Noch vier Tage Zeit bleiben Borussia Mönchengladbach, um sich auf das kommende Heimspiel gegen den wohl zukünftigen deutschen Meister aus Dortmund vorzubereiten. Borussias Trainer Lucien Favre hatte dazu am Dienstag zwei Trainingseinheiten angesetzt und konnte dabei auf nahezu seinen kompletten Kader zurückgreifen. Igor de Camargo stand zwar ebenso wieder auf dem Trainingsplatz, allerdings noch mit leicht angezogener Handbremse. Unterdessen ist jedem Borusen die Wichtigkeit des Heimspiels am Ostersamstag gegen den BVB bewusst.
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| Kehrt de Camargo gegen den BVB zurück? Foto: Marc Schöne, Fohlen-Hautnah.de |
Den Trainingsplatz nicht betraten Jean-Sébastien Jaurès (Knieprobleme) und Logan Bailly, der sich mit einem Infekt abgemeldet hatte. Ansonsten standen Favre all seine Profis zur morgendlichen Einheit, die er in zwei Gruppen absolvieren ließ, zur Verfügung. Für beide Gruppen standen bei der insgesamt 90-minütigen Einheit schnelles und direktes Passspiel auf kurze und lange Distanz sowie zum Abschluss ein Spiel in einem Kleinfeld mit Toren.
Daran nahmen Mathew Leckie und Jens Wissing allerdings nicht teil. Beide Profis absolvierten mit Physiotherapeut Andreas Bluhm ein individuelles Trainingsprogramm und hinterließen dabei einen recht ordentlichen Eindruck. Sollte sich dieser Eindruck in den kommenden Tagen bestätigen und gar steigern, dann sollen beide in der kommenden Woche in das Mannschaftstraining integriert werden.
In diesem befinden sich auch Mo Idrissou und Romans Neustädter, die nach ihrem Magen-Darm-Infekt bzw. Schädelprellung am Montag lediglich eine Laufeinheit absolviert hatten, während ihre Mannschaftskollegen mit Fußballtennis in die Trainingswoche gestartet waren.
Und auch Igor de Camargo tastet sich nach seiner Innenbanddehnung, die ihm in der vergangenen Woche noch einen Rückschlag erleiden ließ, langsam aber sicher an die Mannschaft heran.
Zumindest trainierte der Stürmer am Dienstagmorgen wieder mit den Kollegen, nachdem er bereits am Montag am Fußballtennis teilgenommen hatte. »Es ist immer ein gutes Gefühl, wenn du auf den Platz gehen und mit dem Ball trainieren kannst«, strahlte de Camargo, der zur Stabilisation seines Knies eine Bandage getragen hatte.
»Es geht mir besser. Die Verletzung ist zwar nicht zu 100 Prozent genesen, aber ich bin auf einem guten Weg«, meinte der 27-Jährige. Ebenso vielversprechend sah es vor dem Spiel gegen Mainz aus, doch dann machte ihm sein Knie wieder zu schaffen, was einen Einsatz unmöglich machte.
Gerade aufgrund gehen sowohl de Camargo als auch sein Trainer Lucien Favre mit der Belastung des Knies behutsam um, weshalb er der Nachmittagseinheit beim Elf-gegen-Elf fern blieb. Am Mittwoch soll der belgische Nationalspieler dann wieder komplett am Mannschaftstraining teilnehmen. »Das sind noch mal intensive Einheiten. Ich hoffe, dass ich beide mitmachen kann. Dann schauen wir weiter«, so de Camargo.
Bereits einen Tag nach der Niederlage in Mainz hatte Lucien Favre einen Einsatz des belgischen Nationslspielers gegen Dortmund nahezu kategorisch ausgeschlossen. Nun besteht vielleicht Hoffnung und am Ende der Trainingswoche wird sich dann wohl entscheiden, ob es am Ostersamstag für einen Einsatz gegen die Namenscousine aus Dortmund reicht. »Ich muss mit dem Trainer überlegen, was wir Samstag machen«.
