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»Wir müssen gewinnen, um sicher in der Relegation zu sein«

Borussia in der Vorbereitung für das Saisonfinale beim Hamburger SV

Nach dem trainingsfreien Montag nahm Borussia Mönchengladbach am Dienstag die Vorbereitung für das Saisonfinale am kommenden Samstag beim Hamburger SV auf. Borussias Trainer Lucien Favre ordnet dem Spiel in der Hansestadt indes richtigerweise alles unter.

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Für Marco Reus, dem die 10. Gelbe Karte droht, zählt beim HSV nur ein Sieg. Foto: Dirk Päffgen, Fohlen-Hautnah.de

Zum Start in die Trainingswoche verzichten musste der 53-Jährige am Dienstagmorgen allerdings auf Fabian Bäcker, der nach wie vor aufgrund einer Reizung im Knie kürzer treten muss, und auf Igor de Camargo.

Der belgische Nationalspieler trainierte am Dienstag individuell und ist auf einem guten Weg, ins Mannschaftstraining einzusteigen, kommt für einen Einsatz in Hamburg aber eher nicht infrage. »Mir geht es gut und ich bin auf einem guten Weg. Hamburg kommt aber noch zu früh«, sagte der 27-Jährige und fügte hinzu: »Gegen Dortmund habe ich gesagt, dass ich dabei ein möchte, aber dann ist die Verletzung wieder zurückgekommen. Ich muss noch ein bisschen vorsichtig sein«.

Wann der Stürmer wieder einsatzfähig ist, bleibt abzuwarten. Sollte der VfL in die Relegation müssen bzw. auch dürfen, wäre ein Einsatz des Stürmers wohl möglich.

Unterdessen bereiteten sich die übrigen Borussen also auf den Showdown in Hamburg vor. Lucien Favre ließ es dabei am Dienstag zunächst ruhig angehen, wird jedoch in den kommenden Tagen bis zur Abreise am Freitag die Zügel anziehen, wenngleich der Übungsleiter dabei lediglich jeweils einmal pro Tag auf den Trainingsplatz bittet. »Es werden intensive Einheiten mit kleinen Änderungen, aber nichts Spezielles«, erklärte Favre.

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Wie gewohnt standen bei der ersten Trainingseinheit der Woche Passspiel, Ballbehandlung und diverse Spielformen auf dem Programm. Die insgesamt 90-minütigen Einheit rundete Fußballtennis ab.

Auch einige Nachwuchsspieler durften bei Lucien Favre ihre Visitenkarte abgeben. So machten am Dienstag erneut Dennis Dowidat, Niklas Dams, Elias Kachunga und auch Julian Korb bei den Profis mit.

Und die Youngster durften eine positive Stimmung bei den Borussia-Profis feststellen, bei der jedoch gleichermaßen engagiert und hochkonzentriert zu Werke gegangen wurde. »Wir haben normal und gut angefangen«, war Lucien Favre mit seinen Schützlingen zufrieden. Alles unter den Augen von Ex-Borusse und Ex-HSV-Torwarttrainer Claus Reitmeier, der eine Ehrung bei der Spielergewerkschaft VDV am Montag nutzte, um am Dienstag beim VfL vorbeizuschauen.

Diese haben das letzte Bundesligaspiel beim HSV voll im Blick. Auch dort muss der VfL seine Hausaufgaben machen und im besten Fall gewinnen, um in jedem Fall dem direkten Abstieg ohne fremde Hilfe zu entgehen. »Wir müssen das Spiel gewinnen, um sicher in der Relegation zu sein«, unterstrich Marco Reus am Dienstag und fügte hinzu: »Wir müssen auf uns schauen und wenn wir unser Spiel durchsetzten und gewinnen, dann brauchen wir nicht auf Frankfurt schauen«.

Zehn Tore und neun Vorlagen: Marco Reus hat sicherlich großen Anteil am derzeitigen Abschneiden der Borussia. »Natürlich freut mich das, aber ohne meine Mitspieler hätte ich das nicht geschafft«, hebt der 21-Jährige das aktuell geschlossen auftretende Kollektiv hervor. »Aber in erste Linie freut es mich, dass wir noch mal zurückgekommen sind, wir waren ja eigentlich schon fast weg, und es jetzt selbst in der Hand haben«.

