Der Österreicher arbeitet in Saalfelden am Comeback
Während die Profis von Borussia Mönchengladbach im Trainingslager im österreichischen Saalfelden bei den täglichen Einheiten mächtig ins Schwitzen kommen, so bereitet sich neben Sebastian Schachten auch Jungprofi Bernhard Janeczek unter der Leitung von Physiotherapeut Andreas Bluhm in Österreich darauf vor, alsbald wieder vollständig in das Mannschaftstraining einzusteigen. Der gebürtige Österreicher ist im wahrsten Sinne des Wortes schon wieder recht gut zu Fuß und arbeitet hart an seinem Comeback.
»Bernhard kann eigentlich alles machen. Er wurde auch schon zum Teil in das Mannschaftstraining, wie Passspiel etc., integriert, aber wir wollen vorsichtig sein, ehe er vollständig in das Mannschaftstraining einsteigt, weil er eben auch eine lange Verletzungsphase hinter sich hat«, berichtet Physio Andreas Bluhm im Fohlen.TV, und geht bei den täglichen Einheiten noch behutsam mit dem 18-jährigen um.
In der Tat ist bei dem österreichischen Jugendnationalspieler noch ein wenig Vorsicht geboten, denn die Verletzung ließ einem schon ‚Gänsehaut‘ einflößen. Außenknöchel gebrochen, Riss des Innenbandes und Riss des Syndesmosebandes hieß die erschreckende Diagnose, die Mitte April dieses Jahres gestellt wurde.
Mehrere Wochen Gips und Operationen waren die Folge. »Natürlich war es schwer und ein Schock, als ich die Nachricht bekommen habe, dass es in der Tat eine so schwere Verletzung ist. Ich habe mir aber sofort vorgenommen, nach vorne zu schauen und das Beste daraus zu machen«, schaut der 18-jährige nur ungern zurück.
Und das ohne Fremdeinwirkung. »Das war schon eine kuriose Aktion. Kurz vor Ende des U19-Trainings kam ein hoher Ball, den ich in der Luft mit dem rechten Fuß retten wollte. Dann kam ich unglücklicherweise nur mit dem linken Vorderfuß auf und bin sofort mit dem gesamten Gewicht auf dem Vorderfuß umgeknickt«, erinnert sich Janeczek an die unglückliche Szene.
Doch der Youngster hat den Kopf nicht in den Sand gesteckt und dabei auch Zuspruch erfahren. »Ich habe Unterstützung von meiner Familie und natürlich auch von Borussia bekommen. Ein paar wichtige Freunde in Mönchengladbach standen in der Zeit auch immer hinter mir und haben mich stets nach vorne gepuscht. Das alles hat mir sehr geholfen«.
Doch dies alles ist nun abgehakt und so arbeitet der Innenverteidiger seit drei Wochen und auch in diesen Tagen intensiv auf dem Trainingsplatz in Saalfelden, um wieder den Anschluss zu finden. »Der Genesungsprozess geht gut voran, der Fuß spielt generell auch sehr gut mit«, freut sich der 18-jährige, der jedoch ebenso wie das Trainer- und Physioteam nichts überstürzen möchte. »Wann ich voll einsatzfähig kann ich derzeit nicht sagen, da es davon abhängt, wie der Fuß der Belastung standhält und ob alles weiterhin schmerzfrei läuft«.
So arbeitet sich Bernhard Janeczek Tag für Tag an das vollständige Mannschaftstraining heran. Auch die Eltern des gebürtigen Wieners haben sich dabei in den vergangenen Tagen einen Eindruck über den Stand der Dinge ihres Sprösslings gemacht. »Meine Eltern haben mich von Freitag bis Sonntag besucht und haben beim Training zugeschaut. Es ist sicherlich schön, wenn die Eltern vorbeischauen und sich selber ein Bild vom aktuellen Stand machen können«, so Janeczek, dessen Eltern sich auf den 3-stündigen Weg von Wien nach Saalfelden gemacht hatten.
Der Innenverteidiger, der in Gladbach mit einem bis zum 30.06.2013 gültigen Profivertrag ausgestattet ist, ist merklich glücklich bei der Borussia und hat so auch die ganze Familie in seinen Bann gezogen. So ist die Borussia auf Reisen ständiger Begleiter und Schutzpatron der Familie, denn die Raute ziert das Auto des Vaters. »Wenn es der Sohn vormacht, muss es ja die Familie auch nachmachen. In meiner Familie interessiert sich durch meinen Wechsel zur Borussia jeder für den Verein. Also das liegt nun in der Familie…«, berichtet Janeczek.
