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Tony Jantschke: »Ich denke, meine Zeit wird kommen«

Borussias Deffensiv-Allrounder Verteidiger war zu Gast bei Radio 90,1

Jeden Mittwoch ist beim Mönchengladbacher Radiosender 90,1 Zeit für die Sendung ‚Borussia hautnah'. So auch an diesem, als Tony Jantschke bei Moderatorin Petra Koch Rede und Antwort stand. Da sich die Borussia in dieser Saison auf den Außen schwer tut, wäre ein Beginn des 20-Jährigen gegen die TSG 1899 Hoffenheim durchaus denkbar. Der Defensiv-Allrounder sprach in dem Interview, dass wir an der Stelle zusammengefasst haben, über seine bisherige Zeit bei der Gladbacher Borussia, dem Abstiegskampf sowie über seine Zukunft.

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Tony Jantschke: Unter Lucien Favre bald rechter Verteidiger? (Foto: Marc Schöne Fohlen-Hautnah.de)

Petra Koch: Tony, was sag ich denn? Rechtsverteidiger, Sechser oder Defensiv-Allrounder?

Tony Jantschke: Ich denke, das Letzte passt am besten.

Petra Koch: Das ist schön, wenn man immer so flexibel einsetzbar ist, da freuen sich immer die Trainer, aber darüber sprechen wir gleich noch.  Wenn ich richtig gerechnet habe, bist du jetzt seit fünf Jahren hier bei der Borussia. Du bist 20 Jahre jung, am 7. April wirst du 21 Jahre. Das heißt aber auch, dass du relativ früh von zu Hause weg bist und hier im Internat warst. War es eine schöne Zeit?

Tony Jantschke: Ja, es war super. Im Internat war ich knapp zwei Jahre. Im dritten Jahr bin ich dann ausgezogen, habe aber noch im Internat bei Frau Lintjens gegessen. Ich hatte dort eine super Zeit und daher auch von hier aus einen schönen Gruß. Die ganze Familie hat mich super unterstützt als ich mit 16 Jahren knapp 700 km von zuhause weg hier hergekommen bin. Das war mir schon eine riesen Hilfe.

Petra Koch: Warst du nicht auch einer von denen, die dass Internat mit eingeweiht haben?

Tony Jantschke: Nein, fabian Bäcker war einer davon. Ich kam zwei Jahre später dazu.

Petra Koch: Dann wollen wir dich mal ein bisschen was fragen, was dich charakterisiert. 1. Was kannst du überhaupt nicht leiden? 2. Was kannst du besonders leiden? 3. Drei Dinge, die man mit auf eine Insel nehmen muss? 4. Wenn du die Möglichkeit hättest, auf der Welt etwas zu verändern, was wäre das? 5. Lebensmotto/Lebensphilosophie?

Tony Jantschke: Zu 1: Unehrlichkeit. Wenn man was hat, kann man das jemanden das auch einfach ins Gesicht sagen. Zu 2: Kameradschaftlichen Umgang, also Respekt gegenüber dem Anderen, unabhängig vom Alter. Dass man sich einfach respektiert, ist schon wichtig. Zu 3: Meine Playstation, dann bräuchte ich was zu essen und zu trinken und dann lässt es sich schon leben, denke ich. Einen Fußball kann man sich zur Not noch zurechtbasteln.

Zu 4: Natürlich Weltfrieden und all das. Das sagt man ja immer wieder. Aber ich denke auch, dass es immer schwer ist, dies umzusetzen. Gerade große politische Ziele auszurufen denke ich, ist schwer. Zu 5: Nein, eigentlich nicht. Ich habe immer Spaß im Leben, habe immer Freude und bin selten schlecht drauf. Klar, es kommt zwar auch mal vor, dass man den Frust ein bisschen rauslassen muss aber ein paar Stunden später ist schon wieder das Lachen auf dem Gesicht.

Petra Koch: Du warst lange Zeit verletzt. Du hast dir den Mittelfuß gebrochen und warst somit die ganze Hinrunde weg. Geduld gelernt oder war es schwer?

Tony Jantschke: Es war schon schwer. Ich hatte sonst nie große Verletzungen. Ich glaube, die letzte mit 14 Jahren. Das war ziemlich schwer. Gerade wo es bei uns nicht so lief und man zumindest immer bei der Mannschaft im Training und so dabei sein möchte. Das war schon schwer. Ein Mittelfußbruch ist jetzt auch nichts, was in ein bis zwei Wochen weg ist, und du weißt nie so richtig, ob das alles hält.