Schauen muss Borussias ‚Rakete' allerdings auf die gelben Karten, denn die nächste Verwarnung in Form des gelben Karton würde eine Sperre im Hinspiel der Relegation zur Folge haben. »Marco weiß, dass er keine gelbe Karte bekommen darf. Das wäre besser für alle«, bringt es Lucien Favre auf den Punkt.

Wenngleich Reus dies durchaus im Hinterkopf hat, so ist dies dennoch kein Grund, mit stark angezogener Handbremse zu agieren. »Wenn ich in den letzten Spielen die gelbe Karte bekommen hätte, dann hätte ich sie bekommen. Ich achte da eigentlich nicht so richtig drauf und im Spiel denkt man da wenig dran«, so Reus. »Da will man als Mannschaft erfolgreich sein und das Spiel gewinnen«.

Gewinnt die Borussia indes beim HSV, dann ist ein Blick nach Dortmund, wo Eintracht Frankfurt zu Gast ist, nicht von Nöten. Für Lucien Favre sind die Geschehnisse auf den anderen Plätzen während der 90 Minuten in der Imtech Arena eh kein Thema. »Ich konzentriere mich nur auf mich persönlich und auf unser Spiel. Das habe ich immer gesagt, seit dem ich da bin«, sagte Favre und ergänzte: »Wir müssen nur auf uns schauen und sehr konzentriert sein. Der HSV hat ein riesen Potenzial, spielt gut und sehr organisiert«.

Gerade in den letzten Wochen hat es Lucien Favre mit akribischer und konzentrierter Arbeit geschafft, die Fohlen auf Trapp und auf Kurs zu bringen. Der Schweizer hat ohne Zweifel gehörigen Anteil daran, dass der VfL am letzten Spieltag aus eigener Kraft in der Lage ist, zumindest den direkten Abstieg zu vermeiden.

»Ich habe meinen Job gemacht. Für mich sind die Spieler wichtig«, beantwortete der 53-Jährige die Frage, wie er der Mannschaft das derzeitige Auftreten und Selbstvertrauen eingeimpft hat bescheiden und ergänzte: »Wir haben hart und sehr konzentriert und mit viel Überzeugung gearbeitet. Wir haben immer dran geglaubt, den Abstieg zu vermeiden«.

Tatsächlich agieren die Borussen in diesen Tagen und Wochen mit viel Selbstvertrauen, präsentieren sich gefestigt, halten dem Druck stand und haben sich auch der Konkurrenz sei Dank diesen Showdown verdient. »Aber wir müssen weiter machen, denn wir haben noch nichts erreicht«, weiß Lucien Favre und gibt die Parole für das letzte Bundesligaspiel aus: »Wir müssen weiter so machen und wir haben keine andere Wahl: Wir müssen für mich in Hamburg gewinnen«.

Sollte die Relegation dann Fakt sein, wird man sich auch detailliert mit dem Gegner befassen, der einen Tag später feststeht. »Klar muss man darüber auch ein wenig nachdenken, aber momentan konzertiere ich mich nur auf Hamburg. Das genügt«, schiebt Favre dieses Thema verständlicherweise noch beiseite.

Stattdessen haben Max Eberl und sowie Scout und Videoanalyst Kai Schmitz die möglichen Kandidaten unter die Lupe genommen. Während Borussias Sportdirektor am vergangenen Sonntag die SpVgg Greuther Fürth in Oberhausen unter die Lupe nahm, so weilte in Osnabrück, um den VfL Bochum zu beobachten und um wohlmöglich Videomaterial zusammenzuschneiden.

All das käme zum Tragen, sollte dem VfL in der Hansestadt gewinnen, denn dann ist der noch vor Wochen nicht mehr für möglich gehaltene Relegationsplatz Wirklichkeit - und mit Blick nach Hoffenheim vielleicht noch mehr ...


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