Ganz klar: Die 0:1-Niederlage von Borussia Mönchengladbach bei der TSG 1899 Hoffenheim war das Resultat gerade einer im Bezug auf das Offensivspiel harmlosen Darbietung. Hatte man sich in den Spielen zuvor zahlreiche Torchancen erspielt, so blieb man im Kraichgau im Spiel nach vorne ohne Ideen und Durchschlagskraft. Dieser Meinung waren die Borussen auch noch einen Tag danach, richteten den Fokus jedoch bereits auf die Pokalaufgabe am Dienstag in Heidenheim.
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| Im Pokal gegen Heidenheim wollen die Borussen wieder jubeln. Foto: Dirk Päffgen, Fohlen-Hautnah.de |
Während am Sonntagmorgen der Himmel über dem Borussia-Park erstrahlte, so schaute man auch noch einen Tag nach der Niederlage in Hoffenheim in durchweg bedröppelte Gesichter. Kein Wunder, denn schließlich musste man im Kraichgau die dritte Saisonniederlage hinnehmen.
Eine Niederlage, die dennoch vermeidbar gewesen wäre. »Es war sicherlich eine unnötige Niederlage, wir hätten zumindest ein 0:0 mitnehmen können«, gab Tony Jantschke zu. Und das vor allen Dingen dann, wenn die Borussen gerade im Vorwärtsgang an die guten Auftritte der vergangenen Spiele angeknüpft hätten.
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Mangelte es bis dato an der Verwertung der Chancen, von denen man sich in den vorherigen Spielen einige herausgespielt hatte, so sah die Strichliste in diesem Bereich in Sinsheim eher mau aus. »Wir waren vorne einfach zu harmlos«, brachte es Roman Neustädter auf den Punkt.
Tatsächlich agierte der VfL sowohl im Aufbau- als auch im Angriffsspiel zu harmlos und brachte wenig bis gar nichts zustande. »Uns hat nach vorne Power gefehlt«, bemängelte Marco Reus. Und weil dem so war, hatte Hoffenheim in der Defensive wenig Arbeit und Mühe, die Null zu halten. »Gegen Kaiserslautern, Nürnberg, Freiburg und Leverkusen hatten wir so viele Torchancen. Gestern haben wir uns nicht viele herausgespielt - das müssen wir uns ganz klar ankreiden«, gestand Jantschke ein.
»Wir haben uns zu wenige Chancen herausgespielt, haben die Bälle nicht gehalten und waren nach vorne nicht aggressiv genug«, bemängelte Reus. Lediglich zwei Torschüsse, die allerdings nicht direkt auf das Tor der Gastgeber flogen, brachten die „Fohlen" im ersten Durchgang zustande. Im zweiten Durchgang war es lediglich Patrick Herrmann, der die Möglichkeit zum Torerfolg hatte, diese aber etwas ungestüm vergab. »Daraus hätten wir mehr machen müssen«, haderte Lucien Favre.
»Wir haben es nicht geschafft, Torchancen zu kreieren«, wusste Marc-André ter Stegen, der beim Gegentor kräftig eins auf die Socken bekommen und sich eine Wunde am rechten Knie zugezogen hatte und infolge dessen kurzzeitig behandelt werden musste.
Am Sonntag stand der Schlussmann aber bereits wieder auf dem Platz, trainierte mit Physiotherapeut Andreas Bluhm individuell und gab für einen Einsatz beim Pokalspiel in Heidenheim am Dienstag grünes Licht. »Es ist nicht so schlimm, wie es geschrieben wurde. Zumal man gestern auch nur den Eisverband gesehen hat«, gab der 19-Jährige am Sonntag Entwarnung und ergänzte: »Ich habe am Knie um die Wunde herum zwar noch etwas Schmerzen, aber ansonsten ist alles in Ordnung. Dass heißt, dass ich fit bin«.
