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Roel Brouwers: »Fühle mich wohl und möchte gerne bleiben«

Borussias Niederländer vor dem Spiel gegen den FCN im Radio 90,1-Interview

Immer mittwochs vor Heimspielen ist es beim Mönchengladbacher Radiosender 90,1 Zeit wieder Zeit für die Sendung ‚Borussia hautnah'. Und so stand vor dem kommenden Heimspiel gegen den 1.FC Nürnberg Roel Brouwers Rede und Antwort. Mit Moderator Axel Tillmanns sprach der 29-Jährige unter anderem über den guten Saisonstart, über seine Person und über das kommende Heimspiel gegen den ‚Club'. Fohlen-Hautnah hat das Interview an der Stelle zusammengefasst.

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Roel Brouwers, derzeit Stammkraft in der Innenverteidigung. Foto: Dirk Päffgen, Fohlen-Hautnah.de

Alex Tillmanns: Roel, du bist am Sitzbein verletzt. In wie weit beeinträchtigt dich das?

Roel Brouwers: Ein Muskel, der unter dem Sitzbein ist, ist ein bisschen gereizt. Das bereitet aber beim Sitzen und Laufen keine Schmerzen. Nur wenn ich lange Schritte mache oder hochspringe, dann merke ich die Verletzung. Wir müssen schauen, wie es sich diese Woche entwickelt.

Alex Tillmanns: Eine Verletzung, die du dir im Spiel gegen Hamburg zugezogen hast?

Roel Brouwers: Ja genau. Ich weiß nicht genau, wann es passiert ist, aber nach der Halbzeit habe ich es gemerkt. Ich konnte aber weiter spielen. Beim Training am Dienstag habe ich es wieder gemerkt. Bei der Untersuchung wurde dann festgestellt, dass der Muskel unter dem Sitzbein etwas gereizt ist. Jetzt bin ich hoffentlich am Freitag wieder fit.

Alex Tillmanns: Fühlst du dich mittlerweile heimisch in Mönchengladbach?

Roel Brouwers: Ja. Es ist ein toller Verein mit super Fans und ich fühle mich hier richtig wohl. Ich habe mich sehr gut eingelebt und von mir aus würde ich gerne noch bleiben.

Alex Tillmanns: Du bist ja mittlerweile auch eine feste Größe im Team. In der vorletzten Saison hast du auch so ein bisschen an die Tür der Nationalmannschaft geklopft...

Roel Brouwers: Ich denke, dass war eine der besten Saisons in meiner bisherigen Karriere. Ich habe kein Spiel verpasst und wenn du als Innenverteidiger acht Tore machst, dann kann man sicher nur über eine gute Saison sprechen. Das ich dann im Gespräch bei der Nationalmannschaft war, war sicher aufgrund der Saison. Es war schade, dass ich nicht in die Mannschaft berufen wurde, aber dass ich überhaupt im Blickfeld war, dass war in meiner Karriere das erste Mal.

Alex Tillmanns: Eine Einladung zur U21-Nationalmannschaft hat es aber mal gegeben. Da hast du aber 90 Minuten auf der Bank gesessen.

Roel Brouwers: Ja das stimmt. Ich war jedoch noch nicht fest in einem Team, dann war ich einberufen, weil andere Spieler abgesagt hatten. Dann saß ich zwar nur auf der Bank, aber mein Trikot habe ich dennoch mit nach Hause genommen und es hat einen Ehrenplatz in einem Rahmen an der Wohnzimmerwand bekommen.

Alex Tillmanns: Wir haben eben schon mal über die acht Tore in einer Saison als Innenverteidiger gesprochen. Hattest du da noch extra Trainingseinheiten eingelegt, oder wie kam das?

Roel Brouwers: Nein, das nicht. Ich stand eben immer zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort. Es war sicher ein wenig glücklich, aber mit ein bisschen Erfahrung kann man auch sehen, wohin der Ball kommt.

Alex Tillmanns: Dann kam Konkurrenz mit Bamba Anderson ins Team. Nimmt man das wahr?

