Verbleib des 29-Jährigen über das Saisonende hinaus noch nicht klar
Jeden Mittwoch ist beim Mönchengladbacher Radiosender 90,1 Zeit für die Sendung ‚Borussia hautnah'. So auch an diesem, als Michael Fink (ausgeliehen von Beşiktaş Istanbul) bei Moderatorin Petra Koch Rede und Antwort stand. Der Sechser sprach in dem Interview, dass wir an der Stelle zusammengefasst haben, über seine bisherige Zeit bei der Gladbacher Borussia, dem Abstiegskampf, seine Zukunft und das Engagement von seiner Verlobten und ihm im Bereich des Tierschutzes.
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| Michael Fink zu Gast bei Radio 90.1 - Foto: Dirk Päffgen, Fohlen-Hautnah.de |
Petra Koch: In Waiblingen am 01. Februar 1982 geboren, wollen wir dich mal ein bisschen kennenlernen. 1. Was kannst du überhaupt nicht leiden? 2. Was magst du besonders? 3. Drei Dinge, die du auf eine Insel mitnehmen würdest? 4. Wenn du die Macht hättest auf der Welt etwas zu verändern, was wäre das? 5. Lebensmotto/Lebensphilosophie?
Michael Fink: Zu 1: Wenn Leute sich einen Hund vom Züchter holen. Zu 2: Wenn Leute sich einen Hund vom Tierschutz holen, und Fußball spielen. Zu 3: Meine Verlobte, ansonsten bin ich schon glücklich. Zu 4: Das überall Frieden herrscht. Zu 5: Niemals aufgeben.
Petra Koch: Ich habe ein bisschen auf deiner Internetseite geschaut (michael-fink.com, d.Red.). Du gerne mal einen Bösewicht in einem Film spielen, habe ich da gelesen ...
Michael Fink: Ja, ich schaue gerne Filme. Die Lieben kommen bei den Leuten immer gut rüber und deswegen wäre ich gerne mal ein richtiger Bösewicht, der auch mal ein paar Dinge machen kann, die sonst nicht erlaubt sind.
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Petra Koch: Bad-Guy ... Jetzt kannst du im richtigen Leben, also auf dem Platz auch mal der Bad-Guy auf dem Platz sein, wenn du beispielsweise mal einen weggrätschst, wenn es sein muss. Bist du das auch gerne mal?
Michael Fink: Ab und zu ja. Ab und zu muss das auch sein. Gerade in einer Situation, wenn es in einem Spiel mal nicht so läuft, muss man vielleicht auch mal ein Zeichen setzen, in dem man die Mannschaft aufweckt, dann mal einen umgrätscht oder andere Dinge macht.
Petra Koch: Und im richtigem Leben, also mal weg vom Fußball - auch derjenige, der nicht Everybody´s Darling sein will?
Michael Fink: Eigentlich bin ich das meistens, muss ich zugeben. Ich habe aber auch einen kleinen Dickkopf, da kann ich dann auch schon mal ein bisschen Bad-Guy werden, aber es hält sich immer noch in Grenzen.
Petra Koch: Fallschirmspringen würdest du gerne mal?
Michael Fink: Ja, habe ich noch nicht gemacht. Aber vor einem Jahr habe ich von ein paar Kollegen von Eintracht Frankfurt einen Gutschein bekommen, einen Fallschirmsprung oder einen Tandemsprung aus dem Flugzeug heraus zu machen. Das werde ich in jedem Fall, wahrscheinlich nicht während der Karriere, sondern danach werde ich das auf jeden Fall mal in Anspruch nehmen. Ich bin sehr abenteuerlustig und mache fast alles mit.
Petra Koch: Neuseeland, Australien beschreibst du auf deiner Seite als den Urlaub schlecht hin oder das Land schlechthin. Wie lange ist das her?
Michael Fink: Als ich mit der U16 zur Weltmeisterschaft da war, dass liegt also schon etwas weiter in der Ferne. Es war ein Land, wo man nicht immer hinkommt. Es ist ja auch eine Reise, die etwas länger dauert. Ich glaube, wir sind mit Aufenthalt fast an die 32Stunden geflogen. Die Stadt, die Leute dort und auch die Tiere,die man dort in freier Wildbahn gesehen hat, war schon faszinierend.
