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»Ein hartes Stück Arbeit«

Borussia hält nach Sieg gegen Hannover Anschluss an die Spitzengruppe

Durch den 2:1-Sieg gegen Hannover 96 hält Borussia Mönchengladbach Anschluss an die Spitzengruppe der Fußball-Bundesliga. Und so zeigten sich die Borussen der im zweiten Durchgang wenig berauschenden Leistung zum Trotz vor allem mit dem Ergebnis zufrieden.

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Marco Reus sorgte mit seinem Doppelpack für den Sieg gegen Hannover. Foto: Dirk Päffgen, für Fohlen-Hautnah.de

»Wir wollten das 2:1 über die Bühne bringen. Dafür haben wir alles getan, auch wenn es fußballerisch in der zweiten Halbzeit nicht gut war«, brachte es Roel Brouwers nach dem Spiel in den Katakomben des Borussia-Parks auf den Punkt und fügte hinzu: »Wir haben hart gekämpft um die drei Punkte hier zu halten«.

Auch der Niederländer hatte sich allen voran im zweiten Durchgang gegen den drohenden Ausgleich der Niedersachen gewehrt. Kurz vor dem Seitenwechsel kam der Innenverteidiger für Martin Stranzl, der aufgrund eines Pferdekusses am Oberschenkel passen musste, in die Partie.

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»Ich dachte, dass es weg geht, wenn ich laufe. Aber der Muskel hat dann komplett zugemacht und es ging nichts mehr«, erklärte der Österreicher und meinte: »Ich denke aber nicht, dass es so schlimm ist«. Diese Einschätzung sollte sich zum Glück bewahrheiten, denn bereits am Sonntagmorgen konnte der 31-Jährige wieder am Auslaufen teilnehmen.

Derweil war es gerade die erste Halbzeit, die Freude bereite und im Gegensatz zum Auftritt in Hoffenheim eine deutliche Steigerung bot. Von Beginn an waren die Borussen gegen 96 präsent, suchten den Zug vor das Tor der Niedersachsen. »Ich denke, dass wir uns heute mehr bewegt haben und auch mehr Anspielstationen im Mittelfeld hatten«, befand Marco Reus. »Das war in Hoffenheim nicht der Fall und das hat uns der Trainer in der Woche und vor der Partie gesagt. Und ich denke, dass haben wir dann auch umgesetzt«.

Und das mit ansehnlichem Offensivfußball. »In der ersten Halbzeit haben wir gut kombiniert«, befand Patrick Herrmann zu und Filip Daems stimmte zu: »Ich denke, dass wir es in der ersten Halbzeit gut gemacht haben«.

Immer wieder setzte der VfL Nadelstiche und erspielte sich zahlreiche Einschussmöglichkeiten. Und nach 21 Minuten brachten sich die Borussen dann durch Marco Reus auch verdient mit 1:0 in Front. Mike Hanke hatte die ‚Rakete' zuvor mit einem tollen Zuspiel auf den Weg geschickt. »Marco Reus ist ein hervorragender Spieler. Es macht Spaß mit ihm zusammen zu spielen, das ist auch sehr einfach«, schwärmte Hanke. »Wir wissen genau, was der andere kann und wo er hinläuft. Es ist ja oft so, dass ich Marco mit einem Kontakt steil schicke. Heute war es auch wieder so und so kommt er dann zu seinem ersten Tor«.

Doch lange freuen konnten sich Marco Reus und die „Fohlen" über die Führung nicht, denn Pogatetz traf nur fünf Minuten später zum 1:1-Ausgleich. »Es war so, dass der Ball von Pander rein kommt und es dann so aussieht, dass noch zwei den Ball streifen. Deshalb habe ich mich entschieden, ein bisschen vor dem Tor zu bleiben«, beschrieb Marc-André ter Stegen die Szene. »Das Pogatetz dann noch vor Dante am Ball ist, ist natürlich schade. Aber ich habe mich dafür entschieden und ich denke, dass war nach wie vor die richtige Entscheidung«.

So ging es mit einem Remis in die Kabinen, wenngleich die Borussen allen voran in Person von Marco Reus noch zwei gute Einschussmöglichkeiten liegen ließen. Das machte er Nationalspieler dann im zweiten Durchgang besser.

Hatte er zunächst eine gute Gelegenheit nicht nutzen können, so nutzte er seine zweite Gelegenheit nach dem Wiederanpfiff und netzte eiskalt ein. »Es tut natürlich immer gut, wenn man zwei Mal trifft und dadurch einer Mannschaft helfen kann«, freute sich Reus. »Ich versuche einfach der Mannschaft zu helfen und manchmal gelingt mir das mehr, manchmal weniger«.

»Er hatte in den letzten Spielen Pech im Abschluss. Heute hat er sie rein gemacht und dafür sind wir sehr dankbar«, freute sich Patrick Herrmann für den Nationalspieler. »Wer die Chancen reinhaut ist nicht so wichtig. Aber ich freue mich gerade nach den letzten Wochen riesig für Marco, dass er sie heute rein gemacht hat«, sagte Filip Daems.

