Borussias Scoutingchef und Teammanager war zu Gast bei Radio 90,1
Jeden Mittwoch ist beim Mönchengladbacher Radiosender 90,1 Zeit für die Sendung ‚Borussia hautnah'. So auch an diesem, als sich Teammanager Steffen Korell den Fragen von Moderatorin Petra Koch stellte. Der 39-jährige sprach unter anderem über die Chancen auf den Klassenerhalt, die Zukunftsplanungen und über den kommenden Gegner Borussia Dormund. Wir haben das Interview in den Kernpunkten zusammengefasst.
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| Teammanager Steffen Korell bei Radio 90,1 - Foto: Marc Schöne, Fohlen-Hautnah.de |
Petra Koch: Steffen, wir haben immer gehofft, dass die Borussia zu diesem Zeitpunkt mal etwas besser da steht. Hofft ihr immer noch?
Steffen Korell: Ich halte mal dagegen. Wir haben immer noch drei Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz und wir sind immer noch dran und können es noch schaffen. So lange werden wir weiter arbeiten. Wir haben jetzt am Wochenende erlebt, dass es mit der eigenen Leistung nicht gereicht hat, aber die Gegner Wolfsburg und St. Pauli haben so gespielt, dass wir weiter mit im Rennen sind. Von daher geht es weiter und wir werden versuchen gegen Dortmund zu gewinnen.
Petra Koch: Seit dem Hinspiel gegen Mainz steht Borussia auf dem 18. Tabellenplatz. Kann man das mit Pech erklären?
Steffen Korell: Da muss man jetzt weit ausholen. Es gibt genügend Gründe, die man aus der Hinrunde mit aufführen kann. Verletzungspech und all dass, was uns in dieser Saison widerfahren ist. Das kannst du nicht planen und das kann ein Max in seiner Kaderplanung nicht berücksichtigen. Das ist Pech. Das hat auch nichts mit mangelnder Therapie zu tun.
Alles was in der Rückrunde passiert. Wir haben 16 Punkte, dass halte ich für relativ normal, dass du gewinnst und verlierst. Das ist für Borussia eigentlich normal, dass Problem ist nur, dass wir eigentlich gewinnen und gewinnen müssen, um mal wirklich den Abstiegsrang zu verlassen. Das Problem ist eigentlich, dass wir eine außergewöhnliche Rückrunde spielen müssen.
Petra Koch: Du sagtest gerade, es ist eine normale und keine außergewöhnliche Rückrunde. Die Mannschaft hat für mich nie die Stabilität, zum Beispiel mal zwei Spiele hintereinander zu gewinnen ...
Steffen Korell: Wenn ich jetzt Mainz nehme, dann sind wir nicht weit weg davon. Eine Serie ist für mich auch mal nicht zu verlieren, auch in München, wo du hättest einen Punkt mitnehmen können, mal nicht zu verlieren. Auch gegen Kaiserslautern, wo du siegen musst, wie draußen alles sagen, hätte uns ein Punkt auch schon weitergeholfen. Ich denke immer, man muss auch die Leistungen und die Umstände wie in Mainz nehmen, wo du mit zehn Mann gewinnst, wenn wir den Elfmeter bekommen.
Das ist natürlich mal ein Ausrufezeichen für die Konkurrenz und das ist für die Moral der Mannschaft extrem wichtig. Das haben wir nicht geschafft. Natürlich kannst du sagen, Mike Hanke geh nicht so dahin, aber man muss auch mal sagen dürfen: Der Schiedsrichter lag mal in diesem Spiel daneben. Dann müssen wir uns auch nicht immer dafür verantwortlich sehen.
Petra Koch: Da muss ja irgendetwas passiert sein, wo man sagt: Okay, irgendwo hat die Mannschaft die Qualität oder den Willen nicht. Den Willen will man der Mannschaft ja eigentlich nicht absprechen.
