Der 23-Jährige spielt lieber vor der Abwehr und bleibt der Borussia auch in der 2.Liga erhalten
Jeden Mittwoch ist beim Mönchengladbacher Radiosender 90,1 Zeit für die Sendung ‚Borussia hautnah'. So auch an diesem, als sich Roman Neustädter den Fragen von Moderatorin Petra Koch stellte. Der 23-jährige sprach unter anderem über die Chancen auf den Klassenerhalt, seine Rolle im Mittelfeld und über den kommenden Gegner 1. FSV Mainz 05. Wir haben das Interview in den Kernpunkten zusammengefasst.
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| Roman Neustädter zu Gast bei Radio 90,1 - Foto: Marc Schöne, Fohlen-Hautnah.de |
Petra Koch: Ich denke Roman, dass ihr nach dem Sieg gegen Köln ein schönes Restwochenende hattet ...
Roman Neustädter: Ja es war ein super Sonntagabend und ein tolles Gefühl, das Derby zuhause gewonnen zu haben. Besser hätte es nicht laufen können.
Petra Koch: Es hat eigentlich alles gepasst und dann steht man als Aussenstehender da und fragt sich: Warum nicht öfter so?
Roman Neustädter: Wenn wir uns das erklären könnten, dann würden wir nicht da unten stehen. Wir versuchen in jedem Spiel das abzurufen, was wir können. Zum Beispiel unsere Leistung in München, wo wir in der Defensive sehr gut gearbeitet haben, hat auch im Köln-Spiel bis auf die zehn bis vierzehn Minuten der zweiten Halbzeit, gepasst. Wir waren nach vorne zielstrebiger und haben auf die passenden Momente gewartet, um unsere Chancen zu nutzen und bei den Kölnern die Lücken zu finden. Es hat vorne wie hinten alles gepasst und dann kommt ein solcher Sieg zustande.
Petra Koch: Der Trainer hatte nach Bayern München gesagt, dass das Spiel ok war, aber das auch von allen mehr kommen muss, vor allem von vorne. Dieses Mal wart ihr sehr Kaltschnäuzig was auch die Chancenverwertung anging ...
Roman Neustädter: Wir haben in der Woche viele Spielzüge geübt und auch die Laufwege einstudiert, wo wer hinzulaufen hat. Alle Tore waren von uns sehr gut rausgespielt und auch nach den Standards sind wir gefährlicher geworden. So kann man sagen, dass wir die Woche gut gearbeitet und es auch verdient haben, in einem Spiel mal fünf Tore zu schießen.
Petra Koch: Jetzt ist die Situation wieder so, dass ihr auf zwei Punkte zum Relegationsplatz rangekommen seit und dann sagt man sich: Jetzt mal endlich zwei Spiele hintereinander gewinnen.
Roman Neustädter: Man sieht es bei anderen Mannschaften, dass man ganz schnell da unten rauskommen kann, wenn man eine Seie startet. Nach dem Spiel gegen Köln haben wir uns vorgenommen, die Woche weiter konzentriert anzugehen und dann am Freitag gegen Mainz defensiv so gut stehen ,wir in München und offensiv so gut spielen wie gegen Köln. Wenn das passt, dann würde wir uns alle einen Sieg wünschen.
Petra Koch: Dann wäre die berechtigte Hoffnung auf jeden Fall wieder da. Ihr habt noch fünf Spiele und somit sind 15 Punkte noch zu vergeben. Es ist ein bisschen merkwürdig, wenn der Druck ganz groß wird, dann seit ihr plötzlich da. Braucht ihr den?
Roman Neustädter: Ich denke, das kann man nicht sagen. Wer hat schon gerne Druck oder wer steht schon gerne die ganze Saison über auf einem Abstiegsplatz und wartet bis zum letzten Spieltag darauf, um sich dann zu retten. Ich denke, jeder hat es lieber vorzeitig gerettet zu sein, oder wie die Mannschaften oben, vorzeitig schon Meister ist. Von daher nehmen wir es so wie es ist und versuchen das Beste.
Petra Koch: Lucien Favre hat mal gesagt, er sucht die Mischung die halt passt und die richtige Balance auf dem Spielfeld hergibt. Seit ihr jetzt nah dran?
