Borussias Abwehrchef beteiligt sich nicht an Spekulationen
Jeden Mittwoch ist beim Mönchengladbacher Radiosender 90,1 Zeit für die Sendung ‚Borussia hautnah'. So auch gestern, als sich zum zweiten Mal in dieser Saison "Abwehrchef" Dante den Fragen von Moderatorin Petra Koch stellte. Der Brasilianer sprach unter anderem über seine Zukunft sowie über den Showdown am Samstag beim Hamburger SV. Wir haben das Interview in den Kernpunkten zusammengefasst.
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| Dante war zu Gast bei Radio 90,1. Foto: Andreas Plum, Fohlen-Hautnah.de |
Petra Koch: Dante, ihr habt es bis zum Schluss spannend gemacht. Das Saisonfinale ist auch wirklich ein Finale. Kommen am Samstag deine Haare ab?
Dante: (lacht). Ich hoffe, aber darüber möchte ich nicht so viel sprechen. Klar, ich denke, wir haben es in den letzten zwei Monaten sehr gut gemacht. Ich hoffe, dass wir am Samstag voll konzentriert sind, Vollgas geben und es schaffen. Das wäre wichtig für alle.
Petra Koch: Denn beim direkten Klassenerhalt, der auch auch am Samstag gelingen könnte, wenn ihr gewinnt und Wolfsburg nicht gewinnt - dann hast du gesagt, lasse ich mir die Haare abrasieren. Was ist das, eine Wette?
Dante: Klar. Ja, wir haben eine kleine Wette gemacht. Ich denke auch, für diesen Verein, für diese Mannschaft und für alle Leute können wir etwas sehr Verrücktes machen.
Petra Koch: Was sagt denn deine Frau dazu?
Dante: Sie ist nicht so zufrieden, aber geht.
Petra Koch: Ok. Dann hoffen wir, dass wir das alle erleben dürfen. Ich selber habe nach dem Spiel gegen Kaiserslautern immer gesagt, ihr steigt ab. Ihr habt immer gesagt, nein...
Dante: Ja, ich habe immer nein gesagt. Die Leute haben immer gelacht und gesagt: Dante spricht nur einfach so. Aber nein. Ich denke immer positiv, weil wenn du immer positive Gedanken in deinem Kopf hast, dann kann man das schaffen. In meinem Leben bin ich bis zum Ende immer positiv, um mein Ziel zu schaffen.
Petra Koch: Der Fußball ist ja auch manchmal ziemlich verrückt. Da hat es Mannschaften, wie jetzt z.B. Frankfurt, die eine super Hinrudne gespielt haben und in der Rückrunde nur acht Punkte geholt haben. Weniger als ihr in der Hinrunde geholt habt. Ihr habt die Rückrunde im Endeffekt eigentlich von Anfang an gut gespielt. Woher weiß man denn, dass es dann am Ende doch noch reichen kann und woher habt ihr die Hoffnung genommen?
Dante: Es wurde immer gesagt, dass unsere Leistung negativ ist. Aber wir wussten immer, dass wir immer die Qualität haben, um das zu schaffen. Ich denke, der neue Trainer ist gekommen und hat uns viel motiviert und wir haben seine Message verstanden. Wir haben sehr gute Charaktere und Menschen in unserer Mannschaft. Der Trainer hat uns bei jeder Trainingseinheit immer wieder korrigiert, wenn wir Fehler gemacht haben.
Petra Koch: Du hast gerade den Trainer Lucien Favre angesprochen. Welchen Anteil hat er an dem, was jetzt passiert?
Dante: Er ist gekommen, hatte viele Lösungen und hat sehr viel mit jedem von uns gesprochen. Er hat versucht, uns viel Slebstvertrauen zu geben und das ist sehr, sehr wichtig. Dann haben wir auch direkt das erste Spiel zuhause gewonnen. Ich sehe seine Leistung als sehr wichtig an, weil er neben den vielen Gesprächen mit der Mannschaft auch für viel Konkurrenzkampf gesorgt hat. Jetzt haben wir mehr Selbstvertrauen und ich denke, daran hat auch der Trainer einen großen Anteil.