Steffen Korell: Respekt, wie sich die Jungs in Mainz reingehauen haben. In so einer Situation wieder der Nackenschlag mit Gelb-Rot. Aber du verteidigst das bis zum Schluss richtig gut. Da liegt es nicht an der Moral, da habe ich auch keine Bedenken. Natürlich haben wir ansonsten auch mit zehn Punkten eine Hypothek, die man irgendwo in den Kleidern mit rum trägt. Auch aas Moral angeht ist es mal eine Serie zu starten, da haben wir den Sack oftmals nicht zumachen können.
Das ist der Situation geschuldet. Wir haben natürlich auch eine Mannschaft, die generell auf einem ganz hohem Niveau spielen muss, damit wir die Spiele auch gewinnen. Aber noch mal: Ich sehe die Rückrunde als rnormal an. Wir müssen jetzt drei Spiele gewinnen, was außergewöhnlich wäre, aber wir müssen jetzt Außergewöhnliches leisten. Aber genau das wollen wir versuchen.
Petra Koch: Du bist als Teammanager relativ nah an der Mannschaft dran. Wenn sie etwas haben, dann kommen sie zu dir und du siehst du sie ja auch vom Platz kommen. Wie rappeln die sich immer wieder auf und wir müssen bis zum Ende. Wie machen die das, oder wie nehmen sie diesen Kampf überhaupt auf?
Steffen Korell: Ich habe jetzt nach dem Spiel in Mainz einfach spontan das Gefühl gehabt, mal auf den Platz zu gehen und jeden abzuklatschen, obwohl ich das normalerweise nicht bin. Ich wollte aber einfach sagen: Jungs ihr habt heute alles gegeben. Wir brauchen diese Moral auch gegen Dortmund und dann haben wir eine Chance zu gewinnen. Ich denke, jeder der um die Mannschaft arbeitet, hat einen kleinen Teil dazu beizutragen, um eine Mannschaft wieder aufzurichten.
Aber sie müssen sich selbst auch wieder an den Haaren aus dem Dreck ziehen. Dafür brauchst du erfahrene Spieler, da du brauchst Spieler, die immer den Kopf oben haben. Da haben wir dann doch ein paar, wenn ich beispielsweise den Mike Hanke lese, der im Kicker sagt, wir haben uns nicht aufgegeben und wir werden alles dafür tun. Ich weiß, dass das ehrlich gemeint ist, weil ich das auch im Training sehe und weil ich einen Stranzl und Dante sehe, die vorne weg marschieren.. Das gibt mir dann auch noch die Hoffnung, dass wir es schaffen können.
Petra Koch: Du bist mit diesem Verein natürlich als Spieler verbunden gewesen und jetzt als Teammanager verbunden. Wie sehr beschäftigt dich diese Situation und dein Leben?
Steffen Korell: Wenn du meine Frau fragst, dann beschäftigt und belsatet mich das eigentlich sehr. Das ist normal und das kann man auch nicht so abschütteln, dafür bin ich auch nicht der Typ, weil es ist ein Teil meines Lebens. Mein Seelenheil hängt nicht davon ab, aber man lebt das mit, ist ständig um der Mannschaft herum, man hat die Spieler mit geholt und man hat sie mit betreut und man ist ja auch mit dem Trainer eng zusammen.
Also es gibt verschiedene Situationen, wo beispielsweise Michael Frontzeck gegangen ist, dass geht einem nah, weil ich nie menschlich und beruflich trennen kann und weil ich meine Emotionen auch nicht in meiner Arbeit heraus lasse. Deswegen ist es umso schöner, wenn du dann mal so ein Spiel wie gegen Köln gewinnst und selbst auch wieder richtig Hoffnung schöpfst. In dem Wellental bewegst du dich momentan.
Petra Koch: Wie bekommst du die Kritik mit oder ab? Was ist, wenn dich Leute auf der Straße ansprechen, diskutierst du mit ihnen, oder kommt das gar nicht vor?