Dann habe ich noch eine OP gehabt und hatte eine Schraube drin, wo du nie richtig weißt, ob die hält und ob das alles so funktioniert. Das war schon alles nicht so einfach, aber viele Freunde von zuhause und auch von hier, um Fabi und Tobi Levels zu nennen, haben mir schon ziemlich gut geholfen. Auch mit dem Athletiktrainer, den ich schon seit meiner Jugend kenne und der quasi mit mit hochgekommmen ist, habe ich superSpaß gehabt und dann ging die Zeit eigentlich relativ schnell rum.

Petra Koch: Ich denke aber immer, dass man ja so gewisse Ziele hat. Du bist hier hin gekommen, dann erst mal Internat und die Jugendmannschaft. Aber irgendwann sagt man, dass ist ein super talentierter Junge, der soll mehr, der will auch mehr. Dann wird man durch so eine Verletzung wieder zurückgeworfen. Wie frustriert warst du da?

Tony Jantschke: Ja ziemlich frustriert. Wir haben, glaube ich, hier 4:0 gegen Frankfurt verloren. Einen Tag später habe ich gegen Wiedenbrück bei den Amateuren gespielt und mir da nach acht Minuten dann den Mittelfuß gebrochen. Sonntags hatte ich dann die Diagnose und dann war ich natürlich erst mal am Boden zerstört. Ich denke, gerade für einen jungen Spieler, wo es die erste schwere Verletzung war, ist es schwer das zu akzeptieren. Natürlich gehört das auch dazu zu einem Fußballer. Ich denke, wenn Fußballer durchgeht, die mit 35 Jahren aufhören,  und dann die Krankenakte sieht, dann ist da schon einiges dazugekommen. Das muss man akzeptieren und damit muss man lernen umzugehen. Ich denke, da habe ich jetzt schon mal ein bisschen was aufgenommen.

Petra Koch: Dann kommst du zurück, machst eine richtig gute Vorbereitung, wie ich finde. Hast du vielleicht auch ein bisschen damit gerechnet, dass du vielleicht in die Elf rutschst?

Tony Jantschke: Ist schwer zu sagen. Tobias Levels macht das da hinten rechts jetzt schon ein paar Jahre. Ich habe in der Vorbereitung viel Innenverteidiger gespielt und da haben wir mit Dante und Stranzl eigentlich eine gefestigte Innenverteidigung und dazu noch Roel, der auch mehr oder weniger eine Seuchensaison hatte und auch wieder da ist. Auf der Sechs wurde ich ja unter dem alten Trainer relativ wenig eingesetzt. Deswegen habe ich mich dann rechts hinten angefreundet und da war halt wie gesagt Tobi. Da habe ich mich natürlich erst mal hinten angestellt. Aber natürlich spielzt man, um irgendwann auch mal in der Startformation zu spielen.

Petra Koch: Jetzt ist ein neuer Trainer da, alle Karten werden neue gemischt. Geht man da auch mit dem Gefühl rein zu sagen, jetzt kommt auch meine Chance?

Tony Jantschke: Unabhängig davon wer Trainer ist, ist mir das eigentlich egal, weil ich immer 100 Prozent gebe. Ich will immer spielen und kann dem jeweiligen Trainer bloß immer meine Leistung anbieten. Im Endeffekt muss der Trainer das dann entscheiden, weil er ja auch seinen Kopf dafür hinhält. Wir sind Spieler, wir sind angestellt und müssen immer unser Bestes geben. Es fällt natürlich immer schwer, wenn man hinten dran ist und vielleicht nicht mal im Kader ist. Aber ich denke, dass es gerade in so einer Mannschaft, wo 25 Leute um elf Plätze kämpfen und wo es immer Enttäuschungen gibt, dennoch wichtig ist, trotzdem Spaß zu haben und auch den anderen das Gefühl zu geben, dass man da ist wenn man gebraucht wird. Der Druck ist so da, dass sich kaum jemand eine Schwächephase leisten kann.

Petra Koch: Auch wenn es ein guter Freund ist?

Tony Jantschke: Ja natürlich. Wie gesagt, ich komme mit Tobi super klar. Das ist aber es ist ein normaler Konkurrenzkampf, den es in jeder Arbeit gibt. Ich denke nicht, dass mich Tobi hassen würde, wenn es mal zu einem Wechsel kommen sollte.

