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»Weiter hart arbeiten und bis zum Ende Vollgas geben«

Borussias Abwehrchef Dante im Interview

Daran, dass Borussia Mönchengladbach nach sechs Spielen erst drei Gegentreffer hinnehmen musste und mit nun 13 Punkten auf dem dritten Tabellenplatz der Fußball-Bundesliga steht, hat auch Dante seinen Anteil. Vor dem kommenden Heimspiel gegen den 1.FC Nürnberg sprachen wir mit Borussias Abwehrchef.

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Dante mahnt: Auf dem Boden bleiben und 34 Spiele hart arbeiten. Foto: Dirk Päffgen, Fohlen-Hautnah.de

Fohlen-Hautnah: Dante, am Wochenende gab es zwar einen knappen, aber am Ende verdienten 1:0-Sieg beim Hamburger SV. Danach hatte es aber gerade nach der ersten Halbzeit nicht zwingend ausgesehen ...

Dante: Klar. Die erste Halbzeit verlief nicht so, wie wir uns das vorher gedacht und vorgenommen hatten. In der zweiten Halbzeit haben wir dann besser gespielt. Wir haben zwar am Ende gewonnen, aber wir wissen auch, dass nicht alles perfekt war. Wir haben ein paar Fehler gemacht, die es jetzt unter der Woche zu korrigieren gilt. Wir müssen weiter hart arbeiten.

Fohlen-Hautnah: Wie auch im Heimspiel gegen den 1.FC Kaiserslautern haben Lucien Favre in der Nachbetrachtung des Spiel gerade die vielen unnötigen Ballverluste nicht gefallen. Und auch das Offensivspiel war zu hektisch. Woran lag es, dass ihr erst in Durchgang zwei so richtig in Fahrt gekommen seid?

Dante: Wir haben in den letzten beiden Spielen in den jeweils ersten Durchgängen sicherlich nicht gut gespielt. Das heißt aber nicht, dass wir erst eine Halbzeit brauchen, um warm zu werden. Ich denke, wir müssen von der ersten Sekunde an noch konzentrierter sein und Vollgas geben.

Manchmal ist es aber auch nicht so einfach, gegen einen kompakt stehenden Gegner zu spielen. Da müssen wir den Ball mehr und besser zirkulieren lassen, um uns Möglichkeiten zu erspielen. Wir werden auch daran im Training hart arbeiten und eben Vollgas geben.

Fohlen-Hautnah: Nun stehen nach sechs Spieltagen bereits 13 Punkte auf der Habenseite, womit ihr auf dem dritten Tabellenplatz steht. Reibst du dir da manchmal auch ein wenig die Augen?

Dante: Ich denke, dass wir derzeit nicht viel auf die Tabelle schauen müssen, weil es sind erst sechs Spiele absolviert. Es ist natürlich gut, dass wir nach sechs Spielen bereits 13 Punkte haben, aber wir müssen weitermachen und bis zur Winterpause so viele Punkte wie möglich holen. Dann können wir auch auf die Tabelle schauen, aber nicht jetzt.

Fohlen-Hautnah: Als eines deiner Ziele hast du immer wieder betont, dass du gerne auch mal international spielen möchtest. Zumindest aktuell bist du da ja mit der Borussia auf einem guten Weg ...

Dante: (lacht). Wenn ich mit Borussia bis zum Ende so weit oben stehe, dann freue ich mich natürlich. Aber ich möchte darüber jetzt nicht viel reden, denn es ist noch ganz früh in der Saison.

Fohlen-Hautnah: Bisher habt ihr in sechs Spielen erst drei Gegentreffer hinnehmen müssen. Ist die Abwehr also der Schlüssel für den derzeitigen Erfolg?

Dante: Klar. Aber wenn die Abwehr kein Tor oder nur so wenige Tore bekommt, dann ist das nicht nur der Erfolg der Viererkette, sondern der gesamten Mannschaft. Wir haben dafür zusammen gearbeitet. Wir laufen auch ohne Ball viel und fangen mit der Verteidigung bereits bei unseren beiden Stürmern an.

Fohlen-Hautnah: Wie wichtig ist da aber gerade auch für euch, dass ihr mit Marc-André ter Stegen einen mehr als sicheren Rückhalt habt?

Dante: Wenn du einen Spieler in so einem jungen Alter im Tor stehen hast, dann bist normalerweise ein bisschen unsicher, weil da vielleicht immer mal ein paar Fehler passieren können. Bei Marc-André ist das aber anders, er ist so sicher und strahlt das auch aus. Er hat viel Qualität und ist ein wunderbarer Spieler. Es freut mich, dass wir einen Torhüter mit so viel Qualität haben. Aber er ist noch jung und wir müssen weiter ruhig mit ihm umgehen und ihn weiter unterstützen.

Fohlen-Hautnah: In den letzten beiden Spielen hast du mit Roel Brouwers, auf den stets Verlass ist, in der Innenverteidigung gespielt. Wie wichtig ist, dass sich eben auch Spieler wie Roel sofort gut einfinden, auch wenn sie zuvor lange nicht gespielt haben?