Steffen Korell: Als Spieler war ich eigentlich ein bisschen anders, vielleicht ein bisschen zurückgezogener. Aber ich habe es immer wieder erlebt, dass es auch schön und gut ist, wenn man diskutiert und wenn man offen auf die Leute zugeht. Weil ich denke, dass generell im Fußball der Abstand zu den Fans immer größer wird, auch vielleicht von den Spielern.
Ich bin der Meinung, dass man das wieder herführen muss, mal abgesehen davon, was in der Zeitung steht. Dass was der Fan,w ie der sich im Stadion und wie er sich insgesamt fühlt - das sollte im Vordergrund stehen und da ist jede Diskussion und jede Information, die man vielleicht als Insider weitergibt, hilfreicher um zu verstehen, was denn bei Borussia momentan passiert.
Petra Koch: Schwieriger ist das, was oft gerade in solchen Situationen in Internetforen los ist. Ich habe es mal gemacht und habe mal reingeschaut, auch wenn ich nicht so ein Freund davon bin. Da ist ne Menge los. Liest man das, oder lässt man das nicht an sich ran?
Steffen Korell: Ich muss sagen, dass ich kein Internetfreak bin. Ich weiß nicht, ob das wirklich die breite Meinung ist. Ich halte mich an den Sachen fest, die ich tagtäglich und auch im Stadion sehe und erlebe. Wir haben eine beschissene Vorrunde mit zehn Punkten und ich habe nicht das Gefühl, dass die Fans auf die Barrikaden gehen, sondern sie sind alle enttäuscht wie wir auch, aber ich glaube trotzdem, dass der Weg, den wir gehen auch von den Fans gesehen wird. Daran halte ich mich fest. Daher sehe ich das positiv, aber natürlich muss man den Leuten auch neue Hoffnung geben, dass ist wichtig.
Petra Koch: Wir fragen uns alle, wo kommt die Hoffnung bei euch her, wenn es bisher nicht so funktioniert hat, wie man gehofft hat?
Steffen Korell: Für mich gibt es eindeutig Hoffnung, in dem ich sage, wir reduzieren momentan extrem unsere Gegentore. Wir haben 43 Tore geschossen, also daran lag es auch vorher und auch daran liegt es auch jetzt nicht. Ein Ausfall von Hanke tut uns richtig weh und de Camargo ist noch nicht fit. De Camargo hat sieben Tore gemacht, ich weiß nicht wie viele Spiele er davon von Anfang an gemacht hat. Das tut uns nach wie vor weh und das können wir auch Dauer auch nicht ersetzten.
Wir haben auf dem Platz eine gewisse Stabilität dazu gewonnen, wo ich dann auch in Mainz sage, ja die haben eine gute Offensive, aber wir halten dagegen. Das gibt mir die Hoffnung. Natürlich müssen wir dann auch immer wieder vorne Tore machen. Wir müssen jetzt natürlich immer auf Sieg spielen, dass ist eine andere Spielweise, du kannst jetzt nicht mehr reagieren. Aber es ist möglich und das hat Köln gezeigt.
Petra Koch: Woher kommt es, dass das letzte Quäntchen nach einem Spiel wie beispielsweise gegen Köln, beim nächsten Spiel dann wieder fehlt?
Steffen Korell: Also alles bis ins Detail hinein kann man im Fußball nicht erklären. Ich kann auch nicht erklären, warum Stuttgart genau die selbe Serie spielt. Bei denen ist es auch so, erst gewinnen sie ein Spiel und dann verlieren sie wieder. Das ist eine andere Mannschaft, dass ist ein anderer Club, dass kann man nicht erklären. Wir sollten uns auf das beschränken, was wir beeinflussen können und ich glaube, da sind wir rein von der Leistung auf einem gutem Weg sind.
Wir müssen nur den Sack irgendwann mal zu machen, wir müssen eine Führung verteidigen. Gegen Köln kommst du wackelig aus der Halbzeit, aber da bekommen wir es hin. Aber gegen Mainz da muss man dann auch mal sagen, dass es auch mal an anderen Leuten und nicht nur an uns liegt.