Petra Koch: Ich habe mal ein bisschen nachgelesen. Du bekommst viel Lob. Max Eberl hat mal gesagt, dass du ein super Junge mit einer tollen Einstellung bist. Sven Demandt ist total begeistert und sagt, dass du ein hervorragender Fußballer und ein richtig guter Junge bist. Sagt man sich da nicht: Verdammt noch mal Jungs, redet nicht sondern bringt mich mal hier rein? Gebt mir mal eine Chance?

Tony Jantschke: Ja, das ist sicherlich richtig. Aber wie gesagt: Ich war ein halbes Jahr oder besser 3,5 Monate verletzt. Dann habe ich ein bisschen gebraucht und hatte da schon das Vertrauen gespürt, dass ich vor Weihnachten schon wieder im Kader war im Pokal und gegen Hamburg. Ich denke einfach, meine wird Zeit kommen. Ich bin 20 Jahre, ich relativ jung. Sicherlich gibt es in meinem Alter Leute, die schon spielen und die auch schon ein paar mehr Spiele haben, aber ich bin eigentlich relativ geduldig, gebe mein Bestes und ich denke, meine Zeit wird auf jeden Fall kommen.

Petra Koch: Was ist mit Hoffenheim?

Tony Jantschke: Ja kann sein. Wie gesagt. Wir wissen noch nichts, der Trainer entscheidet das und dann werden wir mal schauen.

Petra Koch: Es ist ja immer so, wenn ein Trainer eine Niederlage und einen Sieg oder einen Sieg und eine Niederlage hat, dann ist er ja auf der Suche nach dem Team, wie er es gerne hätte und wie er es gerne möchte. Jetzt gibt es hier und da schon mal die Probleme auf den Außenbahnen. Wenn er jetzt sagt morgen: Tony du spielst. Was würde dein Herz sagen?

Tony Jantschke: Natürlich würde mich das natürlich freuen, ganz klar. Ich lese das ja auch immer wieder mit den Problemen. Ich denke, wir haben in der Defensive ein mannschaftliches Problem. Es ist einfach schwach zu sagen, dass es an einzelnen Personen liegt. Man liest das ja immer wieder und ich finde das einfach nicht richtig. Das wird niemanden gerecht. Wenn es eine Änderung gibt, dann freue ich mich, wenn ich spiele und wenn nicht, dann gebe ich weiter Gas und wie gesagt, irgendwann werde ich meine Einsätze dann schon bekommen.Dann muss ich mich natürlich beweisen.

Petra Koch: Auch der Trainer hatte in einem kürzlich gegebenen Interview gesagt, dass ihm die gesamte Defensivarbeit nicht gefallen hat und das fängt ja bekanntlich beim Stürmer an. Wir haben gerade über Lucien Favre gesprochen. Ich weiß, er hat zu seiner Zeit als Spieler alles gespielt. Vom Stürmer bis zum Verteidiger. Vielleicht ist das in der Schweiz auch ein bisschen anders, dass ist hier ja nicht ganz so üblich. Aber ich glaube, er steht so ein wenig auf die Allrounder, die also mehrere Positionen spielen könnten. Da ist Tony Jantschke ja kein schlechter. Was spielst du denn jetzt am liebsten?

Tony Jantschke: Ich habe früher gerne die Sechs gespielt, bis mich dann mein früherer Nationaltrainer auf die Außenbahn gestellt hat. Ich habe mich dann relativ schnell damit angefreundet. Egal ob rechts oder links hinten - mittlerweile ist es mir eigentlich wirklich egal.

Petra Koch: Du hast Tobi ja schon öfters vertreten, wenn er gesperrt oder verletzt war. So weit ich mich erinnern kann immer tadellos...

Tony Jantschke: Ja im letzten Jahr zwei Mal gegen Hamburg und Nürnberg zuhause. Da haben wir zweimal gewonnen. Das war ganz gut, da haben wir als Mannschaft fungiert. Ich denke, dass es nie an einzelnen Personen liegt. Ob jetzt der Ein oder Andere spielt. Ich denke, man muss immer als Team auftreten und dann kann auch mal einer schwächer spielen. Wenn natürlich dann aber viele ausfallen, dann wird es immer schwer. Deswegen ist es wichtig, dass elf Mann da stehen, egal wie die Namen sind, die dann einfach probieren, das Spiel zu gewinnen.