Roman Neustädter: Nach dem 3:1 oder 4:1 haben wir nicht mehr so direkt nach vorne gespielt, wie nach dem 1:0 oder 2:0, sondern haben den Gegner auch mal ein bisschen über längere Ballstafetten laufen lassen, um ihn ein bisschen müde zu spielen, und um dann unsere Lücken zu suchen, zu nutzen und in die Tiefe reinzustarten. Das hat sehr gut geklappt. Wir haben das Tempo immer mal etwas rausgenommen, dann mal wieder etwas angezogen. Am Ende hätten wir auch noch mal durch die Chance von Mo ein weiteres Tor machen können.
Petra Koch: Seit ihr ein bisschen abgezockter geworden?
Roman Neustädter: Ich denke, die Mannschaft spielt sich immer mehr ein. Mike und Mo haben jetzt schon einige Male zusammengespielt. Das kommt halt immer mit der Zeit und das kann man nicht nach einem Spiel sagen. Das kann man nicht nach einer Woche trainieren sagen, dass das passt, denn das Spiel selber ist immer noch was anderes. Man sieht, das sich unsere Spielzüge und unsere Laufwege immer mehr automatisieren, so dass es immer besser klappt.
Petra Koch: Wie viel Anteil hat der Trainer?
Roman Neustädter: Der Trainer stellt die Mannschaft auf, er trainiert die Truppe und ich sage mal, sein Anteil ist sehr groß. Er gibt die taktischen Aufgaben vor, wie wir es zu tun haben, wie wir die Mannschaft knacken können und im Endeffekt müssen wir es dann umsetzen. Ich sag mal, mindestens 50 Prozent Anteil.
Petra Koch: Wenn man sich so ein Training anschaut, dann unterbricht er gerne und oft. Er sagt euch viel und redet viel mit euch. Bist du jemand der das mag?
Roman Neustädter: Er unterbricht ja immer bei einem Fehler, egal bei wem er passiert. Ich denke, je schneller man darauf hingewiesen wird, oder je schneller man es gezeigt bekomm, destot besser ist, als wenn man dies nur in der Kabine auf einer Magnettafel gezeigt bekommt. Entweder direkt auf dem Platz oder in der Videoanalyse. Als Spieler sieht man das nicht unbedingt sofort, wenn man sich das dann aber im Fernsehen anschaut oder der Trainer es einem zeigt, dann verinnerlicht man das glaube ich, deutlicher.
Petra Koch: Habt ihr jetzt so die Mischung zwischen den 'jungen wilden' und den 'alten Hasen' gefunden?
Roman Neustädter: Ja. Ich glaube, der Trainer die richtige Mischung gefunden, weil man ein Gerüst in der Mannschaft braucht. Drum herum muss man die Spieler aufbauen, die dann für einen Trainer das Taktische und das Läuferische umsetzen, so wie er es haben möchte. Gegen Köln hat es perfekt gepasst und super funktioniert. Ich hoffe, dass das so weiter geht.
Petra Koch: Das 5:1 war super, hilft aber alles nichts, wenn ihr nicht nachlegt. Der Gegner ist dein Ex-Club, Mainz 05. Die Shootingstars der Hinrunde sind ein wenig auf den Boden der Realität zurückgekommen, aber immer noch Platz 5.
Roman Neustädter: Mainz ist eine super Truppe, die nach vorne sehr gut umschalten kann. Sie haben eine sehr gute Spielanlage, ein sehr gutes Passspiel. Es wird kein einfaches Spiel, aber ich glaube wenn wir unsere Leistung aus München und von zuhause gegen Köln mischen, dann denke ich, dass wir dort etwas mitnehmen können.
Petra Koch: Seit November haben die kein Heimspiel mehr gewonnen. Was ist denn das? Das kennt ihr doch irgendwo her?
Roman Neustädter: Natürlich wird Mainz auch brennen, um endlich mal wieder ein Heimspiel zu gewinnen, aber wir brauchen die Punkte auch. Wir werden kein bisschen weniger konzentriert in die Partie gehen, wie gegen Köln.
Petra Koch: Bei Mainz sind zwei Innenverteidiger gesperrt, unter anderem auch der Ex-Gladbacher Bo Svensson. Ist das gut oder eher schlecht, da man nicht genau weiß, was jetzt kommt.
