Fünf Tage nach dem ersten Saisonheimsieg gegen den FC Schalke 04 hat die Euphorie bei der Gladbacher Borussia einen herben Rückschlag erlitten. Nach der zwar knappen, jedoch verdienten 2:1-Niederlage beim VfL Wolfsburg dürfte das zuvor gute Bauchgefühl von Lucien Favre in erhebliche Bauchschmerzen umgeschlagen sein. Auch einen Tag nach der Niederlage schaute man in frustrierte Gesichter der Protagonisten.
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| Nicht nur Marco Reus hing in Wolfsburg in der Luft (Foto: Marc Schöne / Fohlen-Hautnah.de) |
»Natürlich war die Stimmung in der letzten Woche besser«, gab ein sichtlich geknickter Filip Daems nach dem Auslaufen am Samstag zu Protokoll und meinte damit gerade auch das mannschaftlich geschlossene Auftreten, das zum Sieg gegen den FC Schalke führte. »Was wir in der letzten Woche auf den Platz gebracht haben, wollten wir natürlich auch gestern unbedingt auf den Platz bringen«, sagte der Kapitän.
Doch nicht ‚nur' im ersten Abschnitt, sondern über nahezu die gesamte Spielzeit, waren die Borussen lediglich körperlich auf dem Platz. »Vor allen Dingen in der ersten Halbzeit und eigentlich bis zum 2:1 waren wir gar nicht im Spiel. Da war Wolfsburg die klar bessere Mannschaft«, musste Daems zugeben. »Nach vorne hatten wir viel zu viele einfache Ballverluste und wir haben nach vorne auch nicht den Anschluss gefunden, etwas zu machen«.
Unverständlich, nach dem die Borussen in der Vorwoche gerade als Kollektiv überzeugt hatten. »Wenn du ganz unten stehst strotzt du natürlich auch nach einem gewonnen Spiel nicht so vor Selbstbewusstsein«, befand Marco Reus. »Da ist es dann besonders schwierig, Kurzpassspiel zu machen«.
Tatsächlich trabten die „Fohlen" den „Wölfen" lediglich hinterher und ließen dabei vieles vermissen. »Wolfsburg war einfach aggressiver«, stellte Marco Reus fest. »Wir sind gar nichts in spiel gekommen und haben nicht kompakt gestanden. Wolfsburg hatte viel zu viel Raum, um ihren Fußball zu spielen«, ergänzte Daems. »Dem konnten wir nichts gegenüberstellen«.
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Das änderte sich erst, als Schiedsrichter Dr. Drees die Borussen mit einem zumindest diskutierbaren Elfmeterpfiff mehr oder weniger unverhofft wieder ins Spiel brachte. »Erst nach dem 2:1 haben wir endlich mal mehr Druck gemacht und überhaupt erst gemerkt, dass Wolfsburg ein bisschen in Panik gerät«, meinte Borussias Kapitän.
Der VfL hatte zwar im Anschluss an den von Filip Daems verwandelten Foulelfmeter noch die Möglichkeit, den Ausgleich zu erzielen, schaffte es jedoch nicht. »Am Ende ist 2:1 verdient«, sagte Filip Daems. »In der zweiten Halbzeit haben wir zwar ein bisschen besser gespielt, aber am Ende hat es nicht gereicht«, analysierte Marco Reus.
Diese Niederlage wirft wieder Fragen auf, die es in der kommenden Woche zu beantworten gilt. »Über dieses Spiel müssen wir noch mal sprechen«, unterstrich Borussias Kapitän. Doch allzu lange befassen sollten und werden sich die Borussen mit dieser Niederlage nicht, sondern es gilt, die volle Konzentration auf die nächste Aufgabe TSG 1899 Hoffenheim zu richten. »Man darf nicht zu lange damit im Kopf rumlaufen. Wir müssen weiter von Spiel zu Spiel schauen. Der Trainer wird bestimmt etwas im Kopf haben, dass wir am Samstag alle bei 100 Prozent sind, um die Punkte bei uns zu halten«, gab Daems die Parole aus.
Dabei gilt es ab Montag, die richtigen Schlüsse zu ziehen, um am kommenden Wochenende einen Dreier einzufahren. Das ist auch zwingend von Nöten, will man im Rennen um den Klassenerhalt noch ein Wörtchen mitreden. »Wir müssen endlich mal eine Serie machen, sonst wird es schwer«, weiß Filip Daems.
Den Kopf in den Sand stecken werden die Borussen trotz des nach den Samstagsspielen auf fünf Punkte angewachsenen Rückstands auf den Relegationsplatz und auf das rettende Ufer nicht. »Warum soll man schon aufgeben? Es sind immer noch genügend Chancen und 30 Punkte zu vergeben. Natürlich werden es immer weniger, aber wir müssen weiter Gas geben«, geht Kapitän Filip Daems voran.
»Das Wichtigste ist, Ruhe zu bewahren. Dann müssen wir von Spiel zu Spiel zu schauen. Jedes Spiel ist jetzt brutal wichtig«, weiß Marco Reus. »Wir haben nicht mehr viel Zeit, aber die Zeit, die wir jetzt noch haben, werden wir nutzen, um das, ich sage mal Wunder, noch zu schaffen«.






