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Der alljährliche Kampf um die Startplätze

Auch Filip Daems will seinen Platz verteidigen, Roel Brouwers dagegen angreifen

Seit Samstag befindet sich Borussia Mönchengladbach im Trainingslager in Bad Wörishofen. Borussias Trainer Lucien Favre wird im Unterallgäu sowohl die konditionellen als auch die spielerischen Grundlagen für eine hoffentlich erfolgreiche neue Spielzeit erarbeiten und legen. Und wie jedes Jahr gilt es dabei für die Protagonisten in den kommenden Wochen, ihren Platz im VfL-Team zu behalten oder zu erobern.

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Filip Daems will seinen Platz verteidigen, Roel Brouwers dagegen angreifen. Foto. Marc Schöne, Fohlen-Hautnah.de

»Es wird eine Mischung aus Kondition, Technik und Taktik«, skizzierte Lucien Favre den Plan für die kommenden Tage in Bad Wörishofen, in denen auch zwei Testspiele gegen die SpVgg Greuther Fürth und gegen den 1.FC Heidenheim anstehen.

Wenngleich Borussias Fußballlehrer in der Vorbereitung wie angekündigt mehrere Systeme testen und einstudieren möchte, so wird er seine vor allen Dingen in der Endphase der abgelaufenen Spielzeit erfolgreich praktizierte taktische Ausrichtung wohl nicht ändern. Gleichwohl aber sicherlich an ein paar Stellschrauben drehen.

Das dürfte auch auf die Startformation zutreffen, für die dem Schweizer bisher vier neue Alternativen in Form von Neuzugängen zur Verfügung stehen. Oscar Wendt, Mathew Leckie, Matthias Zimmermann und Lukas Rupp ergänzen den Profikader und sollen Druck auf die sogenannten Arrivierten ausüben. Dazu wollen sich mit den Neu-Profis Dennis Dowidat und Niklas Dams zwei Nachwuchsleute in das Rampenlicht spielen.

»Konkurrenzkampf ist gut. Und den heizt auch Lucien Favre an. Wer bei ihm 100 Prozent Gas gibt, der spielt«, sagt Mo Idrissou, der genau diesen in der Vorbereitung annehmen will und wird und fügt hinzu: »So muss es sein, denn das belebt das Geschäft. Wenn du gut bist, dann spielst du, bist du das nicht, bist du raus. So funktioniert eine Mannschaft und das ist gut für jeden einzelnen«.

Gänzlich neu gemischt werden die Karten wohl aber nicht, da sich gerade unter Lucien Favre auch eine Achse bewährt hat. So dürften Borussias neue Nummer eins Marc-André ter Stegen, Martin Stranzl, Marco Reus, Igor dem Camargo und vielleicht auch Håvard Nordtveit, sollten bzw. dürften ihren Platz in der Startformation nahezu ‚sicher' haben.

Das dürfte auch auf den abwanderungswilligen Dante zutreffen, sollte der 27-Jährige auch in der kommenden Spielzeit beim VfL spielen. Derzeit sieht es zumindest danach aus. Und das gerade auch deshalb, weil die sportlich lukrativen Angebote fehlen und weil der Brasilianer »bleiben wird und bleiben muss«, wie Lucien Favre beim Aufgalopp der „Fohlen" unterstrichen hatte.

Spielen möchte indes auch Roel Brouwers, der dem Brasilianer den ‚festen' Platz streitig machen möchte. »Klar hoffe ich, dass die neue Saison anders läuft. Ich hoffe in jedem Fall, nicht mehr so viele Verletzungen zu haben und mehr Spiele zu absolvieren, als ich in der letzten Saison gemacht habe. Ich denke, dass ist logisch«, sagt Roel Brouwers, der mit Martin Stranzl ein harmonisches Duo bildete.

»Ich denke, als ich in der ganz wichtigen Saisonphase gegen Dortmund und Hannover reingekommen bin, habe ich es gezeigt, dass ich es kann. Damit war ich zufrieden aber ich denke, dass es logisch ist, dass ich mehr spielen möchte«, so der Niederländer. Ansprüche zu spielen, dürfte dazu auch Bamba Anderson haben.