Petra Koch: Wie schwer ist es jetzt im Moment in eine Mannschaft reinzukommen, wo man sagt: Die weiß im Moment nicht genau, wo sie steht? Das ihr alles könnt, haben wir oft genug gesehen, aber es ist ja noch nicht die Kontinuität da, wie man sie braucht.

Tony Jantschke: Ich habe das ja vor zwei Jahren schon mal unter Hans Meyer mitgemacht. Es ist immer was anderes, wenn man in eine gefestigte Mannschaft kommt, die im Mittelfeld spielt und die also einen relativ sicheren Platz hat. Da ist es natürlich immer leichter, der Druck fällt ein wenig ab. Aber im Prinzip ist es immer nur ein Spiel über 90 Minuten, wie man immer so schön sagt. Da kann immer viel passieren. Ich denke, es ist wichtig, dass da elf Mann plus die drei, die immer eingewechelt werden können, stehen, die das packen wollen. Welcher Name dann da hinten drauf steht, ist dann egal.

Petra Koch: Wenn du jetzt in so eine Mannschaft kommen würdest, ob jetzt als Rechter- oder Innenverteidiger oder überhaupt. Würdest du erst mal versuchen deinen Jop, also hinten gut zu machen oder bist du trotzdem einer der sagt: Wenn sich die Möglichkeit nach vorne zu spielen ergibt, ich mach dass schon? Wie viel Selbstbewusstsein hat man da schon?

Tony Jantschke: Ich habe immer Selbstbewusstsein. Das sollte man haben, sonst ist man in dem Beruf mit dem ganzen Druck und der Kritik, die da zum Teil auch berechtigt kommt, auch ein bisschen falsch. Es ist immer wichtig sein Spiel zu machen und dass was man kann, probieren reinzuwerfen. Es gibt immer Spiele, wo man weniger nach vorne machen kann oder halt auch mehr in die Offensive muss. Man muss einfach von Spiel zu Spiel schauen, wie der Gegner ist, wie sich das Spiel in den ersten paar Minuten ergibt und dann einfach das Spiel machen.

Petra Koch: Bist du ein Karnevalsjeck?

Tony Jantschke: Eher weniger. Ich bin da kein Typ für. Wo ich herkomme, da feiern wir das auch nicht so groß. Ich habe fünf Jahre in Dresden gewohnt und da ist das nicht so groß, wie es hier der Fall ist. Hier ist ja schon Ausnahmezustand. Das Rheinländerblut habe ich nicht so.

Petra Koch: Ich habe hier noch eine nette Rubirk, wo du auf fünf Fragen nur Ja oder Nein sagen darfst. 1. Auf der Playstation bin ich nicht zu schlagen? 2. An Pommes und Schnitzel kann ich schwer vorbei gehen? 3. In den Jahren in denen ich hier bin, habe ich schon mal an einen Wechsel gedacht? 4. Zidane ist nach wie vor mein Vorbild? 5. Dieses Jahr werde ich zu einer festen Größe im Borussen-Team?

Tony Jantschke: Zu 1: Nein. Zu 2: Ja. Zu 3: Nein. Zu 4: Nein. Zu 5: Ich hoffe (lacht).

Petra Koch: Zidane ist nicht mehr dein Vorbild?

Tony Jantschke: Naja was heißt Vorbild? Ich mag ihn schon, wie er gespielt hat und alles. Aber er ist ja schon seit 2006 zurückgetreten und Vorbild ist immer so eine Sache. Klar ich schaue auf den ein oder anderen Spieler, aber so ein richtiges Vorbild gibt es heutzutage, so glaube ich, eigentlich bei wenigen.

Petra Koch: Wen hälst du denn im Moment für einen der besten Spieler, auf den Position, wo du spielst?

Tony Jantschke: Das ist schwer. Klar man schaut sich Spieler an. Philipp Lahm braucht man glaube ich nicht zu erwähnen. Er ist bestimmt mittlerweile der Ausnahme-Rechtsverteidiger auf der Welt. Brasilien und Spanien haben auch gute Rechtsverteidiger. Da gibt es schon einige zu nennen.

Petra Koch: Ich dachte ihr spielt alle Playstation?

Tony Jantschke: Ja haben wir auch, bis ich irgendwann zu oft verloren und bei Niederlagen zu emotional reagiert habe. Irgendwann habe ich dann gesagt, ne lasst mal Jungs. Sie wollten mich zwar immer wieder überreden, dass ich mein Comeback starte, aber ich habe gesagt: Lasst mal, sonst könnte das irgendwann mal schlecht für die Controler enden. Auch bei solchen Spielen verliere ich ungern.

