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»Mit zu wenig Überzeugung und keinen guten Fußball gespielt«

Niedergeschlagene Borussen nach Niederlage gegen Lautern

Vieles vorgenommen hatte sich Borussia Mönchengladbach vor dem Kellerduell gegen den 1.FC Kaiserslautern. Mit dem dritten Heimsieg in Folge wollte man im Kampf um den Klassenerhalt Boden gut machen und verschärften Druck auf die Mitkonkurrenten ausüben. Doch nach der 0:1-Schlappe gegen die „Roten Teufel" galoppieren die Fohlen wohl in Liga 2. Demzufolge herrschte bei den Borussen Tristesse.

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Niedergeschlagene Borussen nach Lautern - Foto: Dirk Päffgen, Fohlen-Hautnah.de

»Ich bin sehr enttäuscht und das ist heute sehr schwer zu verdauen«, sagte Lucien Favre. In der Tat liegt diese Niederlage besonders schwer im Magen, da erneut gegen einen direkten Konkurrenten kein Bigpoint gelandet werden konnte.

Dabei waren seine Profis recht ordentlich in die Partie gestartet. »Die ersten zwanzig Minuten waren nicht schlecht«, meinte Favre. Bis auf zwei Eckstöße von Juan Arango, von denen Martin Stranzl im Anschluss nach einem Abwehrversuch die beste Gelegenheit hatte, sprang dabei jedoch nicht heraus.

Die Borussen hatten zwar mehr Spielanteile und versuchten mit direktem Passspiel das Mittelfeld zu überbrücken, kamen gegen die kompakten Pfälzer mit jedoch nicht zum Zuge. »Da haben wir oft die falsche Entscheidung getroffen«, stellte Thorben Marx fest.

Tatsächlich wäre ein Angriffspiel über die Flügel erfolgsversprechender gewesen. »Wir haben die Bälle zu leicht her geschenkt, haben zu kompliziert gespielt und haben zu sehr versucht, durchs Zentrum zu spielen, hätten aber mehr über die Außen kommen müssen, um der Mannschaft Luft zu verschaffen«, meinte Lucien Favre. »Wenn du durchs Zentrum spielst, musst du sehr genau spielen und sehr flexibel sein«.

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Flexibel waren die Borussen jedoch auch dann nicht, als Favre sein System auf ein 4-2-2 mit Raute umstellte. Nach wie vor wollte seine Mannschaft buchstäblich mit dem Kopf durch die Wand und blieb dabei immer wieder an den kompakten „Roten Teufeln" hängen.

Daran, dass dies tatsächlich der Fall war, hatte auch Oliver Kirch seinen Anteil. Der Ex-Borusse räumte vor der Abwehr des FCK ab und hielt zudem ein Auge auf Marco Reus, der überhaupt nicht zur Geltung kam. »Wir standen sehr gut und ich glaube, dass Borussia nicht sehr viel eingefallen ist«, meinte Kirch.

Und das änderte sich auch nach dem Seitenwechsel nicht grundlegend. Weiterhin schaffte es der VfL nicht, zwingend in Erscheinung zu treten. »Wir haben Probleme, das Spiel zu machen. Die Spieler sehen, dass es null zu null steht und dass wir unter Zugzwang sind, zu gewinnen. Es ist nicht einfach, diese Situation zu beherrschen«, sagte Favre.

»Wir haben uns zu wenig zugetraut, mit zu wenig Überzeugung und keinen guten Fußball gespielt«, hatte Marx von der Bank aus beobachtet.

Und von der Bank aus musste der 29-Jährige ebenso mit ansehen, wie die Gäste aus der Pfalz nach einer Stunde einen Gang höher schalteten und in Minute 62 nach einem schweren Aussetzter von Logan Bailly in Führung gingen. »Ich denke jeder hat gesehen, dass es ein Torwartfehler war. Daraus muss er einfach lernen und das wird er auch«, sagte Marx und wollte den Belgier jedoch nicht an den Pranger stellen. »Egal wer die Fehler macht, es sind in der Mannschaft und in dieser Saison insgesamt einfach zu viele passiert«.

»Logan Bailly ist Profi genug. So etwas passiert. Wir verlieren und gewinnen als Mannschaft, da gibt es keine Diskussion«, pflichtete Martin Stranzl bei. »Er hat in Bremen sehr gut gehalten und was sollen wir da jetzt eine Torwartdiskussion aufmachen«.

Nach dem Rückstand war es um den VfL geschehen, denn die Borussen zeigten sich ängstlich und schafften es in der Folgezeit nicht, den FCK unter Druck geschweige denn in Gefahr zu bringen. »Ich bin der Meinung, dass wir alles versucht haben, auch wenn es nach außen nicht so rüber kommt. Wir haben großen Aufwand betrieben und wenn du dann 0:1 zurückliegst, dann ist es gegen eine kompakte Mannschaft sehr schwierig«, meinte Stranzl. »Es hat heute nicht so funktioniert, wie wir uns das vorgestellt haben«.

»Wir haben zu viele Fehler gemacht und zu wenig Torchancen kreiert. Wir hatten nicht eine 100%ige Torchance und das ist in so einem wichtigen Hemspiel zu wenig«, sagte Thorben Marx.

Und das änderte sich auch danach nicht, als Lucien Favre frische Offensivkräfte brachte. »Wir haben am Ende mit vier Stürmern gespielt und es war katastrophal. Wir hatten nicht viele Torchancen, das war zu wenig. Wir hätten vielleicht ein null zu null erreichen können, aber mehr vielleicht nicht«, sagte Borussias Trainer. »Wir haben zu überhastet gespielt, weil wir unbedingt gewinnen wollten. Das verstehe ich, aber dabei haben wir vergessen, einfacher zu spielen«.

»Ich denke, dass sich die Mannschaft im Spiel selber zu viel Druck gemacht hat. Aber das ist klar, denn von allen Seiten war die Erwartung, dass wir einen Sieg brauchen. Somit war der Druck auch hoch«, analysierte Karim Matmour.

So verloren die Fohlen am Ende ein richtungsweisendes Spiel und verließen am Ende mit hängenden Köpfen den Borussia-Park, womit die Chancen auf den Klassenerhalt erheblich gesunken sind bzw. gen Null tendieren. »Ich bin realistisch optimistisch«, sagte Favre, der sich der schwierigen Unterfangen von Dienstantritt an bewusst war. »Es sind noch 21 Punkte zu vergeben, aber es ist auch klar, dass wir Topleistungen bringen müssen, wenn wir die Chance die noch da ist, nutzen wollen«.

»Natürlich ist unsere Situation schwierig. Mit uns rechnet eigentlich niemand mehr, aber wir müssen die Köpfe oben behalten und dran bleiben«, forderte Martin Stranzl und richtete gleich den Blick auf die nächste Aufgabe, die in zwei Wochen FC Bayern München heißt. »Bei den Bayern hast du nichts zu verlieren und kannst da meiner Meinung nach befreit aufspielen«.


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