Bei Borussia Mönchengladbach sind dieser Tage alle guten Dinge drei. Zum dritten Mal in Folge konnte Borussia Mönchengladbach einen Dreier einfahren, blieb dabei dreimal ohne Gegentor, schoss drei Tore in den letzten drei Spielen und belegt derzeit Platz drei in der Fußball-Bundesliga. Somit können die Borussen eigentlich zufrieden sein, doch gerade die Chancenverwertung im Spiel gegen den „Club' hatte Lucien Favre alles andere als gefallen.
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| Weiter kein Grund um anzuheben: Lucien Favre mahnt zu harter Arbeit. Foto: Dirk Päffgen, Fohlen-Hautnah.de |
Ein 1:0 zu Gunsten des VfL dokumentierte die Anzeigetafel im Borussia-Park nach gespielten 91 Minuten gegen den 1.FC Nürnberg. Zumindest das Ergebnis lässt zwar auf eine enge Kiste rückschließen, doch unter dem Strich war der Sieg verdient.
Doch er hätte durchaus höher ausfallen können, hätten die Borussen ihre zahlreichen Tormöglichkeiten, die sie doch etwas überraschend gegen die ansonsten wenig zulassenden „Cluberer' erhalten haben, genutzt.
»Es hat mich ein wenig aber nicht total überrascht, dass wir so viele Torchancen hatten«, sagte Lucien Favre. Viele Torchancen, die aber eben nicht umgemünzt wurden.
Und deshalb monierte der Schweizer: »Wir waren nicht effizient genug, auch in Hamburg nicht. Es ist bedauerlich, dass wir nur ein Tor durch einen Penalty erzielt haben«.
Wenngleich sich die Borussen gerade im ersten Durchgang an den gewohnt kompakten Franken zuweilen die Zähne ausbissen, so erspielten sie sich dennoch hochkarätige Tormöglichkeiten. »Vor allen Dingen in der ersten Halbzeit stand Nürnberg sehr kompakt. Es war sehr schwer eine Lücke zu finden und es war eng, Kombinationen zu spielen«, erklärte Favre. »Gegen eine solche Mannschaft war es gut, vier klare Torchancen gehabt zu haben«.
Allen voran Marco Reus und auch Juan Arango hätten für die verdiente Pausenführung sorgen können. Während diese ausblieb, so stand auch auf der anderen Seite die Null. Und das vor allen Dingen deshalb, weil die Borussen im Defensivverbund gewohnt sicher standen und im wahrsten Sinne des Wortes immer am Ball blieben und den „Club" wenig Luft zum atmen gaben.
Durchgeatmet hatten die Borussen dann auch erst mal beim Pausentee. Und nach dem Seitenwechsel bekamen die Franken zunächst etwas Oberwasser, womit die „Fohlen" kurzzeitig ihre Probleme hatten. »In der zweiten Halbzeit war es 15 Minuten schwer für uns«, stellte Favre fest.
Dennoch konnte der Schweizer an der Seitenlinie erfreut beobachten, dass seine Schützlinge nicht gänzlich den Faden verloren, sondern nach wie vor nicht viel zuließen und Ruhe bewahrten. »Wir sind trotzdem ruhig geblieben und nicht mit alle Mann nach vorne gelaufen«, lobte Favre.
So setzten die Borussen in der Folgezeit immer wieder Nadelstiche. Einen solchen konnten Roman Neustädter und gerade auch der eingewechselte Raúl Bobadilla, der im Alleingang an FCN-Schlussmann Stephan scheiterte, zunächst nicht nutzen. »Normalerweise muss Raúl das Tor machen, das weiß er«, so Favre. »Leider hat er es nicht gemacht, aber dann trifft er beim nächsten Mal«.
Doch dann zündete Borussias „Rakete" Marco Reus, setzte zu einem seiner unnachahmlichen Dribblings an und war im Strafraum nur durch ein umstrittenes Foulspiel von Pinola zu stoppen. »Das Solo von Marco war fantastisch«, schwärmte Favre. »Du sitzt auf der Bank und fragst dich, wo so ein Spieler herkommt. Fantastisch«.
In der Tat besitzt der Nationalspieler fantastische Fähigkeiten. »Er macht viel und ist sehr wichtig für uns, das ist klar. Und das durch seine richtige Bewegung, mit seiner Schnelligkeit und mit seiner Ballannahme im Lauf«, ist Favre von dem Dribbelkünstler begeistert. Doch oftmals muss Reus weite Wege gehen, wonach ihm beim Abschluss vielleicht etwas die Luft fehlt. »Für ihn wäre es vielleicht als Stürmer einfacher«, gab Favre seine Gedanken Preis.
‚Einfach' hat es indes in diesen Wochen Filip Daems, wenn er zum Elfmeter antritt. Gewohnt abgeklärt, wenn auch mit etwas Glück, verwandelte der Kapitän auch seinen zehnten Elfmeter und brachte den VfL eine Viertelstunde vor Schluss somit endlich und verdient in Front. »Zehn Elfmeter in Folge zu verwandeln ist nicht einfach«, sagte Favre und hofft, dass sich sein Kapitän auch in Zukunft so sicher vom Punkt zeigt: »Er kann von mir aus weiter bis zwanzig machen, wenn er will«.
Auch nach der Führung hatten die „Fohlen" einige gute Gelegenheiten, die endgültige Entscheidung herbeizuführen, doch die Chancenverwertung blieb an diesem Tage eher mangelhaft. Doch am Ende durfte sich der VfL über den dritten Sieg in Folge freuen. »Wir mussten bis zum Ende leiden und wir hätten mehr als ein Tor schießen müssen, aber natürlich ist unser Sieg absolut verdient«, resümierte Favre.
Womit sich die Borussia zunächst in der Spitzengruppe der Fußball-Bundesliga einbetoniert hat. »Wir haben gegen einen Tabellenführer verloren. Ich verstehe ja, was Lucien sagt und meint, aber im Moment ist Borussia Mönchengladbach einer der besten Mannschaften«, lobte FCN-Coach Dieter Hecking den VfL.
Lobeshymnen, von denen sich der VfL-Coach allerdings nicht beirren lässt. »Dieter kann gerne sagen, was er will und was er festgestellt hat. Aber das ist nicht meine Sache. Es wäre total unseriös darüber zu sprechen, dass wir ein Spitzenteam sind, bremste Favre. »Ich erwähne noch einmal, dass wir mit der gleichen Mannschaft spielen, die nur mit viel Mühe den Klassenerhalt geschafft hat«.
»Wir haben 16 Punkte, das ist sehr gut. Aber es sind erst sieben Spiele absolviert und wir dürfen nicht vergessen, wo wir vor drei Monaten waren. Wir müssen am Boden und realistisch bleiben«, mahnt der Coach weiter zur Bodenhaftung. »Wir haben noch enorm viel zu tun. Ich träume nicht und für mich gibt es überhaupt keinen Grund für eine Euphorie«.
So legte der Schweizer bereits den Fokus auf die kommende Aufgabe, die da SC Freiburg heißt. »Es wird schwer dort, denn sie haben eine gute Mannschaft. Es wird ein schweres Stück Arbeit«, blickte Favre voraus und ergänzte: »Wir wollen weiter machen und nehmen Spiel für Spiel«. Und dann am besten aus jedem dieser etwas mitnehmen ...






