Nach dem Einzug in das Achtelfinale des DFB-Pokals gilt es für Borussia Mönchengladbach nun, in der Fußball-Bundesliga wieder in die Spur zu finden und nach zuletzt drei sieglosen Spielen mit lediglich einem Punkt im Heimspiel gegen Hannover wieder einen Dreier einzufahren. Borussias Trainer Lucien Favre kann dazu personell fast aus dem Vollen schöpfen.
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| Steht dem VfL wieder zur Verfügung: Angreifer Raúl Bobadilla. Foto: Dirk Päffgen, für Fohlen-Hautnah.de |
Lediglich Igor de Camargo, der nach wie vor aufgrund eines Teilabriss des Innenbandes kürzer treten muss, steht nicht zur Verfügung. Ansonsten kann Favre auf alle seine Spieler zurückgreifen.
Und somit auch auf Raúl Bobadilla, der seinen Muskelfaserriss im Adduktorenbereich auskuriert und bereits wieder mit der Mannschaft trainiert hat. »Bobadilla hat die letzten zwei Tage mit unseren Reha-Trainern und heute mit der Mannschaft trainiert. Er fühlt sich gut und wird morgen wieder mit der Mannschaft trainieren«, gab Lucien Favre auf der Pressekonferenz am Donnerstag bekannt.
So wird der Argentinier zwar wieder in das Aufgebot zurückkehren, aber aller Voraussicht nach aber wohl zunächst auf der Bank Platz nehmen. »Er war zehn Tage verletzt und ich denke, es ist noch etwas zu früh für ihn«, machte Favre dem Angreifer wenig Hoffnung, von Beginn an auflaufen zu dürfen.
Das wird in jedem Fall Mathew Leckie ebenso wenig, wie auf der Bank Platz nehmen. Der Australier soll nach seinem Kurzeinsatz im Pokal in Heidenheim am Freitag mit Borussias U23 in Wiedenbrück auf Tore- und Punktejagt gehen. »Er braucht noch etwas Spielpraxis und wird Morgen mit dem Nachwuchs spielen«, gab Favre bekannt.
Auf der anderen Seite sind die zuletzt angeschlagenen Marco Reus und Patrick Herrmann nach ihren in Heidenheim erlittenen Blessuren am Wochenende einsatzbereit. »Marco Reus und Patrick Herrmann werden spielen können, sie haben nur einen Schlag abbekommen. Das ist nicht so schlimm«, gab Favre Entwarnung.
Wie gewöhnlich ließ sich der Schweizer in Aufstellungsfragen nicht in die Karten schauen. Und somit auch nicht, ob gegen die Niedersachen erneut Thorben Marx den Vorzug vor Håvard Nordtveit erhält. »Darüber schon gesprochen. Ich habe meine Mannschaft gefunden, aber ich habe einen Kader und will alle Spieler auf dem Platz sehen«, begründete Favre das häufige Wechselspiel zwischen Marx und Nordtveit.
Jedoch verriet der Schweizer, dass der zuletzt in Heidenheim pausierende Tony Jantschke wieder in die Startelf zurückkehrt und wie gewohnt die rechte Abwehrseite besetzen wird. »Seit dem ich da bin, hat Tony hat alle Spiele mitgemacht, zusätzlich ist er ständig für die Nationalelf im Einsatz. Die Pause war geplant, sie war aber nur für dieses Spiel«, legte sich Favre fest.
Etwas erstaunlich äußerte sich Favre derweil auf die Frage eines Journalisten, ob es keine Option wäre, Oscar Wendt mal auf der linken Mittelfeldseite einzusetzen. »Sie haben Recht, das ist eine sehr gute Frage«, erhielt der Journalist Zustimmung vom Schweizer.
»Ich überlege kontinuierlich«, hat Favre offenbar bereits Überlegungen auch angestellt, den Schweden im linken Mittelfeld aufzustellen. »Er hat das im Freundschaftsspiel gegen KAA Gent gespielt. Oscar ist auch im Mittelfeld sehr gut, hat einen starken linken Fuß und ist kreativ«.
