Seit nunmehr zwei Bundesligaspielen muss sich Håvard Nordtveit damit arrangieren, bei Borussia Mönchengladbach nicht in der Startformation zu stehen. An Thorben Marx hat er seinen Stammplatz im defensiven Mittelfeld vorrübergehend verloren. Doch für den sympathischen Norweger überhaupt kein Grund, Trübsal zu blasen.
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| Gegen Schalke letztmals von Beginn an auf dem Platz: Håvard Nordtveit. Foto: Dirk Päffgen, Fohlen-Hautnah.de |
Bis zum Spiel beim FC Schalke 04 war der Norweger in Lucien Favre's Startformation gesetzt. Und half dabei beim 4:1-Sieg gegen den VfL Wolfsburg sogar als Innenverteidiger aus. Diese Aufgabe meisterte er derart mit Bravour, als er hätte er nie eine andere Position gespielt.
Im Spiel gegen den FC Schalke wieder auf seine angestammte Position zurückgekehrt, hatte der 21-Jährige jedoch keinen allzu guten Tag.
Zu viele Ballverluste und Fehlpässe unterliefen dem Norweger, der in der folgenden Woche sein Debüt in der norwegischen Nationalmannschaft feiern sollte.
Bei der 0:2-Niederlage im EM-Qualifikationsspiel gegen Dänemark stand er erstmals in der Startformation. Doch in seinem ersten Spiel erhielt Nordtveit im Anschluss keine allzu guten Kritiken.
So war es wohl auch eine Kombination der beiden Auftritte gegen Schalke und in der Nationalmannschaft, weshalb sich Borussias Trainier Lucien Favre nach der Länderspielpause im Heimspiel gegen die „Roten Teufel gegen den Norweger entschied. Zumal Vertreter Thorben Marx seine Sache im Spiel gegen Wolfsburg ordentlich gemacht hatte.
»Ich war mit der Nationalmannshaft unterwegs und erhielt im Anschluss die Nachricht, dass ich gegen Kaiserslautern nicht von Beginn an spiele«, erläutert Håvard Nordtveit.
Gerade auch als Signal an die Mannschaft wollte Lucien Favre diese Personalentscheidung verstanden haben. Keiner kann und darf sich seiner Sache sicher sein. Das gilt dann eben auch für Håvard Nordtveit.
Eine neue Erfahrung für den 21-Jährigen, der jedoch alles andere als den Kopf in den Sand steckt. »Die jetzige Situation ist natürlich sowohl für mich als auch für meine Karriere gut, denn ich muss jetzt noch mehr und noch härter trainieren«, gibt sich Nordtveit kämpferisch. »Wenn du als Nummer zwei genauso hart trainierst, dann wirst du irgendwann auch wieder die Nummer eins«.
Und so passt es sowohl zu dem Norweger selbst als auch zum momentanen guten Klima innerhalb des VfL, dass vom ihm keine negativen Schwingungen kommen, im Gegenteil. »Wir sind eine Mannschaft, und wenn da einer negativ denkt, dann geht das auf die anderen Spieler über, was sich dann auch in der Leistung auf dem Platz wiederspiegeln kann«, erklärt Nordtveit und ergänzt: »Du musst jetzt Charakter zeigen und du brauchst eine sehr starke Mentalität. Ich denke, eine Sache, die ich besitze ist eine gute Mentalität. Ich arbeite weiter«.
So nimmt der Norweger seine momentane Rolle bzw. den Kampf mit Thorben Marx an und tut alles dafür, um wieder in die Startformation zu gelangen. Am Tag nach dem Sieg beim HSV kam er bereits um 08:30 Uhr in den Borussia-Park und verließ diesen erst 4,5 Stunden später. »Ich möchte zeigen, dass ich wieder spielen möchte, das möchte natürlich jeder Spieler«, so der 21-Jährige.
Spielen durfte er eben auch beim Hamburger SV, allerdings lediglich ab Minute 66. »Ich habe mich gut gefühlt, als ich gegen den HSV reingekommen bin«, war der Norweger mit sich zufrieden, was natürlich nicht auf seine Rolle als Einwechselspieler zutrifft: »Ich hoffe, dass ich blad wieder von Beginn an auflaufen kann«.
Und das am liebsten bereits am kommenden Samstag im Spiel gegen seinen Ex-Club 1.FC Nürnberg. »Ich mache einfach weiter und habe vielleicht eine gute Trainingswoche«, gibt Nordtveit weiter Vollgas. »Ich hoffe natürlich, dass ich gegen meinen ehemaligen Club Nürnberg spielen kann. Aber ich muss gut trainieren und dann werden wir sehen, was am Wochenende passiert«.
Auch was mit der Borussia derzeit ‚passiert' nimmt der Norweger gleichermaßen erfreut, aber auch ‚nüchtern' zur Kenntnis. »Wir stehen in der Tabelle auf einem sehr guten Platz, aber wir müssen die Füße auf dem Boden behalten«, mahnt Nordtveit. »Natürlich wollen wir den Rest der Saison dort oben bleiben, aber wir dürfen jetzt nicht ob der guten letzten Ergebnisse davonfliegen, denn es sind noch eine Menge Spiele zu absolvieren. Wir müssen so weiter machen und hart arbeiten«.
Håvard Nortd(fight)veit - auf und neben dem Platz ein Kämpfer und einwandfreier Profi mit gutem Charakter.






