Mit einer 5:1-Packung schickte Borussia Mönchengladbach den 1.FC Köln im rheinischen Derby nach Hause und hat sich auch nicht zuletzt aufgrund der Ergebnisse der Konkurrenz im Kampf um den Klassenerhalt in der Fußballbundesliga zurückgemeldet. Hoffnung keimt auf und dementsprechend schaute man nach dem Spiel in durchweg strahlende Gesichter der Protagonisten, die den Sieg dennoch richtig einzuschätzen wussten.
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| Borussia darf nach Derbysieg hoffen - Foto: Dirk Päffgen, Fohlen-Hautnah.de |
»Egal gegen wen, wir mussten heute drei Punkte machen«, sagte Borussias Trainer Lucien Favre im Anschluss an den siebten Saisonsieg. Womit der 53-Jährige ohne Zweifel durchaus Recht hatte. Doch das mussten die Borussen auch schon gegen Mitkonkurrent Kaiserslautern, wo dieses Vorhaben nicht gelang.
Für das Unternehmen Derbysieg hatte der Fußballlehrer zwei Änderungen und dabei einen Wechsel zwischen den Pfosten vorgenommen. Dabei fiel die Wahl nicht gänzlich überraschend auf Youngster Marc-André ter Stegen, der so zu seinem Bundesligadebüt kam.
Und das ‚ausgerechnet' im rheinischen Derby. Bereits vor dem Abschlusstraining am Samstag hatte sich Favre für den 18-Jährigen entschieden. »Ich habe gespürt, dass er das beherrschen konnte«, hatte sich Borussias Trainer auf sein Bauchgefühl verlassen. Das Vertrauen hat der Nachwuchstorhüter, der nach dem Spiel für sich sein wollte, durchaus zurückgezahlt. »Es war fast ein Endspiel und es nicht einfach für ihn. Er hat gut gespielt, war sicher und ruhig«, lobte Favre.
Der 18-Jährige konnte sich bei seiner Premiere durchaus für weitere Einsätze empfehlen, doch Lucien Favre wollte sich nach dem Spiel nicht festlegen, ob der Youngster nun die neue Nummer eins ist. »Ich habe drei gute Torhüter«, sagte Favre und wies darauf hin, dass sich Logan Bailly im Abschlusstraining eine Verletzung im Ellenbogen zuzog und aufgrund dessen nicht zur Verfügung stand. Doch alleine die Tatsache, dass die Entscheidung bereits davor gefallen war, dürfte auf eine Ablösung des Belgiers schließen.
Weiter hatte Favre mit Mo Idrissou und Mike Hanke zwei Spitzen aufgeboten, Patrick Herrmann nahm zunächst auf der Bank Platz. »Ich muss das Beste für die Mannschaft machen«, sagte Favre. »Sie haben gut gearbeitet und ich habe im Training festgestellt, dass das heute funktioniert«.
Funktioniert hatte bei den Borussen im 4-4-2 System zunächst nicht, aus der Überlegenheit Kapital zu schlagen. Der VfL ging engagiert zu Werke und beherrschte das Geschehen, hatte dennoch Schwierigkeiten, sich gegen die kompakte und dichte Kölner Defensive offensiv in Szene zu setzten. »Es war sehr schwierig«, sagte Favre. »Köln stand kompakt und wir haben keine Lücke gefunden«.
Doch nach 29 Minuten hatte seine Mannschaft ein Loch in den Kölner Beton gebohrt. Juan Arango brachte eine Ecke von Marco Reus zur 1:0-Führung in den Maschen unter. Mike Hanke hatte diese zuvor mit dem Kopf verlängert. Fortan bekamen die Borussen mehr und mehr Sicherheit und legten nur fünf Minuten später nach. »Danach haben viel mehr Vertrauen gehabt«, sagte Favre. Mike Hanke setzte Marco Reus in Szene, der mit einem tollen Abschluss die Führung ausbaute. »Das 2:0 war eine gute Kombination«, lobte Borussias Trainer.
»Es ist natürlich wichtig, dass wenn vorne einer schnell angespielt wird, dass wir dann auch schnelle Spieler haben, die dann auch reinrücken. Das hat Marco Reus heute natürlich super gemacht«, lobte Vorlagengeber Mike Hanke. »Ich passe den Ball und Marco leitet ihn beim 2:0 einfach weiter. So haben wir das auch im Training einstudiert«.
Und auch das 3:0 nur wenige Minuten später resultierte durch eine Kombination Hanke und Reus. Der 21-Jährige traf mit einem Sahneschuss zur 3:0-Pausenführugn in die Maschen. »Für mein Spiel, um mit Fahrt in den Ball reinzukommen ist es wichtig, solche Zuspiele von Mo Idrissou oder Mike Hanke zu bekommen«, sagte Marco Reus. »Die beiden haben ihre Sache sehr gut gemacht«.
Die Borussen hatten die Gäste aus der Domstadt im ersten Durchgang im Griff und gingen so mit einem verdientem 3:0-Vorsprung in die Kabine. Alle drei Tore bereitete Mike Hanke vor. »Er hat gut gespielt«, lobte Favre den dreifachen Vorlagengeber. »Du kannst mit ihm kombinieren und er spielt clever«.
»Ich denke mit drei Torvorlagen kann man zufrieden sein. Drei Tore in einem Spiel habe ich schon mal gemacht, aber drei Vorlagen hatte ich noch nie«, sagte Hanke und hatte auch gleich seine Rolle parat: »Vielleicht bin ich ja hier der neue Zehner«.
Nach dem Seitenwechsel stellt Köln sein System um und setzten die Fohlen unter Druck. Mit diesem kamen diese zunächst gar nicht zurecht und mussten prompt den Anschlusstreffer durch Novakovič hinnehmen.
Doch dadurch ließ sich der VfL nicht aus der Bahn werfen. Im Gegenteil. Mit einem Doppelschlag schlugen sie zurück und zogen auf 5:1 davon. Filip Daems per Foulelfmeter und Håvard Nordtveit stellten den Endstand her und ließen den Borussia-Park beben.
So durften die Borussen am Ende feiern und dürfen nicht zuletzt aufgrund der Ergebnisse der Konkurrenz wieder ein bisschen mehr auf den Klassenerhalt hoffen. Ein Sieg im Derby ist immer eine tolle Sache, doch dieser muss nun bereits am Freitag im Auswärtsspiel beim 1.FSV Mainz 05 vergoldet werden. Dann ist die Rettung tatsächlich wieder in greifbare Nähe. »Wir müssen jetzt mit Vollgas weiter machen«, gab Nordtveit die Parole aus.
»Ich denke, dass wir nicht zurückschauen sollten. Wir müssen jetzt das Positive aus dem Derby mitnehmen und nicht mehr an die verlorenen Spiele denken. Das bringt uns gar nichts«, sagte Mike Hanke. »Für uns gilt es positiv zu denken und nach vorne, also nach Mainz zu schauen«. Marco Reus brachte es am Ende auf den Punkt: »Wir dürfen jetzt nicht aufhören, sondern müssen am Freitag nachlegen«.






