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Joshua King: »Eine große Gelegenheit für mich«

Borussias zweiter Norweger offiziell vorgestellt

Seit Anfang der Woche befindet sich Joshua King nun endlich bei Borussia Mönchengladbach. Nach den erfolgreich abgeschlossenen medizinischen Untersuchungen und dem anschließenden lockeren Aufgalopp mit Physiotherapeut Andreas Bluhm am Dienstag, wurde der 19-Jährige am heutigen Mittwoch im Borussia-Park offiziell vorgestellt.

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ManU-Leihgabe Joshua King offiziell bei Borussia vorgestellt. Foto: Andreas Plum, Fohlen-Hautnah.de

Einige Zaungäste hatten sich am Dienstag am Trainingsgelände des Borussia-Parks eingefunden, um auch den vielleicht letzten Neuzugang des VfL unter die Lupe zu nehmen. »Ich bin fit und habe keine Probleme mehr«, ließ der Norweger kurz nach seiner Ankunft in Deutschland wissen.

Und diesen Eindruck bestätigte er auch in den beiden bisherigen individuellen Einheiten mit Andreas Bluhm, in denen er einen durchaus guten Eindruck hinterließ.

»Joshua King macht einen guten Eindruck und will auch sofort spielen. Aber das ist noch zu früh«, befindet Lucien Favre und wird mit dem 19-Jährigen in den kommenden Tagen nicht zuletzt aufgrund der gerade erst überstandenen Verletzung behutsam umgehen: »Wir müssen aufpassen und wollen bei ihm einen Rückschlag vermeiden.

»Durch meine blöde Verletzung und die anschließende Operation habe ich fast die komplette Vorbereitung mit der Mannschaft verpasst. Das ist wirklich sehr ärgerlich«, sagte Joshua King und fügte hinzu: »Aber so etwas passiert und da darf man nicht zu lange enttäuscht sein«.

So bleibt es abzuwarten, ob der Beidfuß beim Ligastart am kommenden Sonntag beim FC Bayern München mit von der Partie sein wird. Doch King selber fühlt sich bereit. »Ich fühle mich gut«, sagt er und »wenn der Trainer mich am Sonntag bei den Bayern mit im Aufgebot haben will, bin ich bereit«. Und das natürlich wohlwissend, dass Lucien Favre diese Entscheidung trifft: »Aber der Trainer ist der Chef, und wenn ich nicht dabei sein sollte, ist es auch kein Problem«. Sollte er zum Ligaauftakt indes nicht im Aufgebot stehen, so wird er in jedem Fall die Reise mit an die Isar antreten, um in den Ablauf des VfL einen genaueren Einblick zu bekommen.

Im Gegensatz zu Yuki Otsu wird dem 19-Jährigen zwar kein Integrationsbeauftragter zur Seite gestellt - zwingend notwendig, um sich beim VfL schnellstmöglich einzuleben ist dies aber wohl auch nicht.

Schließlich spricht der in Oslo geborene Norweger mit gambischen Wurzeln fließend Englisch und hat mit Håvard Nordtveit einen Mitspieler und Landsmann, der ihm bei der Integration behilflich sein wird. »Ich denke, dass er mir speziell bei Borussia bei meinem Start sehr behilflich sein wird, sagt King. »Es ist schwer, wenn man fern ab der Heimat und fern der Familie und Freunde in England in ein fremdes Land wechselt. Ich spreche noch kein Deutsch und da ist es gut, dass ich mit Håvard jemanden habe, den man kennt und der einem hilft«, sagt der Offensiv-Allrounder, der zukünftig das Trikot mit der Rückennummer 15 trägt.

Auch über die Borussia selber und über die Bundesliga hat er sich mit seinem Landsmann unterhalten. »Ich wusste bisher nicht viel über die Bundesliga, aber Håvard Nordtveit, den ich vor fünf Wochen bei der norwegischen Nationalmannschaft kennengelernt habe, hat mir, als das Gerücht aufkam, das ich zu Borussia komme, Einiges und Gutes über sie und auch über den Verein erzählt«, sagt King.

Auf den Norweger aufmerksam wurde der VfL bei ihrer Scoutingtour. »Wir kennen Joshua schon relativ lange, weil wir mit unserem Scouting in Europa schwerpunktmäßig in Skandinavien und in den Benelux Ländern sämtliche Jugendnationalmannschaften sehr intensiv beobachten«, erklärt Max Eberl. »Das sind Länder, die wir im Fokus haben und deshalb kennen wir Joshua schon etwas länger. Natürlich schauen wir uns auch immer die Reservemannschaften von den großen Vereinen in England an, weil dort eine Flut von interessanten Spielern und Talenten sind«.

»Wir erwarten von ihm, dass er diese Unbekümmertheit, die er hat, und diese Leichtfüßigkeit und Schnelligkeit in unser Spiel einbringt« so Eberl weiter. »Ich denke, Schnelligkeit ist ein wichtiger Faktor, der im Fußball auch eine Rolle spielt«.

»Wenn ein Spieler eben Schnelligkeit, technische Fähigkeiten und einen robusten Körper hat, dann sind das gute Voraussetzungen«, sagt Borussias Sportdirektor. »Trotzdem ist er erst 19 Jahre und muss erst mal ankommen. Wir kennen seine Qualitäten und wir wissen, dass er großes Potenzial hat. Wie weit es reicht, muss man abwarten. Aber wir sind guter Dinge, dass er unseren Kader verstärkt«.

Verstärken wird der Norweger den Kader und die Truppe von Trainer Lucien Favre zunächst also für ein Jahr. »Ein Kauf eines Spielers von so einem großen Club ist für Gladbach und für viele andere Vereine nicht machbar«, erklärte Borussias Sportdirektor.

So wird man Joshua King zunächst ein Jahr unter die Lupe nehmen, um dann eventuell über eine Verpflichtung nachzudenken. »Die Ausleihe ist ein erster Schritt, auch um gemeinsame Erfahrungen zu machen, und um dann zu sehen, was im Sommer 2012 machbar ist«, so Eberl.

Auch 'ManU'-Manager Alex Ferguson wird seinen Schützling fern ab der Insel sicherlich weiter beobachten. Und ihn wohlmöglich im nächsten Sommer wieder zurückbeordern, sollte er beim VfL einschlagen. »Sollte er aufgrund seiner Leistungen ein Spieler für Manchester United sein, dann haben wir eh keine Chance«, weiß Eberl. »Aber dann hatten wir ein Jahr einen sehr guten Spieler«.

Ein erster und zugleich ein großer Schritt ist für King derweil der Wechsel in die Bundesliga. »Die Bundesliga ist eine sehr starke Liga und es ist in meiner Karriere der nächste große Schritt«, weiß Joshua King. »Ich bin zu einem großen Club in der Bundesliga gekommen und möchte der Mannschaft helfen, Spiele zu gewinnen und werde mein bestes dafür geben, dass Borussia in der Bundesliga so gut wie möglich abschneidet«.

Dazu wird sich der 19-Jährige in den kommenden Wochen in Form bringen. Dann darf man gespannt sein, wie er sich in der Bundesliga und beim VfL zurecht findet. »Es war und ist Zeit den nächsten Schritt zu machen. Die Bundesliga ist eine große Chance und Gelegenheit für mich«, sagt King. Auf das er sie beim VfL nutzt, um dann vielleicht gar in die Verlängerung zu gehen...


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