Am kommenden Freitag wird es für Borussia Mönchengladbach ernst. Zum Pflichtspielauftakt tritt der VfL um 20:30 Uhr in der 1.Hauptrunde des DFB-Pokals bei Drittligist SSV Jahn Regensburg an. Das für das Spiel 10.724 fassenden Jahnstadion ist bis auf wenige Restkarten fast ausverkauft. Dabei werden etwa 4.000 VfL- Fans ihre Mannschaft unterstützen. Borussias Trainer Lucien Favre kann personell nahezu aus dem Vollen schöpfen.
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| Lucien Favre sieht seine Mannschaft für den Pflichtspielauftakt gerüstet. Foto: Andreas Plum: Fohlen-Hautnah.de |
Bis auf Juan Arango, der nach der Copa América erst am kommenden Dienstag wieder in das Mannschaftstraining einsteigt, kann der 53-Jährige auf seinen kompletten Kader zurückgreifen. Somit auch auf Torhüter Christofer Heimeroth, der seine Rückenprobleme überwunden und die Trainingseinheit am heutigen Mittwoch komplett absolviert hat.
Mit welchem Personal der Schweizer sich allerdings am Donnerstag per Flugzeug auf den Weg nach Ostbayern macht, wollte er auf der Pressekonferenz am Mittwoch noch nicht verraten. Und das gilt auch für die Personalie Yuki Otsu, der erst bei drei Trainingseinheiten mitwirkte.
Gut möglich aber, dass der Japaner zur Integrationsförderung als 19. Mann mit nach Regensburg reist. »Das ist möglich, aber ich weiß es noch nicht«, ließ Favre offen und wird darüber noch mal eine Nacht schlafen: »Ich werde mich morgen entscheiden«.
Es dürfte jedoch wohl der Kader sein, der sich im letzten Test am vergangenen Samstag mit 0:0 gegen den FC Sunderland getrennt hatte. Und auch an der Startformation dürfte der Trainer festhalten. Somit stünde mit Lukas Rupp als Vertreter für Juan Arango lediglich ein Neuzugang in der Startformation. Und ansonsten genau die Elf, die zuletzt in den Relegationsspielen gegen Bochum den Klassenerhalt geschafft hatte.
Schon gegen die Engländer stand Bamba Anderson nicht im Kader, was vielleicht schon den Rückschluss zuließ, dass der Brasilianer in den Planungen keine gesteigerte Rolle spielt. Und nicht an Roel Brouwers vorbeikommt.
Am Mittwoch fehlte der Brasilianer ebenso beim Mannschaftstraining wie am Dienstagnachmittag. Beobachtungen und Meldungen zufolge soll sich der 23-Jährige derzeit in Frankfurt aufhalten, um seinen Wechsel zur Eintracht unter Dach und Fach zu bringen. »Dazu gibt es momentan nichts zu sagen. Er ist zwei Tage nicht da und dann schauen wir mal, was dabei rauskommt«, hielt sich Max Eberl bedeckt. »Das ist ein Überraschungsei«, entgegnete der Sportdirektor auf die Frage, ob er sich denn in Frankfurt befindet.
Generell sieht Favre seine Mannschaft für den Auftakt gut vorbereitet und gerüstet. »Die Vorbereitung war kurz, aber wir haben sehr hart gearbeitet«, schaute der Schweizer auf die letzten Wochen zurück und ist der Meinung: »Die Mannschaft ist bereit«.
Und das aber auch wohlwissend, dass der Drittligist alles andere als auf die leichte Schulter zu nehmen ist. Auch gerade deshalb hat der 53-Jährige den Gegner genau unter die Lupe genommen. »Ich habe Regensburg zum Teil bei der knappen Niederlage gegen den FC Augsburg und beim 0:0 gegen Ajax Amsterdam gesehen. Sie haben viel Qualität«, weiß Favre und warnt: »Spiele der ersten Pokalrunde sind immer sehr gefährlich«.
»Sie spielen ein 4-4-2-System, manchmal mit einem flachen Mittelfeld, manchmal in der Raute. Sie spielen gut nach vorne, können aber durchaus auch mit neun oder zehn Mann verteidigen«, so Favre weiter und fügte hinzu: »Aber wir sind für all gerüstet«.
Dennoch sind die Rollen im Jahnstadion selbsterklärend klar verteilt. Die Borussia ist der Favorit und so zählt in Regensburg nichts anderes als ein Einzug in die zweite Runde. Und so gibt Favre das kurze aber präzise Ziel für den Freitagabend aus: »Eine Runde weiterkommen«. Dabei ist auch der finanzielle Aspekt nicht von der Hand zu weisen. »Der Wettbewerb ist sowohl sportlich als auch finanziell interessant und von großer sowie wichtiger Bedeutung«, weiß Max Eberl. »Und das ist er für Gladbach und für viele andere Vereine auch«.
Und dabei ist es völlig egal, ob dies nach 90, 120 Minuten oder nach dem Elfmeterschießen der Fall ist. Nur einen derartigen Nervenkitzel sollten sich die Borussen ersparen, was aufgrund der Qualitätsunterschiede auch durchaus machbar ist.






