Borussia Mönchengladbach hat es geschafft und das Fußballwunder von Mönchengladbach ist vollbracht. Dank des Treffers von Marco Reus trennen sich die „Fohlen" im Rückspiel der Relegation im mit 28.650 Zuschauern ausverkauften rewirpower Stadion mit einem 1:1-Remis vom VfL Bochum und bleiben aufgrund des 1:0-Hinspielerfolgs in der ersten Fußballbundesliga.
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| Marco Reus erzielte den Ausgleich in Bochum und sorgte für den Klassenerhalt. Foto: Dirk Päffgen, Fohlen-Hautnah.de |
Borussias Trainer Lucien Favre konnte in Bochum auf auch auf Marco Reus zurückgreifen, der bis zuletzt aufgrund von muskulären Problemen auf der Kippe stand, und vertraute somit genau der Startelf, die im Hinspiel mit für den 1:0-Sieg verantwortlich war.
Während so die Anfangsformation zum vierten Mal in Folge unverändert blieb, so gab es indes eine Änderung im 18er-Kader. Patrick Herrmann, zunächst als 19. Mann mit ins Ruhrgebiet gereist, rückte für Tobias Levels ins Aufgebot.
Bei optimalen äußerlichen Bedingungen und herrlichen sommerlichen Temperaturen waren es die Gastgeber, die sofort die Initiative ergriffen und schwungvoll begangen. Zunächst brachte ein Freistoß nach Foul von Martin Stranzl nichts ein (01.), ehe sich Maltritz nur zwei Minuten später nach der ersten Ecke im Luftkampf gegen Stranzl und Jantschke durchsetzte und das Leder per Kopf an die Latte donnerte (03.).
Während die Borussia zunächst abwartend agierte und zudem darauf bedacht war, sicher zu stehen, so hatte sich das Geschehen nach der Anfangsoffensive der Gastgeber mittlerweile wieder beruhigt. Beide Mannschaften duellierten sich nun überwiegend im Mittelfeld bzw. zwischen beiden Strafräumen, sodass Torraumszenen Mangelware waren.
Daran hatte sich auch nach einer Viertelstunde nichts geändert. Die „Fohlen" lauerten weiter aus einer sicheren und geordneten Defensive auf Konter, während sich der Zweitligist bei Ballbesitz der Borussia weit zurück zog und die Räume eng machte.
Es lag eigentlich so richtig kein Tor in der lauen Bochumer Luft, doch wie aus buchstäblich heiterem Himmel brachten sich die Gastgeber mit dem ersten Konter unter Mithilfe der Borussen mit 1:0 Front. Toski spielte einen langen Ball auf Aydin, der im Strafraum gut verzögert und auf Dabrowski weiteleiten wollte. Håvard Nordtveit grätschte dazwischen und bugsierte das Spielgerät aus kurzer Distanz in die eigenen Maschen (24.).
Somit war das Ergebnis aus dem Hinspiel egalisiert und die Borussia zeigte sich in der Folgezeit verunsichert. Unnötige Ballverluste im Aufbauspiel, dazu Fehlpässe gerade von Martin Stranzl, waren die Folge, weshalb Torchancen für die Gäste vom Niederrhein Fehlanzeige waren.
Die Borussen versuchten es zwar vor das Tor von Bochum zu gelangen, bissen sich jedoch an der gut sortierten und starken Defensive der Hausherren die Zähne aus. Unter dem Strich war das jedoch zu wenig von den Borussen, die Kreativität und Durchschlagskraft vermissen ließen.
Auf der anderen Seite marschierte der VfL Bochum das ein und andere Mal zugig vor das Gladbacher Gehäuse, konnte Marc-Andre ter Stegen aber nicht bezwingen. Vier Minuten vor der Pause die erste gute Gelegenheit für die Borussia, resultierend aus einer Standardsituation.
Nach dem ersten Eckball für Gäste durch Juan Arango war es der bis dahin blasse Mo Idrissou, der sich im Fünfmeterraum am höchsten schraubte und das Leder mit einem wuchtigen Kopfball an die Querlatte hämmerte (41.). Die letzten Minuten vor der Pause gehörten zwar den Gästen, in ein Tor ummünzen konnten sie diese dennoch nicht.
So ging es nach 45 Minuten mit einer zwar knappen, aber vielleicht nicht gänzlich unverdienten Führung für die Gastgeber in die Kabinen, wenngleich beide Mannschaften bis auf die beiden Lattentreffer nicht viel Torgefahr ausstrahlten.