Petra Koch: Als Fußballer kann man das ja auch nicht immer machen, da man ja nicht so lange Urlaub hat, oder?
Michael Fink: Genau. Wie gesagt, die Reise dahin ist schon sehr lange. Dann ist es als Fußballer natürlich sehr schwer, das so oft zu machen. Ich will aber auf jeden Fall noch einmal dahin und hoffe, dass es auch irgendwann mal klappt.
Petra Koch: Man ist ja mit 35, 36, 37 raus und dann kann man sich ja eine Auszeit nehmen, oder?
Michael Fink: Ja mal schauen, wie lange es geht. Bis jetzt war ich zum Glück nicht verletzt und so kann ich dann vielleicht auch etwas länger spielen.
Petra Koch: Wie erholt man sich denn vom Fußballstress?
Michael Fink: In dem man nach Hause geht und mit seiner Familie, seiner Freundin und natürlich auch mit meinen Hunden etwas spazieren geht. Einfach mal die Seele baumeln lassen und den Fußball auch mal für ein oder zwei Tage vergessen und auch mal die anderen Dinge des Lebens genießt.
Petra Koch: Den Dickkopf hätte ich noch mal gerne erklärt. Hier machst du so einen ganz lieben Eindruck. Wie äußert sich der Dickkopf Michael Fink?
Michael Fink: Da müsstest du am besten meine Freundin fragen. Wenn ich von etwas überzeugt bin und denke, dass ich recht habe, dann kann mich auch nicht so leicht etwas davon abbringen. Dann ist es natürlich manchmal schwer, mit mir zu diskutieren.
Petra Koch: Als Mannschaftssportler manchmal schwierig?
Michael Fink: Da kommt das seltener vor. Wenn, dann kommt das eher im Privatleben vor.
Petra Koch: Jetzt bist du ja noch gar nicht so lange hier im Mönchengladbach. Wie angekommen ist man?
Michael Fink: Sehr angekommen. Natürlich musste ich in der Situation, in der wir sind, in der Mannschaft schneller ankommen. Ich wurde aber auch super aufgenommen, in der Mannschaft stimmt es und im Umfeld stimmt es. Jetzt sind in der letzten Zeit auch Erfolge dagewesen, was natürlich dann auch umso schöner und umso leichter ist, um reinzukommen. Jetzt wollen wir den Trend natürlich auch fortsetzen und schauen, was ab Sommer dann so passiert.
Petra Koch: Jetzt musstest du ein bisschen auf deinen Einsatz warten. Hat dich das gewurmt, enttäuscht oder ist man dann fokussiert darauf zu sagen, es ist so wie es ist und jetzt machen wir erst mal weiter.
Michael Fink: Es wurmt natürlich immer, wenn man nicht spielt, dass ist ganz klar. Ich hatte teilweise aber auch ein bisschen Trainingsrückstand, dass muss ich zugeben. Ich habe in Istanbul mit der Mannschaft auch eine Zeit nicht mehr mit der Mannschaft trainiert. Für mich war es dann so, dass ich gesagt habe, ich lasse die Zeit mal so auf mich zukommen, ich warte einfach mal ab. Wenn die Chance kommt, wollte ich diese nutzen und ich denke, dass habe ich jetzt auch gemacht. Trotzdem habe ich versucht, als ich nicht gespielt habe, der Mannschaft zu helfen, auch mental und von außen während des Spiels. Ich bin halt mehr der Teamspieler und nicht der, der sich einzeln in den Fokus stellt.
Petra Koch: Jetzt bist du eine Leihgabe von Istanbul. Als du angekommen bist und wir gesprochen haben, hast du gesagt, dass du schon gerne bleiben würdest. Ich habe das Ganze jedoch nicht so ganz verstanden. Eine Kaufoption gibt es nicht. Aber bleiben würdest du schon gerne. Heißt das, die Clubs verhandeln dann irgendwann noch mal, oder ist es abhängig vom Erhalt der Liga?
Michael Fink: Es ist natürlich erst mal abhängig von Istanbul. Da ich ja noch ein Jahr Vertrag habe, können die natürlich als erster Verein entscheiden, was dann mit mir passiert. Wenn die sagen, dass ich zurückkommen und ich muss da spielen muss, dann bleibt mir da wahrscheinlich nichts anderes übrig. Jetzt wurde ja gestern (Dienstag, d. Red.) auch der Trainer entlassen. Dadurch ergibt sich für mich als Spieler natürlich wieder eine andere Situation.