Petra Koch: Über lange Zeit der Saison habt ihr sehr viele Gegentore bekommen, was ja nicht nur an der Verteidigung, sondern immer am Abwehrverhalten der gesamten Mannschaft liegt. Jetzt hat man den Eindruck, dass es alles viel stabiler und kontrollierter ist.
Dante: Ja. Aber ich habe immer gesagt, dass das nicht nur Fehler der Abwehr waren, als wir so viele Gegentore bekommen haben. Jetzt, wo es besser geworden ist, ist die Mannschaft auch besser geworden. Es liegt nicht nur daran, dass Stranzl gekommen ist, oder das Dante und Roel Brouwers immer da sind. Nein, es ist die ganze Mannschaft. Ich denke, dass wir jetzt sehr kompakt stehen und sehr aggressiv gegen den Gegner spielen. Das ist immer wichtig. Es ist sehr wichtig, dass die ganze Mannschaft ohne Ball immer defensiv arbeitet.
Petra Koch: Mit deinem Kollegen Martin Stranzl an der Seite hat man das Gefühl, dass das mit euch wunderbar klappt, oder?
Dante: Ja klar. Er hat sehr viel Erfahrung und bringt sehr gute Leistungen für uns. Ich denke, er ist ein sehr guter Leader und ein guter Chef in der Verteidigung. Ich freue mich, dass er gekommen ist, um uns zu helfen.
Petra Koch: Er hat letztes Mal gesagt, wir sind zwei Chefs.
Dante: (lacht) Ich denke, er hat ein bisschen mehr Erfahrung in seiner Karriere gesammelt als ich. Daher ist er ein bisschen mehr Chef als ich.
Petra Koch: Er hat auch gesagt, dass letztendlich entscheidend ist, den Willen bis zum Ende zu haben. Ist es der Wille oder sind es die Nerven - was meinst du?
Dante: Ja der Wille ist sehr gut, aber wenn du deine Nerven kontrollieren kannst, ist dass viel besser.
Petra Koch: Du hast es eben schon angedeutet. Du bist immer positiv, kämpferisch und immer optimistisch. Das warst du von Anfang an. Woher nimmt man das? Hast du diese positive Einstellung schon von Geburt an gehabt, dass du immer ein positiver Mensch warst, oder kann man sowas lernen?
Dante: In Brasilien zu leben ist nicht immer einfach. Ich denke immer positiv und auch um unser Ziel zu erreichen, muss man immer positiv denken.
Petra Koch: Du hast gesagt, dass die Zeit, die du hier in Gladbach bist, ist auch eine sehr positive Zeit. Dein Sohn ist hier geboren und ich glaube du fühlst dich sehr wohl hier. Da fragen sich natürlich alle, was passiert mit Dante? Wird er bleiben? Wo spielt Dante nächste Saison?
Dante: Ich denke, Dante kann das jetzt nicht sagen. Klar, ich freue mich, wenn ich noch lange in Gladbach spielen kann. Aber in diesem Moment denke ich, ist es nicht wichtig, wo Dante in der nächsten Saison spielen wird. Wichtig ist im Moment, dass wir unser Ziel schaffen. Am Samstag spielen wir gegen einen großen Gegner. Da müssen wir unbedingt die drei Punkte holen.
Petra Koch: Sagen wir mal, ihr bleibt in der ersten Liga. Da glauben wir ja jetzt alle dran. Was macht Dante dann, bleibt er hier?
Dante: Wir müssen uns jetzt voll auf den nächsten Samstag konzentrieren. Nachher können wir dann immer gucken. Sicher ist, dass Dante bei Borussia Mönchengladbach noch einen Vertrag für drei Jahre hat. Das ist sicher. Klar habe ich auch das Ziel und den Traum, einmal für einen sehr großen Verein zu spielen, aber ich kann nicht sagen: Ja, nächstes Jahr bin ich weg oder so. Nein. Ich denke jetzt nur daran, unser Ziel zu erreichen. Das ist wichtig. Dannach können wir sprechen.
Petra Koch: Ich habe ja nur gefragt, weil man so viel hört. Hamburg, VfB Stuttgart, Bayern München ... Gibt es ein Angebot?
