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Sebastian Schachten: »Die Vorfreude auf Borussia ist groß«

Der 25-jährige kehrt nach einem Jahr beim SC Paderborn zur Borussia zurück

Vor der abgelaufenen Saison wurde Sebastian Schachten von Borussia Mönchengladbach in die 2.Bundesliga zu Aufsteiger SC Paderborn ausgeliehen. Hier sollte der 25-jährige nach einer langen Verletzungsphase wieder Fuß fassen und Spielpraxis sammeln. Dies hat der beidfüßige Außenspieler geschafft. Nachdem sich eine Rückkehr bereits früh abzeichnete, so kehrt er nun an den Borussia-Park zurück, um erneut anzugreifen. Fohlen-Hautnah sprach mit Sebastian Schachten unter Anderem über seine Ziele bei und mit der Borussia.

Fohlen-Hautnah: Sebastian, man kann ja nun sagen: Welcome back …

Sebastian Schachten: Das kann man sagen. Es hatte sich ja schon abgezeichnet, aber nun ist es auch unter Dach und Fach.

Fohlen-Hautnah: Man darf davon ausgehen, dass du dich auf die Rückkehr freust …

Sebastian Schachten: Ich freue mich riesig und habe eine große Vorfreude auf das, was kommt. Das kann ich ohne Zweifel sagen.

Fohlen-Hautnah: Max Eberl hatte deine Rückkehr bereits vor einigen Wochen angekündigt. Dazu hat es zwischen dir, Max Eberl und Michael Frontzeck nochmals ein Gespräch gegeben. Wie ist dieses verlaufen und mit welchem Gefühl bist du aus diesem herausgegangen?

Sebastian Schachten: Das Gespräch war sehr gut und es hat genau das ergeben, was von den Verantwortlichen bereits mehrfach erwähnt wurde. Sie haben mir gesagt, dass sie mich mehrfach in Paderborn beobachtet und mich dort stark gesehen haben. Gerade aufgrund dessen stand für wohl Gladbach früh fest, dass sie mich zurückholen möchten. Sie glauben an mich und meine Qualitäten und planen mit mir.

Das hat mich natürlich gefreut, weil es einfach auch eine Bestätigung meiner guten Leistung ist. Immerhin sind wir mit dem SC Paderborn Fünfter geworden, was in der 2.Liga schon mal nicht so schlecht ist. Es war also alles sehr positiv und so hatte ich nach dem Gespräch ein sehr, sehr gutes Gefühl. Ich habe gemerkt, dass man auf mich setzt und mit mir plant. Darüber und darauf, dass sich diese Herausforderung annehmen kann, freue ich mich.

Fohlen-Hautnah: Du bist ja nun im Defensivbereich auf den Außenbahnen flexibel einsetzbar. Die linke Seite, wo du in der abgelaufenen Saison primär zum Einsatz gekommen bist, ist jedoch nominell mehrfach besetzt, die rechte Seite eher weniger. Wo wird also mit dir geplant?

Sebastian Schachten: Es wird in der Viererkette zwar schon links und rechts, jedoch vorwiegend und schwerpunktmäßig rechts mit mir geplant. Das sind meine Positionen. Es ist schon vorteilhaft, wenn man beidfüßig ist. Ich bin da aber generell nicht auf eine Seite oder Position versteift. Vorwiegend bin ich aber zunächst für die rechte Seite vorgesehen. Wo ich spiele, wird sich dann zeigen.

Fohlen-Hautnah: Kommen wir noch mal auf dein Jahr beim SC Paderborn zurück. Du hast vor der Saison einen Schritt nach hinten gemacht und machst nun wieder einen nach vorne. Der Plan, dich nach deiner Verletzung auszuleihen, ist also voll aufgegangen. Wie fällt also dein persönliches Resümee aus und ist das ein ‚Modell‘, die du auch anderen Spielern gerade im Bezug auf die Entwicklung empfehlen würdest?

Sebastian Schachten: Das kommt natürlich immer auf den einzelnen Spieler und die Situation an. In meinem Fall war es ein super erfolgreiches Modell, das genauso geklappt hat, wie wir uns das vor einem Jahr vorgestellt haben. Ich denke, dass das Sinn gemacht hat und für mich persönlich war es das Beste, was passieren konnte.

Es muss aber jeder Spieler im Einzelnen für sich entscheiden. Das kann man nicht für alle sagen, wenngleich ich das schon jedem jungen Spieler raten würde. Jeder Spieler muss da aber für sich, und das auch mit der Familie, abwägen, was für ihn das Beste ist.

Für mich war es optimal, nach einer langen Verletzungszeit wieder Fuß zu fassen. Ich denke, dass es auch eine gewisse Qualität ist, die ich vielleicht auch mitbringe, wenn man sich nach so einer langen Verletzungsphase in der 2.Liga auf Anhieb einen Stammplatz erkämpft und eine gute Saison spielt. Dass es so gut geklappt hat, spricht denke ich für mich.