Ich habe mich da auch wirklich sehr wohl gefühlt. Es war eine sehr tolle Erfahrung, die ich dort gemacht habe. Deswegen müssen wir erst mal abwarten und schauen, was Besiktas sagt. Natürlich halten wir hier die Liga ja, das ist ja klar. Daher ist Gladbach als Ansprechpartner für mich natürlich auch einer der ersten Vereine.
Petra Koch: Was sagt dein Herz? Wo möchtest du gerne hin?
Michael Fink: Das ist schwer zu sagen. Jetzt bin ich noch nicht so lange hier. Bin aber tgrotzdem schon froh, den Schritt hierher gemacht zu haben. wie gesagt: Im Sommer muss man dann schauen, was passiert.
Petra Koch: Lebt man dann diese Monate ein wenig auf gepackten Koffern, oder wie muss ich mir das vorstellen?
Michael Fink: Also auf gepackten Koffern bin ich nicht. Ich habe hier auch eine möblierte Wohnung. Ich möchte mich hier jetzt schon ein wenig sesshaft machen und mich voll und ganz auf den Fußball und die schwierige Situation konzentrieren. Natürlich ist eine Ungewissheit da, die einen auch nicht zufrieden stellt, dass ist ganz klar. Aber es war jetzt auch so, dass mich Besiktas auch nicht verkaufen wollte, weil es auch nur die Entscheidung vom Trainer und nicht vom Vorstand war, der wollte mich eigentlich gerne behalten. Deswegen müssen wir abwarten, was Besikatas dazu sagt.
Petra Koch: Aber Freundin und Hunde sind hier?
Michael Fink: Ja, die sind hier.
Petra Koch: Hast du den Schritt in die Türkei jemals bereut?
Michael Fink: Nein, auf keinen Fall. Es war eine super tolle Erfahrung, die ich da gemacht habe. Im ersten Jahr lief es ja eigentlich auch perfekt für mich, ich habe fast alle Ligaspiele gemacht, habe in der Champions League gespielt, habe im Old Trafford gegen Manchaster United gespielt und gewonnen, was für mich natürlich ein super Erlebnis war. Von daher bereue ich es auf keinen Fall.
Petra Koch: Schaust du mit einem Blick noch, was Besiktas macht?
Michael Fink: Ja natürlich. Wie gesagt, es kann sein, dass ich im Sommer wieder zurück muss und da schaut man natürlich darauf, was die da machen. Im Moment läuft es natürlich nicht so gut.
Petra Koch: Ja sonst wäre der Trainer sicher auch nicht entlassen worden. Ich habe gehört, Berti Vogts soll dahin kommen. Weißt du Näheres?
Michael Fink: Ich habe auch nur die Berichte in der Zeitung gelesen, dass er ein Thema wäre. Aber in der Türkei wird sehr viel spekuliert. Ich habe uach schon Marcello Lippi In der Türkei darf man nicht so sehr viel auf die Sachen geben, die in den Medien stehen.
Petra Koch: Die Medienlandschaft wird hier sehr oft kritisiert, zu oft, zu vielfältig. Aber ich glaube, in der Türkei ist das noch mal um ein vieles mehr, oder?
Michael Fink: Auf jeden Fall. Wer jemals in der Türkei gespielt hat, kann dass nur bestätigen. Als ausländischer Spieler ist man dort fast ein Superstar. Selbst wenn ich mit meiner Freundin nur in den Shopping-Mall einkaufen ging, waren da Paparazzis und machen Fotos. Am nächsten Tag steht dann in der Presse, er war hier einkaufen und hat sich das gekauft. Ich denke mal, so wie sich ein Beckham in Europa fühlt, so fühlst du dich in der Türkei als 'normaler' Spieler. Das ist da schon sehr extrem, vor allem weil es in der Türkei auch sehr viele Tageszeitungen gibt, die fast nur über die drei großen Clubs schreiben.
Petra Koch: Das ist dann doch schon ein bisschen lästig oder?