Dante: Nein. Ich denke, die Menschen verlieren ein bisschen den Respekt, wenn du jetzt über andere Vereine nachdenkst. Ich muss jetzt nur an Borussia denken. Wer bezahlt Dante jetzt? - Borussia. Ich arbeite bei Borussia und nicht für andere Mannschaften oder Vereine. Ich muss muss mich nur auf Borussia konzentrieren und bis zum Ende kämpfen, um unser Ziel zu erreichen. Aber die genannten Mannschaften sind quatsch. Da ist nix. Es wird immer viel spekuliert. Ich brauche nicht darüber spekulieren.
Petra Koch: Ich habe noch ein Spiel im Kopf, da hast du eine auf deine Nase bekommen. Danach hast du eine Zeit lang auch mit Maske gespielt und hast dir deine Nase auf dem Platz korrigiert. Das heißt, du bist nicht nur optimistisch und kämpferisch, sondern du bist vielleicht auch noch ein Arzt?
Dante: Ja vielleicht. (lacht). Die Leute wissen, ich stehe immer wieder auf. Es tut natürlich weh, aber ich habe dass ja nur zwei Mal bisher gemacht. Ich denke, man muss auch hart mit sich selber sein, dass ist Dante.
Petra Koch: Jetzt wollen wir mal über das Saisonfinale reden. Es ist ein Finale, es ist ein Endspiel. Im Endeffekt habt ihr ein Endspiel nach dem anderen. Ihr musstet immer gewinnen, dass hat auch euer Trainer immer wieder gesagt. Er hat immer gesagt, dass ihr das nächste Spiel gewinnen müsst, sonst sind wir tot.
Dante: Ja klar. Ich denke, es ist ein sehr wichtiges Spiel. Es ist vielleicht kein Endspiel, weil wir vielleicht noch die Relegationsspiele haben. Aber klar, wir sind klar im Kopf, wir müssen gewinnen. Wir können nur auf uns schauen und es aus eigener Kraft schaffen. Wir müssen gewinnen, um unser Ziel zu erreichen.
Petra Koch: Gegen Freiburg habe ich immer gedacht, dass es möglicherweise leichter als in Hannover ist. Aber es hat sich gezeigt, dass es ein sehr kompliziertes Spiel war, ihr habt sehr viel Geduld gebraucht.
Dante: Ja klar. Ich denke, als wir gegen Hannover und Dortmund gespielt haben, da will der eine Meister werden und der andere will in die Champions League. Da mussten die das Spiel mehr offen gestalten. Freiburg stand sehr kompakt und hat sehr gute Defensivarbeit geleistet. Sie haben nur Cisse nach vorne gelassen. Darum denke ich, hatten wir ein paar Probleme. Ich hoffe, dass wir in Hamburg eine bessere Lösungt haben, als gegen Freiburg.
Petra Koch: Als Freiburg hier war, hast du dir irgendwann mal gedacht: Ich schieße jetzt einfach mal auch 65 Metern auf Tor, oder was? Der war fest drin.
Dante: (lacht). Ja, der war fast drin. Wäre er drin gewesen, wäre es ein schönes Geschenk gewesen. Der Keeper stand ein bisschen weit draußen.
Petra Koch: Hamburg hat gesagt, dass sie nichts mehr holen können und nicht mehr ins internationale Geschäft kommen können. Sie haben aber auch gesagt, wir wollen gewinnen, um uns von unserem Publikum anständig zu verabschieden und wir werden alles dafür tun. Eine Kampfansage für euch ...
Dante: Ja, wir müssen auch gewinnen, um den Klassenerhalt zu schaffen. Wir müssen alles geben, um in der Liga zu bleiben. Es wird ein sehr kompliziertes Spiel. Der HSV hat eine sehr gute Mannschaft mit sehr vielen guten Spielern. Klar sagt, Hamburg dass sie gewinnen wollen. Wir aber auch. Wir müssen unbedingt die drei Punkte holen, aber mit viel Konzentration, wir müssen immer kompakt stehen und nicht die Defensivarbeit vergessen. Dann können wir nach vorne gehen, ein paar Tore schießen und hoffentlich die drei Punkte holen..
Petra Koch: Ich habe gelesen, van Nistelrooy soll eventuell spielen. Er ist kein schlechter Stürmer, hat aber in letzter Zeit auch nicht mehr so viel getroffen.