Zum zweiten Durchgang betraten beide Mannschaften unverändert das Spielfeld. Die Borussia versuchte sich gleich in der gegnerischen Hälfte festzusetzten, zwingende Gelegenheiten sprangen dabei jedoch nicht heraus. Und das auch, weil sich die „Fohlen" nach wie vor Fehler im Aufbauspiel leisteten.
Nach gespielten zehn Minuten in der zweiten Hälfte zappelte der Ball zwar im Netz des Tabellendritten der zweiten Liga, doch der Treffer von Marco Reus fand aufgrund einer offensichtlichen von Abseitsstellung des Nationalspielers keine Anerkennung (55.). Drei Minuten später der zweite Eckball für die Fohlenelf, (58.).
Gladbach setzte nach und holte den nächsten Eckball heraus, nach dem Idrissous' Kopfball abgefälscht wurde. Es dauerte allerdings ein paar Sekunden, bis Reus diesen ausführen konnte, da vermehrt Gegenstände auf das Spielfeld flogen (59.).
Während sich beide Mannschaften im weiteren Verlauf einige Duelle im Mittelfeld lieferten, so hatte Lucien Favre reagiert und den ersten Wechsel vorgenommen. Der Siegtorschütze aus dem Hinspiel, Igor de Camargo, kam in die Partie. Für den belgischen Nationalstürmer verließ Idrissou das Spielfeld (68.).
Das Spiel lebte von der Spannung. Die letzten zwanzig Minuten waren mittlerweile angebrochen. Der Borussia fehlte ein Tor, um die Verlängerung zumindest in weite Ferne rücken zu lassen. Und das versuchte der VfL nun. Zunächst war Luthe im Kasten der Bochumer auf der Hut und fischte einen schönen Arango-Schuss aus dem linken Winkel und parierte zur 4. Ecke für die „Fohlen". Nach dieser fälschte Maltritz den Kopfball von Stranzl zum erneuten Eckball ab. Einbringen sollte dieser aber nichts (71.).
Doch eine Minute später kam die Erlösung für die Borussen. Igor de Camargo setzte Marco Reus mit einem Zuckerpass aus der Tiefe in Szene. Borussias „Rakete" zündete, drang in den Strafraum ein und ließ dem Bochumer Andreas Luthe mit seinem Schuss ins rechte untere Eck keine Abwehrchance (72.).
Riesenjubel in der Gladbach-Kurve und bei den Borussen, die mit dem 1:1-Ausgleich einen großen Schritt in Richtung Klassenerhalt gemacht hatten, denn der VfL Bochum brauchte nun seinerseits zwei weitere Tore, um in die erste Bundesliga aufzusteigen.
Dies gelang dem Tabellendritten der zweiten Liga jedoch nicht. Bochum wirkte frustriert und brachte nichts mehr zustande, die Borussia zog sich zurück und spielte dabei ihren Stiefel locker runter und gab das zum Greifen nahe Fußballwunder nicht mehr aus der Hand. Das hatte nach 92 Minuten Bestand.
Borussia Mönchengladbach hat sich das nicht mehr für möglich gehaltene, aber gehoffte Fußballwunder in Form des Klassenerhaltes redlich verdient und darf nun durchaus feiern. Das taten die Borussen nach dem Schlusspfiff. Es brachen alle Dämme und der VfL vom Niederrhein feierte. Kaum in Worte zu fassen aber schön - Borussia bleibt in der 1. Fußballbundesliga.
Die Kurzstatistik zum Spiel:
VfL Bochum: Luthe - Freier, Maltritz, Yahia, Ostrzolek - Dabrowski, Johansson - Dedic (75. Sağlık), Toski, Azaouagh (63. Federico) - Aydin
Weiter im Kader: Esser (ETW), Bönig, Kefir, Acquistapace, Korkmaz
Borussia Mönchengladbach: ter Stegen - Jantschke, Stranzl, Dante, Daems - Nordtveit, Neustädter - Reus (85. Matmour), Arango - Hanke (90. +1 Brouwers), Idrissou (68. de Camargo)
Weiter im Kader: Heimeroth (ETW), Schachten, Marx, Herrmann
Tore: 1:0 Nordtveit (Eigentor, 24.), 1:1 Reus (72.)
Gelbe Karten: Ostrzolek, Aydin, Dabrowski / Dante
Bes. Vorkommnisse: keine
Schiedsrichter: Peter Gagelmann