Fohlen-Hautnah: Nun kommst du als gestandener Zweitligaspieler, wie es Max Eberl gesagt hat, zurück und wirst sicherlich angreifen wollen …

Sebastian Schachten: Absolut. Ich freue mich jetzt umso mehr, dass ich wieder da bin, und die Chance, 1. Liga zu spielen, annehmen zu können. Dazu freue ich mich ebenso, auch die Herausforderung anzunehmen, mich nicht ‚nur‘ in Paderborn durchgesetzt zu haben, sondern das auch in Gladbach zu schaffen.

Fohlen-Hautnah: Dass heißt, du kommst mit dem Ziel zurück, auch bei der Borussia Jagd auf die Startelf zu machen…

Sebastian Schachten: Natürlich möchte ich spielen und mich bei Borussia durchsetzen. Ich habe Spaß am Fußball und versuche jeden Tag, für Borussia mein Bestes zu geben, um ans spielen zu kommen. Ich möchte mir einen Stammplatz erarbeiten und meinen Teil zum Erfolg der Mannschaft beitragen.

Voraussetzung dafür ist natürlich auch die körperliche Fitness. Das ist das oberste Gebot. Ich habe ja am eigenen Leib erfahren, wie wichtig das ist. Natürlich möchte ich mir einen Stammplatz erkämpfen. Dass das nicht einfach wird, ist auch ganz klar denn ich weiß, dass die Konkurrenz auf den Außenpositionen groß ist. Es muss aber dennoch das Ziel sein zu spielen, denn jeder Fußballer will das.

Es wird natürlich nicht einfach. Dessen bin ich mir bewusst. Ich hätte auch den einfacheren Weg wählen und in Paderborn oder wie auch immer bleiben können, aber diese Herausforderung jetzt anzunehmen und sich dieser zu stellen, ist ja eigentlich das Schönste, was es für einen Fußballer gibt. Ich hoffe, dass ich das Vertrauen, was mir von Seiten der Borussia entgegen gebracht wird, mit guten Leistungen zurückzahlen kann.

Fohlen-Hautnah: Es wird dabei dennoch vielleicht auch den ein oder anderen Skeptiker geben, der dir diesen Sprung, sich eben bei der Borussia durchzusetzen, nicht zutraut. Was setzt du diesen eventuell aufkommenden kritischen Stimmen entgegen?

Sebastian Schachten: Klar können solche Stimmen aufkommen. Gerade bei meiner persönlichen Geschichte und mit den Verletzungen in der Vergangenheit ist mir bewusst, dass da vielleicht der ein oder andere kommt und kritische Stimmen äußert, aber ich fühle mich topfit,  habe zum Ende unter Hans Meyer und jetzt in Paderborn, wo ich 31 Pflichtspiele gemacht habe gezeigt, dass ich diese Zeit endgültig hinter mir gelassen habe. Für mich ist das Vergangenheit und abgehakt.

Ich glaube und bin von mir überzeugt, dass ich die Qualität habe, mich durchzusetzen.  Sonst hätte man mich ja auch nicht zurückgeholt. Ich hoffe, wie gesagt, dass ich das Vertrauen zurückzahlen kann. Ich werde mit der Rückendeckung vom Verein in die Vorbereitung und in die Saison gehen, mich auf dem Platz reinhängen und alles geben. Dann hoffe ich, dass ich den Trainer, die Leute und die Fans überzeugen kann.

Fohlen-Hautnah: Du hast bei der Borussia noch einen Vertrag bis Sommer 2011. Schaust du schon auf das nächste Jahr, oder ist das noch zu früh?

Sebastian Schachten: Nein. Ich habe noch ein Jahr Vertrag bei Borussia und es gibt derzeit keinen Bedarf, so weit nach vorne zu schauen. Zunächst gilt es, bei Borussia Leistung zu zeigen und zu bringen.

Fohlen-Hautnah: Auf was freust du dich nun am meisten?

Sebastian Schachten: Natürlich freue mich auf das Stadion, auf die tollen Fans, und auf die 1.Liga.

Fohlen-Hautnah: Eine abschließende Frage. Am 21.Juni bittet Michael Frontzeck zum Trainingsauftakt an den Borussia-Park. Wie wirst du die vierwöchige freie Zeit bis dahin verbringen? Viel entspannen wirst du möglicherweise nicht, denn schließlich hast du noch einen Umzug zu organisieren und durchzuführen.

Sebastian Schachten: Aufgrund der WM ist die Sommerpause zwar lang, aber die Vorbereitung beginnt ja bereits in vier Wochen. Die Zeit werde ich nutzen, um mit meiner Freundin eine Woche in den Urlaub zu fahren und dann versuchen, zum Trainingsauftakt in Mönchengladbach eine Wohnung zu finden. Ich hoffe, dass ich bis dahin eine Wohnung gefunden habe.

So ganz viel Zeit bleibt mir also nicht. Diese werde ich auch dazu nutzen, um zu entspannen und um Kraft zu tanken. Die Vorfreude auf Borussia ist groß und so freue ich mich einfach auch jetzt schon auf den Start der Vorbereitung sowie auf die neue Saison und bin froh, wenn es losgeht.


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