Michael Frontzeck und Max Eberl nach Aue mit der Mannschaft zufrieden
Die erste Hauptrunde im DFB-Pokal ist überstanden und mit dem 3:1-Sieg gegen Zweitligist FC Erzgebirge Aue positiv gestaltet worden. Doch zuvor hatten die Borussen 90 intensive Minuten zu überstehen, wie auch Michael Frontzeck zu berichten wusste. Es gab sicherlich vermeintlich leichtere Mannschaften im Lostopf und so zeigten sich Borussias Trainer und Sportdirektor Max Eberl gerade aufgrund des Weiterkommens erleichtert.
»Es war das erwartet schwere Spiel und ein hartes Stück Arbeit«, sagte Frontzeck, der im Vorfeld der Partie mit einigen personellen Ausfällen zu kämpfen hatte. So verzichtete der 46-jährige sowohl auf Igor de Camargo, den nach seiner Verletzung noch nicht bei 100 Prozent angekommenen Raúl Bobadilla und auf Juan Arango, der nach den Reisestrapazen seiner Länderspielreise geschont wurde.
Kurzfristig erwischte es dazu Logan Bailly, der sich beim morgendlichen Abschlusstraining eine leichte Rückenverletzung zuzog und vorerst bis kommenden Mittwoch geschont wird. So kam es, dass Christofer Heimeroth im ersten Pflichtspiel zwischen den Pfosten stand. Der 29-jährige machte seine Sache abgeklärt und mehr als ordentlich. »Ich versuche mich unter der Woche immer stets so gut vorzubereiten, dass ich in so einem Fall meine Leistung abrufen kann«, fühlt sich Heimeroth generell stets für einen Einsatz gewappnet.
Diesen Eindruck hinterlässt die derzeitige Nummer zwei auch bei seinem Coach. »Ich weiß, was ich an Christofer Heimeroth habe und ich weiß, dass ich gute Torhüter habe, auf die ich mich verlassen kann. Es war eine Entscheidung von ein paar Stunden. Logan hat sich an einem Tor verhoben und hat sich dadurch einen Hexenschuss zugezogen, der bis zum Spiel nicht mehr zu reparieren war. Dann habe ich keinerlei Bedenken, den Christofer ins Tor zu stellen«, so Frontzeck.
Während Marc-André ter Stegen, der morgens von der Borussia nach Aue gebracht wurde, für Logan Bailly auf der Platz nahm, so gibt es für Borussias Trainer keinen Grund, über einen generellen Wechsel zwischen den Pfosten nachzudenken. »Dieses Thema müssen wir jetzt nicht aufmachen«, wiegelte Frontzeck ab. Insgesamt musste die Borussia also schon auf vier seiner Spieler verzichten, die vermutlich in Aue alle in der Anfangsformation gestanden hätten und wohl auch in Zukunft von Beginn an auflaufen werden.
»Sie kennen mich jetzt auch schon ein paar Tage und selbst wenn wir ausgeschieden wären, hätte ich die Ausfälle nicht als Entschuldigung genommen. Wir haben einen Kader, wo ich jedem Spieler zutraue, Bundesliga und Pokal zu spielen. Unter dem Strich haben die Spieler, die auf dem Platz standen, ein gutes Spiel gemacht. Das gibt mir natürlich auch das Gefühl, das nicht direkt alles zusammenbricht, wenn mal zwei, drei Spieler nicht dabei sind«, gab es für Michael Frontzeck dennoch kein Grund, aufgrund des Fehlens der Spieler mit einem unguten Gefühl ins Erzgebirge zu reisen oder gar in das Spiel zu gehen.
Auch Max Eberl war und ist es alles andere als bange. »Ich denke, dass alle Entscheidungen, die Michael mit seinem Team gefällt hat, richtig waren. Es zeigt das, was wir immer gesagt haben. Wir wollen eine Mannschaft aufbauen, wo Qualität sowie Kompaktheit ist und wo Spieler in die Bresche springen und ihre Chance nutzen können, wenn Ausfälle da sind«, umschreibt Gladbachs Sportdirektor.