Michael Fink: Ja. Der Fanatismus von den Fans dort ist schon extrem. Egal wohin man geht, hat man nie seine Ruhe. Das geht gar nicht. Egal ob man ins Restaurant oder zum Zahnarzt geht. Dort sind immer Fußballfans, die für den Fußball leben. Irgendwann will man halt auch mal seine Ruhe haben und daher ist es dann auch schon mal leicht nervig.
Petra Koch: Die Situation in der Liga ist kritisch und das wird sie auch noch bis zum Ende bleiben. Bei deinem Lebensmotto - nie aufgeben - hat dich das nicht geschockt. Wie siehst du die Situation denn derzeit? Es ist immer noch Abstand da, sicher habt ihr ein paar Punkte gut gemacht, aber so richtig kommt ihr nicht weg von der Stelle.
Michael Fink: Nein bisher noch nicht. Bisher war es ja so, dass wenn wir ein Spiel gewonnen haben, dass nächste dann wieder versaut haben. So kommt man dann natürlich nicht dran, weil die anderen Mannschaften natürlich auch irgendwann mal ein Spiel gewinnen. Deswegen müssen wir jetzt schauen, dass wir gegen Lautern nachlegen und die drei Punkte holen. Und wenn wir das geschafft haben, dann kann man sagen, dass die Mannschaften dann auch richtig Druck von hinten bekommen. In deren Kopf wird dann auch geistern, oh die waren eigentlich schon abgestiegen und jetzt sind die wieder da. Das müssen wir versuchen aufrecht zu erhalten.
Petra Koch: Jetzt habt ihr in Bremen diesen Last-Minute Punkt geholt. Wie wichtig war der für den Kopf?
Michael Fink: Sehr, sehr wichtig. Nicht nur für den Kopf sondern auch dafür, dass wir Bremen da unten so ein bisschen mit drin halten. Dadurch das Bremen auch noch gegen die anderen Konkurrenten spielen muss, ist dass natürlich immer günstig, wenn die auch noch unten mit drin sind. Je mehr unten mit drin sind, desto besser ist das für uns und natürlich auch für die Tabellensituation. Für uns ist es ein gefühlter Sieg gewesen und daher war es natürlich auch für den Kopf sehr wichtig. Für die Bremer hat es sich wie eine Niederlage angefühlt und ich hoffe, dass wir das jetzt für das nächste Spiel mitnehmen können.
Petra Koch: Ich finde, dass es ja von Anfang an ein bisschen Liga verrückt ist. Stuttgart, Bremen und Wolfsburg unten drin. Da sagt man dann immer, ja die kommen schon noch da raus. Nur irgendwann sage ich mir, kommen die vielleicht nicht mehr da raus, weil sie es noch gar nicht verstanden haben. Seht ihr das auch so, oder sind es immer noch die Mannschaften mit St. Pauli und Lautern auf die man sich konzentrieren muss?
Michael Fink: Nein, wir konzentrieren uns auf alle, die da unten stehen. Gerade Wolfsburg, die riesen Probleme haben und einen von den großen Mannschaften wird es erwischen, da bin ich mir sehr sicher. Die schaffen es auch nicht einfach mal so ihre Spiele zu gewinnen und wenn man mal unten drin steht, dann weiß man wie schwer das ist, da wieder raus zu kommen. Gerade für die Mannschaften die das nicht gewohnt sind und vielleicht nicht die Spielertypen haben, die da so ein bisschen reinpassen, gerade für die Mannschaften wird das sehr schwer da unten rauszukommen. Ich rechne mit allen die da unten drinstehen unten. Jeden kann es erwichen.
Petra Koch: Jetzt habe ich eben in der Pressekonferenz Lucien Favre so verstanden, dass ihm die erste Halbzeit nicht so gut gefallen hat gegen Bremen. Euch ja wahrscheinlich auch nicht so sehr. Warum hat es in Bremen nicht so gut geklappt, außer dass Bremen halt auch kein einfacher Gegner ist?
Michael Fink: Gerade in der ersten Halbzeit haben die Bremen auch sehr viel Druck gemacht, sind sehr hoch gestanden und haben ein starkes Pressing gespielt. Sie haben natürlich auch ihre Qualitäten. Pizzarro hat es sehr gut gemacht, er hat immer zwei Spieler gebunden. Wir sind nicht so richtig in die Zweikämpfe gekommen und haben zu viele Ballverluste in der Vorwärtsbewegung gehabt. Das war das größte problem in der ersten Halbzeit.
