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HomeFohlenelfNews & HintergründeRoman Neustädter und der Traum von der EM im eigenen Land

Roman Neustädter und der Traum von der EM im eigenen Land

Ukrainischer Verband zeigt Interesse

Bei Borussia Mönchengladbach hat sich Roman Neustädter unter Trainer Lucien Favre einen Stammplatz erkämpft und macht Woche für Woche mit guten Leistungen auf sich aufmerksam. Und diese sind offensichtlich gerade auch in seinem Geburtsland Ukraine nicht im Verborgenen geblieben.

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Hat derzeit gut lachen: Roman Neustädter. Foto: Marc Schöne, Fohlen-Hautnah.de

So zeigt der ukrainische Verband dieser Tage erneut Interesse, den in Dnipropetrowsk geborenen Gladbacher Mittelfeldspieler für seine Nationalmannschaft zu gewinnen.

»Ich habe vor drei Wochen einen Anruf vom ukrainischen Teammanager bekommen und er hat mich gefragt, ob ich mir vorstellen kann, für die Ukraine zu spielen«, erklärt Roman Neustädter. »Ich habe ihm gesagt, dass ich gerne kommen würde, wenn eine Einladung kommt«.

Bereits zu Beginn des letzten Jahres wurde darüber berichtet, dass sich der ukrainische Verband um eine Einbürgerung des einmaligen DFB U20-Nationalspieler bemüht. Und auch der kasachische Verband ist an den gebürtigen Ukrainer herangetreten, doch ein Einsatz für den aktuellen FIFA-Weltranglisten 132. kommt für ihn laut eigener Aussage »nicht in Frage«.

»Ich bin in der Ukraine geboren und habe dort vier Jahre gelebt. Mein verstorbener Opa wollte immer, dass ich für mein Land spiele. Mein Geburtsland liegt mir auch schon am Herzen«, sagt Neustädter. »Natürlich fühle ich mich auch in Deutschland wohl, denn hier bin ich groß geworden und habe hier meine Jugend verbracht, aber ich weiß auch, wo ich her komme. Das finde ich, sollte man nicht außer acht lassen«.

Bis dato hat der 23-Jährige jedoch keinen weiteren Anruf aus der Ukraine, die wohl derzeit die juristischen Umstände prüfen, erhalten. Weshalb er sich auch noch nicht um die notwendigen bürokratischen Dinge bemüht hat.

»Ich habe einen deutschen und müsste zusätzlich den ukrainischen Pass beantragen, aber ich weiß nicht, ob man die doppelte Staatsbürgerschaft annimmt«, erklärt Neustädter. »Ich habe mich darum aber noch nicht genau bemüht, weil ich bisher nicht weiß, ob man mich fest haben möchte oder nicht. Da muss man jetzt mal abwarten«.

Für die anstehenden Testländerspiele gegen Bulgarien (07. Oktober) und Estland (11.Oktober) wurde der defensive Mittelfeldspieler von Nationaltrainer Oleg Blochin jedenfalls nicht nominiert.

Doch offensichtlich hat der 59-Jährige den Borussen schon mehrmals unter die Lupe genommen. »Ich weiß, dass er das Spiel gegen den VfL Wolfsburg gesehen hat«, verrät Neustädter. Und ich glaube, dass er mich auch sonst viel verfolgt«.

»In der letzten Länderspielpause hat die ukrainische Presse gefragt warum ich nicht eingeladen wurde«, erklärt der 23-Jährige, der die Presse in seinem Geburtsland genau verfolgt. »Also ich merke schon, dass über mich viel geschrieben wird und Interesse besteht«.

»Ein sehr interessanter Spieler, den wir weiter beobachten müssen. Aber so lange er noch keinen Pass hat, kommt er für eine Nominierung nicht in Frage«, nennt Neustädter ein Statement des Nationaltrainers. Und auch Ex-Borusse Andriy Voronin, aktueller Nationalspieler und in Diensten von Dynamo Moskau, kann sich den VfL-Profi offenbar gut in einem der Gastgeberländer der Europameisterschaft 2012 vorstellen.

»Andriy kennt meinen Vater gut und nach der letzten Länderspielpause hat er ihn angerufen, und gesagt, dass ich richtig gut ins Team passen würde und gut mit Anatoliy Tymoshchuk in der Mitte spielen könnte«, sagt Neustädter, der auch die russische Sprache in Wort und Schrift beherrscht und somit auch keinerlei Verständigungs- oder gar Anpassungsprobleme hätte.

Jedenfalls scheint es derzeit gut möglich, dass sich der Borusse im kommenden Jahr einen Traum erfüllt und bei der EM 2012 in der Ukraine und in Polen dabei ist. »Bei der EM im eigenen Land dabei sein zu können, wäre natürlich was Schönes«, sagt Neustädter und gibt seine Marschrichtig vor: »Aber ich mache da jetzt keinen Druck, sondern mache hier mein Ding und hoffe dann, dass ich eingeladen werde«.

Zu wünschen wäre es ihm und verdient hätte er es allemal. Zudem würde beim VfL bei einer EM-Nominierung die Kasse klingeln, wenn er denn seinen auslaufenden Vertrag verlängert - hoffentlich ...


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