So langsam aber sicher biegt Borussia Mönchengladbach in die Zielgerade in der Saisonvorbereitung ein. Genau am heutigen Freitag in zwei Wochen steht mit dem Auftritt im DFB-Pokal bei Drittligist SSV Jahn Regensburg das erste Pflichtspiel auf dem Programm. Zuvor bietet sich für Borussias Trainer Lucien Favre noch zweimal die Gelegenheit, seine Stammformation zu finden. Dabei wartet am Samstag mit dem amtierenden Europa League-Sieger FC Porto ein echter Brocken.
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| Lucien Favre gibt die Richtung vor. Und wird gegen Porto wohl Einblicke in seine Stammelf geben. Foto: Andreas Plum, Fohlen-Hautnah.de |
Gegen den portugiesischen Meister wird Borussias Trainer, anders als noch in den Vorbereitungsspielen zuvor, allmählich die Formation ins Rennen schicken, die wohlmöglich dann in zwei Wochen in Regensburg für ein Weiterkommen im DFB-Pokal sorgen soll. »Ich werde nicht viel wechseln, das ist klar«, sagte Lucien Favre am Freitag im Hinblick auf das Spiel gegen den FC Porto.
Im Pokal in jedem Fall nicht zur Verfügung stehen wird Fall Mathew Leckie. Der Australier wurde von Australien für die U20-WM in Kolumbien nominiert und wird somit sowohl in Regensburg als auch beim Saisonstart in München nicht zur Verfügung stehen.
Sicherlich ärgerlich für den 20-Jährigen, denn war er schließlich in der Vorbereitung bis dato doch durchaus positiv in Erscheinung getreten und vielleicht gar nicht so weit weg von den Kaderplätzen.
Demzufolge fand sich der Stürmer bei den Spielformen bei der Trainingseinheit am Freitagmorgen auch gleich in der B-Elf wieder. Lucien Favre übte mit seinen Schützlingen verschiedene Angriffsformen mit schnellem Umschalten von Abwehr auf Angriff im Verbund mit und ohne Einbeziehen der Außenspieler.
Und das immer und immer wieder, getreu dem Motto: „VENÜ" - Vormachen, Erklären, Nachmachen, Üben. Der Schweizer Fußballlehrer unterbrach diese etwa 30 Minuten andauernde Einheit das ein und andere Mal, um seinen Profis seine Philosophie des Spiels bestimmend und mit Gestik untermauernd darzustellen. Und fand dabei lobende als auch verbessernde Worte, wie »Das ist gute Qualität«, oder »Bei Ballannahme schneller spielen«. Dies waren nur einige Ausrufe des Schweizers.
Diesen Teilabschnitt üben ließ Favre seine Schützlinge in zwei Mannschaften. Die vermeintliche A-Elf mit Leibchen stellte sich dabei im gewohnten 4-4-2 System ohne Torwart wie folgt zusammen: Tony Jantschke (rechts), Martin Stranzl, Dante und Filip Daems (links) bildeten die Viererkette, Håvard Nordtveit und Roman Neustädter fungierten als „Doppel-6" und Marco Reus (rechts) sowie Lukas Rupp (links) besetzten die Außenpositionen. In der Offensive spielte das Duo Igor de Camargo und Mike Hanke.
Die B-Elf setzte sich aus folgenden Spielern zusammen: Matthias Zimmermann, Bamba Anderson, Roel Brouwers und Oscar Wendt bildeten die Viererkette, Thorben Marx und Michael Bradley die „Doppel-6", Patrick Herrmann und Julian Korb besetzten die Außenpositionen, Mathew Leckie und Raul Bobadilla besetzten die Offensive.
Immer im Wechsel zwischen A- und B-Elf ließ Lucien Favre teils überfallartig, teils mit drei oder vier Spielern, die dann entweder durch die Mitte oder mit Einbeziehung der Außen die Stürmer zum Torabschluss bedienten, die Spielformen üben. Und die B-Elf immer im Schatten der vermeintlichen A-Elf. Da in der Vorbereitung eben so langsam der Schlussspurt eingeläutet wird, könnte diese Zusammensetzung durchaus die sein, die gegen Porto und beim Pflichtspielauftakt von Beginn an auf dem Feld steht.
In der Viererkette fungierte Roel Brouwers als ‚Schattenmann' von Dante. Sollte dieser also den VfL doch noch verlassen, dürfte der Niederländer derjenige sein, der mit Martin Stranzl die Innenverteidigung bildet. Dahinter stünde dann als weitere Option Bamba Anderson bereit.
