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Borussias Aufschwung

Nackte Zahlen und Punkte sprechen für sich

Am heutigen Dienstag startet Borussia Mönchengladbach in die Vorbereitung auf das Bundesligaspiel gegen den FC Schalke 04. Und das als Tabellenführer der Fußballbundesliga. Nach drei Spieltagen sicherlich eine Momentaufnahme. Aber auch eine solche, die rückblickend auf die Statistik der vergangenen Spiele eine nahezu positive Konsequenz darstellt.

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Marc-André ter Stegen und Marco Reus: Mitverantwortlich für Borussias Aufschwung. Foto: Dirk Päffgen, Fohlen-Hautnah.de

Als Lucien Favre die „Fohlen" im Februar dieses Jahres von Vorgänger Michael Frontzeck nach 22 Spielen auf dem letzten Tabellenplatz rangierend übernahm, lahmten diese gewaltig. 56 Gegentore (2,54 im Schnitt) und 16 Punkte standen nach 22 Partien auf der Habenseite.

Eigentlich die Bilanz eines potenziellen Absteigers, doch der Schweizer Fußballehrer setzte sofort die nötigen Hebel an, erreichte seine Spieler sofort, brachte seine Mannen nach dem Motto „Schwing die Hufe" wieder auf Trapp und machte vor allen Dingen die bis dato oftmals erwähnte ‚Schießbude' wieder dicht.

Am Ende schafften die Borussen über die Relegation in zwei Spielen gegen den VfL Bochum den zwischenzeitlich nicht mehr für möglich gehaltenen Klassenerhalt.

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Und das mit einer Mannschaft, die durch den akribischen Fußballlehrer und ‚Taktikfuchs' unverändert stetig nach vorne gebracht wurde. Besonders aber auch die positive Grundeinstellung, die allen voran der 53-Jährige und Dante mit glaubhaften Aussprüchen, wie »Es ist möglich« und »Wir schaffen das« an den Tag legten, machten das Fußballwunder möglich.

So hatte es Lucien Favre geschafft, den VfL zu stabilisieren und in der Rückrundentabelle der letzten Saison vom letzten auf den siebten Tabellenplatz zu bringen. Und dieser positive Trend setzt sich derzeit fort. In den letzten 15 Bundesligaspielen unter Lucien Favre holte die Borussia 27 Punkte mit 22:11 Toren und 0,73 Gegentore im Schnitt.

Damit rangiert der VfL in der Bundesliga-Jahrestabelle 2011 nach 20 Partien mit 33 Punkten derzeit auf dem 6. Tabellenplatz. Nackte Zahlen, die man nach der katastrophalen Hinrunde nicht wirklich hätte erwarten können, und die in der Endabrechnung eines Anwärters für internationale Plätze entsprechen.

Auch in der aktuellen TV-Geldertabelle macht sich der derzeitige Aufschwung bemerkbar. Durch den guten Start wurde der 1.FC Kaiserslautern überholt, der die vergangene Saison als Tabellensiebter abgeschlossen hatte. Da die TV Gelder viermal im Jahr ausgezahlt werden, könnte also schon kurzfristig mehr Geld in die Kasse gespült werden.

Unter der Voraussetzung, dass man nun eine eingespielte und gefestigte Mannschaft hat, ist es durchaus möglich, einen ähnlichen Weg wie Hannover 96 einzuschlagen. Eine ähnliche Entwicklung würde der Borussia sicherlich auch dabei helfen, ambitionierte Spieler, wie Dante und Marco Reus weiterhin im Verein zu halten.

Sicherlich ist allen noch der Verlauf nach dem grandiosen 6:3-Sieg bei Bayer Leverkusen in den Köpfen, aber gerade daraus hat die Mannschaft gelernt und ihre Lehren gezogen. Der VfL präsentiert sich als geschlossene, taktisch stark verbesserte und körperlich bis zur 90. Minute fitte Einheit und zeigt sich zudem auch mental stark. »Wir haben aus der letzten Saison viel gelernt und müssen weiter hart arbeiten«, weiß Dante federführend.

Ein Saisonziel lässt sich Lucien Favre indes zwar nicht entlocken, nimmt dabei aber auch gleichzeitig das Wort ‚Abstieg' nicht in den Mund, was gerade für seine Spieler psychologisch nicht unerheblich ist.

»Es wird eine enorm schwere Saison und wir müssen um jeden Punkt kämpfen«, wiederholt und untermauert der Trainer immer wieder. Das machen seine Profis bisher und werden dies auch in den nächsten Spielen tun. Und so dürfte es zunächst das Ziel sein, so schnell wie möglich die 40-Punktemarke zu knacken. Hat man diese erreicht, kann man schauen, was noch möglich ist.

Derzeit gilt es, so lange wie möglich auf der Erfolgswelle zu schwimmen. Und wie im normalen Leben auch, sollte man sich zwar keine Ziele setzten, wo die Trauben zu hoch hängen, aber eine solche Ausbeute liegt für die Borussen durchaus im Bereich des Machbaren, wie die oben genannten Zahlen belegen.

Auch wenn es sicherlich einfacher ist, tief zu stapeln, so sollte den Spielern zumindest intern ambitionierte Ziele vorgegeben werden, wobei man sich durchaus an den obrigen Zahlen orientieren kann. Natürlich ist kein Abheben angesagt, aber ebenso auch kein Untertreiben ...

Im Moment hat die Borussia natürlich gegenüber vielen Mannschaften den Vorteil, dass man seit langem eingespielt ist, da es bisher auch keine Neuverpflichtung geschafft hat, sich in die erste Elf zu spielen. Interessant zu beobachten wird es sein, wie sich der VfL schlägt, wenn es von der Papierform her gegen vermeintlich schwächere bzw. gegen direkte Konkurrenten oder Gegner auf Augenhöhe geht.

Hier hatte man in den vergangenen Spielzeiten häufig Punkte verschenkt bzw. liegen lassen. Dabei bleibt es zu beobachten, in wie weit die Truppe in der Lage ist, eben auch gegen solche Gegner das Spiel zu machen und nicht ‚nur' mit einem starken Defensivverbund die Punkte zu holen.

Dies wird sich in den nächsten Wochen zeigen und frühestens nach zehn oder elf Spielen sollte man dann erkennen können, wohin es in dieser Saison gehen kann. Es werden vielleicht auch Rückschläge kommen, aber der Weg ist bekanntlich das Ziel. Und aktuell jedenfalls ist man definitiv auf einem richtigen und guten ...


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