Gemischte Gefühlslage nach dem Unentschieden gegen Nürnberg
Borussia Mönchengladbach ist mit dem 1:1-Unentschieden gegen den 1.FC Nürnberg positiv in die neue Bundesligasaison gestartet. Verpasste der VfL dabei gerade in der zweiten Halbzeit einen möglichen Sieg, so ging die Punkteteilung unter dem Strich dennoch in Ordnung. Sowohl Tobias Levels und Torschütze Mo Idrissou als auch Sportdirektor Max Eberl äußerten sich nach dem Spiel mit gemischten Gefühlen.
Die Borussia fand zunächst gut in die Partie und hatte dabei die ersten Spielminuten auf ihrer Seite. Man zeigte sich das ein und andere Mal gefällig vor dem Strafraum der Gäste, konnte dabei jedoch keine große Gefahr ausstrahlen. »Die ersten acht, neun Minuten waren gar nicht so schlecht. Da haben wir eigentlich sehr ordentlich angefangen«, befand Max Eberl.
Auf der anderen Seite waren es so die Franken, die in der 9. Minute in Person von Mehmet Ekici die erste Duftmarke setzten. Der 20-Jährige zog aus 25 Metern ab und setzte seinen Schuss an den Pfosten. »Das hat uns schon ein bisschen erschrocken und standen nicht so kompakt, wie wir uns das eigentlich vorgenommen haben«, so der Sportdirektor.
In der Tat zeigten sich die Borussen in der Folgezeit verunsichert und brachten wenig zustande. »Da haben wir sehr schlecht gespielt und auch taktisch nicht gut ausgesehen. Wir haben zu viele Räume weggegeben und nicht gut gegen den Ball gespielt«, musste Tobias Levels zugeben. »In der ersten Halbzeit hat uns Nürnberg sehr unter Druck gesetzt«, war Mo Idrissou der gleichen Meinung.
Nahezu folgerichtig waren es so die Gäste, die nach vierzehn Minuten verdient in Führung gingen. Roel Brouwers verschätzte sich im Strafraum bei einer Flanke von Juri Judt, sodass Jens Hegeler am langen Pfosten stehend unbehelligt einköpfen konnte. »Das Tor ist natürlich zu einfach gefallen. In der Bundesliga geht es nicht, dass du einen Spieler relativ unbedrängt zum Flanken kommen lässt. Solche Fehler passieren im Fußball zwar immer wieder, werden aber eben bestraft«, monierte Max Eberl.
Im weiteren Verlauf brauchte der VfL einige Minuten, um sich wieder zu sammeln und wurde dann zwingender. »Dann, so denke ich, haben wir es versucht und sind über Kampf und Moral ins Spiel zurück gekommen«, sagte Eberl. So kam die Borussia nach 31 Minuten durch Mo Idrissou zum diesem Zeitpunkt verdienten Ausgleich.
Der Kameruner hatte einen Treffer gegen den Club im Vorfeld angekündigt und Taten folgen lassen. »Auch wenn ich im Vorfeld gesagt habe, dass ich ein Tor machen werde, kann ich mich nicht so sehr darüber freuen, weil wir viele Chancen haben liegen lassen«, sagte der Torschütze, der auf seinen geplanten Torjubel weitestgehend verzichtete. »Beim Jubel bin ich in die falsche Kurve gegangen. Deshalb gab es den angekündigten Tanz nicht, denn die Nürnberg-Fans hätten dies als Beleidigung ansehen können. Der Schiedsrichter sagte dann, dass ich lieber nicht in die Nürnberger-Kurve gehen soll. Vielleicht klappt es beim nächsten Spiel und dann werde ich zum Jubeln in die richtige Kurve gehen«.
So ging es mit einem Unentschieden in die Kabine. Während der 1.FC Nürnberg gemessen am ersten Durchgang nun eher passiv agierte, so war die Borussia nun das überlegene Team. »In der zweiten Halbzeit haben wir so gespielt, wie wir uns das auch vorgenommen haben und haben dann auch den Druck, den wir brauchten, nach vorne entwickeln können«, befand Tobias Levels.
Die Fohlen galoppierten nach vorne und erspielten sich somit einige gute Möglichkeiten, die jedoch ungenutzt blieben. »In der zweiten Halbzeit wäre der Sieg für Gladbach eher möglich gewesen, obwohl Nürnberg eine große Chance hatte. Wir hatten sechs, sieben gute Möglichkeiten, die aber nicht gut zu Ende gespielt und nicht mit der Entschlossenheit zu Ende geführt worden sind«, so Max Eberl.