In der zweiten Halbzeit haben wir uns mehr zugetraut, vom Minute zu Minute wurden wir selbstsicherer, die Bremer wurden immer unsicherer. Wir müssen jetzt versuchen über ein gesamtes Spiel so aufzutreten, wie es in den letzten 25 Minuten in Bremen der Fall war. Dann können wir jeden Gegner schlagen.
Petra Koch: Last-Minute Punkt geholt, euer Gegner am Freitag hat ein Last-Minute Sieg geholt gegen Freiburg, was mich persönlich überrascht hat, weil die Truppe von Robin Dutt da eigentlich bisher einen richtig guten Job macht. Dadurch das sie fünf Punkte vor euch und über dem Strich stehen, wird denen wahrscheinlich ein Punkt reichen, oder?
Michael Fink: Ich denke auch. Es ist natürlich einfacher in der Situation, in der Kaiserslautern steht. Sie können natürlich sagen, wir versuchen das Unentschieden erst mal zu halten. Aber es könnte auch für uns ein kleiner Vorteil sein, denn wenn man sich als Mannschaft sagt, komm reicht, wir halten mal dass Unentschieden, genau dann bekommt man ein Tor. Uns wäre es natürlich auch lieber gewesen, wenn Freiburg gewonnen hätte, aber gut, wir können es nicht ändern, wir müssen auf uns schauen, zuhause unsere Spiele gewinnen und wenn wir unsere Punkte holen, dann schaffen wir dass auch.
Petra Koch: Wird das unter Umständen so ein schmutziges Spiel, wo man entweder viel Geduld haben muss, oder wo es heißt her geht?
Michael Fink: Ich denke beides. Es wird sicherlich heiß her gehen. Ich denke, so wie ich ein paar Spiele von denen verfolgt habe, ist dass natürlich eine Mannschaft, die spielerisch vielleicht nicht die stärkste Mannschaft ist, aber viel läuferisch und kämpferisch macht. Da müssen wir natürlich gegenhalten. Dann wird es schon mal ein bis zwei Situationen geben, wo es auch mal ein paar auf die Socken gibt. Das gehört zum Abstiegkampf dazu, dass muss man annehmen und wenn wir das tun, dann können wir aus dem Kampf heraus auch unsere spielerische Klasse zeigen.
Petra Koch: Trainer und sportliche Verantwortliche sagen dann ja immer, man sollte so ein Spiel gewinnen. Was sagst du?
Michael Fink: Natürlich sollte man so ein Spiel gewinnen. Muss ist immer ein schwieriges Wort. Selbst wenn wir das Spiel nicht gewinnen sollten, sind es trotzdem noch genug Spiele, um da unten raus zu kommen. Man muss schauen wie die anderen Spiele dann laufen. Aber erst mal müssen wir auf uns schauen und wir gewinnen das Spiel, dass ist gar keine Frage.
Petra Koch: Jetzt wollen wir mal über dein Engagement reden. Auf deiner Webseite fiel es mir direkt ins Auge, da dort auch Engagement steht. Du bist nicht nur ein Hundenarr sondern du bist auch sehr engagiert. Wie hat Sparky dein Leben verändert?
Michael Fink: Sehr verändert, weil einfach immer Action zuhause ist. Man kann sagen, dass Hunde fast wie Kinder sind. Man muss immer darauf achten was sie machen, man muss mit denen rausgehen, man hat einfach immer Tagesabläufe, die immer da sind. Er hält einen auf jeden Fall immer auf Trapp und das ist nicht zu unterschätzen.
Petra Koch: Sparky ist eine Promenadenmischung?
Michael Fink: Ja auf jeden Fall. Er ist schon etwas größer, ist jetzt vier Jahre alt und haben wir auch Italien geholt, aus Rom. Er war unser erster Hund von einer Tierschutzorganisation. Damit hat es dann angefangen, dass wir uns im Tierschutz integriert haben.
Petra Koch: Sparky ist aber nicht alleine geblieben.
