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»Schauen weiter von Spiel zu Spiel«

Reaktionen nach der Niederlage in Freiburg

Ein Beinbruch ist die Niederlage von Borussia Mönchengladbach beim SC Freiburg sicherlich nicht. Doch sie war bei den bis dato in letzten drei Spielen punktlosen Breisgauern unnötig und hat zudem gezeigt, dass die Borussen noch einiges an Arbeit vor sich haben. Grund zur Sorge besteht aktuell dennoch nicht. Dieser Meinung waren und sind auch die Protagonisten.

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Auch Martin Stranzl steckt trotz 2.Saisonniederlage den Kopf nicht in den Sand. Foto: Dirk Päffgen, Fohlen-Hautnah.de

Nach zuvor drei 1:0-Siegen in Folge musste der VfL im Breisgau die zweite Saisonniederlage hinnehmen. Und wurde dabei genau mit dem Ergebnis geschlagen, mit dem man zuvor neun Punkte in Serie ergatterte.

Eine zweifelsohne unnötige Niederlage, die gerade im zweiten Durchgang hätte vermieden werden können, ja wenn nicht gar müssen. Doch erneut haperte es an der Chancenverwertung. »Mich ärgert es, dass wir das Spiel verloren haben«, wirkte Marco Reus auch noch einen Tag nach der Niederlage ein wenig angefressen.

»Wir haben zwar nicht so gut gespielt, hatten aber trotzdem unsere Torchancen. Und ich glaube, wenn es lange 0:0 steht oder wir den Ausgleich machen, dann gewinnen wir das Spiel auch«, war der Nationalspieler der Meinung, der nun ‚endlich' ohne Blessuren zur DFB-Auswahl fährt und so auf sein Länderspieldebüt hoffen darf.

Gerade auch Borussias ‚Rakete' hatte gute Möglichkeiten, die Führung der Breisgauer zu egalisieren, scheiterte jedoch am starken Freiburger Schlussmann Baumann und hatte zudem nicht das nötige Quäntchen Fortüne im Abschluss. »Das kommt halt mal vor«, befindet Reus. »Es wäre schlimmer, wenn wir uns keine Chancen erarbeiten würden, aber natürlich müssen wir und ich dann auch auf jeden Fall mal ein oder zwei rein machen. Ich denke, wenn wir weiter an uns arbeiten, dann kommt das auch wieder«.

Warum die Borussen derzeit nicht das Tor treffen bzw. zahlreiche Chancen liegen lassen? »Das kann man nicht erklären Es liegt dann immer Kleinigkeiten oder an dem nötigen Nachdruck«, meinte Martin Stranzl. »Ich bin trotzdem froh, dass wir uns zumindest die Chancen erarbeiten, das ist wichtiger. Schlecht wäre es, wenn wir diese Chancen nicht hätten. Irgendwann wird dann auch der Konten bei dem ein oder anderen platzen und dann wird es wieder mehr Tore geben«.

Zwingende Gelegenheiten ein Tor zu schießen, gab es indes im Badenova-Stadion im ersten Durchgang für den VfL nicht. Generell hatten die Borussen in den ersten 45 Minuten einen schweren Stand und erhebliche Probleme, auf den Tabellenvorletzten Zugriff zu bekommen. »Wir haben uns in der ersten Halbzeit extrem schwer getan, in das Spiel zu kommen und die richtigen Lösungen zu finden«, sagte Stranzl.

Und schwer tat sich im ersten Durchgang zunächst auch Oscar Wendt, der nach dem kurzfristigen Ausfall von Filip Daems auf die rechte Abwehrseite rückte und so zu seinem Bundesligadebüt kam.

Gerade in der Anfangsphase war dem Schweden die fehlende Spielpraxis anzumerken. »Das Tempo war sehr hoch und die Bundesliga ist sicherlich viel besser als die dänische Liga«, stellte Wendt fest und resümierte: »Sonderlich nervös war ich aber nicht. Für mich persönlich war es fantastisch, mein erstes Spiel in der Bundesliga zu spielen. Natürlich fehlen bei mir auch noch ein paar Prozent und Vertrauen, das alles kommt von Spiel zu Spiel. Aber ich denke, dass es für meinen ersten Einsatz in Ordnung war«.

»Wir haben ja im Training und in der Vorbereitung schon öfters zusammengespielt. Oscar hatte sein erstes Spiel und ich glaube, dass er seine Sache dafür gut gemacht hat«, befand Martin Stranzl, der die Borussen anstelle des fehlenden Filip Daems als Kapitän aufs Feld führte, und meinte: »Es war generell für uns alle ein schwieriges Spiel«.

Ein Spiel, in dem der VfL nach 19 Minuten den Rückstand hinnehmen musste. Sicherlich unglücklich, weil Thorben Marx dem Schuss von Johannes Flum die entscheidende Richtungsänderung gab und Marc-André ter Stegen so keine Abwehrchance hatte, aber eben auch nicht gänzlich unverdient.

