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»Enttäuscht, aber kein Untergang«

Reaktionen nach der Niederlage „Auf Schalke"

Zehn Pflichtspiele lang war Borussia Mönchengladbach saisonübergreifend ohne Niederlage. Und durfte zudem aufgrund des guten Saisonstarts sogar eine Woche verdient den Platz an der Sonne genießen. Diesen mussten die enttäuschten Borussen nach der knappen 0:1-Niederlage gegen den FC Schalke 04 zwar wieder abgeben, dennoch schauten die Protagonisten zuversichtlich in die Zukunft.

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Enttäuschte, aber zuversichtliche Borussen nach Schalke. Foto: Dirk Päffgen, Fohlen-Hautnah.de

»Ich denke, über 90 Minuten haben wir ein gutes Spiel gemacht. Wir haben wenig weggegeben und auch Chancen erarbeitet, aber leider haben wir keine davon verwertet«, resümierte Roel Brouwers treffend.

»Sonst hätten wir einen Punkt mitnehmen können, der vielleicht auch verdient gewesen wäre. Nun stehen wir am Ende mit leeren Händen da«, so der Niederländer weiter.

Womit der Niederländer, der nach seiner Gelb-Rot Sperre wieder in die Innenverteidigung rückte, durchaus recht hatte.

Denn gerade im ersten Durchgang hatten die Borussen einige gute Einschussmöglichkeiten. Doch oftmals fehlte hierbei der letzte Pass und es mangelte an Präzision. »Wenn du auswärts etwas holen willst, dann muss eine davon rein«, unterstrich Filip Daems.

»Wir hatten erstaunlich viele Chancen, haben aber das Tor nicht gemacht«, pflichtete Mike Hanke bei und ergänzte: »Wir waren nicht konsequent genug im Abschluss, hatten teilwiese aber auch Pech. »Wir haben nach vorne Akzente gesetzt und hatten ein paar gute Aktionen, aber dann hat vielleicht die letzte Spritzigkeit gefehlt, um das Tor zu machen«, meinte Roel Brouwers.

»Wir haben im Aufbauspiel manchmal zu einfach den Ball verloren und auch die zweiten Bälle waren oft für Schalke«, monierte Borussias Kapitän. »Dann ist es natürlich schwer, ins Spiel zu kommen«.

Und das kamen die Borussen tatsächlich, nachdem sie gut in die Partie gekommen waren. Gerade auch Tony Jantschke hatte auf seiner Abwehrseite einige Probleme. »Wenn Draxler ins Eins-gegen-Eins geht, oder wenn Fuchs immer wieder nachschiebt, dann ist das nicht so leicht«, meinte Jantschke. »Aber wir haben es als Mannschaft in den ersten 20 Minuten nicht so gut gemacht«.

»Wir haben manchmal zu überhastet gespielt und hatten deshalb zu viele Ballverluste. Es ist ein technisches Problem, wenn du die Bälle so verlierst«, monierte Lucien Favre. »Der letzte Pass kam oftmals nicht gut. Wir hätten drei- oder viermal besser spielen und so die Abwehrspieler fixieren können«.

Schalke war das optisch überlegene Team, wenngleich die Königsblauen oftmals lediglich bei ruhenden Bällen gefährlich wurden. Dennoch ging es torlos in die Kabinen.

Nach dem Seitenwechsel nahm Schalke weiter das Heft in die Hand, marschierte nach vorne und drängte den VfL weit in die eigene Hälfte, während die Borussen offensiv wenig in Erscheinung traten. » Offensiv war es leider so, dass wir die Bälle zu oft wieder verloren haben. Wir haben die Bälle ins Mittelfeld gespielt und den Ball dann nach drei Sekunden wieder verloren«, sagte Max Eberl. »So kamen die Bälle zu schnell zurück und die Schalker Angriffe zu schnell auf unser Tor«.

Und in der 65. Minute landete der Ball dann im selbigen der Borussen. Bezeichnend für den Spielverlauf durch eine Standardsituation. Nach einem schnell ausgeführten Freistoß war es Raúl, der das Leder im dritten Versuch aus kurzer Distanz über die Linie stocherte.

Gerade auch deshalb, weil sich die Borussen im Strafraum etwas unsortiert präsentierten. »Bei dem Gegentor hat Schalke den Freistoß schnell ausgeführt und wir haben nicht aufgepasst«, gab Roel Brouwers zu. »So etwas darf nicht passieren, passiert aber«.

Zuvor hatten sich die Borussen etwas zu sehr über die Verhaltensweise des späteren Torschützen mukiert. »Beim Gegenmtor haben wir zulange mit dem Schiedsrichter diskutiert und waren nicht konzentriert genug«, ärgerte sich Lucien Favre.

Doch anders als noch vielleicht im letzten Jahr, ließen die Borussen nach dem Rückstand den Kopf hängen, sondern versuchten postwendend den Ausgleich zu erzielen. »Wir haben es als Truppe wieder sehr gut gemacht«, befand Max Eberl und resümierte: »Aber die Niederlage drückt, weil sie am langen Ende nicht nötig war. Ein Punkt wäre drin gewesen«. Doch am Ende reichte es für die Borussen nicht, die so die erste Saisonniederlage hinnehmen mussten.

»Es ist enorm bitter. Ich denke, es war ein relativ ausgeglichenes Spiel«, resümierte Tony Jantschke. »Vielleicht hatte Schalke ein bisschen mehr Vorteile, aber im Prinzip war das Spiel von Kampf geprägt«.

Gekämpft und alles versucht hatten die Borussen zweifelsohne, unter dem Strich waren sie allerdings zu unkonzentriert. »Wir haben nicht komplett das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Das müssen wir uns anlasten«, sagte Jantschke.

Dennoch ist es nach vier Spielen alles andere als von Nöten, nervös zu werden oder gar den Kopf in den Sand zu stecken. »Wir sind natürlich alle sehr enttäuscht, denn wir hätten gerne gewonnen und hätten gerne etwas mitgenommen, aber es ist jetzt auch kein Untergang«, resümierte Mike Hanke.

»Natürlich überwiegt im Moment die Enttäuschung«, sagte Jantschke. »Aber Kopf hoch. Wir haben das Ding vergeigt und müssen schauen, dass wir gegen Kaiserslautern drei Punkte holen«.

Um sich auf das dritte Heimspiel vorzubereiten, bleibt den Borussen um Trainer Lucien Favre nun zwei Wochen Zeit. Und dann sind hoffentlich alle Nationalspieler heil von ihren Länderspielreisen zurückgekehrt und auch die angeschlagenen Borussen wieder einsatzbereit.


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