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Favre: »Ich hatte totales Vertrauen«

Borussen waren in Hamburg nie groß in Gefahr - Lucien Favre zufrieden

Mit dem 1:0-Sieg beim Hamburger SV setzte Borussia Mönchengladbach den Höhenflug fort und rangiert nach Abschluss des 6. Spieltags mit nunmehr 13 Zählern auf dem dritten Tabellenplatz der Fußball-Bundesliga. Wunschlos glücklich konnte Borussias Trainer Lucien Favre gerade aufgrund der ersten Halbzeit zwar nicht sein, dennoch zeigte er sich nach dem vierten Saisonsieg recht zufrieden.

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Lucien Favre konnte mit seiner Mannschaft in Hamburg unter dem Strich zufrieden sein. Foto: Dirk Päffgen, Fohlen-Hautnah.de

Denn gerade die erste Halbzeit hatte dem Schweizer alles andere als gefallen. Da agierte seine Mannschaft viel zu passiv und bekam überhaupt keinen Zugriff auf den HSV. »Die erste Halbzeit war nicht gut. Wir waren viel zu passiv und hatten zu viele Ballverluste«, war Favre mit dem Auftritt seiner Mannschaft zu recht ganz und gar nicht zufrieden.

Lediglich zwei Halbchancen brachten die Borussen zustande, die HSV-Schlussmann Drobný jedoch alles andere als vor schwere Prüfungen stellte.

Wenngleich die Hanseaten Borussias Abwehr um Schlussmann Marc-André ter Stegen ebenso wenig zu prüfen wussten, so »war der HSV in der ersten Halbzeit bei Ballbesitz besser«, wie Favre befand.

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Auf der anderen Seite hatte seine Mannschaft lediglich 46 Prozent Ballbesitz. »Das ist zu wenig«, war Borussias Trainer auch damit nicht zufrieden. Dementsprechend hatte der Schweizer seine Halbzeitansprache gewählt.

Und diese nahmen sich seine Schützlinge dann auch zu Herzen. »In der zweiten Halbzeit haben wir es von Beginn an besser gemacht«, sagte Favre, der Patrick Herrmann sowohl aufgrund der guten Trainingsleitungen als auch seines Bauchgefühls erstmals von Beginn an aufgestellt hatte. »Patrick hat gut trainiert«, begründete Favre.

Und hatte somit dabei ein wenig überrascht, beispielsweise nicht Raúl Bobadilla von Beginn an stürmen und Marco Reus auf der rechten Mittelfeldseite zu belassen. »Manchmal entscheiden Details«, erklärte Favre, verriet diese aber nicht. »Es war gut für Patrick, dass er mal wieder von Beginn an gespielt hat«, so Favre weiter und befand: »Er hat gut gespielt«.

Das tat seine Mannschaft allen voran im zweiten Durchgang. »Die zweite Halbzeit war besser. Da hatten wir fünf, sechs klare Torchancen«, lobte Favre. Doch zwei dieser versemmelten Juan Arango und Igor de Camargo zunächst, ehe es das Duo in Minute 66 in Co-Produktion besser machte und für die verdiente 1:0-Führung sorgte. »Wir haben verdient das 1:0 gemacht«, sagte Favre.

Zuvor hätte seine Mannschaft jedoch in Rückstand geraten können, wenn Schiedsrichter Sippel das mögliche Handspiel von Filip Daems im Strafraum geahndet hätte. »Ich muss klar sagen, dass du auf der Bank nicht viel siehst, es geht alles so schnell«, konnte Favre die Szene nicht beurteilen. »Ich werde mir das in der Analyse nochmal anschauen«.

Und von der Seitenlinie aus konnte der Fußballlehrer nun schauen, wie seine Schützlinge mit der Führung im Rücken noch mutiger agierten und weitere Nadelstiche setzten. »Das Tor hat uns mehr Selbstvertrauen gegeben«, stellte Favre fest. »Hamburg hatte es in der Folgezeit schwer«.

Tatsächlich liefen die sichtlich verunsicherten Hanseaten im weiteren Verlauf lediglich hinterher und vermochten den VfL nicht mehr in Verlegenheit zu bringen. Und das aber gerade auch deshalb, weil es beim dicht gestaffelten Gladbacher Defensivverbund nahezu kein Durchkommen gab.

Und auch in Sachen Laufbereitschaft war der HSV dem VfL nun deutlich unterlegen. Sieben Kilometer mehr brachte die Statistik dahingehend zum Vorschein. »Wir sind mehr gelaufen, als der HSV, das ist die Wahrheit«, stimmte Favre zu.

Zudem ließen die Borussen den Ball sehr gut laufen und marschierten das ein und andere Mal zügig nach vorne. »Wir haben manchmal sehr gut kombiniert«, lobte der Schweizer. Einziges Manko war dabei die Torausbeute, denn es stand weiterhin ‚nur' 1:0 für den VfL.

Sorgen, dass der knappe Vorsprung oder gar das Spiel zu Ungunsten der Borussen kippen konnte, musste man sich aber dennoch nicht machen. Denn einerseits fand der schwache HSV keine Mittel, um den VfL in Bedrängnis zu bringen, und andererseits ließ dieser das auch erst gar nicht zu. »Wir sind ruhig geblieben, haben sehr gut verteidigt und zudem weitere Torchancen kreiert«, lobte Favre und kam deshalb auch auf der Bank nicht ins Schwitzen: »Deshalb hatte ich totales Vertrauen«.

Am Ende durfte auch Borussias Trainer die Arme in den Hamburger Abendhimmel strecken und sich über den vierten Saisonsieg freuen. »Der Sieg ist verdient und drei Punkte sind gut, aber es auch ein 3:0-Sieg hätte sein können«, resümierte Favre.

Zwar lediglich ein 1:0-sieg, der hochverdient war, aber eben auch erneut zu Null. Und das im sechsten Spiel bereits zum dritten Mal, saisonübergreifend seit 18 Spielen hat die Borussia nicht mehr als ein Gegentor ‚gefressen'.

Mit dieser Statistik dürfte bereits ein Kapitel der nächsten VfL-Vereinschronik geschrieben sein. Dinge, mit denen sich Borussias Fußballehrer, der daran ohne Zweifel gehörigen Anteil hat, aber lediglich eher sekundär beschäftigt und sich stattdessen auf die kommende Heimaufgabe gegen den 1.FC Nürnberg konzentriert. »Ich weiß das nicht und es interessiert mich auch nicht«, schiebt Favre jegliche derzeit erreichte Vereinsrekorde beiseite: »Ich konzentriere mich auf nächsten Samstag«.

»Nürnberg steht sehr kompakt und lässt fast keine Torchance zu. Da sind sie mit Bayern die besten, was schon etwas aussagt«, warnt Favre, der die 'Cluberer' im Spiel beim 1.FC Köln unter die Lupe genommen hat: »Ich habe sie gegen Köln gesehen, da waren sie sehr stark. Das hat mich beeindruckt. Es wird sehr, sehr schwer, aber das wissen wir«. Gut zu wissen, dass Trainer und Mannschaft den derzeitigen Erfolg richtig einzuschätzen wissen ...


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