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Thorben Marx: »Der Verein ist mir mittlerweile ans Herz gewachsen«

Borussias 6er im Radio 90,1-Interview

Immer mittwochs vor Heimspielen ist es beim Mönchengladbacher Radiosender 90,1 Zeit wieder Zeit für die Sendung ‚Borussia hautnah'. Und so stand vor dem kommenden Heimspiel gegen Bayer Leverkusen Thorben Marx Rede und Antwort. Mit Moderatorin Petra Koch sprach der 30-Jährige allen voran über seine Person und über das kommende Heimspiel gegen die Werkself. Wir haben das Interview an der Stelle zusammengefasst.

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Fühlt sich beim VfL nach wie vor pudelwohl: Thorben Marx. Foto: Dirk Päffgen, Fohlen-Hautnah.de

Petra Koch: Thorben, du bist heute schön pünktlich. Habt ihr früher trainiert? Ich bin es gar nicht gewöhnt, wenn jemand so pünktlich ist.

Thorben Marx: Wir hatten heute auch keine Besprechung, was wir sonst eigentlich jede Woche haben. Wir haben ein bisschen früher angefangen, was nicht heißt, dass wir weniger gemacht haben, aber deswegen konnte ich pünktlich hier sein.

Petra Koch: Wie komplett seid ihr denn mittlerweile?

Thorben Marx: Es sind eigentlich fast alle da, Juan fehlt noch. Ich denke mal, dass er morgen kommt. Trotzdem haben heute Nachmittag nicht alle mitgemacht. Manche hatten noch ein bisschen Regeneration, weil sie erst Anfang der Woche gespielt haben. Aber so langsam füllt es sich wieder.

Petra Koch: Und außer Igor keine Verletzten?

Thorben Marx: Es sieht so aus. Ich weiß jetzt nicht genau, was mit ‚Boba' ist. Er ist nur gelkaufen. Ich denke aber nicht, dass es etwas Schlimmes ist und dass es vielleicht für das Wochenende geht. Wir hoffen natürlich, dass in der Woche jetzt nicht noch mehr passiert, weil uns Igor länger fehlen wird. Das ist für uns natürlich bitter.

Petra Koch: Ansonsten muss man ja sagen bzw. man hat im Moment so den Eindruck, dass ihr es ganz gut hinbekommt, einen Spieler zu ersetzten. Da kann man im Moment wirklich von einer geschlossenen Mannschaftsleistung reden, oder?

Thorben Marx: Ja, ich denke schon. Ich habe das ja auch gemerkt. Ich war auch längere Zeit nicht in der ersten Elf. Dann wurde ich sozusagen wieder ins kalte Wasser geschmissen. Aber es ist schon so, dass es im Moment den Spielern, die hinten dran sind und dann ihre Einsätze bekommen, einfach gemacht wird, weil die Mannschaft einfach funktioniert. Jeder weiß was er zu tun hat.

Da nimmt sich auch keiner raus und macht sein eigenes Ding, sondern jeder hält sich auch an die Spielregeln. Von daher ist es dann für die Spieler, die nach längerer Zeit mal wieder in die erste Elf rutschen, recht einfach. Es macht dann auch wieder Spaß zu spielen. Es ist nicht so, dass man sich dann unsicher fühlt, sondern man hat eigentlich gleich eine sich Sicherheit.

Petra Koch: Du warst eine Zeit lang raus aus der ersten Elf. Für ein Spieler, der das nicht unbedingt gewöhnt ist, sicherlich keine so schöne Situation ...

Thorben Marx: Ja, das stimmt. Als Profi will man natürlich jedes Spiel machen, keine Frage. Damals, muss ich ehrlich sagen, habe ich es auch verstanden, dass man mich rausgenommen hat. Ich habe nicht mehr ganz die Leistung gebracht, die ich selber von mir erwartet habe. Sicherlich hatten wir dann eine schwierige Phase und der Verein stand sicherlich nicht so da, wie er eigentlich da stehen wollte. Mich hat es dann getroffen.

