Es war usselig und dunkel am Morgen nach dem historischen Erfolg gegen den FC Bayern München. Tiefgraue Wolken und Regen machten sich über dem Borussia-Park breit. Doch dieses eher herbsttypische Wetter wurde der guten Gefühlslage der Borussen natürlich nicht gerecht. Schließlich hatten die Borussen dem Rekordmeister mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung einen Fehlstart verpasst. Und so schaute man in durchweg strahlende Gesichter der Protagonisten.
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| Filip Daems und der VfL überzeugten in München mit einer geschlossenen Mannschaftsleistung. Foto: Dirk Päffgen, Fohlen-Hautnah.de |
So richtig konnte man es nach dem Abpfiff in der Münchener Allianz-Arena zunächst nicht glauben, welches Resultat die Anzeigetafel nach 93 Minuten zu verbuchen hatte. Der VfL hatte soeben Topfavorit FC Bayern München mit 1:0 besiegt.
Und das erstmalig wieder nach 16 Jahren. »Letztendlich sind es drei Punkte, aber wenn man ein Spiel gegen den FC Bayern gewinnt, dann ist das natürlich ein richtig schönes Gefühl«, strahlte Filip Daems auch noch am Tag nach dem Triumpf bis über beide Ohren.
»Es war lange her, als Gladbach dort einen Sieg geholt hat und deshalb freuen wir uns sehr. Vor allem dann, wenn man das erste Spiel gewinnen kann«, so der Kapitän weiter. »Das sind natürlich keine Punkte, womit man rechnet. Natürlich haben wir gehofft, etwas mitzunehmen, aber ein Dreier ist natürlich richtig gut«.
Kein Wunder also, dass die Borussen diesen historischen Sieg nach dem Schlusspfiff noch einige Minuten mit den zahlreichen Borussen-Fans in der Kurve feierten. Doch bis die Borussen dies konnten, hatten sie in den Minuten zuvor einiges an Arbeit zu verrichten.
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Und vor allen Dingen Abwehrarbeit, denn der FC Bayern nahm nahezu selbstverständlich das Heft in die Hand und machte das Spiel. Der Rekordmeister versuchte dabei die komplette Breite ihres Platzes auszunutzen, und suchte den Zug vor das Tor, zwingende Torchancen sprangen dabei dennoch nicht heraus. »Wir haben gut verteidigt und wenig Fehler gemacht«, lobte Lucien Favre.
Und das gerade auch deshalb, weil die Borussen die Räume eng machten, eben defensiv kompakt auftraten und zudem diszipliniert gegen den Ball arbeiteten. »Wir haben es als Mannschaft geschlossen richtig gut gemacht«, lobte Filip Daems. »Ich denke, dass wir das alle zusammen sehr gut hinbekommen und kompakt gestanden haben«, pflichtete Marc-André ter Stegen bei.
Tatsächlich war für den FC Bayern um den Strafraum der Borussen wenig Durchkommen, wenngleich die Hausherren klar spielbestimmend waren. »Gladbach hat ein Spinnennetz aufgebaut, worin sich meine Spieler immer wieder verfangen haben, Dann ist es natürlich schwer«, musste Jupp Heynckes nach dem Spiel zugeben.
»Ich denke, vor allem gegen die beiden Außen Arjen Robben und Thomas Müller haben wir es gemeinsam gut gelöst. Wir haben immer gedoppelt und versucht, eine 2:1-Situation zu kreieren«, befand Filip Daems. »Man hat gesehen, dass Robben immer versucht hat, nach innen zu ziehen, aber da war immer einer von uns, um den Schuss abzublocken«.
Hinten den Laden dicht, nach vorne jedoch wenig Nadelstiche. Der VfL versuchte zwar, mitzuspielen, konnte sich dabei jedoch wenig in Szene setzen. »Wir hatten wenige Torchancen«, wusste Lucien Favre. »Aber es ist in München auch schwer, hinten herauszukommen«, gab sein Schlussmann ter Stegen zu bedenken.
Auf der anderen Seite hatte der Titelfavorit einige hochkarätige Torchancen, die entweder der erneut starke Marc-André ter Stegen zu Nichte machte, oder das Glück war den Borussen hold. Wie beim Kopfball von Mario Gomez, der nach Eckstoß an den Pfosten knallte.
Ein Glück, was sich die Borussen mit intelligenter Abwehrarbeit erarbeiteten und verdienten. »So wenige Gegentore erarbeitet man sich auch irgendwo«, ist ter Stegen der gleichen Meinung. »Ich denke, wir haben es ganz gut umgesetzt und hatten dann ein bisschen Glück. Dann gewinnt man auch mal so ein Spiel«.
»Ich wurde immer unterstützt hatte mal Glück mit dem Pfosten, oder es stand immer einer von uns davor. Und das ist wichtig, dass wir alle dafür gearbeitet haben, dass die Null steht«, so der 19-Jährige Schlussmann weiter. »Wir hatten alle einen großen Anteil daran, dass wir uns so ein Glück, wo der Kopfball gegen den Pfosten geht, erarbeitet haben. Dann ist es gut sehr, sehr gut für uns, dass wir am Ende die Null gehalten haben«.
Borussias Keeper hielt die Null fest, während Igor de Camargo einen Fehler von Nationaltorhüter Manuel Neuer im Verbund mit einem Abstimmungsfehler mit Boateng ausnutzte, und zum 1:0 einköpfte. Diesen Vorsprung brachte der VfL am Ende mit großem Einsatzwillen und Disziplin über die Zeit.
»Wir haben das Spiel über durchweg kompakt gestanden und haben für den ganzen Druck und den Aufwand, den Bayern betrieben hat relativ wenig zugelassen«, hatte ter Stegen den Schlüssel zum Erfolg parat und ergänzte: »Dann gehört ein Quäntchen Glück dazu. Das haben wir uns gestern irgendwo erarbeitet. Umso schöner ist es dann, dass man mit drei Punkten nach Hause fährt«.
Und hielt so mit einer geordneten Kompaktheit dem Druck der Schlussoffensive stand. dem »Es war sehr eng«, resümierte Favre. »Aber wir haben sehr gut verteidigt und das das Glück provoziert«. Mit Glück und Verstand die ersten drei und sicherlich nicht einkalkulierten Punkte der Saison eingefahren. »Ich bin sehr zufrieden. Auswärts drei Punkte gegen Bayern sind gut«, freute sich Favre und mahnte: »Aber das ist jetzt schon Vergangenheit«. Aber eine, auf die man noch lange gerne und mit großer Freude zurückschaut ...