Roel Brouwers: Ja natürlich. Erst war es Thomas Kleine, der dann nach Greuther Fürth gegangen ist. Für ihn hat man dann Bamba Anderson geholt. Er hat in Düsseldorf vorher eine richtig gute Saison gespielt. Er hat auch viele Spiele gemacht, aber am Ende ist er dann jetzt nach Frankfurt gewechselt, weil er sich nicht durchsetzen konnte. Er ist noch ein junger Spieler mit viel Qualität. Er ist jetzt ausgeliehen und vielleicht kommt er ja auch noch mal zurück.

Alex Tillmanns: Dann kam eine ‚Seuchensaison' und mit ihr in der Winterpause Martin Stranzl. Eine schwierige Situation für dich?

Roel Brouwers: Ich war vor und auch nach der Winterpause viel verletzt. Da war ich mit meinem Knie ein paar Wochen raus. Dann wurde Martin geholt, da auch Dante verletzt war. Martin ist auch ein Spieler mit viel Erfahrung, er hat im Fußball schon viel erlebt. Ich denke, solche Spieler können wir immer gebrauchen. Er hat es auch durch richtig gute Spiele bewiesen. Er hat mitgeholfen die Klasse zu halten.

Alex Tillmanns: Damals hat Martin Stranzl von deiner Verletzung profitiert und ist in die erste Elf gerutscht. Aktuell profitierst du so ein wenig von seiner Anfälligkeit...

Roel Brouwers: Eigentlich sollten am Anfang der Saison Dante und Martin spielen. Dann hat sich Martin aber im Pokal eine Verletzung zugezogen. Dann habe ich gegen den FC Bayern angefangen. Da ist es dann gut gelaufen, wir haben in München 1:0 gewonnen. Wir haben aus den ersten sechs Spielen 13 Punkte geholt, wo ich denke, dass das optimal ist.

Alex Tillmanns: Die Kritiker waren ja auch voller Lob, gerade nach dem Spiel gegen die Bayern. Hast du dir den Respekt verdient?

Roel Brouwers: Ich bin einer von den älteren Spielern, bin schon etwas länger hier. Dann denke ich, dass ich mir den Respekt in den letzten Jahren erkämpft habe. Ich versuche einfach immer alles zu geben und für die Mannschaft da zu sein. Das hat bis jetzt immer gut geklappt.

Alex Tillmanns: Ganz lustiger Typ, ruhig und keine Macken. Hast du wirklich keine Macken?

Roel Brouwers: Ich habe sicherlich welche. Ich kann zwar jetzt keine aufzählen, aber ich glaube, wenn du meine Freundin fragen würdest, dann wird sie dir sicher welche nennen können.

Alex Tillmanns: Du wirst als ruhiger Typ beschrieben, als jemand der fast nie aus der Haut fährt. Wann fährst du denn mal aus der Haut, oder wann kannst du dich richtig aufregen?

Roel Brouwers: Wenn einem Unrecht angetan wird. Dann kann ich mich schon richtig aufregen.

Alex Tillmanns: Im Dezember wirst du zum ersten Mal Vater. Wie fühlt es sich an?

Roel Brouwers: Es fühlt sich natürlich sehr gut an. Wir freuen uns beide drauf und auch die ganze Familie. Es ist das erste Kind und die ganze Familie lebt das mit. Es ist schon richtig schön wie sich das alles entwickelt. Wir freuen uns riesig und können es nicht mehr erwarten.

Alex Tillmanns: Ein kleiner Junge wird es. Findest du dich schon langsam in die Vaterrolle ein, wie du da sein wirst?

Roel Brouwers: Ja. Da denke ich schon drüber nach und lese schon ein paar Bücher, um mich darauf vorzubereiten.

Alex Tillmanns: Filip Daems und du seid schon eine längere Zeit bei Borussia. Seid ihr gut befreundet?

Roel Brouwers: Ja, Filip war schon hier als ich kam. Ich bin jetzt mein fünftes Jahr bei Borussia. Er kommt aus Belgien, ich aus Holland. Die Sprache die ist ähnlich und wir sind beide ähnliche Typen. Von daher passt das schon zwischen uns ganz gut und wir verstehen uns.

Alex Tillmanns: Was war mit den vielen gelben und roten Karten in der letzten Saison los?

