Noch keine Anfragen für Alberman und Callsen-Bracker, Daems wartet
Nach zuvor 2,5 freien Tagen hat Borussia Mönchengladbach am heutigen Nachmittag die Arbeit wieder aufgenommen. Dabei stand genau wie in den kommenden Tagen die Vorbereitung auf das Saisoneröffnungsspiel gegen den FC Liverpool im Fokus. Bis auf Christian Dorda, Igor de Camargo und Raúl Bobadilla, die am Vormittag individuell trainierten, standen und stehen Michael Frontzeck alle Spieler zur Verfügung.
Um kurz nach 16 Uhr betraten die Spieler nebst Trainerteam das Trainingsgelände am Borussia-Park. Unter den Augen von rund 200 Fans gesellte sich neben Familie Daems auch Denise Janeczek zu den Trainingsbeobachtern. Die Schwester von Jungprofi Bernhard Janeczek ist eigens aus Wien angereist, um ihrem Bruder bei der Arbeit zuzusehen. »Ich bleibe bis Sonntag und reise nach dem Liverpool-Spiel, zu denen auch unsere Eltern anwesend sein werden, wieder ab«, ließ uns die Schwester wissen.
Musste man, wenn man Paul Stallteri und Jan-Ingwer Callsen-Bracker bei der Arbeit zusehen wollte, zu den nahezu zeitgleich trainierenden Gladbacher Amateuren gehen, so weilte indes Gal Alberman beim Profikader. Derweilen hat der Israeli, der sich bekanntlich einen neuen Verein suchen darf, noch keine genauen Vorstellungen, wohin seine Reise in Zukunft führen wird. »Mal sehen was passiert und kommt«, so Alberman.
Gleiches gilt für Jan-Ingwer Callsen-Bracker, der nach dem Training der U23 im Vorbeigehen etwas wehmütig zu den sich noch voll im Gange befindlichen Profis schaute. »Natürlich würde ich gerne bei den Profis trainieren, aber das ist nun mal jetzt so. Ich bin fit und möchte natürlich spielen, aber ich habe noch keine konkreten Anfragen erhalten. Im Moment ist es auch nicht einfach, denn es sind viele Spieler auf dem Markt«, erklärt der Innenverteidiger.
Weiterhin ist sich der nicht mehr für den Profikader berücksichtigte weder zu schade, bei den Amateuren noch in der 2.Liga zu spielen. »Auch zehn Minuten bei der U23 bringen mich weiter. Dort würde ich auch Spielpraxis sammeln, wenn ich die Gelegenheit dazu bekomme. Natürlich würde ich auch in der 2.Liga spielen, aber dazu muss sich erst mal etwas ergeben. Ich werde weiter arbeiten, mich anbieten und dann schauen, was möglich ist und kommt«, so der 25-jährige für den auch Arminia Bielefeld ein Thema wäre, würden sich die Ostwestfalen melden.
Schließlich ist dort Ex-Sportdirektor Christian Ziege nun Coach, der den in Schleswig geborenen Abwehrspieler 2008 nach Gladbach holte. »Das wäre sicherlich auch ein Thema, aber Bielefeld möchte ja im Moment seinen Kader verkleinern und muss generell erst mal Interesse zeigen«, merkt Callsen-Bracker, der noch bis Juni 2011 beim VfL unter Vertrag steht, an.
Während Callsen-Bracker in die Kabine ging, so war der Profikader noch voll im Gange. Bei der Trainingseinheit nach den freien Tagen stand überwiegend sicheres sowie kurzes und langes Passspiel auf dem Programm. Dazu kam das oft praktizierte 5 gegen 2 sowie das abschließende Trainingsspiel.
Dem Aufwärmprogramm folgte eine Passspielteileinheit, zu der sich die Spieler in zwei Gruppen aufteilten. Der eine Teil spielte sich den Ball im Lauf gegenüberstehend zu, während der andere Teil an einer mit Stangen geformten Raute stand und sich per ‚Rundlauf‘ das Spielgerät mit einem Ballkontakt aus etwa zehn Metern Entfernung zuspielte.
Dem darauffolgenden 16-minütigen 5 gegen 2 schloss sich ein Spiel ohne Tore in mit einem durch Hütchen abgestecktem Feld an. Hierbei teilten die Co-Trainer drei Mannschaften ein. Zwei Mannschaften zu je acht und eine Mannschaft zu vier Feldspielern. Nun galt es, sich mit Über- und Unterzahlspiel sowie durch schnelles und sicheres Spiel auf engstem Raum durchzusetzen. Die jeweils sich im Ballbesitz befindliche Mannschaft hatte mit den vier Spielern ein numerisches Übergewicht.
Die Trainingseinheit rundete das nahezu obligatorische Trainingsspiel ab. Hierbei bot Michael Frontzeck folgende zwei Mannschaften auf:
Team „Blau“: Bailly / ter Stegen - Levels, Brouwers, Dante, Wissing - Marx, Neustädter - Schachten, Alberman - Matmour, Bäcker
Team „Gelb“: Heimeroth - Jantschke, Anderson, Daems, Jaurès - Meeuwis, Bradley - Herrmann, Arango - Idrissou, Reus
Grundsätzlich lief der Ball locker und durch die eigenen Reihen, viele Torraumszenen waren durch die Zaungäste jedoch nicht zu bestaunen. Oftmals wurden die Angreifer durch die Abwehrreihen geblockt oder es wurde sich mit Einzelaktionen versucht. Für Team „Blau“ war es der spritzige und lauffreudige Sebastian Schachten, dem eine Möglichkeit gutzuschreiben war.
Seinen Distanzschuss aus etwa sechzehn Meter setzte der 25-jährige jedoch weit über die Maschen. Ebenso wenig konnte Karim Matmour, der auch an diesem Tage nichts im Bezug auf seine Person sagen wollte, seine gute Gelegenheit nutzen. Der Algerier setzte seinen Volleyschuss aus kurzer Distanz freistehend über den Querbalken. Auf der anderen Seite schloss Team „Gelb“ einen schönen und schnell nach vorne getragenen Spielzug, um in Führung zu gehen. Juan Arango tunnelte den herauslaufenden Logan Bailly und netzte zum 1:0, das gleichzeitig den Endstand bedeutete ein.
Im Spiel kollidierte Sebastian Schachten mit Filip Daems, der sich daraufhin eine blutige und dicke Lippe abholte. »Das ist nichts Schlimmes«, sagte Daems, der bis dato weder mit Borussia über eine Vertragsverlängerung gesprochen hat noch darüber Bescheid weiß, ob er nun auch in der kommenden Saison die ‚Fohlen‘ als Kapitän auf Feld führt. Dies wird Michael Frontzeck in den kommenden Tagen bis zum Spiel gegen den FC Liverpool bekannt geben.
»Da gibt es noch nichts Neues. Über eine Vertragsverlängerung haben wir ebenso noch nicht gesprochen. Es ist ja auch noch Zeit. Wir werden das sicherlich noch tun. Es muss und sollte von beiden Seiten passen«, berichtete der 31-jährige, der in letzter Zeit auffallend häufig und meist in der Innenverteidigung aufläuft.
Um 17:20 Uhr beendete Michael Frontzeck das Trainingsspiel und somit auch die Trainingseinheit. Bis zum Sonntag bittet der 46-jährige seine Mannen in den kommenden Tagen noch fünfmal auf den Trainingsplatz (Anm.d.Red.: Siehe Link Trainingsplan).





