Bereits seit Sonntagabend weilt Yuki Otsu bei Borussia Mönchengladbach. So richtig neu ist der Japaner beim VfL bekanntlich nicht, denn schließlich hatte er bereits vor zwei Wochen ein viertägiges Probetraining absolviert. Nach der gestrigen erfolgreich absolvierten medizinischen Untersuchung und der anschließenden Vertragsunterzeichnung wurde der 21-Jährige am heutigen Dienstag im Borussia-Park offiziell vorgestellt.
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| Yuki Otsu beim VfL offiziell vorgestellt. Foto: Andreas Plum, Fohlen-Hautnah.de |
Nach Mönchengladbach gekommen ist der Japaner mit seinen beiden Beratern und mit seinem zukünftigen Dolmetscher Yu Nishimura. Der 37-Jährige Landsmann, gebürtig aus Kobe wohnt derzeit noch in Frankfurt am Main, arbeitete dort bisher in einem japanischen Restaurant als Kellner, und wird in naher Zukunft an den linken Niederrhein ziehen.
Ein Wohnen in Düsseldorf, wo viele seiner Landsleute leben, kommt dabei aber zunächst nicht infrage. »Wir werden uns in Mönchengladbach Wohnungen suchen, um nah am Stadion zu sein«, begründet Nishimura.
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Zusammen mit Otsu, der ohne Familie in Deutschland leben wird, wird sich Nishimura dann also in Mönchengladbach und in unmittelbarer Umgebung des Borussia-Parks niederlassen und tatkräftig mit dabei helfen, dass sich Otsu so schnell und so gut wie möglich in seiner neuen Umgebung und in der neuen Kultur zurecht findet. »Ich werde Yuki bei seiner Eingewöhnung behilflich sein und ihm gerade auch sprachlich mit Rat und Tat zur Seite stehen«, beschreibt Nishimura seine zukünftigen Aufgaben und fungiert dabei als Integrationsbeauftragter.
Einen solchen hatte die Borussia gesucht und auf Empfehlung von Thomas Kroth in dem 37-Jährigen, der auch schon für eine japanische Sportzeitung gearbeitet hat, erhalten. Der Ex-Profi und heutige Spielerberater Kroth war es dann auch, der den Transfer von Yuki Otsu in Deutschland abwickelte.
Ähnlich wie Jörg Stiel bei den spanisch sprechenden Borussen wird sich Nishimura nun verstärkt um den 21-Jährigen kümmern und ihm die Eingewöhnung so leicht wie nur möglich zu machen. Und dabei auch die Sprachbarrieren überwinden. Gerade auch dann, wenn es um taktische Dinge geht, wird der Begleiter zugegen sein und die Anweisungen von Lucien Favre erläutern bzw. übersetzten.
Zudem wird Otsu seitens der Borussia ein Deutschlehrer zur Seite gestellt. »Wir werden alles dafür tun, dass er sich hier gut einlebt«, sagt Max Eberl über den ersten Japaner bei den "Fohlen", den Lucien Favre zunächst nicht bedeutend besser eingeschätzt hatte als das vorhandene Personal. Um dann eine Kehrtwende zu machen und die vorherige Nichtverpflichtung als ein »etwas taktisch« zu begründen.
Auf den Japaner aufmerksam wurde der VfL bereits »vor zwei Jahren«, wie Borussias Sportdirektor verriet. »Da haben wir Yuki zum ersten Mal gesehen, als er als 19-Jähriger bei Kashiwa eine sehr gute Saison gespielt hat. Daher kennen wir den Spieler auch«, verriet Max Eberl und erläuterte seine Verpflichtung: »Wir haben seine Entwicklung immer wieder verfolgt. Und da wir jetzt auf der linken Seite einen Spieler gesucht haben, war es eine gute Gelegenheit, ihn einzuladen. Dann haben wir uns entschieden, ihn zu verpflichten«.
»Wir sind davon überzeugt, dass ihm seine fußballerischen und physischen Fähigkeiten ein großes Potenzial geben und sind der Meinung, dass er über kurz oder lang in der Bundesliga Fuß fassen kann. Und für Gladbach eine Verstärkung ist«, meint Eberl.
»Yuki bedeutet Mut«, übersetzte eine japanische Journalistin den Namen des 21-jährigen Mittelfeldspielers, der vornehmlich auf der linken Seite für Dampf sorgen soll. Für den Japaner ist die Bundesliga Neuland und so will er getreu seiner deutschen Übersetzung mit Mut an die Aufgabe beim VfL herangehen.
»Ich freue mich, dabei zu sein«, strahlte Otsu, der in Zukunft das Trikot mit der Rückennummer 23 trägt, bei seiner Vorstellung und versprach: »Ab heute werde ich alles für die Mannschaft geben, jeden Tag alles zeigen. Jedes Training ist wichtig für mich, ich will sofort fit sein«.
»Durch den Erfolg von Shinji Kagawa ist es ein bisschen einfacher, in Deutschland Fuß zu fassen, meint er über seinen Landsmann vom BVB und ergänzt: »Kagawa hat Erfolg und das ist schon ein Vorbild«.
Ob sich der Japaner in der Bundesliga durchsetzten kann und vielleicht ähnlich einschlägt wie sein Landsmann in Dortmund, bleibt abzuwarten und darf gespannt beobachtet werden. »Ich habe keine Angst und traue mir das zu«, sagt er selbstbewusst und fügt hinzu: »Aber ich will mich zunächst in der Bundesliga etablieren«. Die Anlagen dazu sind jedenfalls durchaus vorhanden.
»Wir erwarten von ihm die bestmögliche Leistung, die in ihm steckt. Und wir erwarten natürlich auch, dass er sich entwickelt und der Mannschaft mit seinen Dribblings und seiner Schnelligkeit eine neue Qualität gibt«, so Max Eberl.
Dazu, dass der 21-Jährige sich an das Niveau der Bundesliga gewöhnt und ankommt, werden ihn der VfL und allen voran auch Trainer Lucien Favre alles andere als unter Druck setzten. »Er braucht Zeit, um in der Bundesliga anzukommen, weil es doch ein anderer Fußball als in Japan ist«, warnt Eberl vor zu hohen Erwartungen. »Aber die Zeit wird er bei uns bekommen«.
Und auch kulinarisch hat sich der Japaner schon von seiner neuen Heimat ein Bild gemacht. So war seine erste Mahlzeit in der Sportsbar gladbach** Leberkäse mit Spiegelei. »Das hat seht gut geschmeckt«, wusste Otsu zu berichten. Ansonsten wird er sich in Düsseldorf auch von der Qualität seiner in der Heimat gewohnten Speisen überzeugen.
So wird Borussias erster Japaner nun ab heute und in den nächsten drei Jahren versuchen, sich in der Bundesliga beim VfL durchzusetzen. Der Japaner geht jedenfalls selbstbewusst und mutig an die Aufgabe heran. Möge er dafür auch die Früchte ernten und dem VfL Freude bereiten ...






