Der Kameruner kommt ablösefrei vom SC Freiburg
Bereits seit Wochen wurde über den Wechsel von Mo Idrissou berichtet und spekuliert. Nun ist es unter Dach und Fach. Borussia Mönchengladbach hat vorbehaltlich der sportmedizinischen Untersuchungen Stürmer Mohamadou Idrissou verpflichtet. Der Nationalspieler aus Kamerun, der es bei der WM in Südafrika auf drei Einsätze brachte, erhält beim VfL einen Zweijahresvertrag und kommt ablösefrei vom SC Freiburg.
»Mo Idrissou ist ein schneller, torgefährlicher Angreifer, der in der Offensive auf verschiedenen Positionen einsetzbar ist. In unserem Kader ersetzt er Rob Friend, dessen Wechsel zu Hertha BSC Berlin fast perfekt ist«, so Sportdirektor Max Eberl.
Der in Yaoundé geborene 30-jährige spielt seit zehn Jahren in Deutschland. Hier war seine erste Station der FSV Frankfurt, über den sein Weg zum SV Wehen Wiesbaden führte. Von 2002 bis 2006 spielte der Kameruner für Hannover 96. Hier sollte er erste Bekanntschaft mit Michael Frontzeck machen, der von 2004 bis 2005 als Co-Trainer bei den Niedersachsen arbeitete.
Im Jahr 2006 führte der Weg des Stürmers zum MSV Duisburg. Für die ‚Zebras‘ lief er in insgesamt 33 Zweitliga- und 12 Erstligaspielen auf, erzielte dabei acht Tore und zwölf Torvorlagen. Diese Zahlen brachten im Januar 2008 den Zweitligist SC Freiburg auf den Plan, die den Afrika Cup Teilenehmer von 2008 und 2010 unter Vertrag nahmen.
Bei 31 Spielen, dreizehn Toren und vier Torvorlagen hatte der Kameruner, der in der Vergangenheit auch mit Negativschlagzeilen auf sich aufmerksam machte, somit maßgeblichen Anteil am Bundesligaaufstieg der Breisgauer. In der abgelaufenen Saison steuerte Idrissou bei 30 Einsätzen neun Tore und drei Torvorlagen zum Klassenerhalt des SC Freiburg bei. Dabei machte der Stürmer jedoch auch bei vereinsinternen Querelen auf sich aufmerksam.
Bei der noch laufenden Weltmeisterschaft in Südafrika brachte es der 30-jährige bei drei Einsätzen bzw. Einwechslungen auf insgesamt 53 Spielminuten für Kamerun, das nach drei Niederlagen bereits nach der Gruppenphase ausschied. Im Anschluss übte Idrissou öffentliche Kritik an seinen Mannschaftskollegen. Nun hat sich der Stürmer, der eigentlich betont hatte Champions League spielen zu wollen und so unter anderem auch mit dem türkischen Meister Bursaspor in Verbindung gebracht wurde, für einen Wechsel nach Gladbach entschieden. Zuvor konnten sich der Stürmer und der SC Freiburg nicht über die finanziellen Konditionen für eine eventuelle Vertragsverlängerung einigen.
»Der SC Freiburg ist auch ein super Verein. Die Stadt ist toll, die Mannschaft gut und die Leute sehr nett, ich werde immer gern an die Zeit beim SC zurückdenken. Jedoch habe ich für mich entschieden, jetzt einen Schritt weiterzugehen, und der Wechsel nach Mönchengladbach ist für mich ein solcher Schritt. Ich komme in eine wirklich tolle Mannschaft und einen tollen Verein. Borussia hat vom Torwart bis zum Angriff eine gute Mannschaft mit technisch starken und schnellen Leuten. Ich freue mich darauf, mit dieser Mannschaft erfolgreich Fußball zu spielen«, so Idrissou im Interview auf der Internetseite der Borussia.
Mo Idrissou, der sich derzeit bei seiner Familie in der kamerunischen Provinz Extrême-Nord Maroua aufhält, wird nach seinem Urlaub am 12. Juli in Mönchengladbach die sportärztlichen Untersuchungen durchführen und dann die Saisonvorbereitung aufnehmen.
Sportlich wird Mo Idrissou die Rolle des nach Hertha BSC Berlin wechselnden Rob Friend übernehmen und könnte neben dem Druck auf die Offensive noch zusätzlich den Konkurrenzkampf auf der linken Seite beleben. Einfach wird es für den 1,91m großen 'Schlacks' beim VfL sicherlich nicht. Beim SC Freiburg wurde der 30-jährige von dem erfolgreicheren Demba Cissé auf der Mittelstürmerposition verdängt. Im linken Mittelfeld trug Idrissou dann mit seinen Toren und Vorlagen zum Klassenerhalt der Breisgauer bei.
Finanziell gesehen dürften damit wohl die aktuellen Transfereinnahmen von Rob Friend zum Großteil aufgebraucht sein, da auch bei einem ablösefreien Spieler Verpflichtungskosten entstehen. Ein ablösefreier Spieler hat ein Recht auf 50 % signing fee = Handgeld von dem kompletten Grundgehalt der Vertragslaufzeit. Oft verhandeln die Vereine aber nur einen Betrag vom ersten Jahr aus. Der Berater kann bis zu einem Jahresgehalt an Honorar fordern, liegt meistens aber auch ehr im Bereich von 70%.
Nun liegt es an Mo Idrissou selber, es seinen Skeptikern im Borussia-Trikot zu zeigen... Herzlich Willkommen und viel Erfolg bei der Borussia, Mo Idrissou.





