Auch wenn unter dem Strich noch nichts erreicht ist - Borussia Mönchengladbach hat sich am 34. Spieltag der Fußballbundesliga auf den Relegationsplatz geschoben und somit in zwei Spielen die Möglichkeit, den noch vor Wochen nahezu feststehenden Abstieg zu vermeiden.
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| Mo Idrissou und der VfL treffen in der Relegation auf den VfL Bochum - Foto: Dirk Päffgen, Fohlen-Hautnah.de |
Es war eine Achterbahnfahrt der Gefühle, die die Borussen in Hamburg erleben mussten und am Ende auch duften. Fakt war vor der Begegnung, dass der VfL zunächst seine Hausaufgaben machen und gewinnen musste, um nicht auf die anderen Plätze schauen zu müssen.
Mit diesem Druck seit Wochen lebend und gut umgehend gingen die Borussen in der ausverkauften Imtech Arena auch gleich engagiert zu Werke und nahmen das Heft in die Hand. »In der ersten Halbzeit haben wir sehr gut gespielt und waren das bessere Team«, lobte Lucien Favre seine Schützlinge und fügte hinzu: »Wir haben auswärts das Spiel gemacht, dabei flach und einfach gespielt. Das haben wir ziemlich gut gemacht«.
Tatsächlich marschierte seine Mannschaft schwungvoll nach vorne und bestimmte das Spiel. Dennoch sollten dabei lediglich Halbchancen gelingen. Und das gerade auch deshalb, weil der HSV recht tief stand und die Räume eng machte. »Es war nicht einfach. Der HSV war sehr gut organisiert«, sagte Lucien Favre.
Doch sieben Minuten vor dem Pausenpfiff erlöste Juan Arango die Borussia mit einem sehenswerten Freistoßtor. Eine verdiente Führung, mit der der VfL nach 45 Minuten auf Platz 15 geklettert war. Dieser hätte die direkte Rettung bedeutet, denn in Hoffenheim und Dortmund standen zu diesem Zeitpunkt torlose Remis zu Buche.
Dann ging es gerade im zweiten Durchgang gefühlsmäßig zu wie bei einer Achterbahnfahrt. Dazu beigetragen hatten allen voran die Geschehnisse auf den anderen Plätzen. »Das ganze Spiel war ziemlich komisch«, brachte es Mike Hanke nachher auf den Punkt. »In der Halbzeit waren wir gerettet, zwischenzeitlich abgestiegen und dann in der Relegation«.
Die Spannung stieg in der Imtech Arena, denn mittlerweile führte Hoffenheim gegen Wolfsburg und Frankfurt lag in Dortmund in Front. »Als ich Anfang der zweiten Halbzeit vom 1:0 der Frankfurter in Dortmund hörte, war das ein Schlag«, geriet Lucien Favre an der Seitenlinie ins Schwitzen.
Die "Fohlen" standen dicht vor der gänzlichen Rettung, mussten dafür allerdings gewinnen. Viel taten sie dafür allerdings nicht. Im Gegenteil: Die Borussen schienen unter diesem Druck zu leiden und beschränkten sich überweigend darauf, den knappen Vorsprung zu verteidigen. »Die Situation war nicht einfach mit der Einblendung der Ergebnisse. Keine Mannschaft der Welt kann das beherrschen«, nahm Favre seine Profis dennoch in Schutz und fügte hinzu: »Das ist nicht einfach«.
Deutlichere Worte fand allerdings Martin Stranzl. »Was wir in der zweiten Halbzeit gespielt haben, war nicht ok«, ärgerte sich der Österreicher. »Das war nicht das, was wir uns vorgenommen haben und nicht das, woran wir anknüpfen wollten«.
»Wir haben zu kompliziert gespielt und hatten zu viele, leichte Ballverluste«, erklärte Lucien Favre. »Dann ist es nur eine Frage der Zeit, wann du die Quittung bekommst«. Und die bekamen die Borussen dann auch. Ben-Hatira sorgte neunzehn Minuten vor dem Abpfiff für den Ausgleich.
Wolfsburg hatte mittlerweile das Spiel gedreht und führte bei der TSG Hoffenheim, während Dortmund gegen Frankfurt das Spiel gedreht hatte. Für die Borussen ging es damit noch um die nicht mehr für möglich gehaltene Relegation.
Diese wurde nach 90 Minuten Wirklichkeit, denn auf den anderen Plätzen herrschte Klarheit. Frankfurt verlor beim neuen deutschen Meister aus Dortmund und stieg ab, Wolfsburg gewann in Hoffenheim und rettete sich. »Keiner hat uns den Relegationsplatz mehr zugetraut«, sagte Mo Idrissou. »Wir haben alles in unserer Hand«.
Die Borussen haben nun in zwei Spielen gegen den VfL Bochum die Möglichkeit, den Abstieg zu vermeiden. »Wir haben noch zwei Spiele und müssen alles dafür tun, um drin zu bleiben«, fordert Igor de Camrgo und ist sich bewusst: »Natürlich sind wir als Erstligist der Favorit und der Druck liegt alleine auf uns«.
Sicherlich ist die Gladbacher Borussia Favorit, ein einfaches Unterfangen wird dies allerdings nicht. »Viele werden sagen, dass wir der Favorit sind«, weiß Lucien Favre und fügte hinzu: »Doch das ist nicht so. Es sind zwei Spiele, die Chancen stehen 50:50. Der Unterschied zwischen dem dritten der zweiten Liga und dem sechzehnten der ersten Liga ist so groß nicht. Doch der Druck liegt bei uns, aber da müssen wir durch«.
Dabei müssen die Borussen am kommenden Donnerstag um 20:30 Uhr zunächst im Borussia-Park antreten. »Das ist egal, wir können es eh nicht ändern«, sagte Favre. Doch um den Grundstein für den Klassenerhalt zu legen, muss vor heimischem Publikum mit einem Dreier vorgelegt werden. »Wir müssen alles probieren, um das Spiel zu gewinnen. Am besten ohne Gegentor, das ist wichtig«, gibt de Camargo die Parole aus. Mo Idrissou brachte es abschließend auf den Punkt: »Zuhause haben wir keine Ausrede«, weiß der Kameruner. »Da helfen uns nur ein Sieg und den müssen wir holen«.