Petra Koch: Du hast schon so Situationen erlebt. Hast du irgendwo das Gefühl, dass du die Situation mit irgendwas in den letzten zehn Jahren vergleichen, wie sie jetzt ist?
Steffen Korell: Die Situation im Allgemeinen in der Bundesliga ist außergewöhnlich. Wenn mit uns im Abstiegkampf Bremen, Stuttgart und Wolfsburg stecken, dann läuft grundsätzlich irgendwas verkehrt, auch bei den Mannschaften muss dann irgendwas nicht stimmen. Deshalb gibt es verrückte Ergebnisse und es ist auch umso bitterer, dass du aufgrund der Personalsituation eigentlich niemals in so einer Gruppe über einen längeren Zeitraum hast spielen können, weil ich uns dann auch zutraue, auch mal eine bessere Rolle zu spielen.
Ich habe es selbst in der Form noch nicht erlebt, dass du mit der Hypothek von zehn Punkten in die Rückrunde startest. Das ist einfach so, da kannst du jetzt eine normale Rückrunde spielen und dann wird es vielleicht nicht reichen. Mit Hans Meyer hatten wir mal elf Punkte, da haben aber auch weniger Punkte gereicht und von daher werden wir bestimmt auch diese drei Siege brauchen. Für den Relegationsplatz vielleicht zwei Siege und ein Unentschieden.
Petra Koch: Hinzu kam die Heimschwäche. Wie ist so was zu erklären? Davor war es anders. Da habt ihr die Punkte zuhause geholt.
Steffen Korell: Da waren wir die Auswärtsdeppen. Jetzt sind wir die Heimdeppen. Es gibt natürlich auch Sachen, die sich auch so ein bisschen festsetzen und die auch jedem Zuschauer dann das Gefühl vermitteln, jetzt gehe ich ins Stadion und es ist nicht mehr diese Heimstärke vorhanden, die letztes Jahr da war. Wir haben letztes Jahr fantastische Spiele abgeliefert, spektakuläre Spiele, wenn ich an Bremen denke.
Jetzt kommst du von Anfang an in einen negativen Lauf rein und das ist es dann vielleicht auch, dass man sich nicht mehr so wohl fühlt. Aber im Spiel gegen Köln waren wir eine Macht und dann sage ich auch für das Spiel gegen Dortmund, mit der Unterstützung und mit dem Aussichtslosen, dass uns keiner war zutraut, ist es wieder möglich. Dann muss man Kräfte freisetzen, die man momentan vielleicht nicht sieht.
Petra Koch: Schauen wir mal auf das nächste Spiel. Für beide Borussen-Teams ein enorm wichtiges Spiel. Der eine kann Meister werden, wenn Leverkusen nicht gewinnt, der andere braucht jeden Punkt damit er nicht absteigt. Das sind natürlich auch eine Menge Emotionen oder?
Steffen Korell: Ja, das ist natürlich kein normales Spiel. Es kommt die momentan beste Mannschaft der Bundesliga. Als neutraler würde man das den Dortmundern gönnen. Ich glaube das geht jedem so, aber natürlich nicht an dem Tag. Da haben wir noch ein Wörtchen mitzureden. Es ist etwas besonderes gegen Dortmund zu spielen, es wird eine fantastische Stimmung sein.
Das ist eine Herausforderung für jeden Spieler und da muss man den Leuten auch sagen, dass wenn du gegen Bayern spielst oder momentan gegen die beste Mannschaft der Bundesliga, dann ist es für jeden eine persönliche Herausforderung, denn wenn du da eine super Leistung bringst, dann wird deine persönliche Leistung auch ganz anders beurteilt. Jeder kann losgelöst in dieses Spiel gehen und einfach Freude daran haben, Fußball zu spielen.
Petra Koch: Woran liegt es, dass ihr gegen die spielstarken Mannschaften besser da steht als gegen die Mannschaften, die mit euch auf Augenhöhe stehen?