Besonders gut in die Mannschaft eingefunden zu haben, scheint sich indes Mo Idrissou. Der Kameruner ist da, wo es brennt, stellt seinen Torriecher unter Beweis und scheint sich nahezu blind mit seinen Mitspielern zu verstehen. »Ich habe immer betont, dass Mo in der Mannschaft gut angekommen ist. Die Laufwege klappen immer besser. Unabhängig da, wo er spielt, hat er seine Qualität. Das hat er gerade bei dem zweiten Tor auch wieder unter Beweis gestellt«, lobte Frontzeck.
»Mo erfüllt das, was wir uns vorgestellt haben. Er ist ein Spieler, der ein Näschen hat, der vorne in die Zweikämpfe geht und der kopfballstark ist. Er hat, wie die gesamte Mannschaft, ein ordentliches Spiel gemacht«, erntete der Kameruner auch Lob von Borussias Sportdirektor.
»Seit dem ich zur Borussia gekommen bin läuft es gut. Ich freue mich einfach, hier zu sein. Die Jungs haben mich von Anfang an so akzeptiert, wie ich bin. Ich muss einfach dieses Selbstvertrauen nutzen und ich habe jetzt schon Spaß und freue mich einfach, wenn die Saison beginnt«, strahlte Idrissou nach der Partie.
Auf der anderen Seite sieht Max Eberl gerade die gute Mischung des Kaders und das Mannschaftsgefüge als Garant dafür, dass Ausfälle gut kompensiert werden können. »Die Mannschaft ist gewachsen, ohne dass wir jetzt die Bäume in den Himmel wachsen lassen. Das macht es einem Spieler leicht, dazuzukommen. Ob das jetzt Igor ist, der leider verletzt fehlt, oder ob das Mo Idrissou ist. Die Wurzel ist, dass wir eine Mannschaft haben, wo es eben solchen Spielern leicht gemacht wird dazuzukommen«.
Alles andere als leicht hatte es der VfL in Hälfte eins mit dem Zweitligisten aus dem Erzgebirge. »Aue hat uns gerade in der ersten Halbzeit vor Probleme gestellt«, musste Frontzeck zugeben. Dennoch kreierte der VfL gerade nach gut einer halben Stunde einige Offensivaktionen und brachte sich in Minute 38 durch Michael Bradley in Front. »Zur Pause haben wir dennoch sicherlich nicht unverdient 1:0 geführt«, befand Frontzeck richtigerweise.
Kaum hatte die Partie im Erzgebirgstadion wieder begonnen, da hätte Marco Reus für das 2:0 sorgen können, doch dem Youngster versprang der Ball. Postwendend mussten die Borussen den Ausgleich hinnehmen. Doch die Borussen zeigten sich von dem Rückschlag unbeeindruckt, wenngleich Roel Brouwers den VfL mit seiner Rettungstat vor der Linie vor einem Rückstand bewahrte.
»Danach hat die Mannschaft sehr gut reagiert, ist nicht nervös geworden, hat den Kopf nicht verloren und hat dann die Räume, die uns Aue dann gegeben hat, im Gegensatz zur ersten Halbzeit gut genutzt«, zeigte sich Frontzeck mit der Leistung seiner Mannschaft im zweiten Durchgang einverstanden.
Dank einer Leistungssteigerung nach der Pause mit den damit verbundenen zwei Toren, zieht die Borussia verdient in die 2.Hauptrunde des DFB-Pokals ein, was auch Michael Frontzeck so sah. »Unter dem Strich war es ein hart erkämpfter aber verdienter Sieg. Im Pokal ist in erster Linie eins wichtig, dass man eine Runde weiterkommt. Das ist uns gelungen. Wir sind sehr zufrieden, dass wir dieses schwere Los geschafft haben«, so Frontzeck, der bei den Borussen sowohl einige positive Dinge als auch Dinge gesehen hat, die bis zum Bundesligastart gegen den 1.FC Nürnberg noch einer Optimierung bedürfen. »Ich bin mit vielen Dingen, die ich gesehen habe zufrieden. Es gibt aber auch immer wieder Dinge, die wir intern bereden und noch besser machen müssen«.





