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HomeFohlenelfNews & Hintergründe»Können es in allen Belangen noch etwas besser machen«

»Können es in allen Belangen noch etwas besser machen«

Mit Routine verdient eine Runde weiter, dennoch ist durchaus Luft nach oben

Borussia Mönchengladbach hat die erste Pflichtspielaufgabe gemeistert. Mit dem 3:1-Sieg am Freitagabend gegen den SSV Jahn Regensburg zog der VfL verdient in die zweite Runde des DFB-Pokals ein. Und das einer routinierten Leistung sei Dank auch recht ungefährdet. Dennoch ist eine Woche vor dem Ligaauftakt beim FC Bayern München noch durchaus Luft nach oben.

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ter Stegen und dem VfL reichte in Regensburg eine solide Leistung, aber es ist noch Luft nach oben. Foto: Dirk Päffgen, Fohlen-Hautnah.de

Es ist die alljährliche Frage, die man nur schwer zu beantworten weiß, wenn es nach einer Vorbereitung in die erste Pflichtspielaufgabe geht: „Wo stehen wir?". Die Antwort auf diese Frage kann sich der VfL mit dem Einzug in die zweite Runde des DFB-Pokals nun schon eher beantworten.

Dank einer soliden und am Ende abgeklärten Leistung stand ein 3:1-Sieg zu Buche, bei dem die Borussen zwar nie so richtig in Gefahr gerieten, dennoch aber noch Potenzial nach oben haben. »Kein Trainer wird sagen, dass seine Mannschat schon bei 100 Prozent ist«, befand Favre und zeigte sich mit der Darbietung seiner Schützlinge einverstanden: »Wir haben gut gespielt, ich bin zufrieden«, befand der Schweizer und fügte hinzu: Wir waren selten in Gefahr. Der Sieg ist klar verdient«.

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Dazu, dass der VfL recht früh auf die Siegerstraße gelang, trug sicherlich auch das Führungstor von Martin Stranzl bei. Der Österreicher hatte seinem Kumpel Michael Hofmann in Minute 14 mit dem Scheitel einen eingeschenkt. »Ein sehr kurioses Tor. Natürlich gehört auch Glück dazu«, sagte Stranzl und hatte den Torjubel bewusst etwas verhalten ausfallen lassen. »Uns verbindet eine dicke Freundschaft und von daher hatte ich ein weinendes und lachendes Auge«.

Vier Minuten vor Abpfiff musste der Abwehrspieler angeschlagen vom Platz. Gott sei Dank lediglich eine Vorsichtsmaßnehme. »Ich habe gegen Porto einen Schlag auf die Wade bekommen. Aufgrund der wechselnden Platzverhältnisse hat die Wade zu gemacht«, erklärte Stranzl. »Wir wollten kein Risiko eingehen aber ich denke, dass es nichts Ernsthaftes ist«. In den kommenden Tagen jedenfalls, wird der Abwehrspieler intensiv behalndet und dann sollte einem Einsatz in München nichts im Wege stehen.

Den Führungstreffer vorbereitet hatte Marco Reus per Eckstoß. Eine Situation, die die Borussen auch unter der Woche einstudieren, wie Martin Stranzl verriet. »Wir üben es auch im Training, solche Bälle mal kurz zu spielen«, erklärte der Österreicher und meint: »Natürlich gehört auch Glück dazu. Aber egal, Hauptsache der Ball ist drin«.

Drin war dann auch die zweite gute Möglichkeit des VfL. Marco Reus sorgte nach Zuspiel von Igor de Camargo mit einer schönen Einzelleistung für die 2:0-Führung. Ein vermeintlich komfortabler Vorsprung, der mit dem Anschlusstreffer jedoch noch mal ein wenig in Gefahr geriet. »Das 2:1 war unnötig«, ärgerte sich Marco Reus.

Marc-André ter Stegen brachte Michael Klauß an der linken Strafraumgrenze zu Fall, was einen berechtigten Elfmeter zur Folge hatte. »Ich bin ein bisschen weggerutscht und habe ihn dann ganz leicht getroffen. Mir war schon klar, dass es in jedem Fall Gelb geben würde. Der Spieler hat sich den Ball in Richtung Außenlinie vorgelegt. Vielleicht wäre der Ball auch ins Aus gegangen«, blickte ter Stegen auf die Szene zurück. »Aber er hat das natürlich dann dankend angenommen, was ganz normal ist«.

»Marc-André ist für sein Alter clever und abgezockt. Er hat uns im letzten Jahr so viele Punkte gerettet. Sowas passiert«, nahm Daems seinen Schussmann in Schutz. »Um ihn brauchen wir uns keine Sorgen machen. Er ist ein sehr guter Torwart«.

Vom Punkt verwandelte Tobias Schweinsteiger sicher. »Ich werde mir das Spiel noch mal mit einem kritischen Auge anschauen, natürlich meine Lehren daraus ziehen und im nächsten Spiel alles dafür geben, dass die Null steht«, so ter Stegen und fügte hinzu: »Aber es gibt keinen Grund, etwas anders zu machen und ich denke, dass ich die Situation jetzt nicht überbewerten sollte, schließlich haben wir 3:1 gewonnen«.