Alles andere als in Ordnung war indes die Vorstellung des VfL in Hoffenheim. »Wir hatten zu viele Ballverluste, haben oftmals zu schnell nach vorne gespielt, waren zu überhastet und haben zu oft die falsche Entscheidung getroffen«, monierte Roman Neustädter. »Anstatt direkt nach vorne hätten wir einfach mal ein bisschen quer spielen sollen, um so Ruhe in das Spiel zu bringen«.
Doch daran, dass dem so war, war auch der Ex-Mainzer mit zahlreichen Fehlpässen sicher nicht gänzlich unbeteiligt. »Das war meine schlechteste Saisonleistung. Da gibt es nichts schön zu reden - das war einfach schlecht«, redete Neustädter nicht lange um den heißen Brei herum. »Ich habe zu viele Fehlpässe gespielt. Ich hatte zwar eine gute Zweikampfstatistik und habe viele Bälle gewonnen, wollte dann aber auch zu schnell nach vorne. Wir und auch ich hätten mehr mit Geduld spielen müssen«.
Und genau dieser Geduldsfaden schien den Borussen schon frühzeitig gerissen zu sein. »Es war so, dass wir von Anfang an mit dem Gegner Schwierigkeiten hatten, dass wir nicht so ins Spiel gekommen sind und dass wir viele Fehlpässe hatten«, sagte ter Stegen. »Da müssen wir jetzt einfach schauen, dass wir das in den nächsten Spielen besser hinbekommen. Aber ich bin zuversichtlich«.
Während der VfL bei Ballbesitz also zu fehlerhaft agierte, so schafften es auf der anderen Seite aber auch die Gastgeber nicht, die Borussen ernsthaft in Gefahr zu bringen. »Es ging hin und her mit wenigen Chancen auf beiden Seiten«, sagte Neustädter. »Wir haben uns ein bisschen egalisiert, von Hoffenheim kam jetzt auch nicht so viel«, stimmte Jantschke zu.
Dennoch brachen sich die Gastgeber in Minute 56 durch Vedad Ibišević mit 1:0 in Front - allerdings mit der einzigen zwingenden Möglichkeit im zweiten Durchgang - und behielten damit gleichzeitig die drei Punkte in Sinsheim. Ein Gegentor, das durchaus vermeidbar gewesen wäre. »Ein dummes Gegentor, was nicht hätte sein müssen«, gab Neustädter zu.
So standen die Borussen am Ende mit leeren Händen und mit der Erkenntnis da, dass nach wie vor viel Arbeit vor ihnen liegt. »Wir müssen auf jeden Fall schauen, dass wir wieder in die Spur kommen, dass wir unter der Woche so wie immer konzentriert arbeiten und am Wochenende da sind und sagen können: Wir können das Spiel wieder gewinnen«, gab ter Stegen die Marschrichtung vor.
»Wir haben nicht so zu unserem Spiel gefunden. Trotzdem war es jetzt kein grottenschlechtes Spiel«, resümierte Jantschke. »Solche Spiele gibt's. Aber Kopf hoch und jetzt gilt es, in Heidenheim weiterzukommen«.
Dreimal in Folge nicht gewonnen, doch unter dem Strich liest sich die bisherige Punkteausbeute nicht gänzlich schlecht, wenngleich sicherlich einige auf der Strecke geblieben sind. »Ein Punkt aus drei Spielen ist zwar etwas dünn, aber mit 17 Punkten aus zehn Spielen stehen wir immer noch gut da«, befand Jantschke. »Aber jetzt wollen wir wieder in die Spur kommen«.
»Solche Spiele gibt's. Es gilt nicht lange rum zu mosern, denn am Dienstag ist schon wieder das nächste Spiel. Wir müssen das jetzt so schnell wie möglich abhaken. Die Wochen davor haben gezeigt, dass wir gut drauf sind«, resümierte Neustädter. »Wir dürfen uns da jetzt von einem Spiel nicht blenden lassen«.