Doch oftmals wurde die Truppe von Michael Frontzeck auch durch zumindest diskutierbare Abseitsentscheidungen des Schiedsrichters in ihrem Angriffsspiel gestoppt, was auch Borussias Sportdirektor so sah. »Auch einige für mich fragwürdige Entscheidungen haben es uns dann nicht ermöglicht, 2:1 in Führung zu gehen. Das Herr Gagelmann aber in dem Spiel Gladbach gegen Nürnberg nicht glücklich pfeift, kennen wir schon aus der letzten Saison«.
Doch auch der Nürnberger Torhüter Raphael Schäfer zeigte sich als gewohnt guter Rückhalt seiner Mannschaft und vereitelte so einige gute Möglichkeiten. So auch drei Minuten vor Schluss, als der Keeper glänzend reagierte und den fulminanten Schuss von Patrick Herrmann entschärfte. Sechs Minuten zuvor hätte der für Karim Matmour in die Partie gekommene Raúl Bobadilla für die Führung sorgen können, doch der Argentinier vergab freistehend aus kurzer Distanz.
Gezählt hätte der Treffer indes wohl nicht, denn der Linienrichter sah den Stürmer im Abseits. Dennoch eine durchaus verwertbare Gelegenheit. »So eine Chance, die im Nachhinein abseits war, was ich sehr stark anzweifele, musst du in der Bundesliga natürlich nutzen. In Raúl Bobadilla haben wir große Erwartungen. Ich hoffe aber eben auch, dass er irgendwann dann mal den Knoten zum Platzen bringt«, sagte Max Eberl.
So blieb es am Ende bei der unter dem Strich gerechten Punkteteilung, wenngleich für die Borussia gerade aufgrund der zweiten Hälfte ein Sieg durchaus im Bereich des Möglichen gewesen wäre. »Wir haben heute alles gegeben und wir hätten das Spiel sicherlich auch gewinnen können. Fußball ist aber nicht planbar und man muss festhalten, dass Nürnberg hier ein sehr gutes Auswärtsspiel geboten hat. Gemessen an der zweiten Halbzeit hätten wir den Sieg verdient gehabt aber das Unentschieden ist auch absolut nicht unverdient«, so Tobias Levels.
»Nürnberg ist nicht nach Gladbach gekommen, um hier nur ein Spiel abzuliefern und uns etwas zu schenken. Nürnberg hatte am Ende noch eine sehr gute Chance, um in Führung zu gehen. Hätten sie diese genutzt, dann wären wir ganz unzufrieden gewesen. Am Ende steht aber das 1:1. Von daher sind wir mit einem Punkt zufrieden«, zeigte sich auch Torschütze Mo Idrissou nicht gänzlich enttäuscht.
Bei schon vielen gezeigten positiven Ansätzen wurde dennoch deutlich, dass es noch an einigen Dingen zu arbeiten gilt. »Wir müssen uns in allen Bereichen noch verbessern um diese Spiele dann auch zu verbessern«, stellte Tobias Levels fest. »Ich denke, dass wir heute noch nicht alles gut gemacht, noch Luft nach oben haben und es noch besser können. Dennoch haben wir uns zahlreiche Torchancen herausgespielt und im Gegenzug bis auf dem Pfostenschuss und bis auf die Chance von Schieber, die Logan gehalten hat, nach hinten relativ wenig zugelassen haben. Wenn ich die zweite Halbzeit und gerade die Schlussphase nehme, dann hatten wir immer das Gefühl, das die Mannschaft das Spiel gewinnen will. Das ist für mich sehr positiv«, gab Max Eberl zu Protokoll.
Nach nun zwei freien Tagen wird die Mannschaft ab Dienstag die Vorbereitung für das kommende Auswärtsspiel bei Bayer 04 Leverkusen (Sonntag, 15:30 Uhr) aufnehmen. Auch an diese Aufgabe geht Mo Idrissou mit Zuversicht ran. »Wir haben eine gute Mannschaft und von daher brauchen wir uns auch in Leverkusen nicht verstecken. Wir müssen dort alles geben und so wie Nürnberg bei uns auftreten. Dann sehen wir, was am Ende dabei heraus kommt. Es ist aber egal gegen wen wir spielen, wir wollen immer unsere Punkte holen«.