Gleiches möchte auch Griechenland-Rückkehrer Raúl Bobadilla, der den Resetknopf gedrückt hat, wieder »bei null anfangen möchte« und so die Konkurrenzsituation in der Offensive verstärkt. »Wir haben jetzt viele Stürmer, aber wir nehmen die Situation an. Ich habe da kein Problem mit. Das hatte ich in den letzten Jahren in verschiedenen Vereinen auch«, nimmt Mike Hanke das Duell gerne an und ist der Meinung: »Ich denke, dass jeder seine Chance bekommen wird«.

»Ich bin hier hin gekommen um der Mannschaft zu helfen. Ich will natürlich immer dabei sein und hoffe, dass ich in der neuen Saison ein bisschen mehr spielen kann«, wünscht sich Igor de Camargo, der es in der vergangenen Spielzeit aufgrund von diversen Verletzungen inklusive Relegation auf lediglich 21 Einsätze brachte, dort jedoch acht Tore erzielte und drei Vorlagen gab. »Ich arbeite immer, um besser zu werden und hoffe einen besseren Igor. Jede Saison ist anders und ich hoffe, dass ich noch besser als in der letzten Saison sein kann«.

Eine Chance sich zu beweisen wird auch Neuzugang Oscar Wendt bekommen. Der schwedische Linksverteidiger, der auf Champions League- Erfahrung zurückgreifen kann, wird mit Filip Daems um den Platz auf der linken Abwehrseite kämpfen. »Es ist jede Saison so, dass Konkurrenz da ist. Es gibt auf jeder Position mehre Optionen. Auch jetzt wird es einen guten Kampf geben«, vermutet Filip Daems, der zunächst das Kapitänsamt behält.

So einfach hergeben wird der Belgier seinen angestammten Platz in der Viererabwehrkette logischerweise nicht. »Ich habe in der letzten Saison alle Spiele gemacht und fühle mich gut. Jeder hat in den nächsten fünf Wochen die Möglichkeit, sich zu zeigen und zu beweisen. Das werde ich auch so machen«, verspricht der 32-Jährige und sagt seinem Mitstreiter den Kampf an: »Oscar ist Nationalspieler und hat sicher seine Qualitäten. Wir werden kämpfen müssen, wer den Platz zum Anfang der Saison bekommt«.

Seinen Platz ebenso behaupten will Roman Neustädter. »Die Vorbereitung ist lang Da kann sich jeder zeigen, sagt der 23-Jährige. »Ich werde da weiter machen wo ich aufgehört habe, alles geben und meinen Platz verteidigen«. Dabei wird der defensive Mittelfeldspieler wohlmöglich auch den Kampf mit Thorben Marx und Matthias Zimmermann aufnehmen.

Allerdings kann der Neuzugang vom KSC auch auf der rechten Verteidigerposition eingesetzt werden, sodass Tony Jantschke und Tobias Levels den 19-Jährigen im Nacken haben. Alles natürlich davon abhängig, wofür Lucien Favre den Youngster einplant. Im Bezug auf das defensive Mittelfeld ist auch eine Option in Form eines weiteren Neuzugangs durchaus möglich, wie Borussias Übungsleiter unlängst durchblicken ließ.

Für Luvien Favre gilt es nun, in den kommenden Wochen die richtige Mischung zu finden. Dazu werden die Borussen es ihrem Coach so schwer wie möglich machen. Der alljährliche Kampf um die Plätze ist also entfacht und im vollen Gange. Man darf durchaus gespannt sein, wer am Ende die Nase vorne hat. In den Tagen in Bad Wörishofen jedenfalls, haben die Borussen die Möglichkeit, ihre Visitenkarte abzugeben und ihre Ansprüche zu untermauern. Erste Aufschlüsse und Erkenntnisse dahingehend dürften dann auch die beiden Testspiele gegen Greuther Fürth und Heidenheim geben.


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