Nach der starken Leistung der Vorwoche in Bremen, wo Logan Bailly mit starken Paraden und Reflexen großen Anteil am glücklichen Punkt hatte, brachte der belgische Schlussmann Borussia Mönchengladbach mit seinem unverständlichen Patzer gegen den 1.FC Kaiserslautern auf die Verliererstraße. Während sich der 25-Jährige einsichtig zeigte, so stärkte ihm Borussias Trainer Lucien Favre den Rücken.
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| Vom Punktgaranten zum Depp - Foto: Marc Schöne, Fohlen-Hautnah.de |
Es spielte die 62. Minute, als sich Lauterns Tiffert das Leder nahm und zum Eckball antrat. Borussias Schlussmann klatschte sich diesen mit einem unverständlichen Abwehrversuch ins eigene Netz. »Ich wollte den Ball fausten, mache den Fehler mit einer Hand und fauste ihn ins Tor«, beschrieb Bailly die Szene, die zum Gegentor führte.
Erneut eine Schwäche bei hohen Bällen. Dabei hatte Borussias Schlussmann genau bei diesen in der letzten Woche das nötige Timing gezeigt und stets die richtige Entscheidung getroffen.
Umso unverständlicher, dass der noch in der Vorwoche so Ruhe ausstrahlende Keeper sich diesen Fauxpas leistete. »Ich will das nicht kommentieren. Logan hat einen großen Fehler gemacht, aber es bringt jetzt nichts darüber zu reden, weil wir das nicht mehr ändern können«, sagte Lucien Favre.
Ein Horrorszenario für den Belgier, dass noch stärker ins Gewicht fällt, da gerade seine Mannschaftskollegen nicht in der Lage waren, dieses auszumerzen. Im Gegenteil: Die Borussen brachten völlig ein. Am Ende bedeutete der Aussetzter eine Niederlage gegen einen direkten Konkurrenten, wenngleich seine Mitspieler davor und danach noch genügend Zeit hatte, diesen auszumerzen.
Noch in der letzten Woche wurde Bailly in höchsten Tönen gelobt und zeigte seine alte Stärke, nach dem Aussetzter von Lautern hat der Aufwärtstrend des Belgiers einen Dämpfer erhalten, der nach dem Gegentor mit hämischen Klatschen endete. So nah liegen Freud und Leid gerade auch im Fußball nebeneinander.
An den Pranger stellen sollte man und wollte auch Borussias Trainer seinen Schlussmann dennoch nicht. »Logan Bailly hat in Bremen ein super Spiel gemacht und auch in den anderen Spielen hat er hervorragend gespielt. Das dürfen wir nicht vergessen«, stellte sich Favre vor seinen Torhüter.
»Ich kann nur sagen, dass man nicht nur auf ein Spiel achten sollte«, befand Bailly. »Letzte Woche habe ich ein gutes Spiel gemacht und mit der Mannschaft zusammen ein Punkt in Bremen festgehalten. Ich weiß, dass ich einen Fehler gemacht habe, aber so ist das Leben«.
Kritik ist sicherlich angebracht, doch ob der teilweise hämische Beifall im Verbund mit dem Bewerfen des eigenen Spielers, auch wenn die sportliche Situation noch so prekär und der Fehler noch so unverständlich ist, angebracht ist, sei dahingestellt und darf angezweifelt werden, zumal der Belgier in dieser Saison über weite Strecken eh schon nicht gerade vor Selbstbewusstsein strotzte.
Niemand anders als der Belgier selber weiß, was er sich dort für ein Ei ins Nest gelegt hat. »Das war Scheiße. Es war mein Fehler«, zeigte sich der Belgier einsichtig. »Aber das ist Fußball. Manchmal hast du einen guten, manchmal einen schlechten Tag. Gegen Kaiserslautern war es für mich ein schlechter Tag, mit dem was passiert ist«.
So gilt es für die Borussen und für den Belgier gleichermaßen, die Niederlage abzuhaken und sich auf das nächste Spiel zu konzentrieren. »Es ist vorbei und ich schaue auf das nächste Spiel«, sagte Bailly.
Das findet in zwei Wochen in München beim FC Bayern statt. Dort wird sich der Belgier in der Allianz Arena wieder von seiner guten Seite zeigen können - wenn ihn denn Lucien Favre lässt. »Momentan denke ich nicht darüber nach, an der Mannschaft etwas zu verändern, sagte Favre. »Wir haben jetzt zwei Wochen Zeit und werden viele Gespräche führen. Warten wir es ab«.
»Fehler werden immer wieder passieren, die macht jeder«, weiß Nachwuchstorhüter Marc-André ter Stegen. »Die hat ein Oliver Kahn oder auch ein Julio Cesar gemacht. Darum geht es nicht. Es geht immer darum, wie man mit dem Fehler umgeht und ich denke, dass er das wieder hinbekommt«.
Gespräche führen wird Favre sicherlich auch mit seinem Schlussmann, für den es gilt, das Spiel aus dem Kopf zubekommen. Frisches Selbstvertrauen könnte und kann sich sowohl Bailly also auch die Borussen dann am kommenden Freitag im Testspiel beim FC Eindhoven holen.
Sollte Borussias Trainer dennoch einen Torwartwechsel anstreben, so kann die Wahl zumindest derzeit einzig und alleine erneut auf Christofer Heimeroth fallen, denn Marc-André ter Stegen ist nach seinem Muskelfaserriss im Oberschenkel noch nicht soweit, um ins Mannschaftstraining einsteigen zu können.
»Es wäre übertrieben wenn ich sagen würde, dass ich wieder voll einsatzfähig wäre. Ich denke ich werde noch zwei Wochen benötigen, bis ich wieder im Mannschaftstraining sein kann«, meint ter Stegen.
Unabhängig davon brennt Borussias Nachwuchshoffnung auf der Torhüterposition darauf, seine Qualitäten auch in der Bundesliga unter Beweis zu stellen. »Natürlich habe ich den Ehrgeiz, bald mein Bundesligadebüt zu geben und meine Leistung zu bringen. Ich brauche jedoch jetzt erst mal noch ein bisschen Zeit, bis ich wieder fit bin«, sagt der 18-Jährige. »Was dann passiert, liegt nicht in meiner Hand. Ich werde mich dann aber auch erst wieder über Leistung beweisen müssen«. Dem Youngster gehört beim VfL sicher die Zukunft und dürfte spätenstens in Liga 2 bzw. in der nächsten Saison zum Zuge kommen.
Vom gefeierten Punktegaranten bis zum Depp kann es wie beispielsweise imFall Logan Bailly gerade im Fußball sehr schnell gehen. Dessen sollte man sich stets bewusst sein und bei der Betrachtung die richtige Mischung und korrekte Verhaltensweise finden ...