Roel Brouwers: Ich habe dieses Jahr schon eine gesehen aber auch schon letztes Jahr. Das darf eigentlich nicht passieren. Diese Saison war es eher unglücklich, aber letzte Saison waren es meine eigenen Fehler. Mit drei Spielen Sperre letztes Jahr war es schon hart bestraft, aber es war ein Fehler von mir selber. Ich hätte es nicht machen müssen.

Alex Tillmanns: Ihr habt sicher alle draus gelernt...

Roel Brouwers: Sicher. Wenn man schlechte Zeiten hat, dann lernt man daraus. Aber ich habe dann schon immer lieber die guten Zeiten, da ist es etwas einfacher. Von schlechten Spielen lernt man aber immer und man kann Dinge umstellen, um es besser laufen zu lassen.

Alex Tillmanns: Wie kannst du denn abschalten, also was machst du, wenn du mal nicht Fußball spielst?

Roel Brouwers: Ich brauche ca. 40 Minuten um nach Hause zu fahren. Dann lege ich schöne Musik-CD ein und komme ganz entspannt nach Hause. Meine Freunde und Familie wohnen auch alle in der Nähe. Wenn wir dann mal einen Abend frei haben, dann treffen wir uns mit Freunden oder schauen einen Film zusammen.

Alex Tillmanns: Du hast mal gesagt, dass du dich in Holland freier bewegen kannst als in Deutschland, da dich hier mehr Menschen kennen...

Roel Brouwers: Ja. Das liegt sicher daran, dass ich in Holland nicht so lange als Profi gespielt habe, wie hier in Deutschland. Deswegen denke ich, dass ich in Deutschland bekannter bin als in Holland. Bei mir in der Nähe kennen mich die Leute dann schon, aber da kann ich mich frei bewegen, dass ist kein Problem.

Alex Tillmanns: Dein Vertrag läuft bald aus. Wie sieht es denn damit aus?

Roel Brouwers: Ich habe vom Verein noch nichts gehört, habe nur ein paar Dinge in der Zeitung gelesen. Ich fühle mich wohl hier möchte gerne bleiben. Ich hoffe, dass ich noch ein paar Jahre hier bleiben kann. Ich muss einfach weiter arbeiten und dann werden wir sehen. Ich möchte gerne bleiben und hoffe, dass Borussia mich auch länger halten will.

Alex Tillmanns: Ende des Jahres wirst du nicht nur Vater sondern auch 30 Jahre alt. Denkt man da dann auch darüber nach, was nach dem Fußball kommt?

Roel Brouwers: Natürlich. In den letzten Jahren fängt es immer mehr an, dass ich daran denke, was ich machen will. Da gehen mir viele Dinge durch den Kopf, aber noch nicht das Richtige. Ich bin schon mein ganzes Leben im Sport und möchte auch gerne im Sport bleiben. Was es ist, weiß ich noch nicht. Ob es Trainer oder Co-Trainer ist, Scouting oder Management, das weiß ich noch nicht.

Alex Tillmanns: Kommen wir zum nächsten Spiel. Am Samstag geht es gegen den 1.FC Nürnberg. Wie ist dein Tipp, wie geht das Spiel aus?

Roel Brouwers: 2:0 und ich hoffe, dass ich auch ein Tor mache, das wäre mal wieder schön. Aber ich bin auch zufrieden, wenn wir die Null hinten halten und wer dann die zwei Dinger vorne macht, ist dann egal.

Alex Tillmanns: Was machst du am Ende der Saison? Drei Mögliche Antworten habe ich für dich. 1. Du spielst mit der Borussia wieder in der Relegation um den Klassenverbleib. 2. Du machst einen Kurzurlaub, weil du mit Borussia international spielst. 3. Du kommst als frischer deutscher Meister zur ‚Borussia hautnah'-Sendung.

Roel Brouwers: Die dritte Antwort wäre die schönste. Die erste wähle ich nicht, da wir das schon hatten. Dann nehme ich Antwort zwei und wenn das passiert, dann können wir mehr als zufrieden sein.

Alex Tillmanns: Roel, vielen Dank, dass du da warst und viel Glück für Samstag.

Roel Brouwers: Vielen Dank.


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