Dante: Das ist natürlich gut. Ich freue mich, dass der Trainer immer viele Möglichkeiten hat. Die Konkurrenz ist da und der Kampf ist hart, auch für mich. Ich konzentriere mich auf mich und will jeden Tag im Training Vollgas geben, denn die Konkurrenz ist immer hoch.

Fohlen-Hautnah: Lucien Favre wird nicht müde zu sagen, dass es eine enorm schwere Saison wird. Und das eben gerade auch deshalb, weil ihr mit der gleichen Mannschaft spielt, die in der Relegation gegen den VfL Bochum den Klassenerhalt geschafft hat. Wie ist es dann zu erklären, dass eben genau diese Mannschaft derzeit so gut drauf ist, sprich was ist jetzt anders oder was ist passiert?

Dante: Wir haben aus unserer letzten Saison, die sehr schwer war, viel gelernt und haben viel mitgenommen. Wir sind danach selbstkritisch mit uns umgegangen und ich denke, dass wir jetzt schon viele Dinge korrigiert haben. Aber wir müssen auch bei unserem derzeitigen Erfolg weiter sehr hart arbeiten und weiter so kompakt stehen.

Fohlen-Hautnah: Aktuell seid ihr auf einem guten Weg, es vielleicht Hannover 96 gleich zu tun, es gibt aber eben auch das Negativbeispiel Eintracht Frankfurt... Was denkst du, ist für euch in dieser Saison möglich?

Dante: Möglich ist vieles. Wir müssen zunächst auf dem Boden bleiben, weil es in der Bundesliga ganz schnell gehen kann. Man hat es an Frankfurt gesehen. Es reicht nicht, wenn du lediglich bis zur Winterpause Gas gibst. Wir müssen, wie Hannover in der letzen Saison auch, bis zum Ende der Saison Vollgas geben. Dann schauen wir, was am Ende unter dem Strich steht.

Fohlen-Hautnah: Vollgas geben heißt es dann auch am kommenden Samstag im Heimspiel gegen den 1.FC Nürnberg. Auch der ‚Club' steht sehr kompakt und lässt sehr wenige Torchancen zu. Das lässt ein Spiel mit wohlmöglich wenig Toren vermuten ...

Dante: Das ist möglich, aber man kann sich da nie sicher sein bzw. man kann das nie vorher sagen. Fakt ist, dass Nürnberg eine sehr gute Mannschaft hat, die sehr kompakt steht und sehr schwer zu bespielen ist. Wir müssen hochkonzentriert sein und viele Zweikämpfe gewinnen, weil ich denke, dass es am Samstag gegen eine sehr gute Mannschaft ein schweres und kompliziertes Spiel wird.

Fohlen-Hautnah: ‚Riecht' das neben wenigen Toren vielleicht auch nach einem Unentschieden, so wie im letzten Spiel beider Teams im Borussia-Park?

Dante: Klar, beide Mannschaften stehen eben sehr kompakt. Ich denke, es wird kein offenes, sondern auch ein enges Spiel. Und ich denke auch, dass der, der mehr konzentriert ist und von der ersten Chance profitiert, gute Karten hat, drei Punkte zu holen. Ich hoffe, dass wir das erste Tor machen, weil wir dann ruhiger spielen können.

Fohlen-Hautnah: In das Spiel gegen den FCN geht ihr als Tabellendritter und gerade vor eigenem Publikum aber auch als Favorit, oder?

Dante: Wenn wir zu Hause spielen, dann ist das natürlich so. Wir müssen und wollen natürlich gerade im eigenen Stadion immer drei Punkte holen. Das wollen wir natürlich auch gegen Nürnberg. Aber wir spielen gegen einen sehr schweren Gegner und wissen, dass es nicht so einfach wird. Wir müssen intelligent spielen, um das zu erreichen.

Fohlen-Hautnah: Um gegen den ‚Club' generell etwas zu erreichen, müsst ihr gerade zu Hause das Heft in die Hand nehmen und das Spiel an euch reißen, oder?

Dante: Klar. Wenn du zu Hause spielst, dann willst du eben nicht auf Unentschieden spielen, sondern gewinnen. Dazu musst du das Spiel machen, mit Risiko spielen und attackieren. Gleichzeitig musst du aber auch vorsichtig sein und kompakt stehen. Aber klar, wenn du zu Hause spielst, dann musst du alles probieren, um das Spiel zu gewinnen.

Fohlen-Hautnah: Wie lautet abschließend dein Tipp?

Dante: Ich habe keinen Tipp. Ich hoffe einfach nur, dass wir gewinnen und dass wir sehr, sehr konzentriert sind und sehr kompakt stehen. Wenn wir das machen, aggressiv zu Werke gehen und schnell nach vorne spielen, dann sind wir immer in der Lage ein Spiel zu gewinnen.


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