Petra Koch: Wie ist es im realen Fußballspiel?

Tony Jantschke: Ich denke, da bin ich genauso. Da möchte ich auch immer gewinnen und da kann dann auch schon mal das ein oder andere Wort fallen, dass man lieber nicht sagen sollte.

Petra Koch: Wie ist das mit dem Heimweh nach Hause? In den ersten Jahren war dies sicherlich verstärkt. Ist es bei dir jetzt so, dass du sagst, ich bin jetzt hier zuhause?

Tony Jantschke: Ja auf jeden Fall. Ich bin jetzt schon fünf Jahre hier. Am Anfang war es sauschwer. 700 km weit weg, gerade am Anfang war es nicht so leicht, nur am Wochenende zuhause zu sein. Dann war es einmal im Monat, jetzt wird es immer weniger. Das ist schon nicht so leicht, da ich auch ein Familienmensch bin. Ich telefoniere fast zwei Mal am Tag mit meiner Mutter. Das ist mir schon alles sehr wichtig und manchmal tut es schon sehr weh, dass man die Familie schon ein bisschen vernachlässigen musste.

Petra Koch: Das mit der Playstation haben wir ja eben schon geklärt. Wie verbringt denn ein Fußballprofi ansonsten seine Zeit?

Tony Jantschke: Ab und an gehe ich mal ins Kino. Es ist immer mal eine schöne Abwechslung, ins Kino zu gehen. Da gibt es eingie. Thriller sind so mein Gebiet, was ich gerne schaue. Gerade Filme mit Morgan Freeman, der ja in einigen Filmen mitspielt, sind schon meine Favoriten. Ich gucke aber auch viele andere Dinge, jedoch wenig Komödien, weil da schaue ich mir lieber direkt einen Komidian an auf der Bühne. Mario Barth beispielsweise schaue ich mir gerne an, aber weniger die Komödien die mir meist ein wenig erzwungen vorkommen.

Petra Koch: Wie ist es mit Musik, welche ja meist für euch alle wichtig ist?

Tony Jantschke: Ich höre viel was so im Radio läuft. Aber auch viel House und Techno ab und an. Also weniger so die Hip Hop Schiene.

Petra Koch: Wenn ihr Sachen macht. Man hat immer so ein bisschen den Eindruck, dass Fabian Bäcker, Roman Neustädter, Marco Reus, Tony Jantschke und Tobias Levels so ein bisschen, auch wenn ich nichts sagen will, einer Boygroup nachkommt. So ist es ja nicht.

Tony Jantschke: Ab und an machen wir schon mal was zusammen. Wir gehen mal zusammen essen oder schauen mal zusammen Basketball. Die Leidenschaft haben wir irgendwie zeitgleich für uns alle entdeckt. Es macht schon Spaß und dadurch ergeben sich schon ein paar lustige Minuten beim amerikanischen Basketball (NBA) wo ich Dallas mit Dirk Nowitzki sympathisiere.

Petra Koch: Dein Vertrag läuft noch bis Sommer nächsten Jahres. Du bis 20 Jahre. Hast du dir dennoch einen Zeitpunkt gesetzt, wo du sagst, dass es bis hierhin hier klappen muss, sonst überlege ich mir was anderes?

Tony Jantschke: Als ich aus der Jugend hoch kam, habe ich mir ein Ziel gesetzt, dass ich mit 23 Stammspieler in der Bundesliga werden möchte. Bis dahin habe ich noch ein bisschen Zeit. Wenn man dann aber schon ein paar Einsätze gemacht hat und sehr nah dran ist, dann kommt das natürlich immer ein bisschen zeitiger. Gerade ich bin es nicht gewohnt nicht zu spielen. In fast allen Jugendmannschaften war ich Kapitän und habe eigentlich immer gespielt.

Auch wenn ich mal in der Woche nicht trainieren konnte, spielte ich am Wochenende. Dann kommst du hoch in den Profifußball und merkst auf einmal, wie schnell man auch raus sein kann. Bei Hans Meyer habe ich drei Spiele in der Hinserie gemacht und in der Rückserie habe ich nur eins gemacht. Das ist dann schon eine ganz neue Erfahrung. Ich will natürlich spielen und hoffe natürlich, dass es mal ein bisschen schneller geht.