Ich habe es sportlich und nicht persönlich genommen. Ich habe immer weiter Gas gegeben, das was ich auch vorher gemacht habe, habe einfach versucht Geduld zu haben und habe mir immer gesagt, dass man irgendwann für die Arbeit auch wieder belohnt wird. Jetzt war es so und jetzt hoffe ich natürlich, dass ich meinen Platz verteidigen kann.

Petra Koch: Nach draußen hast du nie etwas gesagt, sondern hast eine Faust in die Tasche gemacht und keine Kritik geübt. Als dir der Trainer dann gesagt hat, dass du wieder dabei bist - war das dann überraschend oder hast du gedacht: Ja, jetzt bin ich auch wieder mal dran?

Thorben Marx: Ich habe schon länger gehofft, dass ich meine Einsätze bekomme - keine Frage. Darauf trainiert man ja hin, gerade wenn man im zweiten Glied steht. Aber es war natürlich schon so, dass es für mich dann auch ein bisschen überraschend kam, weil es ja dann doch eine ziemlich lange Phase war, wo ich nicht in der ersten Elf stand.

Vor ein paar Wochen gegen Kaiserslautern kam der Trainer dann zu mir und sagte mir, dass ich von Anfang an spiele. Ich habe mich natürlich riesig gefreut. Seit dem muss ich natürlich auch den Platz bestätigen und meine Leistung bringen. Das versuche ich in jedem Spiel. Wie gesagt: Ich will meinen Platz verteidigen. Der Konkurrenzkampf ist groß, aber ich habe im Moment genug Selbstvertrauen um zu sagen, dass ich den Platz nicht mehr hergebe.

Petra Koch: Als du reinkamst war meine Urlaubszeit. Ich habe dann zwei Spiele nicht gesehen und habe dann das Spiel gegen Nürnberg gesehen. Das hab ich gedacht. Meine Güte, der Mann hat einen zweiten Frühling. Ich fand Thorben Marx sah aus, als wäre er wieder aufgeblüht ...

Thorben Marx: Ich glaube, ich bin im Moment ganz gut drauf. Wie gesagt: Ich habe auch in der Zeit, wo ich nicht gespielt habe, sehr hart trainiert und auch mal Zusatzschichten geschoben, weil es natürlich so ist, dass man schnell auch ein paar Prozent an Fitness verliert, wenn man am Wochenende nicht die Belastung eines Spiels hat. Ich habe mir gesagt, dass ich für das Spiel, wo ich dann wieder Spiele, 100 Prozent fit sein muss. Das Gefühl habe ich im Moment.

Gegen Nürnberg lief es glaube ich in der ganzen Mannschaft ganz ordentlich. Und was ich vorhin schon gesagt habe: Es ist für jeden Spieler im Moment auch einen Tick einfacher in so einer erfolgreichen Mannschaft, in der es einfach auch harmoniert, zurecht zu kommen.

Petra Koch: Ich habe da etwas in einer Zeitung gelesen. „Thorben Marx in der momentanen Verfassung mehr als nur eine Alternative in Borussias Zentrale. Vielleicht sehen die Fans des VfL den derzeit stärksten Marx, den es je gab. Mit dem Zeug zum heimlichen Man oft he Match." Ist das der stärkste Marx, den es je gab?

Thorben Marx: Ich weiß nicht. Ich bin schon lange genug im Profigeschäft dabei und hatte sicherlich schon die ein oder andere ganz gute Phase, nach der ich auch des Öfteren gelobt wurde. Sicherlich hat man dann auch wieder Phasen, wo es mal schlechter läuft. Man muss beide Seiten mal kennengelernt haben, um auch beide Seiten schätzen zu wissen.

Petra Koch: Du kommst auf diese für das Spiel wichtige Position im Mittelfeld und es ist kein Bruch. Also es ist so, als hättest du mit Roman Neustädter schon immer gespielt ...

