Viel Zeit, um über die Niederlage bei der TSG Hoffenheim nachzudenken, hatte Borussia Mönchengladbach nicht. Denn bereits am morgigen Dienstag steht die Aufgabe im DFB-Pokal bei Drittligist 1. FC Heidenheim auf dem Programm. Borussias Trainer Lucien Favre kann bei dem Unternehmen Achtelfinale bis auf Igor de Camargo und Raúl Bobadilla auf alle Akteure zurückgreifen.
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| Fit für Heidenheim: Juan Arango. Foto: Dirk Päffgen, Fohlen-Hautnah.de |
Somit stehen dem Schweizer Fußballlehrer auch Juan Arango und Filip Daems zur Verfügung, die zuletzt aufgrund von Rückenprobleme bzw. eines grippalen Infekts kürzer treten mussten. »Beide sind bereit zu spielen«, sagte Lucien Favre am Montagnachmittag.
Allerdings ließ dich der 53-Jährige gewohnt nicht in die Karten schauen, ob beide in der Voith-Arena auch von Beginn an auflaufen, wenngleich davon wohl auszugehen ist.
Zuvor hatten beide die 45-minütige Trainingseinheit ohne Beschwerden absolviert und zudem einen guten Eindruck hinterlassen. »Es geht mir sehr gut und ich kann spielen«, gab Arango nachher ebenso grünes Licht, wie Filip Daems. »Ich fühle mich gut und bin zu 100 Prozent einsatzfähig«, fühlt sich der Kapitän wieder voll bei Kräften.
Was am Freitag aufgrund von Fieber nicht der Fall war. »Es hat keinen Sinn gemacht zu spielen, da ich nicht zu 100 Prozent fit war«, sagte Daems, der die Niederlage in Hoffenheim so vor dem Fernseher verfolgte. »Aber wir sind auf der linken Seite gut besetzt, wenn mal einer ausfällt. Oscar ist ein Spieler mit Qualitäten und wie in seinem ersten Spiel hat er es in Hoffenheim gut gemacht«.
Bleibt abzuwarten, ob der Schwede auch gegen Heidenheim auflaufen darf. Doch als wahrscheinlicher gilt es, dass Filip Daems wieder die linke Abwehrseite besetzt. »Dass weiß ich nicht. Aber ich hoffe natürlich, dass ich spiele«, so der Kapitän.
Ebenso spielen könnte Mathew Leckie. Der Australier ist nach seinem Muskelfaserriss im Oberschenkel wieder im Mannschaftstraining und machte sich am Nachmittag mit auf die Reise nach Baden-Württemberg. Das tat Matthias Zimmermann, der in Hoffenheim anstelle von Filip Daems im Aufgebot stand, indes nicht.
Derweil sind sich alle Borussen einig, dass auf sie in Heidenheim kein Gegner wartet, der im Vorbeigehen zu schlagen sein wird. »Das wird ein schweres Stück Arbeit. Sie haben Werder Bremen aus dem Pokal geworfen - das sagt alles«, warnt Lucien Favre. »Es ist eine sehr gute Mannschaft, die in der 3. Liga mit um den Aufstieg spielen möchte. Sie sind defensiv sehr stabil, sehr engagiert und gefährlich bei Standards«.
»Wir nehmen sie sehr ernst und haben auch deshalb Respekt, weil sie Werder Bremen rausgeworfen haben. Die Mannschaft wird heiß sein und ich denke, dass uns morgen eine richtig schwere Aufgabe erwartet«, vermutet Mike Hanke und gibt die Marschrichtung vor: »Wir müssen höllisch aufpassen, hellwach sein, geduldig spielen, 100 Prozent geben und dann unsere Chancen, die wir bekommen, nutzen«.
»Heidenheim hat schon gezeigt, dass sie auch Qualitäten haben. Für sie ist es natürlich das Spiel des Jahres und sie werden richtig heiß sein. Wir müssen uns auf ein schwieriges Spiel einstellen«, weiß Filip Daems. »Aber wenn wir unsere Leistung abrufen, dann müssen wir eine Runde weiterkommen«.
»Wir haben in der Vorbereitung gegen Heidenheim gespielt und kennen das Stadion sowie die Mannschaft. Die Mannschaft ist sehr gut drauf und ist in der 3.Liga gut gestartet. Wir sind gewarnt«, sagt Martin Stranzl. »Aber nichtsdestotrotz ist es so, dass du als Bundesligist eine Runde weiterkommen solltest und musst - und das wollen wir natürlich auch«.
Damit das gelingt wäre es sicherlich von Vorteil, wenn der VfL schnell in Führung geht. Denn das würde den Borussen sicherlich in die Karten spielen. »Klar, umso schneller uns ein Tor gelingt, umso einfacher tust du dir«, weiß Stranzl. »Und das wollen wir natürlich auch. Denn dann müssen sie öffnen und man findet mehr Räume vor«.
Mehr Raum würde die Borussia bei einem Einzug in das Achtelfinale gerade auch in finanzieller Hinsicht haben. »Ein Weiterkommen ist auch für den Verein sehr wichtig, es gibt für die dritte Runde wieder viel Geld«, weiß Mike Hanke. Denn bei einem Erfolg in Heidenheim würde sich der VfL 505.000 Euro an Fernsehgelder sichern.
Hinzu kämen im Achtelfinale, dass am kommenden Sonntag 30. Oktober in der ZDF-Sportreportage mit Glücksfee und DFB-Spielführerin Nadine Angerer ausgelost wird, 86.000 Euro als Gastgeber und 57.000 Euro als Auswärtsmannschaft.
»Zudem ist es der schnellste Weg, um international zu spielen, was auch ein Anreiz sein sollte«, so Mike Hanke. Doch zunächst gilt es die Hürde Heidenheim zu nehmen, um weiter vom Pokalfinale in Berlin oder gar vom internationalen Geschäft träumen zu dürfen. »Bis dahin ist es noch ein weiter Weg«, weiß Hanke. »Wir müssen uns erst einmal auf morgen konzentrieren, ein gutes Spiel abliefern und weiterkommen«.






