Mit dem Testspiel gegen den FC Porto hatte sich Borussia Mönchengladbach zum vorletzten Spiel der Vorbereitung einen hochkarätigen Gegner ausgesucht. Und hat sich dabei mit dem torlosen Remis gegen den Europa League- Sieger, wenn auch in Überzahl, achtbar aus der Affäre gezogen. Dennoch gilt es noch an einigen Stellschrauben zu drehen.
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| Auch mit Martin Stranzl stand beim VfL gegen Porto die Null. Foto: Dirk Päffgen, Fohlen-Hautnah.de |
Ein echter Härtetest stand für die Borussen im Oberhausener Niederrheinstadion auf dem Programm. Der portugiesische Meister FC Porto befindet sich im Ost-westfälischen Marienfeld im Trainingslager und hatte sich für ein Kräftemessen mit dem VfL zur Verfügung gestellt.
Und von Beginn an war es der FC Porto, der den Borussen zumindest spielerisch überlegen war und mächtig Druck machte, wenngleich daraus noch keine große Torgefahr resultierte. »Für uns war es sehr schwer«, meinte Lucien Favre nach der Partie und musste zugeben, dass »der Ballbesitz total bei Porto war«.
Allerdings dauerte es gute zehn Minuten, bis die Mannen von Trainer Vitor Pereira richtig in Fahrt kamen. »Dann hat Porto sehr viel Druck gemacht und sich Möglichkeiten erspielt«, so Martin Stranzl.
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Allen voran der technisch versierte Hulk hatte trotz strömenden Regens Gefallen an der Partie und war an einigen Offensivaktionen beteiligt. Doch Mitte der ersten Halbzeit war der Auftritt des 24-Jährigen beendet. Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer schickte den Brasilianer mit Gelb-Rot vom Platz.
Ein Platzverweis, der Lucien Favre alles andere als gefiel. »Das war schade. Elf gegen Elf zu spielen wäre für den Test besser gewesen«, meinte Favre und machte dem Unparteiischen dennoch keine Vorwürfe: »Aber der Schiedsrichter muss auch seinen Job machen«.
»Leider war es so, dass das Spiel nach der Gelb-Roten-Karte nicht mehr so verlief, wie wir es uns erhofft hatten«, pflichtete Stranzl seinem Trainer bei. »Dann sind das nicht mehr die gleichen Voraussetzungen«. Dennoch machten die Borussen ihren Job gerade in der Anfangsphase recht ordentlich.
Im weiteren Verlauf kamen die Borussen gegen die deutlich feldüberlegenen Portugiesen jedoch wenig zum Zuge. »Porto hatte zu viele Torchancen. Wir haben bei Ballannahme viel zu langsam gespielt und hatten zu wenig Bewegung«, monierte Favre und lieferte auch gleich einen Beweggrund: »Aber ein flaches 4-2-2-System gegen eine Mannschaft im 4-3-3-System zu spielen ist extrem schwer«.
Dennoch stand nach 45 Minuten die Null. »In der zweiten Halbzeit war es spielerisch ein wenig besser«, so Favre. Verantwortlich dafür war eine Systemumstellung des Schweizers, der im Mittelfeld auf eine Raute umstellte. Roman Neustädter agierte vor der Abwehr, Nordtveit besetzte den rechten, Rupp den linken Flügel und Marco Reus agierte offensiv.
»In der zweiten Halbzeit lief es dann mit der Umstellung im Mittelfeld besser. Wir haben den Ball besser laufen lassen und hatten Tormöglichkeiten«, befand Stranzl. Tatsächlich wurden die „Fohlen" zwar mutiger und traten offensiv auch öfters in Erscheinung, vor schwere Aufgaben konnten sie Portos Schlussmann Helton allerdings nicht stellen. »Ich denke, dass wir ein paar Torchancen hatten und diese hätten auch nutzen können, wenn wir ein bisschen kaltschnäuziger gewesen wären«, meinte ter Stegen. »Wir können besser spielen und wir müssen besser spielen«, weiß Lucien Favre.
Da weder Borussia noch Porto ihre Tormöglichkeiten nutzten, stand am Ende ein torloses Remis zu Buche. »Das war gegen einen Gegner, der trotz Unterzahl noch sehr aggressiv gespielt hat, ein sehr schweres Spiel. Wichtig ist, dass am Ende trotzdem die null steht. Ich denke, 0:0 ist gegen so einen Gegner ein vernünftiges Ergebnis«, sagte ter Stegen und ergänzte: »Ein Elf gegen Elf wäre sicherlich besser gewesen, aber trotzdem war es für uns ein guter Test. Daraus werden wir jetzt die Erkenntnisse mitnehmen«.
Ein zweifelsohne gutes Ergebnis gegen den Europa-League-Sieger, dass im Bezug auf eine Standortbestimmung dennoch schwer einzuordnen ist. »Es ist bedingt dadurch, dass Porto ein Mann weniger war, alles etwas schwieriger einzuschätzen«, sagte Stranzl.
»Es gilt noch an einigen Dingen zu arbeiten«, hat der Österreicher noch einige Defizite ausgemacht: »Das betrifft die Abstimmung, das Timing, sowie die Spielgeschwindigkeit und Spielgestaltung. Und es unterlaufen uns auch noch einige Fehler im Pass- und Aufbauspiel«.
So gilt es in den kommenden zwei Wochen bis zum DFB-Pokalspiel beim SSV Jahn Regensburg noch an einigen Stellschrauben zu drehen und noch viele Automatismen einzustudieren und Abläufe zu optimieren.
Und um dann für den Pflichtspielauftakt auf den Punkt gut gerüstet zu sein, übt der VfL noch gegen den englischen Premier League-Club AFC Sunderland. »Wir haben jetzt noch zwei Wochen Zeit. Gegen Sunderland werden wir wieder ein paar Dinge probieren«, sagte Stranzl und ist der Meinung: »Dann werden wir sehen, wo wir stehen...«.






