Tag in des Gegners Netz. Doch mit dem vermeintlich beruhigenden 4:1-Vorsprung war die Messe noch nicht gänzlich gesungen, denn abermals schlug Bayer Leverkusen zwei Minuten später zurück.

Somit war auch für Michael Frontzeck die Partie alles andere als gelaufen. »Leverkusen hat für mich zu viel Qualität, dass ich mich dann zurücklehne. Ungefähr in der 90. Minute war ich mir sicher, dass wir die drei Punkte mitnehmen«, so der Borussia Coach, der jedoch erfreut zur Kenntnis nahm, dass seine Mannschaft sich auch danach nicht aus der Bahn werfen ließ, sondern weiter druckvoll nach vorne spielte. »Zwischenzeitlich musste ich mich schon ein bisschen kneifen. Nach vorne stelle ich mir das genauso vor«.

So brachte sich die Borussia in Minute 60 durch den abermals agilen und starken Mo Idrissou mit 5:2 in Führung. Während Marco Reus neun Minuten das halbe Dutzend vollmachte, so musste Logan Bailly zwanzig Minuten später den dritten Gegentreffer hinnehmen. Eine Tatsache, die auch Michael Frontzeck als einzigen Kritikpunkt zu nennen wusste. »Das Einzige, was du bemängeln kannst ist, dass du ein, zwei Tore bekommst, die vermeidbar waren«, befand der 46-Jährige.

Doch auf der anderen Seite hat die Borussia eiskalt zurückgeschlagen und aus ihren Möglichkeiten Kapital geschlagen. »Sicherlich hatte die Leverkusener Mannschaft nicht ihren besten Tag, aber ich bin froh, dass wir das endlich mal ausnutzen konnten«, freute sich Borussias Trainer.

Am Ende stand für die Borussia nach zuvor 26 sieglosen Spielen in Leverkusen jedoch ein hochverdienter 6:3-Erfolg gegen die Werkself, der allen Beteiligten große Freude bereitet hat und durchaus Lust auf mehr macht. »Es ist für uns Gladbacher natürlich ein außergewöhnlicher Tag. Heute hat für uns wirklich alles gepasst. Die Mannschaft hat unter dem Strich ein fantastisches Spiel und ein nahezu perfektes Auswärtsspiel gemacht. Kompliment an die gesamte Truppe«, strahlte Michael Frontzeck.

Gleichwohl bleibt Borussias Trainer nach wie vor mit beiden Beinen auf dem Boden. »An der Zielsetzung wird sich nichts verändern. Es hat wirklich vieles sehr gut ausgesehen, aber man sollte bei aller Freude die Kirche im Dorf lassen. Wir wissen den Sieg auch bei aller Euphorie einzuschätzen. Die Mannschaft hat ein gutes Spiel gemacht, aber auch nicht mehr«.

Als durchaus berechtigte Belohnung gab Michael Frontzeck seiner Mannschaft nach dem anschließenden Auslaufen in Mönchengladbach zwei freie Tage, die sich die Mannschaft nach diesem wohl außergewöhnlichen und wunderschönen Tag sicherlich mehr als verdient hat.


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