Thorben Marx: Ich muss sagen, dass Roman seine Sache auch sehr gut macht. Und wie ich gesagt habe: Man trainiert ja auch auf den Punkt hin, dass man wieder zu 100 Prozent fit ist, wenn man wieder spielen darf. Wenn man das Gefühl hat, dass man dann wirklich zu 100 Prozent fit ist, dann geht man mit einem guten Gefühl ins Spiel. Und dann hat man auch das nötige Selbstvertrauen, um einige gewisse Aktionen zu starten.

Aber es ist natürlich so, dass Roman und ich jetzt auch nicht erst seit drei Wochen zusammen trainieren, sondern wir haben vorher schon öfters zusammentrainiert. Und wir wissen auch, was der andere für ein Spielertyp ist und jeder weiß, was er zu tun hat. Das setzten wir im Moment auch ganz gut um.

Petra Koch: Es macht auf jeden Fall Spaß, zuzuschauen. Du hast eben gesagt: Dann trainiert man und dann versucht man sich wieder anzubieten. Wie ist Thorben Marx denn privat - hat er dann schlechte Laune und seine Frau muss dass dann so ein bisschen ertragen, oder bist du dann zu Hause trotzdem friedlich, wenn dir mal was gegen den Strich läuft?

Thorben Marx: Ich bin eigentlich schon friedlich. Aber ich muss auch ehrlich sagen, dass es zwischendurch sicherlich auch Phasen gab, wo ich zu Hause auch nicht ganz so der Glücklichste war. Man nimmt das dann doch schon ein bisschen mit nach Hause.

Sicherlich habe ich dann da mit meinen zwei kleinen Kindern und mit meiner Frau, die mir auch immer hilft, meine Ablenkung. Aber es ist schon so, dass du das nicht alles komplett abschalten und am Borussia-Park lassen kannst, sondern schon ein paar Probleme mit nach Hause nimmst.

Petra Koch: Hast du mal drüber nachgedacht, den Verein zu wechseln?

Thorben Marx: Nein, eigentlich nicht. Das habe ich ja auch in der letzten Saison zwischendurch mal ganz klar gesagt, dass ich daran keine Gedanken verschwende. Wie gesagt: Ich habe das alles auch nicht persönlich genommen weil ich wusste, dass es mein Verschulden war, dass ich nicht mehr in der ersten Elf stand. Ich habe mir einfach gesagt, dass ich Geduld brauche. Die hatte ich dann auch.

Es war nicht immer ganz einfach, aber ich wusste auch immer, was ich an dem Verein habe. Er ist mir mittlerweile auch ans Herz gewachsen, muss ich ehrlich sagen. Gerade die letzte Saison hat einem doch schon gezeigt, was in dem Verein drin steckt. Gerade in der schwierigen Phase, die wir hatten, ist trotzdem nicht alles auseinander gebrochen.

Der Verein hat zusammengehalten - mit den Fans natürlich, die uns weiter super unterstützt haben. Und ich glaube, dass ist nicht in vielen Vereinen so und von daher wusste ich einfach, dass ich überhaupt nicht wechseln möchte.

Petra Koch: Nach dieser letzen Saison, die verdammt lange gedauert und die jedem sehr viele Nerven gekostet hat, der so ein bisschen mit dem Verein zu tun hat, kommt ihr aus der Pause und plötzlich ist alles anders und ihr steht zwischenzeitlich auf dem ersten Tabellenplatz. Als sieben Spiele gespielt waren, habt ihr euch da oben festgesetzt. Da reibt man sich ja schon die Augen und fragt, was ist denn jetzt passiert. Wisst ihr, was passiert ist?

Thorben Marx: Für und ist das natürlich kein Zufall. Sicherlich ist es schwer da oben auf dem dritten Tabellenplatz zu bleiben, keine Frage. Wir müssen schon wissen, wo wir her kommen, aber ich glaube, es hat sich letzte Saison schon zum Ende abgezeichnet, dass wir da schon unsere guten Ergebnisse erzielt haben und dass wir uns sicherlich als Mannschaft auch spielerisch weiterentwickelt haben und zusammengewachsen sind.