Dabei hörte sich das zu Saisonbeginn noch anders als, als man nicht so recht wusste, in welcher Verfassung sich Juan Arango nach seinem Einsatz bei der Copa América befand. »Ich habe mit Oscar darüber gesprochen und er hat mir gesagt, dass er seit sechs Jahren nur Linksverteidiger spielt. Deshalb ist er keine Option und kommt dafür nicht infrage«, unterstrich Favre damals vor dem Spiel beim FC Bayern München.
Vielleicht haben den Schweizer auch die derzeitigen vorhandenen Alternativen etwas zum Umdenken bewogen. Yuki Otsu wäre so eine für die linke Seite, wenn beispielswiese Juan Arango nach innen rücken und Wendt dafür die linke Mittelfeldseite besetzten soll. »Er macht Fortschritte, das sieht man im Training. Das ist für die drei Monate, die er jetzt hier ist, schon gut«, sagt Favre über Borussias Japaner.
Wohl aber noch nicht gut genug, um derzeit eine ‚echte' Alternative für die Startelf zu sein. Bleibt also abzuwarten, ob und in wie weit der Fußballlehrer seine Gedankenspiele in die Tat umsetzt.
Doch wer auch immer am Samstag gegen Hannover auflaufen wird: Es gilt vor allen Dingen, die sich bietenden Tormöglichkeiten effizienter zu nutzen. Und auch daran haben die Borussen unter der Woche gearbeitet, »doch das kommt nicht in einem Tag«, gab Favre zu bedenken. »Du kannst üben, aber das kommt nicht so einfach. Dazu brauchst du Zeit«.
Doch Zeit, um am Samstag zu üben, haben die Borussen nicht. Gegen die Niedersachen müssen sie zudem gerade im Aufbau- und Offensivspiel unnötige Fehler vermeiden und mit Ruhe spielen, um sich gegen die Niedersachsen generell wieder gute Möglichkeiten zu erspielen. »Wir müssen mit mehr Geduld und intelligenter spielen, das heißt unsere Aktionen besser vorbereiten und im richtigen Moment in die Tiefe spielen«, weiß Favre.
Wohlwissend, dass gerade unnötige Ballverluste gegen die schnell umschaltenden Hannoveraner schwerwiegende Folgen haben könnten. »Sie sind in der Balleroberung sehr, sehr gut und spielen sofort schnell nach vorne, wo sie mit Abdellaoue, Ya Konan und Schlaudraff immer gefährlich sind«, warnte Favre. »Aber es sind nicht nur die Angreifer, sie haben auch im Mittelfeld und in der Abwehr sehr gute Leute. Das ist eine große Qualität von Hannover«.
Somit sind die Borussen vor dem aktuellen Tabellenvierten, der in der letzten Woche immerhin den deutschen Rekordmeister FC Bayern mit 2:1 besiegt hat, gewarnt. »Es ist für mich kein Zufall, dass sie in der Tabelle oben stehen« so Favre. »Hannover ist sicher eine sehr, sehr gute Mannschaft, die Bayern, Dortmund und Bremen geschlagen hat«.
Und das auch ungeachtet dessen, das die Niedersachen auf fremden Platz in vier Spielen erst einmal gewonnen haben und nach dem Ausscheiden aus dem DFB-Pokal gegen Mainz ‚nur' noch auf zwei Hochzeiten tanzen. »Der Pokal ist ganz anders und hat nichts mit der Meisterschaft zu tun«, sagte Favre.
Und genau in dieser sollten die Borussen am Samstag gegen Hannover alles in die Waagschale legen, um dann aus einen wie gewohnt stabilen Defensivverbund heraus mit einer effizienten Chancenverwertung saisonübergreifend auch im neunten Heimspiel nicht als Verlierer, sondern im besten Fall als Sieger vom Platz zu gehen und somit punktemäßig wieder in die Spur zu kommen.