Roman Neustädter: Wir nehmen es jetzt so hin, wie es kommt. Egal, wer in der Innenverteidigung spielt. Ich hätte gerne gegen die beiden gespielt, weil ich ja auch in der Aufstiegssaison mit den beiden mal zusammengespielt habe. Ich freue mich einfach auf das Spiel und darauf, die Jungs wieder zu treffen. Ich hoffe, dass es einfach ein tolles Spiel wird, und wir dann am Ende mit Punkten nach Hause fahren.
Petra Koch: Wie ist der Kontakt noch nach Mainz? Mainz ist ja auch ein Club den man im Herzen mit rum trägt, wenn man da gewesen ist.
Roman Neustädter: Ich verfolge auf jeden Fall die Spiele und freue mich auch für den Club, wie sich dort alles entwickelt hat, nachdem ich weg bin. Zu ein paar Spielern habe noch Kontakt, wobei einige auch schon weg sind, seit dem ich weg bin. Den Trainer kenne ich nicht und von daher ist jetzt nicht mehr so ein guter Kontakt da.
Petra Koch: Er ist auch einer der jungen Trainer. Als Mainz hier gespielt hat, wart ihr eigentlich besser. Dann kamen zwei hohe Bälle nach vorne und dann war das Ding durch. Bei der Pressekonferenz sprach der Mainzer Trainer vom Spirit. Ich habe den hier nicht gesehen. Was ist denn dieser Mainzer Spirit, den Thomas Tuchel meint?
Roman Neustädter: Das kann ich nicht sagen. Das ist bei jedem Trainer anders. Aber wie man an der Hinrunde sieht, ist diese für Mainz super gelaufen. Da hat von vorne bis hinten alles funktioniert und hatten einen riesen Lauf. Klar war aber auch, dass sie das irgendwann mal nicht durchhalten können. Aber ich kann das nicht genau sagen was er mit dem Spirit meint, weil ich ihn nicht kenne.
Petra Koch: Ihr müsst drei Punkte holen, um die Hoffnung vier aus sechs Spielen zu halten. Jetzt sind es noch drei Spiele, die ihr gewinnen müsst. Ob es dann reicht am Ende, weiß man nicht. Auf jeden Fall solltet ihr einen Dreier holen. Das heißt, ihr müsst schon mit einer gewissen Offensive in dieses Spiel gehen.
Roman Neustädter: Ja natürlich. Ich denke, der Trainer wird uns morgen im bei einem Video oder in einer Besprechung sagen, wie wir auftreten sollen. Ich denke mal, auf jeden Fall aus einer geordneten Defensive. Wir dürfen nicht direkt alles nach vorne werfen, sonst kann der Schuss ganz schnell nach hinten los gehen, da Mainz sehr konterstark ist. Der Trainer wird sich bestimmt noch was einfallen lassen, wie die Mainzer zu knacken sind.
Petra Koch: Ist das für dich noch ein besonderes Spiel, oder ist es eins wie jedes andere auch?
Roman Neustädter: Auf jeden Fall ist es noch ein besonders Spiel für mich. Ich habe da 15 Jahre lang Fußball gespielt, den Sprung nach oben ins Profigeschäft geschafft und habe noch viele Freunde in Mainz. Meine Familie und Freunde kommen und von daher wird es schon ein besonderes Spiel für mich.
Petra Koch: Danach kommt für mich der deutsche Meister, auch wenn sie es noch nicht ganz sind und es noch immer von sich weisen. Es kommt Borussia Dormund. Das Spiel findet vor verkauften Haus statt. Dann stehen noch Hannover, Freiburg und zum Schluss Hamburg auf dem Programm. Das ist ein relativ schweres Restprogramm. Stranzl hat gesagt, ne passt, dass ist eigentlich super so. Was sagst du?
Roman Neustädter: Ich denke auch, weil wir in München eine gute Ausgangsleistung gezeigt haben und gegen Köln auch sehr gut agiert haben. Klar, wir denken von Spiel zu Spiel, aber in jedem Spiel ist alles möglich. Ein Spiel beginnt bei 0:0 und ich denke auch, dass wir die Qualitäten haben, einen eventuellen und zukünftigen deutschen Meister zu schlagen, oder auch in Hamburg oder Hannover zu punkten.
Petra Koch: Wenn ich in der Truppe so rumfrage, seit ihr alle noch fest davon überzeugt, dass die Nummer noch klappt. Das ist ja auch gut so. Draußen glaubt das vielleicht nicht mehr jeder.
