Trainerwechsel zeigt erste Wirkung
Nach einem Trainerwechsel gibt es einerseits Beispiele, wo Mannschaften von einem solchen nicht profitieren, andererseits gibt es den Fall, dass mit einem neuen Cheftrainer auch neue oder zuvor ungeahnte Kräfte freigesetzt werden. Getreu nach dem Motto: Neue Besen kehren gut. Bei Borussia Mönchengladbach zeigte der Trainerwechsel zumindest im Spiel eins nach Michael Frontzeck gegen den FC Schalke 04 eine erste und erhoffte Wirkung.
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| Mannschaft feiert ersten Heimsieg mit den Fans (Foto: Dirk Päffgen / Fohlen-Hautnah.de) |
Gerade in den letzten Wochen war es bei den Borussen oftmals der Fall, dass man nach Rückständen förmlich zusammenbrach. Das Gegenteil trat im Heimspiel gegen Schalke ein. Die Mannschaft ließ sich nach dem frühen Gegentor nicht aus der Ruhe bringen, sondern behielt den Kopf oben, schlug zurück und ging dazu am Ende sogar als Sieger vom Platz.
»Woran der Sieg heute gelegen hat ist schwierig zu sagen«, zuckte Marco Reus nach dem Spiel mit den Schultern. »Wir haben den neuen Trainer zwar erst seit einer Woche, aber ich denke trotzdem, dass sich bei uns schon etwas getan hat«.
In der Tat hatte sich unter der Woche unter dem neuen Chef an der Seitenlinie viel getan. Lucien Favre hatte akribisch sowie intensiv mit seinen Profis gearbeitet, um sich ein genaues Bild zu machen. »Lucien Favre legt viel Wert auf Disziplin, macht sehr viel mit Taktik. Kleine individuelle Fehler werden direkt angesprochen und ich denke, dass zeichnet diesen Mann auch aus«, beschreibt Reus den Schweizer Fußballlehrer.
Am Ende der ersten Arbeitswoche entschied Favre bei seinem Debüt dann anhand der Trainingseindrücke und verließ sich zudem auf sein Bauchgefühl. Beide Vorgehensweisen erwiesen sich als richtig und zeigten Wirkung.
Das traf ebenso auf das harmonierende Offensiv-Duo Reus und Idrissou aber allen voran bei Juan Arango, der vom eher „lauen Lüftchen“ zum „Hurrikan der Karibik“ aufblühte, zu. »Er arbeitet auch vor allen Dingen wieder in der Defensive, was er in der Vergangenheit nicht immer gemacht hat. Da hat er sich hängen lassen und hat nicht mitgearbeitet«, sagte Stefan Effenberg bei Sky90. »Durch diese Trainerwechsel, fühlt er sich wieder besser und zeigt das dann auch auf dem Platz«.
Die Frage darf dennoch durchaus erlaubt sein, warum dies bisher eher selten der Fall war. Lucien Favre jedenfalls, scheint den Venezolaner wieder angestachelt und motiviert zu haben. Der technisch versierte und mit Qualitäten ausgestattete Fußballer zahlte das Vertrauen mit einer starken Vorstellung zurück.
»Juan Arango hat es sehr gut gemacht. Wir kennen seine fußballerischen Qualitäten. Die hat er auch ins Spiel gebracht«, befand Max Eberl. »Er hat sich in dieser Konstellation sehr wohl gefühlt und er hat seinen Teil dazu beigetragen - nur so funktioniert das«.
Festzustehen scheint, dass sich Spieler, die sich zuvor zurückgesetzt fühlten, mit einem neuen Trainer auch eine neue Chance sehen und vermeintliche Stammspieler ihren Platz verteidigen müssen. »Es wird wahrscheinlich keiner genau erörtern können, was genau passiert ist. Es wird bestimmt auch Doktorarbeiten darüber geben, was so ein Trainerwechsel bewirkt«, sagte Max Eberl und ergänzte: »Fußball besteht aus Detailarbeit. Es sind zwar elf Menschen, die laufen und die technische Fähigkeiten haben, aber die Wurzel des Erfolges ist, dass sie zusammen funktionieren. Jeder kann seine individuelle Qualität mit einbringen, aber es muss auch als Kollektiv passen«.
Dennoch zeigte die Arbeit des Schweizer Fußballlehrers bereits im ersten Spiel seine Wirkung. »Entscheidend ist, die Struktur zu behalten. Lucien Favre ist dafür bekannt, einer Mannschaft eben auch eine Struktur zu geben«, sagte Borussias Sportdirektor. Die Maßnahmen und die Idee vom Spiel, die der Schweizer Fußballlehrer für seine Premiere ergriffen und ausgetüftelt hat, haben gefruchtet und zum Erfolg geführt.
Auch wenn sicherlich noch nicht alles perfekt lief und noch an einigen Stellschrauben gedreht werden muss: Die Borussen stellten gegen Schalke ihr Potenzial abermals unter Beweis und haben mit den Grundtugenden, wie Moral, Laufbereitschaft, Einsatzwillen und Leidenschaft geschlossen den ersten Heimsieg ergattert.
Die Hoffnung, die Klasse zu halten, ist bei vier Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz und auf das rettende Ufer wieder größer geworden, der Glaube an die Rettung auch.
Zu hoffen bleibt, dass die Mannschaft mit dem ersten Heimsieg frisches Selbstvertrauen getankt hat und mit Schwung in die kommende Aufgabe bei den ‚Wölfen‘ geht‘. Bisher hat die Borussia Favres Idee verinnerlicht und umgesetzt, womit zwar ein erster Schritt getan, doch Gladbach alles andere als aus dem Schneider ist.
Es bedarf Siege am Stück und so gilt es, bereits am kommenden Freitag im Spiel beim VfL Wolfsburg genauso über 90 Minuten aufzutreten, nachzulegen und zu zeigen, dass dies keine Eintagsfliege war bzw. ist. Damit Lucien Favre nach dem Spiel keine Bauchschmerzen haben muss…