Michael Fink: Nein, es ist noch die Molly aus Fuerteventura dazu gekommen. Ich glaube 1,5 Jahre später aus einer Tötungsstation. Sie hatte einen Bauchdeckenbruch gehabt, wo die Organe nach unten gerutscht sind. Wir haben das auf einer Homepage gesehen und haben uns gesagt, der Hund hat es so schwer, dem müssen wir helfen. Wir haben sie dann nach Deutschland gebracht und auf eigene Kosten operieren lassen. Dann kann man so einen Hund nicht mehr abgeben, weil die geben einem dann so viel zurück, sie läuft immer ohne Probleme ohne Leine.
Petra Koch: Jetzt bist du nicht der typische Hundebesitzer, der einen Hund sich zulegt, weil die Eltern schon immer einen hatten, sondern du bist mehr da reingewachsen und es war mehr oder weniger der eigene Wunsch?
Michael Fink: Ja ich wollte immer einen Hund. Mit Katzen habe ich es nicht so, wobei ich sagen muss, dass Katzen auch genauso wichtig sind. Einmal haben meine Eltern mal eine Hund aus dem Tierheim geholt, der aber leider nicht mit uns Kindern als wir noch kleiner waren klar kam. Er war dann immer etwas eifersüchtig und das hat dann nicht geklappt. Aber für mich war das klar, dass wenn ich erwachsen bin und die Zeit dazu finde, was natürlich als Fußballer auch immer ein wenig schwer ist, ich mir dann auf jeden Fall einen Hund zulegen werde. Es war dann auch keine Frage für mich, ob ich mir einen vom Züchter hole, oder aus dem Tierheim. Einfach deshalb, weil man immer so viele im Fernsehen, in Berichten und im Tierheim sieht. Deswegen haben wir uns sofort für eine Tierschutzorganisation entschieden.
Petra Koch: Man sagt immer, Hundeleute sind schon etwas besonders. Ich meine, ich habe ja nun auch zwei. Jeder hat ja so seine eigenen Geschichten. Was bedeuten die Hunde für dich?
Michael Fink: Sehr, sehr viel. Ich kann es mir ohne Hunde gar nicht mehr vorstellen. Wenn ich ein paar Tage von zuhause weg bin, dann vermisse ich die schon. Daher ist es für mich keine Frage. Ohne Hunde könnte ich gar nicht mehr leben. Das hat sich so eingependelt. Man kann das gar nicht so erklären, aber wenn er abends mal auf das Sofa hochkommt, oder ich lasse ihn mal da drauf, dann fühlt man sich einfach gut, man hat immer ein Lächeln auf dem Mund, weil die Hunde sich immer freuen, egal ob man zwei Minuten oder zwei Stunden weg war. Die freuen sich immer so, als wenn sie dich Ewigkeiten nicht mehr gesehen hätten.
Petra Koch: Jetzt ist aber aus dem Hundeliebhaber Michael Fink auch ein Hundehelfer oder Hunderetter geworden, weil ihr euch da jetzt richtig Engagiert. Was macht deine Verlobte und du da genau?
Michael Fink: Wir machen sehr viel mit der Tierschutzorganisation PETA zusammen. Wir versuchen die Menschen darauf aufmerksam zu machen, dass man sich keinen Hund vom Züchter holt, sondern halt einfach ins Tierheim geht, oder auf den Internetseiten von den Tierschutzorganisationen schaut und sich von dort halt einen Hund nimmt. Wir haben dann die Aufgabe, dass wir alles organisatorische dazu machen, dass wir Hunde weiter vermittelen oder auch zur Pflege haben, wie jetzt auch im Moment wieder.
Wir haben einen kleinen Hund aus dem Tierheim in der Türkei mitgenommen. Sie hatte es ziemlich schwer, weil sie vom Wurf die Kleinste war. Wie gesagt, wir versuchen dann Notfälle aufzunehmen, peppeln die bei uns auf und versuchen die dann weiter zu vermitteln. Das klappt relativ gut. Wenn Interessenten kommen, dann gibt es Vorkontrollen, es wird ein Fragebogen hingeschickt, denn wir achten schon sehr darauf, dass es eben Leute sind, wo sie in guten Händen sind.