Roman Neustädter: Als Außenstehender ist es immer schwer uns das abzukaufen, weil man nicht jeden Tag dabei ist. Man ist nicht jeden Tag mit der Truppe in der Kabine, oder wenn wir miteinander über die ganze Situation reden. Es ist wirklich so, dass jeder Spieler dran glaubt und keiner an etwas anderes denkt, sondern wir haben das verinnerlicht und wir haben uns geschworen, dass wir alles geben werden. Ich denke, wenn jeder daran glaubt, dann ist die Wahrscheinlichkeit größter das wir es packen, als wenn nur die Hälfte dran glaubt.
Petra Koch: Mit Sicherheit. Ich weiß, du warst am Anfang der Saison hier, da warst du noch nicht Stammkraft. Jetzt bist du es und daher hat sich für dich in diesem Fall alles zum Positiven gedreht.
Roman Neustädter: Ich kann mich nicht beschweren, für mich läuft es super.
Petra Koch: War am Anfang ein bisschen Kampf ..
Roman Neustädter: Ich nehme jetzt mal die ganzen 1,5 Jahre, die ich gebraucht habe, um Stammspieler zu werden. Ich hatte viele schlechte Zeiten, in denen mich meine Familie und meine Freundin immer wieder aufgebaut und gesagt haben, gibt nicht auf, du schaffst das. Ich glaube, dass hat sich gelohnt.
Petra Koch: Dann hast du Michael Frontzeck und auch Lucien Favre von dir überzeugt. Nur mit der Position ist man sich nicht einig. Du musstest jetzt im Mittelfeld schon mal alles spielen?
Roman Neustädter: Ja, die letzten beiden Spiele der Hinrunde habe ich unter Frontzeck alleine auf der 6 gespielt. Dann entweder zusammen mit Thorben oder Havard. Zuletzt habe ich mal ein paar Spiele auf der "10" gemacht. Jetzt spiele ich wieder auf der "6" und ich muss sagen, da fühle ich mich eigentlich am wohlsten, weil ich dann das Spiel vor mir habe und sehe, die Stürmer leiten kann und auch die Mittelfeldspieler sehe.
Die 10er-Position ist eigentlich auch eine super Position, aber um die spielen zu können, müsste ich mich noch etwas länger daran gewöhnen. Das könnte ich eigentlich nicht von jetzt auf gleich spielen. Mir gefällt es, mehr aus der Tiefe zu kommen und von der Situation abhängig dann in die Lücken zu starten.
Petra Koch: Wenn man aber jemand ist der mehrere Rollen spielen kann, dann ist dass auch ganz wichtig für eine Mannschaft. Kann man sich denn so einfach wieder in eine andere Rolle rein denken, es gäbe da ja auch noch den 8er, da könnte man ja auch noch hingehen, da hättest du das Spiel auch wieder mehr vor dir.
Roman Neustädter: Ich habe zwei oder drei Spiele auf der "10" gemacht und dann gegen München wieder mit Havard auf der "6" direkt vor der Abwehr. Ich glaube, dass ich auf dieser Position keine Eingewöhnungsphase mehr brauche, sondern diese verinnerlicht habe, weil ich sie von der Jugend an immer gespielt habe.
Petra Koch: Das heißt da fühlt ihr euch wohl, ihr seit dann mehr oder weniger auch das neue Duo auf der 6, weil Havard Nordtveit auch noch nicht lange bei der Borussia ist. Ich würde mal sagen ein hoffnungsvolles, junges Duo auf einer ganz verantwortungsvollen Position?
Roman Neustädter: Ich glaube, wenn man die ganze Bundesliga auf der "6" durchgeht und sieht, welche Spieler dort spielen, dann sieht man sehr oft, dass dort viele erfahrene Spieler spielen, eventuell mit einem jungen, in Dortmund spielen auch zwei sehr junge. Das ist eine sehr wichtige Position und ich glaube in diese muss man auch richtig rein wachsen. Ich glaube bei uns ist es jetzt das fünfte oder sechste gemeinsame Spiel auf der "6" und wir verstehen uns von Spiel zu Spiel. Natürlich klappt das auch im Training immer besser auf der Position. Ich hoffe, dass das so weiter geht.
Petra Koch: Es gibt Spieler, die haben immer einen großen Bonus und es gibt Spieler, die werden immer sehr kritisch gesehen. Ich habe das Gefühl, du wirst eher immer etwas kritischer gesehen. Hast du auch so das Gefühl?