»Wir wissen, dass wir nicht alles gewinnen können. Aus den letzen drei Spielen haben wir nur einen Punkt geholt, aber wir müssen dennoch den Kopf oben behalten«, so Dante. »Das nächste Spiel ist im Pokal, wo wir unbedingt weiterkommen wollen. Dann kommt Hannover und auch da wollen wir die drei Punkte. Aber wir müssen mit viel Intelligenz und Geduld spielen«.
Gut, dass die Borussen nicht lange auf die kommende Aufgabe warten müssen, um die Niederlage im Kraichgau vergessen zu machen. Denn bereits am Dienstag wartet eben die Pokalaufgabe bei Drittligist 1.FC Heidenheim.
Vom Papier her sind die Rollen zwar klar verteilt, dennoch ist für den VfL Vorsicht geboten. »Das wird ein schweres Stück Arbeit. Sie haben Werder Bremen aus dem Pokal geworfen - das sagt alles«, warnt Lucien Favre. »Es ist eine sehr gute Mannschaft, die in der 3. Liga mit um den Aufstieg spielen möchte. Sie sind defensiv sehr stabil, sehr engagiert und gefährlich bei Standards«.
»Heidenheim ist eine gute Mannschaft. Wir haben gegen sie ja schon in der Vorbereitung gespielt und hatten dort Mühe. Aber wir sind der Favorit, dass ist ganz klar«, schaute Jantschke auf die Aufgabe im DFB-Pokal. »Wir wollen da eine Runde weiterkommen - da helfen auch keine Ausreden. Wir brauchen den Gegner nicht stärker machen, als er ist. Es ist eine gute Mannschaft, die kompakt steht, aber wir haben die Mittel, dass zu lösen«.
»Die Mannschaft hat eine gute Qualität. Sie haben Bremen geschlagen und werden motiviert sein. Aber wir werden noch mehr motiviert sein, weil wir wissen, worum es geht«, verspricht Roman Neustädter. »Wir werden von der ersten bis zur letzten Minute kämpfen, unser spielerisches Potenzial einbringen und versuchen, dort zu gewinnen. Da müssen wir alles zeigen, was wir in den Wochen zuvor richtig gemacht haben, um dort zu bestehen«.
Bereits am Montag wird sich der VfL-Tross per Flugzeug und Bus auf dem Weg nach Baden-Württemberg machen. Während Torhüter Marc-André ter Stegen also wohl mit in den Flieger steigt, so steht das bei Filip Daems und Juan Arango noch nicht gänzlich fest.
Der Venezolaner hat aus dem Spiel gegen Hoffenheim Rückenbeschwerden davongetragen, setzte aufgrund dessen am Sonntag mit dem Training aus und bekam eine Spritze. »Er hat Rückenprobleme. Wir werden sehen, ob es reicht«, konnte Favre am Sonntag noch keine Prognose abgeben. »Alles in Ordnung«, sagte Arango indes am Sonntag und scheint guter Dinge.
Abzuwarten bleibt hingegen, ob Filip Daems, der aufgrund eines grippalen Infekts passen musste, einsatzfähig sein wird. »Bei Filip Daems weiß ich noch nicht. Es geht ihm aber schon besser. Wahrscheinlich wird er am Montag trainieren«, so Favre.
In jedem Fall keine Option ist indes Raúl Bobadilla, der aufgrund eines Muskelfaserrisses nicht zur Verfügung stand. »Er kommt für Heidenheim nicht infrage«, legte sich Favre am Sonntag fest. »Aber eventuell für Samstag«.
So bleibt den Borussen nicht viel Zeit, um über die Niederlage gegen Hoffenheim nachzudenken. Getreu dem Motto nach dem Spiel ist vor dem Spiel werden sich die "Fohlen" ab morgen auf das Pokalspiel in Heidenheim vorbereiten und im Anschluss hoffentlich wieder jubeln und sich über den Einzug in die dritte Pokalrunde freuen können. »Dass ist Fußball und ist passiert«, sagte Jantschke und ergänzte abschließend: »Abhaken und nicht so viel in der Vergangenheit rumgraben - Heidenheim steht jetzt im Fokus«.