Es gibt natürlich auch Leute, wo es dann nicht geht. Wie zum Beispiel bei Messis, die auch einen Hund haben wollen. Man schaut halt auch auf ie Lebensverhältnisse der Leute. Nach einer gewissen Zeit besuchen wir die Leute dann wieder und schauen, wie sich das entwickelt hat. Bisher ist es in allen Fällen eigentlich sehr gut gelaufen.
Petra Koch: Das heißt, ihr holt die Hunde aus verschiedenen Ländern hierher, sorgt dafür dass sie in einem Zustand sind, wo man sie abgeben kann, wo es sicher aber vorkommt das der neue Besitzer auf gewisse Dinge achten muss, weil es eben auch Dinge gibt, die der Hund ein Leben lang hat?
Michael Fink: Ja auf jeden Fall. Die Hunde sind gechipt, meistens auch schon kastriert. Für uns ist die Kastration natürlich auch sehr wichtig, weil die Hunde sich sonst natürlich immer weiter vermehren. Darauf achten wir auch. Der Hund wurde über alle Krankheiten getestet. Meistens sind es aber Fälle, wo es nicht so schlimm ist. Natürlich sind das meistens Hunde von der Straße, da kann man nie genau wissen, dass ist auch ganz klar. Es ist natürlich Arbeit auch Arbeit dahinter. Man muss die Hunde natürlich auch erziehen, weil sie es einfach noch nicht kennen. Sie haben immer auf der Straße gelebt, sie durften theoretisch alles essen und machen. Da muss man sie wie jeden kleinen Welpen erst mal an das Leben heranführen, wie es hier in den Verhältnissen ist.
Petra Koch: Ich kann nur aus eigener Erfahrung sagen, dass die Hunde, die man aus anderen Ländern oder Tierstationen holt, eine solche Dankbarkeit haben, dass man die ohne Probleme von der Leine lassen kann. Plötzlich merken die, dass es ihnen gut geht und daher ist es meistens kein Problem. Das heißt aber, dass ihr so ein Netzwerk habt, wo ihr Hunde hingeben könnt?
Michael Fink: Genau. Wir sind auch dankbar für jede Pflegestelle. Wir haben aber auch schon ein großes Netzwerk an Pflegestellen. Gerade auch zu meiner Zeit in Frankfurt haben wir sehr viel mit dem Tierschutzverein Dogs & Friends zusammengearbeitet, die auch ihre Kontakte überall hin haben. Die meisten Tierschutzorganisationen sind auch untereinander vernetzt. Somit hat man halt einige Pflegestellen, gute Kontakte.
Wenn jemand einen Hund haben möchte, dann kann man auch Tierschutzorganisationen weiterempfehlen, wo sie auch noch mal schauen könne, ob da vielleicht auch noch mal einer für die Leute dabei ist. Auch für die Vorkontrollen ist das Netzwerk wichtig, da wir nicht von Frankfurt nach Berlin fahren können um diese Kontrolle zu machen, sondern wir haben dann überall Leute, die das dann machen, mit denen wir vertraut sind und die das dann vor Ort machen. Wir sind natürlich dankbar, wenn sich Pflegestellen noch anbieten. Wenn einer einen Hund haben möchte, dann kann er gerne über meine Webseite schreiben und dann kümmern wir uns um alles Weitere.
Petra Koch: Jetzt hast du in der Türkei Fußball gespielt und da weiß ich, dass es da auch nicht immer lustig für herrenlose Hunde ist. In Spanien auch nicht. Du warst auf Mallorca und hast dir da so ein Heim angeschaut. Ich habe früher immer gesagt, mein Gott, es gibt in Deutschland auch genug Hunde denen man helfen kann. Aber da ist es halt noch mal eine Spur schlimmer?
Michael Fink: Auf jeden Fall. Ich denke in deutschen Tierheimen ist es auf jeden Fall viel sauberer und viel gepflegter. Alleine von den Gesetzen her ist es in Deutschland viel besser in einem Tierheim zu sein als in der Türkei oder in Spanien. In Spanien sind die Heime meist überfüllt und dann kommen die Hunde sofort in eine Tötungsstation. Wenn sie in zwei Wochen keiner abholt oder sie vermittelt werden, dann werden sie halt getötet. Das ist halt in Deutschland nicht der Fall. Daher kann man nur jedem sagen: Wer einen Hund möchte, der kann sich gerne auf den Internetseiten erkundigen, es gibt auch Rassehunde, die im Tierheim oder auf der Straße in der Türkei leben. Es gibt alles. Es gibt kaum eine Rasse, die es dort nicht gibt.