Roman Neustädter: Ja ab und zu. Das war bei mir in der Jugend oder auch in Mainz schon so. Es wurde mir immer gesagt, dass das vielleicht an meiner Größe und meinem Laufstil liegt, dass das zu arrogant wirkt. Dabei ist das eigentlich gar nicht so, sondern das ich immer versuche im Dienste der Mannschaft zu stehen und für die Mannschaft zu arbeiten, weil letztendlich auch nur der mannschaftliche Erfolg zählt.
Petra Koch: Du bist derjenige, der im Team die meisten Kilometer läuft.
Roman Neustädter: Es ist eigentlich egal wie viel ich laufe. Hauptsache wir sind am Ende mit drei Punkte bedient, von daher ist mir kein Kilometer zu schade.
Petra Koch: Aber dieses Stichwort, es sieht arrogant aus, ist nach draußen ja eine Empfindung, die man nach außen ja nur schwer erklären kann, oder? Du bist ein netter junger Mann, der gut erzogen ist und nicht arrogant ist.
Roman Neustädter: In Mainz wurde mir öfter gesagt, dass das mit der Größe vielleicht zusammenhängt, oder das ich vielleicht den Kopf immer so weit oben habe. Aber ich glaube, auf dem Platz braucht man Übersicht und deshalb habe ich den Kopf auch immer oben.
Petra Koch: Wir haben eben schon drüber gesprochen, dass ihr alle dran glaubt die Klasse zu halten. Ich zweifle noch, wünsche mir aber nichts anderes und hoffe, dass ihr mich Lügen straft. Was passiert wenn ihr absteigt, geht dann dass große abwandern los, was passiert mit Roman Neustädter?
Roman Neustädter: Mein Vertrag läuft bis 2012. Ich fühle mich hier pudelwohl und möchte den Verein nicht verlassen.
Petra Koch: Das heißt auch in der zweiten Liga würdest du die Faust in die Tasche machen und sagen, komm wir steigen wieder auf?
Roman Neustädter: Ja, auf jeden Fall.
Petra Koch: Glaubst du, dass man die Mannschaft halbwegs zusammenhalten kann?
Roman Neustädter: Das kann man jetzt nicht sagen, dass kommt immer darauf an, wie die Verantwortlichen planen und wie sie den Wiederaufstieg und mit welchen Spielern sie planen und wie sie das Ganze vor haben. Von daher kann man das als Spieler jetzt nicht so sehen und in die Köpfe reinschauen.
Petra Koch: Wenn es so ging, bis auf vielleicht ein oder zwei Spieler die den Club dann verlassen würden, hättet ihr in ein bis zwei Jahren eine Mannschaft, die richtig Potenzial hat oder?
Roman Neustädter: Das Beispiel Dortmund unterstreicht das glaube ich, dass wenn eine Mannschaft eingespielt ist, dann spielst du auch mit viel Selbstvertrauen, weil alles klappt. Du erntest, was du zwei Jahre lang gesät hast, auch wenn ein paar schlechte Spiele und ein paar Rückschläge dabei waren. Aber wir haben auch eine junge Truppe, die Mischung stimmt und ich denke, dass hier auch etwas entstehen kann.
Petra Koch: Der Druck den man hat, wenn man seit Wochen da unten steht, ist wahrscheunlich allgegenwärtig. Man nimmt davon ja auch ein bisschen was mit nach Hause. Wie schwer ist es, damit umzugehen und wie schwer ist es auch noch in der Stadt rauszugehen, oder sind die Leute noch nett?
Roman Neustädter: Nach Köln ist es natürlich etwas einfacher. Aber allgemein schaue ich eigentlich kaum auf die Tabelle, auch wenn man sich mit dem Jungs trifft, dann redet man eigentlich nicht über den letzten Platz auf dem wir stehen, sondern haben Spaß an unserer Arbeit, freuen uns auf jedes Training und auch auf jedes Spiel, um die Punkte einzufahren und um vielleicht dann am Freitag auch nicht mehr auf dem letzten Platz zu stehen.
Petra Koch: Ich hoffe, dass euer Optimismus für alle ansteckend ist, dass das klappt und das ihr in den letzten Spielen die nötigen Punkte holt. Natürlich muss man auch hoffen, dass die anderen patzen. Ich drücke die Daumen auch für dich, dass es so weiter geht. Vielen Dank das du hier warst.
Roman Neustädter: Vielen Dank.






