Mit einer gehörigen Portion Mühe und vor allen Dingen Dank ihres Torhüters Marc-André ter Stegen behielt Borussia Mönchengladbach beim 1. FC Heidenheim nach Elfmeterschießen die Oberhand und zog so in das Achtelfinale des DFB-Pokals ein. Wenngleich die Borussen eine wenig glanzvolle Leistung anboten, so zählt in den sogenannten K.O-Spielen primär eben nur eins: Das Weiterkommen. Gegen Hannover ist jedoch gerade im Offensivspiel eine deutliche Steigerung von Nöten.
![]() |
| Großer Jubel nach dem Schlusspfiff: Die Borussen bedanken sich bei ihrem Schlussmann. Foto: Dirk Päffgen, für Fohlen-Hautnah.de |
»Ein gutes Pferd ..., ne«, sagte Mike Hanke am Mittwoch in Anlehnung an eine bekannte Redensart.
Womit der Angreifer durchaus Recht hatte, denn die „Fohlen" sprangen in Heidenheim tatsächlich nicht allzu hoch und nahmen mit Mühe die Hürde Heidenheim.
Wiedermal war es die mangelnde Chancenverwertung, die die Borussen zum Nachsitzen in Form des Elfmeterschießens zwangen.
Allen voran Marco Reus hätte den VfL in Front und eher in Richtung Achtelfinale schießen können, doch wie in den letzen Spielen ließ der Nationalspieler gute Einschussmöglichkeiten liegen.
|
Verwandte Themen: » Herrmann und Reus angeschlagen» »Es ging nicht darum, schön zu spielen und Heidenheim abzuschlachten«» Elfmeterheld ter Stegen sichert Einzug ins Achtelfinale |
»Was soll ich machen?«, zuckte Reus fast schon ein wenig verzweifelt mit den Schultern. »Die Chancen kommen und ich versuche sie zu nutzen. Gestern habe ich das leider nicht geschafft, aber wir haben es im Elfmeterschießen geschafft und das zählt«.
Doch genau dieses hätte eben vermieden werden können, hätte man die zahlreichen Möglichkeiten in den 90 Spielminuten genutzt. »Wir hätten das Spiel auch früher entscheiden können, denn wir hatten genug Chancen«, haderte Filip Daems. »Aber wichtig ist, dass wir die Chancen noch bekommen. Dann werden wird auch wieder Tore machen«.
»Teilweise ist es ein bisschen Pech und teilweise fehlt die Zielstrebigkeit, meint Mike Hanke, der weiter auf sein erstes VfL-Tor wartet, und ist überzeugt: »Aber ich denke, dass sie wiederkommen wird. Und das hoffentlich bereits am Samstag. Das Gute ist aber, dass wir Chancen haben. Letztendlich müssen wir aber die Tore machen, was im Fußball zählt«.
Derweil dominierten die Borussen zwar das Spielgeschehen, hatten dennoch gerade im ersten Durchgang Probleme mit dem Drittligisten. Und das auch, weil im Aufbauspiel und im Offensivdrang die zündelnden Ideen fehlten und sich Fehler einschlichen. »Wir hatten teilweise unnötige Ballverluste«, sagte Hanke.
»Heidenheim hat es phasenweise ganz gut gemacht, hat sich ansonsten aber nur hinten reingestellt. Da war es natürlich sehr schwer, gegen sie zu spielen«, erklärte Marco Reus. »Trotzdem hatten wir unsere Torchancen und hätten es früher klar machen müssen«.
Weil das nicht gelang, mussten die Borussen in das Elfmeterschießen. Dort zeigten sich vielleicht bezeichnend für die derzeitige Sturmmisere allesamt Abwehrspieler als sicher vom Punkt, zu denen wie gewohnt auch Kapitän Filip Daems gehörte.
Eine besondere Bedeutung hatte das aber wohl nicht. »Der Trainer hat einzelne Spieler gefragt und dann haben die geschossen, die sich gut gefühlt haben so zugeteilt«, erläuterte Mike Hanke.
Und neben den sicheren Elfmeterschützen war es allen voran Marc-André ter Stegen, der zwei Elfmeter hielt und so zum Matchwinner avancierte. »Beim Elfmeterschießen macht der Torhüter meistens den Unterschied, den hat Marc gemacht«, lobte Filip Daems.
Gerade beim zweiten gehaltenen Elfmeter von Tausendpfund bewies der Torhüter seine herausragenden Qualitäten und bescherte der Borussia so den Einzug in das Achtelfinale. »Es zählt nur der Sieg und ich bin froh, dass ich zwei Elfmeter halten und damit meinen Beitrag dazu leisten konnte«, sagte ter Stegen und lobte auch die anderen und sicheren Elfmeterschützen des VfL: »Das war ein Sieg der gesamten Mannschaft, denn es gehören ja auch die Schützen dazu, die die Elfer rein machen«.
So durften sich die Borussen am Ende - wenn auch nicht mit Ruhm bekleckert - darüber freuen, am kommenden Sonntag bei der Auslosung zum Achtelfinale in den Lostöpfen vertreten zu sein. »Unser Ziel war es, eine Runde weiterzukommen - nur das zählt am Ende und sonst nichts. Das haben wir erreicht«, sagte Patrick Herrmann.
»Wir konnten eigentlich nur zu verlieren. Wenn wir gegen einen Drittligist ausgeschieden wären, dann wären wir die Deppen gewesen. Und wenn du gewinnst, dann ist das die normalste Sache der Welt«, sagte Roel Brouwers und ergänzte: »Am Ende geht es im Pokal ums Weiterkommen und das haben wir geschafft«.
»Wir haben es als Mannschaft nicht geschafft, vorne ein Tor zu machen. Ich hoffe, dass sich die Jungs das fürs Wochenende aufgehoben haben. Am Ende ist es wichtig, dass man auch mal so ein Spiel egal wie gewinnt« resümierte ter Stegen. »Das haben wir getan, nehmen das als Erfolgserlebnis mit und schauen jetzt nach vorne«.
Tatsächlich zählt in den sogenannten K.O-Spielen einzig und alleine das Weiterkommen. Wenn man aber auch in der Bundesliga weiter nach vorne kommen bzw. dort bleiben will, dass muss gegen Hannover 96 gerade im Bezug auf die Offensivleistung eine deutliche Steigerung her.
»Im Nachhinein war es gegen einen Drittligisten eigentlich ein Pflichtsieg. Aber das Pokalspiel ist jetzt Vergangenheit und interessiert nicht mehr«, brachte es ter Stegen auf den Punkt: »Wir müssen nach vorne schauen und gucken, dass wir am Wochenende drei Punkte holen«.
Und das wird nur möglich sein, wenn man gerade die wohlmöglich wenigen Chancen, die einem zu Teil werden nutzt. »Wahrscheinlich werden wie gegen Hannover nicht viele Chancen beklommen«, vermutet Filip Daems und weiß: »Das ist eine gute Mannschaft, die auch gut organisiert ist. Da müssen wir aus den wenigen Chancen, die wir haben, etwas machen. Hoffentlich treffen unsere Jungs am Samstag wieder«.