Das, so denke ich, sind wichtige Faktoren, die momentan eine große Rolle spielen. Sicherlich trainieren wir auch sehr hart. Der Trainer verlangt sehr, sehr viel von uns, aber das ist auch richtig. Und wir wissen, dass wir so Erfolg haben können. Da werden wir natürlich dran bleiben.

Petra Koch: Ihr habt aus acht Spielen sechzehn Punkte geholt. Wenn ihr in den nächsten acht oder sagen wir mal neun Spielen bis zum Ende der Hinserie noch mal so viele Punkte holt, könnt ihr den Sommerurlaub buchen, oder?

Thorben Marx: Ja, das denke ich auch. Dann werden wir auf jeden Fall nichts mit dem Abstieg zu tun haben und nicht in die Relegation kommen. Dann können wir sicherlich ein schönes Weihnachten feiern, aber es werden sehr enge Spiele. Die nächsten Wochen spielen eine große Rolle. Das sind alles sehr unangenehme Gegner.

Wir werden jedes Spiel 100 Prozent geben und dann schauen wir mal, was dabei rauskommt. Aber es ist natürlich so, dass wir mit der Punktzahl, die wir jetzt nach acht Spielen haben, ganz gut leben können. Trotzdem wollen wir versuchen, jedes Spiel zu gewinnen. Das werden wir auch in Zukunft tun. Aber ich gehe schon davon aus, dass wir im Winter schöne Weihnachten haben werden.

Petra Koch: Ja, da gehen wir mittlerweile auch alle von aus. Thorben, wie man das eigentlich, dass mir alle Spieler sagen, dass du trotzdem einer der wichtigsten Spieler im Team bist obwohl du eine Zeit lang nicht in der Stammelf warst. Vielleicht durch deine Erfahrung, die du da weitergibst?

Thorben Marx: Ich weiß nicht. Vielleicht, weil ich nie Stunk gemacht habe. Für die Spieler, die hinten dran sind, ist es natürlich nicht so einfach, da auch gute Laune zu vermitteln. Wie gesagt: Ich habe da nie groß Stunk gemacht, habe nie schlecht über irgendwelche anderen Mitspieler gesprochen, sondern habe immer versucht, sie zu unterstützen. Vielleicht deswegen. Aber sonst fällt mir eigentlich auch nichts ein.

Petra Koch: Eine gewisse Mannschaftsdienlichkeit hast du glaube ich schon, ne?

Thorben Marx: Ja, auf jeden Fall. Ich denke nicht, dass ich ein Spieler bin, der sehr egoistisch denkt. Manche haben gesagt, dass es vielleicht ein Fehler von mir ist, dass ich das zu wenig tue. Aber ich bin nun mal so. Für mich stand immer die Mannschaft im Vordergrund. Ich denke, dass sieht man ja auch an meiner Spielart - dass ich sehr viel für die Mannschaft da bin und dass ich weniger an mich denke.

Es war natürlich auch so, dass ich im Training immer Vollgas gegeben habe, wo ich nicht gespielt habe. Das haben die anderen natürlich auch gesehen. Und das bringt die Stammspieler natürlich auch ein Stückchen weiter, weil sie sich einfach nicht hängen lassen können und wissen, dass hinten dran welche sind, die auch unbedingt spielen möchten. Ich denke schon, dass man auch eine wichtige Rolle spielen kann, wenn man hinten dran ist.

Petra Koch: Jetzt hat man ja eh den Eindruck, dass das trotz Konkurrenz auch zwischenmenschlich ganz gut klappt. Zumindest sieht es so aus und für den Erfolg der Mannschaft ist das ja auch wichtig. Trotzdem gibt es ja immer den ein oder anderen, mit dem man sich besser versteht. Bei dir ist das mit Mike Hanke der Fall. Was macht ihr denn jetzt, wo der Sommer zu Ende ist und ihr nicht mehr Grillen könnt?