Steffen Korell: Das ist auch nichts Ungewöhnliches, dass man gegen defensiv gut eingestellte Mannschaften, sich etwas schwerer tut. Das ist auch Nichts, was man groß erklären kann oder sollte. Wenn ich höre, vor Kaiserslautern müssen wir das Spiel gewinnen, alles sind Endspiele. Es ist immer die Körpersprache, die man auf dem Platz beurteilt. Aber was in den Spielern vorgeht, ob es bei dem einem zehn Prozent weniger Einstellung sind, oder ob vielleicht nicht auch ein bisschen Angst dabei ist, dass ist bei jedem Spieler unterschiedlich.
Wir hätten im Nachhinein gegen Kaiserslautern einen Punkt holen müssen, wenn der Fehler nicht passiert. Wir hätten ihn holen können, dann wären wir auch einen Punkt weiter und das hätte uns auch geholfen. Auch in München hättest du einen Punkt holen müssen und können. Aber wir rufen alle Spiele hier in Gladbach zu den Endspielen aus und das sind sie jetzt, aber gegen Kaiserslautern war das eigentlich noch nicht so. Jetzt haben wir die Endspiele.
Petra Koch: Damit muss eine Mannschaft aber eigentlich auch umgehen können, dass von außen gesagt wird, dass es ein Endspiel ist, wenn es eng wird. Aber ihr habt das ja nie gesagt ...
Steffen Korell: Das sehe ich zu 100 Prozent auch so, aber man darf sich davon nicht beeinflussen lassen, dass meine ich damit. Wenn du junge Spieler in der Mannschaft hast, dann lesen die natürlich Zeitung, dann hat das geschriebene Wort auch ein gewisses Gewicht. Da ist es aber manchmal so, den kühlen Kopf zu bewahren. Im richtigen Moment muss man dann auch mal den Punkt mitnehmen. Das ist eine Sache der Erfahrung und das meine ich damit, dass man sich da manchmal ein bisschen beeinflussen lässt.
Petra Koch: Wie sieht es mit de Camargo und Reus aus?
Steffen Korell: Igor hat jetzt diese Woche wieder regelmäßig mit der Mannschaft trainiert und hat auch heute Morgen alles mitgemacht. Ich würde mich natürlich freuen, wenn er zumindest für die Bank eine Alternative wäre, aber dass wird sich in der Woche noch zeigen. Marco Reus geht es besser. Er wird morgen wieder dabei sein und ich gehe davon aus, dass er spielen wird.
Petra Koch: Wie geht man in so ein Spiel rein, wo man genau weiß, man hat die beste Mannschaft in der Verteidigung und auch in der Offensive gegen sich? Ein offener Schlagabtausch wird es jetzt nicht, oder doch?
Steffen Korell: Das muss dann letztendlich der Lucien entscheiden, wie er das angeht. Ich glaube, dass wir es bisher gut hinbekommen haben, ein Gleichgewicht aus mehr Offensive zu finden, weil wir jetzt natürlich nicht nur reagieren können, aber wir werden auch nicht ins offene Messer rennen, denn wenn du nach 30 Minuten 3:0 zurück liegst, dann wirst du das Spiel nicht mehr hoch gewinnen. Es wird ein Zwischending sein, aber ich glaube, dass haben wir bisher gut hinbekommen. An das letzte Heimspiel gegen Köln gilt es anzuknüpfen.
Petra Koch: Jetzt gehen wir davon aus, dass es bis zum Schluss spannend wird. Es wird ja wahrscheinlich so aussehen, dass man bis zum letzten Tag entweder zittern muss und sich freut, oder zittern muss und dann die Enttäuschung groß ist. Es ist schwer zu planen, weil man zweigleisig planen muss. Das muss Max Eberl und das muss der Teammanager. Es muss die Pause schon festgelegt werden, was macht man, die zweite Liga fängt drei Wochen früher an, die erste Liga erst später. Wie plant man ein Trainingslager, wie plant man eine Vorbereitung, du stehst da ja im Moment sicher auch vor Rätseln ...