Petra Koch: Du warst Kapitän in den Jugendmannschaften und hast auch schon in den U-Auswahlen der Länderspiele gespielt. Ist das auch eine Erfahrung die man macht?

Tony Jantschke: Ich glaube ich habe jetzt 40 Länderspiele ab der U16 oder U17. Es ist unglaublich, wo wir schon überall waren in ganz Europa. Ich war schon in Südkorea bei der Weltmeisterschaft bei der U17, da sind wir Dritter geworden mit Spielern, wie Tony Kroos, der jetzt A-Nationalspieler ist. Das sind Erlebnisse die dir keiner mehr nimmt. Diese sind unglaublich und da blickt man gerne zurück auch mit vielen erfolgreichen Trainern, wie Heiko Herrlich, den man hier in Gladbach gut kennt. Das sind unbezahlbare Erfahrungen.

Petra Koch: Und auch wichtig denke ich mal. Man kann ja immer dazulernen und letztendlich auch mit solchen Erfahrungen, dass man eben auch mal schnell raus sein kann, da lernt man ja auch.

Tony Jantschke: Absolut. Ich habe damals gegen Frankreich gespielt. Da stand hinten drin jemand, der jetzt bei Paris als Stammspieler aufläuft und auch international spielt. Da sieht man wie schnell das gehen kann. Das sind alles Erfahrungen die man immer mitnimmt. Der internationale Vergleich ist natürlich immer was anderes als nur national. Gerade wo ich noch A-Jugend Spieler war, wo man nur weiß, was in Deutschland großteils abläuft, wenn man da auf Turnieren oder gerade in der U-Nationalmannschaft in Irland oder wo auch immer spielt, dann ist dass schon was ganz Besonderes.

Petra Koch: Auf jeden Fall. Das nächste Spiel was ansteht wäre Hoffenheim. Wenn du spielen dürftest, wäre dies für dich sicher auch was besonders. Der Gegner ist nicht gerade der Lieblingsgegner von Borussia Mönchengladbach. Aber das ist egal. Was erwartest du für ein Spiel?

Tony Jantschke: Die Hoffenheimer haben glaube ich das letzte Spiel verloren. Aber ich bin mir da jetzt nicht sicher. Die Hoffenheimer haben eine sehr junge Mannschaft, ich kenne viele auch von den U-Nationalmannschaften. Ich glaube, die haben einen Schnitt der um die 24 Jahre als sein müsste. Eine ganz junge und talentierte Truppe die jedoch auch so ihre Schwierigkeiten haben. Gerade zuhause denke ich sind sie schlagbar. Wir brauchen die Punkte und wir müssen irgendwann mal eine Serie starten. Wir wollen den Klassenerhalt noch schaffen und da wollen wir zuhause auf jeden Fall gewinnen.

Petra Koch: Du sagst, wir wollen den Klassenerhalt schaffen. Das wollen wir alle, dass will eine ganze Stadt. Ist es das, was ihr euch sagt oder ist es das, was ihr auch selber glaubt, oder zweifelt man irgendwann mal?

Tony Jantschke: Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass man nicht irgendwann mal Zweifel hätte. Gerade wenn man Spiele wie auch in der Hinrunde hat wo du das Ganze eigentlich im Griff hast, dich dann aber durch irgendwelche Aktionen dich völlig raus bringst und dann doch wieder verlierst. Wenn du dann mit Verletzungen und allem eine Negativserie hast, ne Rote Karte oder was weiß ich auch immer.

Dann sagt man sich schon mal, hmm es ist schwierig und ist das noch das Richtige? Aber vor jedem Training bist du so top motiviert, dass du nicht absteigen willst. Das will kein Spieler. Ich glaube auch im normalen Berufsleben will das keiner, dass er eine Etage runter geht. Dafür geben wir alles und wir sind nach wie vor davon überzeugt, dass wir das Ziel schaffen. Jetzt müssen wir am Wochenende endlich anfangen, eine Serie zu starten.

Petra Koch: Jetzt schon aufgeben wäre nicht gut. Es gibt noch 30 Punkte. Wer jetzt schon aufgibt, dass wäre falsch...

Tony Jantschke: Der soll mit Fußball aufhören.

Petra Koch: Ich drücke euch die Daumen, das nächste Heimspiel zu gewinnen. Wir werden gespannt beobachten, was Lucien Favre auf deinen Positionen macht. Vielen Dank für dienen Besuch.

Tony Jantschke: Dankeschön.


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