Thorben Marx: Das stimmt. Das haben wir im Sommer natürlich des Öfteren gemacht. Dann waren wir meistens bei Mike. Es ist ja mittlerweile auch bekannt, dass er sehr gerne kocht. Er hat immer sehr gut gegrillt mit viel Auswahl. Da musste man schon aufpassen, dass man nicht zu viel zunimmt, weil wir beide Kandidaten dafür sind.

Im Winter ist es natürlich so, dass sich alles ein bisschen nach Drinnen beschränkt. Wir haben beide zwei Kinder. Mike hat ein größeres Haus, in dem die Kinder viel spielen können. Deswegen fällt uns da schon immer was ein.

Petra Koch: Es ist ja nicht so einfach, in so einem Geschäft eine Freundschaft aufrecht zu erhalten. Eure besteht seit zehn Jahren ...

Thorben Marx: Ja, das stimmt. Wir haben uns damals in der U19 kennengelernt, das ist jetzt knapp zehn Jahre her. Sicherlich war der Kontakt durch die Entfernung zwischendurch auch mal ein bisschen weniger. Aber Mike kommt ja gebürtig aus Hamm und wo ich in Bielefeld gespielt habe und er zwischendurch in Wolfsburg und Hannover, ist er auf dem Weg nach Hamm ab und zu mal vorbei gekommen. Dadurch ist der Kontakt eigentlich auch immer erhalten geblieben.

Jetzt freuen wir uns natürlich, dass wir in einer Mannschaft spielen. Es ist natürlich immer schön, wenn man jemanden in der Mannschaft hat, den man schon länger kennt, weil es dann auch so ein bisschen eine Bezugsperson ist. Von daher sind wir im Moment glücklich wie es ist.

Petra Koch: Der Westfale, Wahl-Westfale, würde ich sagen. Du bist lange Zeit in Bielefeld gewesen. Wie ist der Humor bei zwei Westfalen? Obwohl du ja Berliner bist.

Thorben Marx: Genau. Ich bin ja nicht wirklich Westfale. Da bestehe ich eigentlich auch drauf, muss ich ehrlich sagen. Ich hatte dort sicherlich eine schöne Zeit, keine Frage. Aber ich denke schon, dass mir eigentlich die Berliner und die Rheinländer ein bisschen mehr liegen als die Westfalen. Mike ist eigentlich auch kein typischer und von daher passt das ganz gut.

Petra Koch: Diese knappe und eigentlich nicht verdiente Niederlage gegen Freiburg - ist das auch mal ganz gut, um aus dem rosa Traum wieder so ein bisschen wachgerüttelt zu werden?

Thorben Marx: Keiner verliert gerne, das ist klar. Wir waren sicherlich auch in dem Spiel die bessere Mannschaft, hätten mindestens einen Punkt verdient gehabt und hätten meiner Meinung nach drei Punkte holen müssen. Jetzt haben wir die Niederlage bekommen. Das ist natürlich ärgerlich und wir hatten daran in den nächsten Tagen auch ein bisschen zu knabbern.

Aber was Gutes würde ich an der Niederlage jetzt eigentlich nicht so finden, auch wenn jetzt starke Gegner auf uns zu kommen. Wir sind im Kopf mittlerweile eigentlich schon so klar, dass wir das einordnen können. Wir denken jetzt nicht, dass wir alle Gegner an die Wand spielen. Von daher war die Niederlage ärgerlich und wir hätten sie gerne vermieden, aber jetzt konzentrieren wir uns einfach auf das Leverkusen-Spiel.

Petra Koch: Hast du dich besonders geärgert, weil du das Ding blöde abgefälscht hast?

Thorben Marx: Das war natürlich nicht gerade sehr glücklich von mir. Ich wollte glaube ich den Ball mit dem Fuß abwehren und dabei ist er mir über den Fuß gerutscht. Das war sehr unglücklich. Dass das dann das einzige Tor war, ist natürlich auch nicht gerade von Vorteil für mich. Aber ich glaube, dass ich das schon ganz gut einschätzen kann. Mir hat da auch keiner einen Vorwurf gemacht.