Eine generelle Einsatzprognose für den Samstag ist allerdings noch zu früh. Verständlich, denn schließlich stehen bis dahin inklusive Abschlusstraining am Karfreitag noch vier Einheiten auf dem Plan. »Heute ist erst Dienstag. Um sagen zu können, ich spiele gegen Dortmund, ist es noch zu früh«, gibt sich der 27-Jährige vorsichtig und ergänzt: »Natürlich möchte ich gerne dabei sein, aber mein Körper muss zu 100 Prozent fit sein. Ich will ruhig bleiben. Für mich ist es wichtig, dass ich keinen Schmerz mehr fühle. Wenn das der Fall ist, dann Spiele ich Samstag«.
In jeden Fall spielen wird am Samstag indes Marco Reus, der somit auf seinen Jugendverein trifft. Bereits im Hinspiel hatte der Youngster BVB-Trainer Jürgen Klopp beeindruckt. Bei der 1:4-Klatschte besorgte der 21-Jährige den Treffer für den VfL.
Das am besten auch am Samstag, dann aber zu einem für den VfL positivem Ende beitragend. »Wir müssen Dortmund am besten vorne angreifen und sie nicht ins Spiel kommen lassen. Dann haben wir auch eine große Chance«, gibt Reus die Marschrichtung vor.
Die Tatsache, dass der BVB auf Nuri Şahin verzichten muss, spielt für Borussias ‚Rakete' indes keine große Rolle. »Nuri, den ich ein bisschen kenne, ist ein guter Fußballer, aber das, was dahinter ist, ist auch nicht so schlecht«, sagt Reus. »Von daher ist es eigentlich egal, wer da bei Dortmund auf dem Platz steht«.
In jedem Fall zählt für die Gladbacher Borussia ‚nur' ein Sieg. Spielt dann die Konkurrenz im wahrsten Sinne des Wortes wie auch schon am letzten Wochenende mit, dann könnten die Fohlen mit St. Pauli und dem VfL Wolfsburg gleichziehen oder den Abstand verkürzen. »Es wäre schon nicht schlecht, wenn Köln gewinnt. Wolfsburg ist auch nicht stabil«, sagt Reus.
Doch um überhaupt auf die anderen Plätze schielen zu können, ist jedoch zunächst ein Sieg gegen Dortmund Voraussetzung. »Wir müssen erst mal auf uns schauen«, weiß der 21-Jährige, der für seine Familie und Freunde Karten für den Borussia-Park besorgt hat, und gibt die Parole aus: »Solange wir nicht gewinnen, können wir auch nicht nach vorne kommen. Von daher schauen wir auf uns und wollen am Samstag Dortmund schlagen«.
Wie indes Borussias Lucien Favre das Unternehmen Heimsieg gegen den BVB gerade im Bezug auf die Offensive angehen will, ist bisher noch nicht ersichtlich und wird wohl auch gerade davon abhängen, ob und in wie weit Igor de Camargo mitwirken kann.
In dem Fall steht dem 53-jährigen Fußballlehrer Mike Hanke nicht zur Verfügung, der aufgrund seiner Gelb-Roten Karte in Mainz für ein Spiel gesperrt ist. Sollte de Camargo nicht zur Verfügung stehe, so könnte Patrick Herrmann in die Startelf rücken und die rechte Mittelfeldseite besetzten, während Marco Reus in die Offensive rücken würde. Denn an der Systemschraube wird Favre aufgrund der klaren Ausgangslage wolh nicht drehen, sondern am 4-2-2 System festhalten.
Auch die Personalie Karim Matmour wäre denkbar und möglich. Der Algerier sammelte am vergangenen Samstag unter den Augen von Lucien Favre auf eigenen Wunsch Spielpraxis bei Borussias zweiter Mannschaft beim 3:2-Sieg gegen den SC Verl. Oder gar Elias Kachunga, der bekanntlich ab der neuen Saison von Fabian Bäcker den Platz im Profikader einnehmen wird. Dahingehend hat sich Favre am Montag und Dienstag jedenfalls noch nicht in die Karten schauen lassen. Die kommenden Tage werden da sicherlich Aufschluss geben.
Eines steht jedoch davon ab unmissverständlich fest: Gegen den Dortmund zählt für die Gladbacher Borussia ‚nur' ein Sieg. Und so bringt es Patrick Herrmann auf den Punkt: »Wir müssen gewinnen, egal wie...«.