Nach dem Seitenwechsel traten die Borussen deutlich aggressiver auf und erspielten sich gute Möglichkeiten, um den Ausgleich zu erzielen. Doch bei den Abschlüssen ließen sie Präzision und Durchschlagskraft vermissen. Sowohl Igor de Camargo und eben Marco Reus hatten gute Gelegenheiten, um den VfL von der Verliererstraße abzubringen.

Doch verlassen konnte die Borussen diese bekanntlich nicht. »Im zweiten Durchgang haben wir hohen Aufwand betrieben und uns Chancen erarbeitet, aber im Abschluss hat uns im Endeffekt ein bisschen das Glück gefehlt. Es hat nicht sollen sein, leider Gottes haben wir 1:0 verloren«, seufzte Stranzl.

»Das wir 0:1 verloren haben ist schade. Aber wir haben auch zu viele Chancen vergeben. Wir hätten durchaus den Ausgleich machen und gewinnen können«, brachte es der nach seiner Einwechslung gewohnt engagierte Raúl Bobadilla auf den Punkt, der sich zudem zu Recht über seine unberechtigte vierte gelbe Karte ärgerte: »Das war ein klares Foul von Krmaš. Normalerweise hätte er die gelb-rote Karte bekommen müssen«.

»Wir haben leider kein Tor gemacht und ein unglückliches kassiert. Daraus müssen wir lernen und weiter arbeiten, resümierte Marco Reus und merkte an: »Es ist jetzt ja auch nicht so, dass wir jetzt zu jedem Spiel fahren und den Gegner auseinandernehmen, sondern wir wissen, dass wir immer 100 Prozent und darüber hinaus noch mehr geben müssen«.

Und so fehlt den Borussen eben auch noch was zu einer Spitzenmannschaft. »Ich habe schon gesagt, dass uns zu einer Spitzenmannschaft schon noch was fehlt. Wenn du so eine wärst, dann hättest du aus so einem Spiel mindestens auch einen Punkt mitgenommen oder sogar gewonnen«, sagt Stranzl und ergänzte: »Ich sage, dass wir wahrscheinlich gewonnen hätten, wenn wir ein Tor gemacht hätten. Aber das ist alles hypothetisch. Das Spiel ist vorbei. Wir wollen einfach weiter arbeiten und werden noch eine Schippe drauflegen müssen. Das haben wir jetzt wieder gesehen«.

Dennoch stecken die Borussen den Kopf richtigerweise nicht in den Sand, denn schließlich gibt es beim derzeitigen Grund auf die Tabelle keinen Grund zur Sorge. »Darüber, das diese Niederlage unnötig war, brauchen wir gar nicht reden. Einen Punkt hätten wir mindestens mitnehmen können, ja sogar müssen«, so Stranzl. »Wir haben uns sehr geärgert, aber das ist jetzt abgehakt. Das Spiel ist vorbei und es geht weiter«.

Und weiter geht es nun erst in vierzehn Tagen mit dem Heimspiel gegen Bayer Leverkusen, dem eine Woche später das Auswärtsspiel bei der TSG 1899 Hoffenheim und wenige Tage später das Pokalspiel beim 1. FC Heidenheim folgen. »Jetzt kommen schwerere Spiele mit größeren Namen und Kalibern«, weiß Stranzl. »Mit diesen Spielen geht es Schlag auf Schlag. Darauf werden wir uns gezielt vorbereiten und Vollgas geben. Dann werden wir sehen«.

Bis dahin können die Borussen etwas Luft holen und vor allen Dingen an dem Defizit Torabschluss arbeiten. Dann darf man gespannt sein, wie die Borussen nach der zweiten dieses Mal Länderspielpause aus den Startlöchern kommen.

Nach der ersten ‚Unterbrechung' gelang den Borussen ein 1:0-Heimsieg gegen Kaiserlautern, nachdem sie zwei Wochen zuvor mit dem gleichen Ergebnis beim FC Schalke das Nachsehen hatten. »Wie wir gegen Leverkusen auftreten, werden wir dann sehen. Man kann das vorher nicht sagen, wie es wird«, sagt Stranzl. »Wir wollen natürlich zu Hause das Spiel gewinnen. Wir werden das Freiburg- Spiel noch aufarbeiten und uns dann gezielt auf Leverkusen vorbereiten«.

Und werden weiter um jeden Punkt kämpfen und sich dabei stets auf die kommende Aufgabe konzentrieren. »Wir haben noch nichts erreicht und schauen weiter von Spiel zu Spiel«, gibt der Österreicher die Marschrichtung vor. »Auch wenn wir das schon öfters gesagt haben und auch wenn es schon langsam langweilig wird - wir handhaben das so«.


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