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»Fahren nach Berlin, um zu punkten«

Nachlegen in Berlin - Hanke wünscht sich 3 Punkte am Geburtstag

Ehe die Fußball-Bundesliga nach diesem Wochenende aufgrund von Länderspielen erneut zwei Wochen pausiert, heißt es für Borussia Mönchengladbach in der Partie bei Aufsteiger Hertha BSC Berlin die bisher eher bescheidende Auswärtsbilanz aufzupolieren. Für Borussias Trainer Lucien Favre und auch für Thorben Marx ist es die Rückkehr an alte Wirkungsstätte.

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Mike Hanke will sich in Berlin mit 3 Punkten beschenken. Foto: Dirk Päffgen, für Fohlen-Hautnah.de

Erstmals nach seiner Entlassung im September 2009 kehrt der 54-Jährige nun in die Bundeshauptstadt zurück. »Natürlich ist das für mich ein besonderes Spiel. Es waren für mich zwei fantastische 2,5 Jahre in Berlin. Ich werde mich an Berlin und an die Hertha immer gerne erinnern«, schaute Lucien Favre auf der Pressekonferenz am Donnerstag gerne an die Zeit bei der „Alten Dame" zurück. »Aber jetzt bin ich Trainer von Borussia«.

Und eben als solcher will der akribische und ehrgeizige Fußballlehrer mit dem VfL in Berlin den ersten Sieg nach 2002 einfahren. »Sie sind zuhause schwer zu schlagen. Hertha hat in dieser Saison erst ein Heimspiel verloren«, warnt Favre vor dem Aufsteiger.

»Sie sind offensiv sehr stark besetzt und sehr gut organisiert in der Abwehr. Nach Balleroberung sind sie extrem gefährlich, weil sie auch viele schnelle Spieler haben. Das hat man auch in Wolfsburg gesehen«, so der VfL-Trainer weiter.

Doch bei allem Respekt wollen die Borussen in der Bundeshauptstadt ihr Punktekonto aufbessern. »Das ist für uns eine große Herausforderung«, weiß Favre. »Aber wir wollen dort punkten«.

Das will allen voran auch Thorben Marx, der ebenso wie sein Trainer an die alte Wirkungsstätte zurückkehrt. Von 1998-2006 schnürte der 30-Jährige seine Schuhe für die Hertha. »Das wird für uns ein sehr schwieriges Spiel. Sie haben offensiv mit Ramos und Lasogga sehr starke Spieler«, weiß Marx. »Von daher müssen wir gerade in der Defensive extrem konzentriert sein und nach vorne unsere Stärken ausspielen. Und dann hoffe ich, dass es für uns drei Punkte gibt«.

Noch heute hat der gebürtige Berliner eine Wohnung in der Bundeshauptstadt und viele Freunde, die am Samstag im Olympiastadion sitzen werden. »Es kommen einige ins Stadion. Meine Eltern schauen zwar zuhause, aber mein Bruder mit seinem Sohn und einige Freunde werden im Stadion sein«, freut sich Marx.

Und all die wollen sicherlich sehen, wie ihr Freund und Bruder sich auf dem Rasen präsentiert. Bleibt abzuwarten, ob Marx mal wieder den Vorzug vor Håvard Nordtveit erhält. »Ich möchte immer spielen. Aber es ist klar, dass ich gerade in Berlin natürlich unbedingt dabei sein möchte«, scharrt der Ex-Herthaner, der aus seiner Zeit bis auf den heutigen Manager Michael Preetz keinen Spieler mehr kennt, mit den Hufen. »Nun muss man abwarten, was der Trainer entscheidet. Ich bin gespannt«.

Derweil kann Borussias Trainer personell fast aus dem Vollen schöpfen. Lediglich Igor de Camargo steht nach wie vor nicht zur Verfügung. Doch bei dem Angreifer scheint zumindest ein wenig Land in Sicht. »Er hat zwar schon ein wenig Lauftraining machen können, aber es dauert noch ein paar Wochen, bis er wieder da ist«, gab Favre bekannt.

Während Marc-André ter Stegen, Juan Arango und Roman Neustädter am Freitag mit in die Bundeshauptstadt reisen werden, so trifft das auf Joshua King nicht zu. Der Angreifer wird stattdessen wohlmöglich am Samstag mit der U23 im Heimspiel gegen den SC Idar-Oberstein auf Tore- und Punktejagt gehen.

Auf Punktejagd gehen wollen eben gerade auch die Borussen in Berlin. »Wir fahren nach Berlin, um zu punkten. Aber wir brauchen dort wieder eine konzentrierte Leistung«, sagt Martin Stranzl und warnt: »Hertha hat mit den Siegen gegen Stuttgart, Dortmund und zuletzt Wolfsburg schon einige Überraschungen gebracht. Man sieht, dass die Mannschaft eine sehr gute Qualität hat und deswegen sind wir dort noch mehr gewarnt. Sie spielen attraktiven Fußball und da müssen wir aufpassen«.

Und das gerade auch deshalb, weil die Hertha von den bisher fünf Heimspielen erst eins verloren hat - das am ersten Spieltag gegen den 1. FC Nürnberg. Zudem mussten die Berliner zuhause erst drei Gegentreffer hinnehmen.

Das alles interessiert die Borussen jedoch nur am Rande. »Wir wollen auch auswärts mutiger zu spielen und wie zuhause unser Spiel durchsetzen. Berlin muss sich nach uns richten«, gibt Mike Hanke die Marschrichtung vor. »Wir wollen mit Attacke nach vorne marschieren, uns viele Torchancen herausarbeiten und Tore machen«.

Und vielleicht bereitet sich ja der Angreifer am kommenden Samstag das wohl größte Geburtstagsgeschenk. Nämlich einen Sieg mit dem VfL in Berlin, zudem er mit seinem ersten Saisontreffer beigetragen hat. Was für den Angreifer jedoch nicht Priorität hat. »Mir ist es nicht so wichtig, ob ich ein Tor mache«, untermauert Mike Hanke. »Und ich finde es auch gut, dass ich daran nicht so gemessen werde«.

Jedenfalls könnten die Borussen dann die lange Rückfahrt mit dem Zug genießen und den 28. Geburtstag von Mike Hanke feiern. »Ein schöner Geburtstag wäre es, wenn wir mit dem Zug vier Stunden nach Hause fahren und drei Punkte im Gepäck haben. Wenn wir gewinnen, dann denke ich, gebe ich im Zug einen aus«, wünscht sich Mike Hanke. Da hätte sicherlich keiner etwas gegen und so kann man sich dem ‚nur' gerne anschließen.


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