Ehe es zu diesem Ergebnis kam, hatten die Borussen zwischenzeitlich allerdings noch einiges an Sand im Getriebe. Oftmals marschierten sie zwar ganz gefällig nach vorne und setzten Nadelstiche, gaben das Spielgerät jedoch oftmals zu einfach wieder her. Und auch im Umschaltspiel offenbarten sich Mängel. »Spielerisch war es nicht ganz so gut, weil wenig Tempo ist Spiel war«, bemängelte Filip Daems.

Derartige Fehler sollten und müssen die Borussen beim FC Bayern tunlichts vermeiden. »Wir müssen gegen München ein sehr gutes Spiel abliefern. Da zählen 100, wenn nicht sogar 110 Prozent«, weiß ter Stegen. »Die muss jeder einzelne Spieler abrufen, um dort bestehen zu können. Dann ist auch dort etwas zu holen«.

Spätestens nach dem dritten Treffer war gegen Regensburg allerindgs die Messe im Jahnstadion zu Gunsten der Borussia gesungen. Igor de Camargo traf mit einem sehenswerten Lupfer in die Maschen. »Ich habe gesehen, dass er Torhüter aus seinem Tor kommt. Dann war es die richtige Entscheidung den Ball so ins Tor zu befördern«, erklärte der Stürmer. »Mit einem Tor in die Saison zu starten ist immer gut für das Selbstvertrauen. Ich bin mit einem guten Gefühl in das Spiel gegangen und hoffe, dass ich verletzungsfrei bleibe, um eine gute Saison zu spielen«.

Das Tor für den belgischen Nationalspieler vorbereitet hatte Lukas Rupp, der als einziger Neuzugang in der Startelf gestanden hatte. »Natürlich kann ich noch besser spielen, aber für das erste Pflichtspiel war es ein guter Anfang«, befand Rupp. Aller Voraussicht nach wird er seinen Platz in der kommenden Woche wohl aber wieder räumen müssen. Juan Arango steht wieder zur Verfügung. »Man wird sehen, wie sich der Trainer entscheidet«, so Rupp, der sich unter der Woche weiter anbieten will.

»Lukas kommt aus der Zweiten Liga, hat sich sehr gut eingewöhnt und hat das volle Vertrauen des Trainers. Ich denke, er macht das richtig gut und traut sich auch etwas zu«, lobte Daems seinen Mittspieler, mit dem er auf der linken Seite agierte und ergänzte: »Aber er weiß natürlich auch, dass es vielleicht wieder anders aussieht, wenn Juan zurückkommt.

Am Ende wurden die „Fohlen" ihrer Favoritenrolle gerecht und zogen dank einer soliden Leistung in die zweite Pokalrunde ein. »Wichtig war, eine Runde weiterzukommen. Das haben wir erreicht«, stellte Filip Daems fest und ergänzte: »Ich denke, wir haben unsere Sache gut gemacht. Nach der 3:1-Führtung haben wir es nach hinten heraus souverän zu Ende gespielt«.

»Wir haben gegen einen sehr aggressiven Gegner gespielt, der versucht hat, viel durch die Ordnung zu spielen. Das haben sie gut gemacht, aber ich denke, nachher hat man schon einen Klassenunterschied gesehen. Wir sind verdient eine Runde weiter«, resümierte ter Stegen.

Allerdings auch mit der Erkenntnis, dass bis zum Bundesligaauftakt gegen den FC Bayern München noch etwas Arbeit bevor steht. »Ich denke, dass wir uns für die nächsten Wochen insgesamt noch verbessern müssen«, befand Borussias Kapitän.

Das wird auch von Nöten sein, denn gegen den deutschen Rekordmeister können beispielswiese die zum Teil einfachen Ballverluste im Mittelfeld folgenschwerer Natur sein. »Wir werden in dieser Woche Videoanlayse betreiben und müssen dann unter der Woche hart arbeiten, um gegen Bayern noch besser zu spielen«, skizzierte de Camargo die Vorbereitung für das Spiel in München.

»Wir können es in allen Belangen noch etwas besser machen. So ist es im Fußball. Es gibt eigentlich kein perfektes Spiel«, sagt Stranzl und blickt auf den Ligaauftakt beim FC Bayern: »München ist immer ein besonders Spiel. Wir wollen uns dort gut präsentieren und natürlich auch etwas mitnehmen«.

»Es gibt zu Beginn einfachere Aufgaben als ein Auswärtsspiel beim FC Bayern, aber wir müssen gut verteidigen, nicht so viel weggeben und unsere Chancen nutzen«, gibt Filip Daems die Parole aus. Das alles in die Tat umgesetzt, dann ist in der ausverkauften Allianz Arena durchaus etwas Zählbares drin. Darauf werden Lucien Favre und die Borussen nach zwei freien Tagen ab kommenden Dienstag hinarbeiten.


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