Rechts ist Tony Jantschke nach wie vor ‚gesetzt'. Der 21-Jährige wechselte sich mit KSC-Neuzugang Matthias Zimmermann ab, der somit wohl als ‚Backup' fungiert. Dahinter lauert Jungprofi Niklas Dams, der sich in der B-Elf mit Zimmermann abwechselte.
Auf der linken Seite scheint Filip Daems nicht ‚nur' sein Kapitänsamt, sondern auch seinen angestammten Platz gegenüber Neuzugang Oscar Wendt zu verteidigen. Der Schwede wusste sich bisher auch wenig nachhaltig aufzudrängen, während Daems einen guten Part spielt.
»Was heißt Stammelf? Ich hoffe, dass ich am Samstag spiele. Mehr auch nicht«, will Filip Daems von eventueller ‚Stammplatzgarantie' noch nichts wissen und ergänzt: »Aber es geht auch nicht nur um mich. Wir haben auf jeder Position zwei, drei Möglichkeiten. Ich denke, keiner in der Mannschaft hat seinen Platz sicher. Es steht noch Nichts fest und es wird jede Woche so sein, dass man sich wieder zeigen muss, um seinen Platz zu behalten«.
Im defensiven Mittelfeld scheint Favre nach wie vor auf das Duo Neustädter und Nordtveit zu setzten. Und das wohl auch weil noch nicht klar ist, was mit Michael Bradley passiert. Der US-Boy fungierte bei den Spielformen als ‚Backup' zu Neustädter. Demzufolge würde Favre wohl mit dem mit dem 25-Jährigen planen, ‚verschiebt' ihn derzeit aber noch in die B-Elf' da noch nicht fest steht, was mit ihm passiert. Thorben Marx gesellte sich derweil zu Nordtveit.
Auf der linken Außenbahn könnte gemäß der A-Elf Neuzugang Lukas Rupp derjenige sein, der Juan Arango vertritt, sollte dieser nach der Copa Amerika ‚geschlaucht' zurückkommen. Dahinter übte und lauert Julian Korb als weitere Option.
Somit scheint Neuprofi Dennis Dowidat für diese Position wohlmöglich eher nicht infrage zu kommen, denn der 21-Jährige machte diese Übungen am Freitagmorgen nicht mit und fehlte auch aus bis dato unbekannten Gründen generell bei der Einheit. Wäre das gänzlich nicht der Fall, würde beispielsweise Julian Korb im defensiven Mittelfeld eingeplant werden. Rechts hingegen ist Marco Reus gesetzt, das ‚Double' ist Patrick Herrmann.
Zwar anwesend, aber nicht mit in die Spielformen einbezogen wurden Tobias Levels und Mo Idrissou zu. Die beiden absolvierten stattdessen mit Physiotherapeut Andreas Bluhm Ballgefühlsübungen und schossen dabei aus kurzer Distanz auf eine Art umgedrehtes Trambolin, von wo aus das Spielgerät nach dem Schuss mit doppelter Geschwindigkeit zu den Spielern zurückflog.
Die Tatsache, dass die beiden Protagonisten von Favre nicht mit einbezogen wurden sondern bei diesem Teilabschnitt fern ab trainierte, könnte wohlmöglich darauf hindeuten, dass beide in Zukunft keine Rolle mehr spielen. Die kommenden Wochen bis zum Ende der Transferperiode am 31.August dürften Aufschluss darüber geben, was mit den beiden Spielern passiert und wie mit ihnen bei einem Verbleib weiter verfahren wird.
Derweil dürfen sich die Borussen am Samstag mit einem hochkarätigen Gegner messen. Im Niederrheinstadion zu Oberhausen wartet Europa League-Sieger FC Porto. »Das ist eine sehr, sehr gute und seit Jahren eine Top-Mannschaft«, weiß Lucien Favre um die Schwere der Aufgabe.
Für die Borussen sicherlich eine Standortbestimmung. »Porto ist eine Top-Mannschaft, mit der wir uns messen können«, sagt Filip Daems und meint: »Dann sehen wir, wie weit wir stehen, woran wir vielleicht noch arbeiten müssen und wo wir uns noch verbessern können«.
»Porto hat ein super Team. Wir freuen uns alle drauf. Ich denke es ist auch wichtig, jetzt mal einen richtigen Gegner zu haben«, befindet Marco Reus und ergänzt: »Bis jetzt haben wir meist nur getestet. Ich weiß nicht, wie der Trainer aufstellt, aber ich denke, der Test ist auch sehr wichtig um zu wissen, wo wir gerade stehen«.
Der Test gegen den FC Porto und auch die Generalprobe eine Woche später im Saisoneröffnungsspiel gegen Premier League-Club AFC Sunderland werden sicherlich Aufschluss darüber geben, wie sich Lucien Favre seine Startformation vorstellt und wie weit die Borussen generell sind.






