Nach der Länderspielpause rollt in der Fußball-Bundesliga am kommenden Wochenende wieder der Ball. Und auf Borussia Mönchengladbach wartet dabei im Borussia-Park mit Bayer Leverkusen gleich ein schwerer Brocken, den es beiseite zu räumen gilt. Borussias Trainer Lucien Favre muss dabei in jedem Fall auf Igor de Camargo sowie Mathew Leckie verzichten und muss zudem vielleicht um einen Einsatz von Juan Arango bangen.
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| Juan Arango sitzt noch in Venezuela fest. Foto: Dirk Päffgen, Fohlen-Hautnah.de |
Bereits vorzeitig musste Igor de Camargo seine Länderspielreise abbrechen und nach Gladbach zurückkehren. Beim Abschlusstraining mit der belgischen Nationalmannschaft vor dem Spiel gegen die DFB-Auswahl hatte sich der Angreifer einen Teilabriss des Innenbands im linken Knie zugezogen und ist aufgrund dessen erst einmal auf Eis gelegt.
»Ich denke, dass es leider länger dauern wird«, stellt sich Lucien Favre auf einen längeren Ausfall des Belgiers ein. »Aber es ist so, wir können das nicht ändern«, will der Schweizer dennoch nicht klagen. »Es ist zwar schwer für ihn und für uns, aber wir müssen das akzeptieren«.
Während die anderen Nationalspieler ohne Blessuren zurückgekehrt sind oder noch zurückkehren, so ist Mathew Leckie auf der anderen Seite auf dem Weg der Besserung. Der Australier befindet sich nach seinem Muskelfaserriss bereits im Aufbautraining und macht dort gute Fortschritte. »Es ist zwar noch nicht sicher, aber wahrscheinlich trainiert er ab Dienstag oder Mittwoch wieder mit der Mannschaft«, hofft Favre bald wieder eine weitere Option in der Offensive zu haben.
Wer hingegen den verletzten de Camargo gegen die Werkself ersetzt, ließ Favre noch offen. »Ich weiß es noch nicht«, wollte sich der Schweizer auf der Pressekonferenz am Donnerstag nicht in die Karten schauen lassen.
Eine Option wäre Raúl Bobadilla. Der Argentinier setzte zwar aufgrund eines eingeklemmten Nervs unter der Woche dreimal mit dem Training aus, steht jedoch aller Voraussicht nach zur Verfügung. »Heute hat er ein leichtes Training absolviert. Ich denke, dass er Samstag spielen kann«, ist Favre optimistisch. Was aber nicht heißt, dass das von Beginn an der Fall sein wird.
Ebenso nicht entlocken ließ sich Borussias Fußballlehrer, ob denn Yuki Otsu gerade nach seinem starken Auftritt im Testspiel gegen KAA Gent nun für ein Bundesligadebüt gewachsen sei oder ob Patrick Herrmann nach seinen beiden Toren für die U20-Nationalmannschaft des DFB in die Startelf rückt, wenn beispielswiese Marco Reus in die Offensive rückt oder wenn Juan Arango aufgrund von drohenden Reisestrapazen zunächst auf der Bank Platz nimmt.
Der Venezolaner nämlich, sitzt nach seinem Sensationserfolg in der WM-Qualifikation gegen Argentinien noch in seinem Heimatland fest und wartet auf seinen Rückflug. »Juan kommt wahrscheinlich leider erst morgen aus Venezuela zurück, weil es Probleme mit seinem Lufthansa Flug gab. Wir haben ihn eigentlich heute Nachmittag zurückerwartet«, gab Lucien Favre bekannt.
Somit bleibt zu hoffen, dass der 31-Jährige noch am Donnerstag rechtzeitig in Richtung Europa abheben kann, um dann am Abschlusstraining am Freitag teilzunehmen. Dort wird Favre seinem Schützling wohl genau in die Augen schauen um abzuwägen, ob ein Einsatz gegen die Werkself von Beginn an Sinn macht. »Ich hoffe, dass er sehr schnell zurückkommt und am Samstag spielen kann, aber ich muss erst mit ihm sprechen«, sagte Favre und will abwarten, wie sich der Venezolaner körperlich fühlt.
Sollte sich der Schweizer gegen einen Einsatz von Beginn an entscheiden, könnte Patrick Herrmann eine Alternative sein. »Patrick hat schon vor ein paar Wochen seine Qualitäten gezeigt. Es war kein Zufall, dass er gegen HSV gespielt hat. Ich kenne sein Potenzial, aber wir dürfen nicht vergessen, dass er sehr jung ist«, gab Favre zu bedenken.
Wenige Zweifel gibt es allerdings über die Qualität der Bayer-Elf. »Sie sind Vizemeister und haben großes Potenzial. Offensiv sind sie auch gerade nach der Verpflichtung von Schürrle enorm stark«, weiß Favre.
»Es ist eine Mannschaft, die vom Fußballerischen und vom Spielerischen her unheimlich großes Potenzial besitzt und zu den absoluten Top-Teams in Deutschland gehört«, sagt Sportdirektor Max Eberl. »Sie sind unglaublich schwer zu spielen, sie halten hinten die Ordnung und haben vorne überragende Qualität«.
So werden die Borussen zwar mit dem nötigen Respekt an die Augabe herangehen, gleichzeitig aber auch versuchen, dem Spiel ihren Stempel aufzudrücken und gegen Bayer 04 den ersten Heimsieg nach 1989 zu erringen. »Wir haben Respekt vor Leverkusen, aber keine Angst«, unterstrich Favre.
Genau wie in den dann folgenden Aufgaben, die sicherlich nun mehr und mehr die Richtung anzeigen werden, wohin es für den VfL in dieser Spielzeit geht bzw. gehen kann. »Wir hatten einen Start, der sehr ordentlich war«, blickte Max Eberl zurück. »Aber jetzt kommen natürlich die Messlatten, die uns zeigen werden, wie gut und wie stabil wir tatsächlich sind«.
Und auch den Ausfall von Igor de Camargo gilt es dabei zu verkraften und zu kompensieren. »Er fehlt uns jetzt und damit zurecht zukommen ist auch eine Hauptaufgabe«, so Max Eberl.
»Wir haben ein schweres Programm vor uns, aber wir nehmen jeden Gegner wie er kommt«, so Lucien Favre. Man darf durchaus gespannt sein, wie die Borussen aus der Länderspielpause kommen und die folgenden, sicherlich richtungsweisenden Aufgaben inklusive des Pokalspiels in Heidenheim erfüllen.
Werfen die Borussen aber zunächst gegen Leverkusen alles in Waagschale, treten im Defensivverbund weiter so kompakt auf und verwerten vorne ihre Möglichkeiten effizient, dann ist es durchaus im Bereich des Möglichen, dass am Samstag keine bittere Pille geschluckt werden muss ...