Steffen Korell: Vor Rätseln mit Sicherheit nicht, denn ich mache dass ja schon etwas länger. Es ist schon eine einmalige Situation, dass die zweite Liga drei Wochen vor der ersten beginnt. Das ist einmalig, die zweite Liga wollte das so haben. Das macht die Planung schwieriger. Wir haben trotzdem einen Termin für das Trainingslager, von daher kann ich das zumindest planen, der Rest wird kurzfristig passieren. Aber damit muss man umgehen und das wird kein Problem sein.
Petra Koch: Lass uns doch mal, auch wenn es schwierig ist, ein bisschen in die nächste Saison schauen. Wenn der Abstieg sein sollte, glaubst du, dass eine Massenflucht eintritt?
Steffen Korell: Das glaube ich nicht. Der Verein ist für diesen Fall auch vorbereitet, dass muss man eben auch mal herausstellen, dass das was bei Bielefeld passiert, bei Borussia nicht denkbar ist. Das hat sich dieser Verein über Jahre aufgebaut, dafür steht das Präsidium, dafür steht eine wirtschaftlich gute Situation und dafür steht natürlich auch ein sportliches Konzept, was dafür sorgen wird, dass hier nicht alles auseinander bricht. Es haben alle Verträge und dann muss man halt sehen, was auf uns und was auf Max zukommt.
Wir haben natürlich eine begehrte Mannschaft und das zeigt eigentlich, dass die Qualität nicht so schlecht sein kann. Aber ich denke, man kann dann in Ruhe analysieren, was man dann macht und es wird gut weitergehen. Ich hoffe, es wird in der ersten Liga weitergehen, dass wäre für uns alle natülich schöner, aber wir werden eine schlagkräftige Truppe zusammenhaben, aber auch eine, die Perspektive hat. Man darf auch nicht vergessen, dass wir im Hintergrund richtig Talente haben, die jetzt auch Bundesliga spielen wollen. Wir haben aktuell sieben Spieler, die schon Bundesliga gespielt und die wir ausgebildet haben.
Also da ist auch ein Fundament, was in den letzten drei Jahren geschaffen wurde, was außergewöhnlich ist. Das muss man sagen. Das gibt es nicht in vielen Bundesligavereinen. Einen ter Stegen, den stellst du ins Tor, dass wird unser zukünftigerTorhüter, da hast du noch einen erfahrenen Heimeroth und Bailly dahinter. Da kann jeder eigentlich auch beruhigt sagen, hier bricht nicht alles zusammen, weil etwas aufgebaut wurde.
Petra Koch: In der Presse wird immer geschrieben, Dante, Reus und wahrscheinlich auch de Camargo sind bei Abstieg weg. Herr Josten aus Weeze fragt, ob ihm dass mal einer erklären kann, die haben doch Verträge.
Steffen Korell: So ist der Fußball. Es wird immer viel spekuliert und es ist selbstverständlich, dass alle weggehen. Aber ich glaube, du musst auch mal bei Borussia die Verweildauer der Spieler erhöhen. Auch bei einem Reus, de Camargo und Dante merkst du, dass je länger sie bei einem Verein sind, umso mehr verbindet sie mit dem Verein etwas. Das merke ich ja bei mir genauso und deshalb halte ich das nicht für selbstverständlich, dass die gehen.
Natürlich wird es dann Angebote geben, aber da entscheiden wir mit. Das ist ein großer Trumpf, den man in der Hand hat und daher sollten wir erst mal warten, was noch passiert. Erst mal versuchen in der Liga zu bleiben und hoffen, die letzte Chance nutzen und ansonsten braucht keiner bangen, dass wir das Schicksal erleben, was anderen Mannschaften natürlich auch schon passiert ist, dass ist klar.
Petra Koch: Keine Frage. Ich wünsche euch viel Glück gegen Dortmund. Vielen Dank das du hier warst.
Steffen Korell: Vielen Dank