Über die malerische Umgebung und über die Rahmenbedingungen in Saalfelden weiß der Youngster derweilen durchweg positives zu berichten, wenngleich er wenig Zeit hat, diese zu genießen. »Unser Hotel ist ein super schönes Hotel und die Bedingungen sind optimal. Super Essen, super schöne Zimmer und ein toller Wellnessbereich. Dazu ist die Trainingsanlage in Saalfelden auch sehr gut. Bei schlechtem Wetter konnten wir auf den Kunstrasen ausweichen. In meinen Augen werden hier keine Wünsche offen gelassen«, lobt der 18-jährige das Quartier des VfL.
Zwar ist der österreichische Jugendnationalspieler nicht das erste Mal mit den Profis im Trainingslager, jedoch erstmals in Saalfelden am Steinernen Meer. »Ich bin hier zwar quasi „zu Hause“ und fühle mich auch so, aber in Saalfelden war ich zuvor noch nie. Es ist sehr schön hier und ich habe sehr gute Eindrücke gewonnen«.
Im Hotel Gut Brandlhof teilt sich der Jungprofi mit Patrick Herrmann ein Zimmer. Gerade auch zwischen den Einheiten und Behandlungsterminen nutzen die beiden Jungspunde die Gelegenheit, um sich auf der PlayStation zu duellieren. »Mit Patrick lag ich schon in Spanien auf einem Zimmer. Wir verstehen uns sehr gut. Ab und an spielen wir mal FIFA 10, aber Patrick kann das nicht so gut«, scherzt Janeczek.
Während sein Zimmerkollege Patrick Herrmann bereits den Sprung in den Profikader geschafft und bereits 13 Bundesligaeinsätze auf dem noch jungen Buckel hat, so möchte es Bernhard Janeczek ihm gleich tun. Doch zunächst steht für den jungen Österreicher fit werden und Spielpraxis sammeln auf der Agenda.
»Mein primäres Ziel ist natürlich zunächst fit zu werden und problemlos spielen zu können. Dann möchte ich natürlich Spielpraxis und weiter Erfahrung sammeln. Wo das sein wird, wird man sehen. Wenn ich nicht bei der ersten Mannschaft spiele, möchte ich auf jeden Fall in der U23 oder in der U19 zum Einsatz kommen. Wo ich aber schlussendlich spiele, entscheide ja nicht ich, sondern der Trainer«, zeigt sich Janeczek diplomatisch.
Dessen, dass gerade die Konkurrenz in der Innenverteidigung groß ist, ist sich der 18-jährige bewusst. »Die Konkurrenz ist natürlich sehr groß. Mit Bamba Anderson, Dante und Roel Brouwers stehen drei Spieler vor mir, die alle drei sehr gute Fußballer sind. Filip Daems wäre auch noch eine Möglichkeit für innen, aber das entscheidet ja der Trainer. Natürlich mache ich mir Hoffnungen auf „Schnupperminuten“ in der Bundesliga, aber dafür muss ich erst mal fit werden und dann meine Leistungen in den Trainingseinheiten bringen. Schlussendlich entscheidet der Trainer, wen er in den Kader nimmt«.
So bleibt der durchaus talentierte und sympathische Youngster, der spätestens im kommenden Sommer aus dem Jugendinternat der Borussia ausziehen wird, auf dem Boden und möchte sich in den kommenden Wochen und Monaten mit guten Leistungen und möglichst vielen Einsätzen im Unterbau für die Profis empfehlen.
»Wie schon gesagt, möchte ich auf jeden Fall Spielpraxis sammeln. Wenn das dann in der U23 der Fall ist, dann will ich dort meine Leitungen bringen und mich für höhere Aufgaben empfehlen. Jedes Training bei den Profis ist eine wichtige Erfahrung für mich und die will ich dann in den Spielen umsetzen. Dazu will ich auch jüngeren Spielern als Vorbild dienen und ihnen zeigen, dass der Weg bei Borussia der richtige ist…«.