Dante: Petrich ist verlett. Er ist ein super Spieler mit viel Erfahrung. Auch wenn er mal zwei Monate nicht gespielt hat, ist das völlig egal. Er kommt mit seiner Erfahrung und das macht den Unterschied. Wir müssen immer sehr intelligent und über 90 Minuten konzentriert sein. Sie haben nicht nur van Nistelrooy. Sie haben Guerrero, Pitroipa und Elia. Die ganze Mannschaft hat sehr viel Qualität. Wir haben aber auch viel Qualität und müssen unser Selbstvertrauen nutzen und am Samstag ein gutes Spiel machen.
Petra Koch: Petric ist verletzt, glaube ich. Das ist ein richtig guter Stürmer.
Dante: Ich hoffe, ja. (lacht).
Petra Koch: Die Hoffnung ist da, viele Fans fahren mit. Das ganze Umfeld ist wieder ganz anders. Wir haben Umfragen gemacht und mit den Menschen draußen gesprochen. Da sagt keiner mehr, ihr steigt ab. Aber die Möglichkeit besteht ja noch. Das wäre dann doch das Schlimmste was passieren könnte, wenn man jetzt wieder so viel Hoffnung hatte und es dann wieder schief geht. Das darf nicht sein.
Dante: Nein, das darf nicht sein. Klar. Wir haben so viel gekämpft, um in diese verbesserte Situation zu kommen. Wir brauchen nur unsere Leistung zu bringen. Natürlich ist dies auch noch eine Möglichkeit, aber ich denke nicht so viel darüber. Wir müssen als Mannschaft nur alles und Vollgas geben und konzentriert sein. Ob die 18 Spieler, die im Kader stehen, oder 25 Spieler. Alle sind in diesem Moment sehr wichtig. Ich sage immer, man muss am Ende den Kopf oben behalten. Diesen kann man nur oben halten, wenn man alles gegeben und alles versucht hat und immer positiv gedacht hat. Das ist immer wichtig
Petra Koch: Was wird es denn nun, Dante? Relegation oder direkter Klassenerhalt? Ist der Flug nach Brasilien am Montag schon gebucht, oder nicht?
Dante: (lacht.) Nein, ist noch nicht gebucht. Aber ich denke, der direkte Klassenerhalt ist immer besser. Relegationsspiele sind immer ein bisschen schwer. Aber wichtig ist, dass wir in der ersten Liga bleiben.
Petra Koch: Ihr hättet aber auch zehn Tage mehr Urlaub ...
Dante: Auch das ist wichtig für unsere Familie. Aber erst mal müssen wir an unsere Arbeit und unseren Verein denken. Nachher können wir dann an Urlaub denken.
Petra Koch: Den Relegationsplatz habt ihr selbst in der Hand. Den müsst ihr verteidigen. Das andere habt ihr nicht selber in der Hand. Aber wenn man sich mal vorstellt, dass Wolfsburg mit dem Geld und der Mannschaft, mit dem Trainer, den sie geholt haben, da stehen wo sie jetzt stehen - die werden die auch nicht ohne Angst nach Hoffenheim fahren, oder?
Dante: Ja, so ist Fußball. Diese Saison war auch für Wolfsburg sehr schwierig. Das ist eine Mannschaft mit viel Qualität. Wir müssen nicht ängstlich sein, sondern wir müssen immer Selbstvertrauen haben und unsere Arbeit machen und nur auf uns schauen.
Petra Koch: Hast du denn auch schon mal einen kleinen Blick auf die zweite Liga geworfen, wer denn euer Gegner in einer möglichen Relegation sein würde? Dass wären ja entweder Bochum oder Greuther Fürth. Wer wäre dir lieber oder ist dir das egal?
Dante: Das sind beides sehr schwere Mannschaften. Bochum war auch in der letzten Saison eine sehr starke Mannschaft, sehr aggressiv. Fürth natürlich auch. Ich denke aber nicht, dass wir in diesem Moment unseren Gegner entscheiden können. Wenn wir alles geben und gewinnen, dann werden wir in der ersten Liga bleiben.
Petra Koch: Vielen Dank das du hier warst. Viel Glück in Hamburg.
Dante: Danke schön.