Petra Koch: Gerade in Spanien gibt es eine inflationäre Züchtung von Rassen ,die gebraucht werden und wenn sie nicht mehr gebraucht werden, dann wieder weg.
Michael Fink: Genau. Von einem Wurf werden beispielsweise zwei Hunde genommen für die Jagd, die anderen acht werden wieder getötet und das nicht auf normale Art und Weise, sondern die werden meist dann an Bäumen aufgehängt. Das ist natürlich eine schreckliche Situation.
Petra Koch: Das ist ein schönes Engagement, was du und deine Verlobte da machen. Da gibt es ja auch noch andere Kollegen aus dem Fußball die das machen?
Michael Fink: Ja genau. Patrick Ochs. Den haben wir da eigentlich mit reingezogen. Seine Freundin und er die machen das auch und haben jetzt auch einen eigenen Verein gegründet. Das ist natürlich gut, wenn Leute, die so ein bisschen in der Öffentlichkeit stehen, dass reißt natürlich mehr Leute mit, als wenn es jetzt ein normaltätiger macht.
Petra Koch: Ich habe immer das Problem, dass wenn ich solche Bilder sehe, dass ich sie nicht mehr los werde. Geht dir das auch manchmal so?
Michael Fink: Auf jeden Fall. Ich bin da noch ein bisschen abgehärteter als meine Freundin. Meine Freundin hat auch viel mitgemacht, weil sie in der Türkei fast jeden Tag in einem Tierheim gearbeitet hat. Wenn die PETA auf der Internetseite Sachen veröffentlicht, die sind dann so hart, dass ich mir das auch nicht anschauen kann. Da könnte ich anfangen zu heulen und ich glaube, dass kann auch keiner wirklich mit ansehen. Man muss es aber vielleicht auch einfach mal gesehen haben, um aus dem Herzen zu sagen, wir helfen einem Hund um nicht irgendwie den Züchter noch zu unterstützen.
Petra Koch: Auch wenn man denkt, es ist ein Tropfen auf dem heißem Stein, je mehr man wegholt, je mehr schönere Leben kann man vermitteln. Ich finde es eine tolle Sache und hoffe, ihr findet noch viele Mitstreiter die euch da helfen, weil man braucht ja auch mal ein bisschen Geld dazu, der Flieger, der Pass dass kostet ja alles Geld. Helfen euch die Airlines dabei?
Michael Fink: Nein, eigentlich weniger. Wir versuchen das eigentlich immer mit Flugpaten zu machen. Das heißt, Leute die ins Ausland fliegen, die geben uns bescheid oder können über die Internetseiten anrufen. Bescheid sagen, dass sie in dem oder dem Land sind. Dann gibt es oft Hunde, die für Deutschland vorbereitet sind und nach Deutschland können und mitgenommen werden können. Einfach in den Frachtraum, man muss sich auch um kaum etwas kümmern.
Es kommt jemand mit dem Hund zum Flughafen, checkt den Hund für die Leute ein, sie müssen den Hund nur von der Gepäckstelle halt abholen. Wenn sie aus dem Gepäckraum rausgehen, dann wartet dort auch schon jemand, der den Hund dann aufnimmt. Da sind wir natürlich dann auch dankbar, für jeden Flugpaten den es gibt. Das ist wirklich keine große Sache, die kann jeder machen.
Petra Koch: Also, der Aufruf von Michael Fink. Helft mit. Wenn Sie helfen möchten, sage ich es jetzt noch mal. www.michael-fink.com. Auf der Internetseite finden Sie alles, auch sein Engagement noch mal beschrieben. Ich finde es schön, wenn man auch mal dem Vorurteil entgegen tritt, dass Fußball sich nur um Fußball kümmert. Das war ein sehr interessantes Gespräch. Zum Abschluss wünsche ich euch am Freitag drei Punkte und den Klassenerhalt, dass Michael Fink hier in Gladbach bald den Koffer ganz auspacken kann
Michael Fink: Vielen Dank.