Petra Koch: Blicken wir zum Schluss auf den nächsten Gegner Bayer Leverkusen. Ich sage jetzt mal, die schlagt ihr jetzt auch so wie in einer schlechten Saison. So einfach wird das nicht ...

Thorben Marx: Nein, leider nicht. Wir wissen auch, was Leverkusen für eine Mannschaft. Vor der Saison waren sie glaube ich mit Bayern und Dortmund Titelkandidat. In letzter Zeit hatten sie sicherlich ein paar Probleme, aber trotzdem weiß man ja, was sie für eine Mannschaft haben.

Da ist genügend Potenzial, um unter die ersten drei Mannschaften zu kommen. Es wird sicherlich kein einfaches Spiel, aber trotzdem haben wir Selbstvertrauen um zu sagen, dass wir das Spiel gewinnen wollen. Ich glaube auch nicht, dass Leverkusen so wie keine Mannschaft im Moment sehr gerne gegen uns spielt. Wir werden sehen, was am Samstag dabei rauskommt.

Petra Koch: Es ist ja jetzt mittlerweile keinem verborgen geblieben, dass ihr vernünftigen Fußball spielt, dass ihr nach den Bayern die wenigsten Gegentore habt und dass ihr vorne immer für eins gut seid. Wie nehmen die Gegner das wahr? Merkt ihr da irgendwas?

Thorben Marx: Ich denke schon, dass die Gegner auch ein bisschen mehr Respekt vor uns haben. Sicherlich schauen sie sich auch unsere Spiele an. Und da sieht man ja eigentlich schon, dass wir uns auch weiterentwickelt haben. Man merkt ja auch gerade die Reaktionen nach den Spielen. Die sind meistens immer positiv.

In Freiburg habe ich mitbekommen, wie ihr Co-Trainer zu unserem Co-Trainer gesagt hat, dass wir eine super Mannschaft sind und toll spielen. Also es wird von der ganzen Liga schon registriert und man merkt es eigentlich auch auf dem Platz, dass der Gegner so ein bisschen mehr zurückhaltend ist und vielleicht nicht so voller Selbstvertrauen strotzt und sich sagt, dass man uns sowieso weg haut. Also da ist schon ein bisschen mehr Zurückhaltung und so lange es so ist, ist das gut.

Petra Koch: Der Trainer sagt uns in der Pressekonferenz immer, dass ihr immer so spielt, wie ihr das wollt - egal ob zuhause oder auswärts. Natürlich bereitet ihr auch mit DVDs auf den Gegner vor, aber ist das trotzdem so, das ihr versucht, euer Ding durchzuziehen?

Thorben Marx: Ja, auf jeden Fall. Wir machen da wirklich keine Unterschiede, ob wir auswärts oder zuhause spielen. Wir haben unsern Plan, den wir durchbringen wollen - egal, gegen welchen Gegner. Das hat man ja auch am ersten Spieltag in München gesehen. Die meisten Mannschaften fahren dort hin und stellen sich hinten rein. Das haben wir nicht getan. Man hat gesehen, wozu das geführt hat. Und das versuchen wir in jedem Spiel. Man sieht ja auch, dass wir in jedem Spiel unsere Chancen haben und hinten stehen wir sicher.

Wir hatten in Vergangenheit schon richtig gute Gegner, wo wir sicherlich nicht der Favorit waren, aber wo wir dann nach dem Spiel gesagt haben, dass wir die Besseren waren und verdient gewonnen haben. Also bei uns ist es im Moment wirklich so, das wir sagen, dass es völlig egal ist, ob wir nun ein Heim- oder Auswärtsspiel haben. Wir ziehen unseren Plan durch und versuchen dann natürlich, das Spiel zu gewinnen.

Petra Koch: Die nächsten Gegner werden schwer, aber das schockt euch nicht, weil ihr gegen solche Gegner ja eigentlich immer gut ausgesehen habt. Thorben, schön dass du da warst. Ich drücke die Daumen.

Thorben Marx: Dankeschön.


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