Frust und Ärger bei den Borussen nach der Niederlage gegen Mainz
Drei Minuten fehlten Borussia Mönchengladbach im Mainzer Bruchwegstadion, um beim 1.FSV Mainz 05 wenigstens einen Punkt mit an den Niederrhein zu nehmen. Doch André Schürrle traf die Fohlen in der 87. Minute mit einem Sonntagsschuss am Freitagabend genau ins Mark. Und auch Schiedsrichter Deniz Aytekin zog verständlicherweise den Unmut der Borussen auf sich. Dementsprechend schaute man auch einen Tag nach der bitteren Niederlage in verärgerte Gesichter.
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| Frust und Äger bei Borussia nach Mainz. Foto: Dirk Päffgen, Fohlen-hautnah.de |
Als Schiedsrichter Deniz Aytekin nach 93 Minuten die Partie im Mainzer Bruchwegstadion abpfiff, war man vor allen Dingen auf Seiten des VfL alles andere als gut auf Schiedsrichter Deniz Aytekin zu sprechen.
Zu sehr hatte der 32-Jährige zuvor Einfluss auf den Ausgang des Spiels genommen - zu Ungunsten der Borussia. Allen voran der Platzverweis von Mike Hanke und der nicht gegebene Elfmeter hatten Spieler und Verantwortliche zurecht auf die Palme gebracht. »Das ist ja Wahnsinn und absolut lächerlich«, zeigte sich Hanke kurz nach dem Spiel in der Analyse zur ersten gelben Karte erbost.
Zuvor hatte sich der Stürmer mit dem Unparteiischen nach seinem nicht gegebenen Tor einen Disput geliefert, wonach es Aytekin bei einer mündlichen Ermahnung beließ. »Eine sehr skurrile Situation«, staunte Max Eberl. Doch nach der nächsten Aktion zückte Aytekin die gelbe Karte, nach dem Stürmer allerdings einen ‚normalen' Zweikampf führte. »Die Summe der Vergehen führte zu der Entscheidung«, begründete Deniz Aytekin nach dem Spiel.
Große ‚Vergehen' waren bei dem ansonsten fair spielenden Mike Hanke allerdings nicht zu erkennen. Zu allem Übel sah Hanke dann nach einem Foulspiel an Eugen Polanski die zweite Gelbe Karte und flog somit mit Gelb-Rot vom Platz. »Die Gelb-Rote Karte ist ein absoluter Witz«, ärgerte sich Max Eberl.
Ein in der Tat mehr als diskutierbarer Platzverweis für den Stürmer, denn zumindest die erste Verwarnung erschien nicht zwingend notwendig, wenn nicht gar völlig unnötig. Auf der anderen Seite muss sich Hanke wohl auch die Frage gefallen lassen, als vorbelasteter Spieler so in einen Zweikampf zu gehen.
»Ich habe fast gar nicht geschlafen und habe mir noch sehr viele Gedanken gemacht, was ich hätte besser machen können«, sagte Mike Hanke am Samstag und hatte noch in der Nacht die Szenen Revue passieren lassen. »Vielleicht hätte ich nicht so rein grätschen sollen, aber ich fand, dass es eine Situation war, wo ich einfach den Ball erobern wollte. Das kann einfach passieren«.
Zwanzig Minuten vor dem Abpfiff passierte die nächste strittige Situation, in der Schiedsrichter Aytekin den VfL klar benachteiligte. Marco Reus drang in den Strafraum ein und wurde von Eugen Polanski klar zu Fall gebracht - den Ball spielte der Ex-Gladbacher dabei nicht. »Das ist ein klarer Elfmeter«, legte sich Hanke nach dem Spiel fest und ergänzte: »Ich weiß nicht, ob er da Angst hat zu pfeifen oder was. Auf jeden Fall ist das eine Frechheit«.
»Wenn wir da keinen Elfmeter pfeifen, dann weiß ich nicht, wie wir Fußball spielen. Er gibt eine Gelbe Karte wegen einer Farce und Eugen Polanski kommt den Schritt zu spät. Da muss ich konsequent sein und Elfmeter pfeifen«, echauffierte sich Max Eberl. »Aber nicht auf einer Seite konsequent und auf der anderen Seite wie eine Wurst«.
Da half es auch Nichts, dass Deniz Aytekin zu später Stunde nach dem Spiel seine Fehler gestand und die Szene als elfmeterwürdig analysierte. »Es ist sehr schwer, die Entscheidungen zu akzeptieren. Aber die Fehler vom Schiedsrichter gehören dazu. Wir können leider nichts dagegen machen und es nicht mehr ändern«, wollte Lucien Favre am Samstag nicht mehr großartig auf den Schiedsrichter eingehen. »Einfach Klappe zu und fertig«.
Die Borussen hatten auch nach dem Platzverweis gerade in der Defensive eine mehr als ordentliche Leitung abgeliefert und dabei die Rheinhessen zur Verzweiflung gebracht. Es sah alles nach einer Punkteteilung aus, die die Borussen zwar nicht richtig von der Stelle gebracht jedoch zumindest mehr am Leben gehalten hätte.
Doch André Schürrle brachte den VfL drei Minuten vor Schluss mit einer klasse Einzelaktion um den verdienten Lohn. Ein Schuss, bei dem Marc-André ter Stegen keine Abwehrchance hatte, wenngleich Borussias Schlussmann mit den Fingerkuppen an dem Ball war. »Ich habe mir das Gegentor noch zehnmal angeschaut. Das hat mich sehr geärgert, aber er trifft ihn wirklich überragend«, analysierte der 18-Jährige.
So standen die Borussen am Ende mit leeren Händen da. »Wenn man so kurz vor Schluss das Tor kassiert, dann tut das weh«, zeigte sich Filip Daems auch noch am Samstagmittag geknickt.
Tatsächlich tut diese Niederlage den Borussen weh, denn die Hoffnungen auf den Klassenerhalt tendieren nun wieder gen Null. Aufgeben werden die Profis allerdings nach wie vor nicht und so ging Marc-André ter Stegen mit gutem Beispiel voran. »Ich sehe da durchaus noch eine Chance. Wir haben noch vier Spiele und müssen in jeder Sekunde und bis zum Ende an uns glauben«, gab der Youngster die Parole aus und brachte es auf den Punkt: »Jetzt müssen wir gegen Dortmund punkten, so einfach ist es«.