»Es macht generell Spaß Tore zu sehen. Wenn es Marco ist, dann ist es schön, aber ich freue mich auch für jeden anderen«, so ter Stegen. »Es ist egal wer das Tor macht, Hauptsache wir gewinnen das Spiel«.

Doch bis der VfL das Spiel gegen die Niedersachen gewonnen hatte, mussten die Borussen harte Arbeit verrichten. Denn in der Folgezeit machte der Europa League-Teilnehmer gehörigen Druck und drängte auf den erneuten Ausgleich. Und die Borussen fanden sich bis auf einige wenige Konter überwiegend in der eigenen Hälfte wieder. »In der zweiten Halbzeit haben wir zu Tief gestanden und vor allem im Mittelfeld keinen Zugriff mehr bekommen«, sagte Filip Daems. »Wir wissen natürlich, dass Hannover eine Top-Mannschaft ist und das haben sie dann auch gezeigt«.

»Hannover ist eine starke Mannschaft. Von daher konnten wir damit, dass sie die eine oder andere Chance kreieren, rechnen«, sagte Hanke. Und tatsächlich zeigten die Hannoveraner, warum sie in diesem Jahr auf internationalem Parkett tätig sind. Mit schnellem Offensivfußball suchten sie den Weg vor das VfL-Tor und ließen die deren Defensive unter gehörigen Druck geraten.

»In der zweiten Halbzeit, speziell nach dem Führungstreffer, haben wir offensiv zu sehr versucht, die Abwehr zu unterstützen«, so Hanke. »Daher haben wir uns etwas zurückfallen lassen. Letztendlich war dass aber auch mit ein Grund dafür, dass wir nicht so viel zugelassen haben«.

Auf der einen Seite nicht viel zugelassen, auf der anderen Seite Kontermöglichkeiten liegen gelassen. Das Spiel stand auf des Messers Schneide und der VfL musste bis zum Ende zittern und mit vereinten Kräften dagegen halten, um die Punkte in Gladbach zu behalten.

Das gelang den Borussen schließlich, sodass sie sich am Ende über den ersten Sieg nach zuletzt drei Spielen ohne dreifachen Punkteerfolg freuen durften. »Es war auf jeden Fall ein hartes Stück Arbeit«, pustete Patrick Herrmann erst mal durch. »Die zweite Halbzeit lief nicht so gut, aber solche Siege muss man auch mal über die Zeit retten. Wir hatten heute einen riesen Willen und haben alles reingelegt, was wir hatten. Das hat am Ende gereicht«.

»Ich denke, dass wir es heute nicht spielerisch gelöst, uns aber den Sieg erkämpft haben«, analysierte Roel Brouwers. »Hannover hat am Ende noch mal alles nach vorne geworfen und wir haben uns dann etwas schwer getan, hätten aber noch das dritte Tor machen können«, resümierte Mike Hanke und befand: »Am Ende denke ich, dass wir verdient gewonnen haben, weil wir einfach die meisten Torchancen hatten und in der ersten Halbzeit das Spiel absolut dominiert haben«.

Ein Sieg, den sich die Borussen erarbeitet und womit sie zudem in der Tabelle den Anschluss an die Spitzengruppe gehalten haben. »Auch wenn es nicht einfach war, denke ich, dass die drei Punkte verdient sind. Und es ist natürlich ganz wichtig, dass wir trotz der zweiten Halbzeit, wo es nicht so lief, die drei Punkte hier behalten haben. Man sieht, dass in der Tabelle alles eng beisammen ist«, war Filip Daems erleichtert.

»Für uns war es heute ein entscheidendes Spiel, weil wir auch nach unten abrutschen konnten. Von daher war es sehr wichtig, dieses Spiel heute zu gewinnen«, sagte Mike Hanke. »Jetzt haben wir den Anschluss nach oben gehalten«.

Zudem hat der VfL mit nunmehr 20 Punkten bereits die halbe Miete im Bezug auf die magische 40-Punktemarke, die für gewöhnlich zum Klassenerhalt reichen, eingefahren. Und rangiert in der Bundesliga-Tabelle aktuell auch zurecht auf dem 5. Platz. »Wir wollten heute unbedingt nachlegen, weil es wichtig war, um oben dran zu bleiben und um sich dort zu festigen, sagte Marco Reus. »Jetzt haben wir 20 Punkte. Wir haben jetzt noch ein paar Spiele bis zur Winterpause und haben noch ein paar Brocken vor uns. Aber ich denke wir haben heute gezeigt, dass wir zurecht da oben stehen«.

Damit das so bleibt, gilt es den Heimerfolg in der kommenden Woche im Auswärtsspiel bei Aufsteiger Hertha BSC Berlin zu vergolden. Und so gab Marco Reus die Marschrichtung vor: »Jetzt müssen wir uns wieder neu konzentrieren und in Berlin nachlegen«.


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